Benjamin Berges, “Ist emotionale Intelligenz Grundvoraussetzung für eine Führungskraft?“
Ist emotionale Intelligenz
Grundvoraussetzung für eine Führungskraft ?
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Neben fachlichen Kenntnissen sollten Führungskräfte über soziale Fähigkeiten verfügen, um ihre Mitarbeiter erfolgreich leiten und motivieren zu können. Im Berufsleben sind Interaktionen wichtig, ganz besonders in der Gestaltung des produktiven und effizienten Arbeitsablaufs für die Zielerreichung eines optimalen Ergebnisses. Hierbei kommt explizit die Rolle der Führungskraft zum Tragen, die für ein harmonisches Zusammenspiel der Mitarbeiter verantwortlich ist. Doch kann eine Führungskraft das notwendige soziale Verhalten erlernen oder können nur Menschen Führungspositionen besetzen, die über dieses bereits verfügen?
Ich schließe mich Goleman`s Aussage zu seinem Artikel 1 an, dass emotionale Intelligenz für eine erfolgreiche Menschenführung unverzichtbar ist. Was aber ist unter emotionaler Intelligenz zu verstehen?
Er beschreibt dafür 5 wesentliche Elemente: Zum einen solle man sich seiner Stärken und Schwächen sowie der eigenen Bedürfnisse und Antriebe bewusst sein, zum anderen weder zu übertrieben kritisch noch unrealistisch zuversichtlich seinen Aufgaben gegenüberstehen. Die Basis dieser eigenen Ehrlichkeit betitelt er als “Selbstreflexion“. Sie fördert Selbstbewusstsein und -vertrauen, eine realistische Selbsteinschätzung der eigenen Gefühle und Stimmungslage sowie die Wirkung auf andere. Die Eigenschaft der Selbstreflexion wird durch die von ihm genannte “Selbstkontrolle“ in Grenzen gehalten. Diese soll Gefühle und
1 Goleman, Daniel, “Emotionale Intelligenz - zum Führen unerläßlich“
Benjamin Berges, “Ist emotionale Intelligenz Grundvoraussetzung für eine Führungskraft?“
Regungen unter Kontrolle halten, damit man vernünftig und sachlich handeln und reagieren kann. Durch das eigene gezügelte Temperament schafft man für sein Umfeld Vertrauen, zeigt und bewahrt Fairness. Mitarbeiter sollen sich wohlfühlen und niemals einem cholerischen Verhalten des Vorgesetzten ausgesetzt sein, was sie stark verunsichern und veranlassen könnte, sich beruflich umzuorientieren.
Entscheidungen sollten bezüglich neuer Aufgaben und Umstände gut durchdacht und nicht übereilig gefällt werden. Erst denken, dann handeln ist die Devise!
Als dritter Faktor erwähnt Goleman die “Motivation“. Die Führungskraft soll nicht nur die Mitarbeiter motivieren, sondern auch sich selbst. Ziel ist hierbei, eine gewisse Leidenschaft zur Aufgabe zu vermitteln, bzw. sich anzueignen. Der Stolz auf ein erfolgreiches Ergebnis, die eigene kreative Herausforderung auf dem Weg dorthin und das Gefühl einer gewissen Zugehörigkeit zum Team oder Unternehmen stehen dabei an oberster Stelle. Mit Lob und Anerkennung sollte nie gespart werden. Ich bin der Meinung, dass äußere Faktoren, wie z.B. Geld, Firmenwagen, geschenkte Urlaubsreisen, etc. keine effektiven Leistungsanreger sind, weil ich denke dass sie nur von kurzzeitiger Dauer sind.
Diese drei Eigenschaften haben natürlich entscheidende Auswirkungen auf Mitmenschen im Arbeitsumfeld. Dafür ist es wichtig über “Empathie“ zu verfügen. Um eine starke Zusammenarbeit zu entwickeln, muss eine Führungskraft bereit und fähig sein, sich in die Einstellung der Menschen seines Umfeldes einzufühlen und auf deren Emotionen entsprechend positiv zu reagieren. Hierbei sollte jederzeit beachtet werden, dass der Mensch im Vordergrund steht und seine Emotionen nicht so einfach steuer- und ausschaltbar sind wie vergleichsweise Maschinen. Hier gilt es sensibel auf die Mitarbeiter einzugehen.
Als fünftes und letztes Element für emotionale Intelligenz äußert sich Goleman zur “Sozialen Kompetenz“. Er beschreibt sie als Instrument, auf andere einzuwirken. Er spricht von einer zweckorientierten
Benjamin Berges, “Ist emotionale Intelligenz Grundvoraussetzung für eine Führungskraft?“
Beeinflussung, jemanden in eine bestimmte Richtung zu bewegen. Dies ist nur möglich, wenn man die Fähigkeit besitzt, mit unterschiedlichen Menschen eine gemeinsame Basis zu finden um eine Beziehung aufzubauen.
Als Goleman 1998 mit seinen ersten Theorien über soziale Intelligenz an die Öffentlichkeit trat, reagierten die Leute mit großer Begeisterung. Auch bei Bewerbungsgesprächen war sie schnell ein wichtiges Einstellungskriterium, besonders für angehende Führungskräfte. Ich nehme an, dass seine Aussagen eine so tiefgründige Wirkung hatten, vergleichbar mit der Entsklavung durch Martin Luther King seiner Zeit. Goleman sagt einer Führungskraft in seinem Artikel 2 nach, sie solle nicht übermäßiges Know-how in ihrem Fachgebiet haben, allerdings besonders reich an sozialen Fähigkeiten sein. Mangelt es an dieser Konstellation, dann bleiben Manager nicht lange auf ihrer Position bestehen. Somit ist der rationale IQ nicht mit dem “EQ“ gleichzustellen.
Ich finde es wichtig, wenn Führungskräfte eine gute, solide Beziehung zu ihren Mitarbeitern aufbauen, um diese in positive Stimmung zu versetzen, denn erfahrungsgemäß würde ich als positiv gestimmter Mitarbeiter mehr leisten, als wenn ich unsicher, eingeschüchtert und verängstigt wäre. Ich bestätige außerdem, dass eine positiv gestimmte Führungskraft mit einem Lächeln für seine Arbeiter keine Mauern zwischen sich und ihnen aufbaut, und somit stets ein guter Ansprechpartner ist. Bei einem gesunden Verhältnis zwischen Management und Mitarbeiterteam wirken sogar negative Kritiken nicht unbedingt demotivierend, sondern veranlassen zu ernsthaftem Nachdenken zur Lösung des Problems.
Goleman schreibt, dass diese Eigenschaften eine Gabe seien, und dass die Vorgesetzten laut seiner Studien unbewusst und instinktiv handeln, quasi “aus dem Bauch heraus“!
2 Goleman und Boyatzis, “Soziale Intelligenz - Warum Führung Einfühlung bedeutet“
Arbeit zitieren:
Benjamin Berges, 2009, Ist emotionale Intelligenz Grundvoraussetzung einer Führungskraft ?, München, GRIN Verlag GmbH
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