Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Institut für Betriebswirtschaftslehre
Referat :
Kapitalstrukturrisiko und Arbitrageprozesse : die Modigliani-Miller These zur optimalen
Kapitalstruktur
Im Rahmen des Seminars zur Investitions- und Finanzierungstheorie
Eingereicht am Lehrstuhl Rechnungswesen und Finanzierung
Chris Heidrich
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Gliederung
I. Einleitung
II. Einführung
a) Modellprämissen
b) Geschäfts- und Kapitalstrukturrisiko
c) Konzept der Risikoklassen
d) Charakteristika des Modigliani-Miller-Theorems
III. Die drei Modigliani-Miller-Theoreme
a) Erstes Theorem : Irrelevanz der Kapitalstruktur für den Marktwert eines
Unternehmens
b) Zweites Theorem : Die Eigenkapitalkosten als lineare Funktion des
Verschuldungsgrades
c) Drittes Theorem : die Konstanz der durchschnittlichen Kapitalkosten
IV. Ausgewählte Kritikpunkte
V. Schlussbemerkung
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Abbildungsverzeichnis :
Tabelle 1 : Gesamtkapitalrenditen bei verschiedenen Zuständen
Tabelle 2 : Eigenkapitalrenditen bei verschiedenen Kapitalstrukturen
Tabelle 3 : Arbitragebeispiel
Abkürzungsverzeichnis :
A Anteil eines Aktionärs an einer Aktiengesellschaft
a a O am angegebenen Ort
AG Aktiengesellschaft
CAPM Capital Asset Pricing Modell
D Dividendenzahlung
e Eigenkapitalkostensatz Eigenkapitalrendite
EBIT Earnings before Interests ans Taxes Ergebnis vor Zinsen und Steuern
EK Eigenkapital
i Nominalzinssatz
l Verschuldungsgrad
FK Fremdkapital
MM Modigliani F Miller M.H.
NBT Net Earnings before Taxes Ergebnis vor Steuern
V Unternehmenswert
Index u unverschuldetes Unternehmen
Index v verschuldetes Unternehmen
Index M
zu Marktwerten
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I. Einleitung
Überlegt man sich intuitiv, welchen Einfluß die Kapitalstruktur eines Unternehmens auf
dessen Marktwert hat, so wird man vermutlich zu dem Ergebnis gelangen, daß der Marktwert
des Unternehmens vom Verhältnis Fremd- zu Eigenkapital, also dem Verschuldungsgrad,
abhängig ist, eben weil es sich bis zu einer bestimmten Grenze lohnen kann, das mit höheren
Renditeforderungen versehene Eigenkapital durch niedriger verzinstes Fremdkapital zu
ersetzen, und somit die Kapitalkosten zu senken und den Unternehmenswert zu erhöhen.
Das ist auch das Ergebnis der traditionellen These zur optimalen Kapitalstruktur, welche die
Relevanz des Verschuldungsgrades für den Marktwert des Unternehmens konstatiert (vgl.
Referat "Investitions-, Kapitalstrukturrisiko, Leverage-Effekt und die optimale Verschuldung:
die traditionelle These zur optimalen Kapitalstruktur").
Franco Modigliani und Merton H. Miller haben diese These in ihrem vielbeachteten Aufsatz
1958 (vgl. Modigliani/Miller 1958, S. 261-297) widerlegt. Sie gehen unter bestimmten
Prämissen davon aus, daß weder der Marktwert des Unternehmens, noch dessen
durchschnittliche Kapitalkosten vom Verhältnis der Eigen- zum Fremdkapital abhängt. Das
bedeutet „Die Art der Finanzierung eines Unternehmens ist für den Erfolg eines
Unternehmens ebenso wichtig wie das fünfte Rad am Wagen“ (vgl. Kruschwitz 2002, S.225)
Im folgenden soll das als Modiglini-Miller-These oder Irrelevanzhypothese in die Literatur
eingegangene Theorem dargestellt werden. Es werden zunächst die Prämissen aufgezeigt,
unter denen die Irrelevanzhypothese Gültigkeit beansprucht, gefolgt von den drei Modigliani-
Miller-Theoremen und der Kritik, die Modigliani/Miller erfahren mussten.
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II. a.) Modellprämissen
Die Prämissen, unter denen MM ihre These ableiten und beweisen, lassen sich grob in zwei
Gruppen aufteilen (vgl. Swoboda 1992, S. 155f) :
Die erste Gruppe umfasst Prämissen, die sicherstellen sollen, dass ein vollkommener
Kapitalmarkt bei Unsicherheit besteht. Im einzelnen sind das :
- Finanzierungstitel sind beliebig teilbar. Es bestehen keine Transaktions- und
Informationskosten. Die Finanzierungstitel werden in atomistischer Konkurrenz
gehandelt, das heißt, alle Akteure treten als Preisnehmer auf (Vgl. Kruschwitz 2002,
S. 227 sowie Perridon/Steiner 1999, S. 485)
- Es existieren keine von der Kapitalstruktur abhängige Steuern. Für das deutsche
Steuerrecht bedeutet das eine Nichtexistenz der Körperschaftssteuer (vgl. Vormbaum
1990, S.55) .
- Es existieren keine Kapitalmarktrestriktionen, d.h. Unternehmen und private
Investoren können zu gleichen Zinssätzen in beliebiger Höhe Kapital aufnehmen und
anlegen, der Grenzzinssatz ist also konstant. Ein Ausfallrisiko für Kredite besteht nicht
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. Damit ist der Marktwert des Fremdkapitals gleich dem Nominalwert. (vgl.
Perridon/Steiner 1999, S. 486)
- Privathaftung ist ausgeschlossen. Das bedeutet, dass die Gläubiger maximal die
Cashflows ausbezahlt bekommen, selbst wenn die Cashflows aus den Investitionen
nicht ausreichen, die Festansprüche der Gläubiger zu bedienen (vgl. Kruschwitz 2002,
S. 227)
Zur zweiten Gruppe zählt Swoboda (a.a.O.) Prämissen, die für eine Absenz von Principal-
Agent-Beziehungen (es existieren also keine Informationsasymmetrien) sorgen. Im einzelnen
sind das :
- es existieren homogene Informationen, dass heißt alle Akteure haben die selbe
Vorstellung über künftige Umweltzustände, es liegen also damit homogene
Zukunftserwartungen vor (vgl. Kruschwitz 2002, S. 227), wobei dies nicht ausschließt,
dass verschiedene Umweltzustände eintreten können. Nur die Erwartungen der
Akteure müssen gleich sein (vgl. auch Vormbaum 1990, S. 55).
1 Dies beinhaltet auch den Ausschluss des Insolvenzrisikos
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Arbeit zitieren:
Chris Sebastian Heidrich, 2002, Kapitalstrukturrisiko und Arbitrageprozesse: die Modigliani-Miller These zur optimalen Kapitalstruktur, München, GRIN Verlag GmbH
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