Gliederung
1. Einleitung
2. Wandel der Haushaltsstrukturen
2.1. Trend zur Kleinfamilie
2.2. Trend zu ein-Personen Haushalten
3. Lebensformen junger Erwachsener
4. Eheschließung und Familiengründung
4.1. Verringerung der Heiratsneigung
4.2. Geburten außerhalb der Ehe
4.3. teilweise erhöhte Kinderlosigkeit
5. Elternschaft, Frauenerwerbstätigkeit, Kinderbetreuung
5.1. Value of children
5.2. Frauenerwerbstätigkeit
5.3. Kinderbetreuung
6. Familienauflösung und Pluralisierung
6.1. Entwicklung der Scheidungshäufigkeit
6.2. Familienformen
6.3. Konsequenzen
7. Familial verwandtschaftliche Beziehungen
8. Ausblick
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1.Einleitung
In Zeiten steigender Bedeutung der europäischen Union und des immer engeren Zusammenwachsens der einzelnen Länder Europas stellt sich die Frage, ob dieses Europa innerlich einheitliche, oder noch immer zutiefst unterschiedliche Gesellschaftsstrukturen aufweist.
Anhand des Textes „Haushalts- und Familienstrukturen im intereuropäischen Vergleich“ von Francois Höpflinger werde ich dieser Frage in Bezug auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten der einzelnen Staaten in verschiedenen Teilaspekten der Familienstrukturen und den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen derselben nachgehen.
Wirtschaftliche Entwicklung und sozialer Strukturwandel haben unbestritten zu einem Wertewandel und zu der Entwicklung eines weniger fixierten Familienbildes geführt. Der Blick auf die intereuropäischen Zusammenhänge wird nun zeigen, inwieweit dieses Phänomen einheitlich ist, und welche Variationen zwischen den einzelnen Ländern vorherrschen.
2. Wandel der Haushaltsstrukturen
2.1. Trend zur Kleinfamilie
In ganz Europa hat sich, mit wenigen Ausnahmen der Trend zur Kleinfamilie durchgesetzt. Dies ist eine Entwicklung, die vor allem durch demographische Veränderungen und familiale Wandlungen hervorgerufen wurde. Unter demographischen Veränderungen versteht man den Geburtenrückgang, der dazu geführt hat, dass Familien mit mehr als drei Kindern überall außer in Irrland und in einigen landwirtschaftlich geprägten Regionen Spaniens selten geworden sind.
2.2. Trend zu Einpersonenhaushalten
Ein Anstieg der ein-Personen-Haushalte lässt sich zwar als allgemeiner Trend feststellen, doch man kann hier auch von einem Nord Süd Gefälle sprechen. Während in Skandinavischen Ländern diese Entwicklung am deutlichsten ist, ist in südeuropäischen Ländern nur ein geringer Anstieg zu beobachten.
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Das Aufkommen von ein-Personen-Haushalten lässt sich vor allem in zwei Personengruppen einteilen, zum einen sind es ältere Menschen die zunehmend alleine wohnen, zum anderen junge Erwachsene.
Das zunehmende Alleinleben älterer Menschen lässt sich durch die demographische Entwicklung erklären, sprich durch die gestiegene Lebenserwartung. Dieser Faktor bringt es auch mit sich, dass es sich bei den Alleinlebenden überwiegend um Frauen handelt, auf Grund des höheren Verwitwungsrisikos.
Ein weiterer Faktor sind jedoch auch die strukturellen Veränderungen, insbesondere auf dem Gebiet der ambulanten Pflege, als auch was die Lebensgewohnheiten älterer Menschen und den Rückgang von 3-Generationen-Haushalten anbelangt. Bei der Personengruppe der jungen Erwachsenen sind es das höhere Heiratsalter, sowie die spätere Geburt des ersten Kindes die zu der zunehmenden Zahl von ein-Personen-Haushalten geführt haben.
Mit Blick auf die Haushaltsstrukturen kann man somit durchaus von einer Individualisierung sprechen, doch die Frage stellt sich, in wieweit sich daraus Rückschlüsse auf familiale Bindungen möglich sind. Das Zusammenleben einer Familie in einem Haushalt ist oft zeitlich bedingt und löst sich in verschiedenen Lebensabschnitten teilweise auf, ohne dass dadurch Bindungen verloren gehen. Somit ist der Blick auf haushaltsexterne Familienstrukturen wichtig, denn das Maß an Einbindung in soziale Netzwerke beeinflusst massiv die Qualität der jeweiligen familialen Beziehungen.
3. Lebensformen junger Erwachsener
„Verlängerte Jugend“ wird das Phänomen genannt, das maßgeblich zu einem partiellen Durchbruch neuer Lebensformen junger Erwachsener geführt hat. Vor der deutlich verzögerten Familiengründung wird hier eine Phase durchlebt in der ein häufiger Wechsel verschiedener Haushalts- und Lebensformen vonstatten geht. Es kann jedoch nur von einem partiellen Durchbruch gesprochen werden, da diese veränderten Umstände vor allem zu einem verstärkten Alleinleben bzw. zu
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nichtehelichen Partnerschaften geführt haben, nur vereinzelt zu Alternativen wie Wohngemeinschaften und ähnlichem.
Das verstärkte Alleinleben junger Erwachsener bezieht sich sowohl auf die Zeit direkt nach dem Auszug aus dem Elternhaus, auf vorübergehende Phasen nach einer Partnerschaft, wie auch auf längere Zeiträume bei Erwachsenen die sich zum Teil bewusst als Singles verstehen.
Man kann also grundsätzlich von einem vielfältigeren Aufkommen verschiedener Lebensformen sprechen, so reichen auch die Formen nicht-ehelichen Zusammenlebens vom vorübergehenden Zustand bis zur langjährigen oft Ehe-ähnlichen Beziehung. Doch auch Mischformen sind zu beobachten, bei denen Partnerschaften mit nur bedingtem Zusammenleben verbunden sind.
Bei der Verbreitung dieser nichtehelichen Lebensgemeinschaften nehmen die skandinavischen Länder eine Vorreiter-Rolle ein, da hier bereits seit Beginn der 70er Jahre ein Trend in diese Richtung zu bemerken ist. Seit den 80er Jahren hat sich dieser Trend in Mitteleuropa ebenfalls eingestellt, so vor allem in Deutschland, Großbritanien, Frankreich und den Niederlanden.
In den südeuropäischen Ländern sind außereheliche Lebensformen weitaus weniger verbreitet. Dies geht einher mit dem Phänomen, dass sich die zunehmende Kinderlosigkeit und die Abwertung der Ehe noch nicht europaweit feststellen lässt. So findet sich das traditionelle Bild einer Eheschließung direkt nach dem Auszug aus dem Elternhaus vor allem noch in Gebieten Südeuropas.
4. Eheschließung und Familiengründung
4.1. Verringerung der Heiratsneigung
In allen europäischen Ländern hat sich das Erstheiratsalter erhöht. Vor allem in Schweden und Dänemark lässt sich dies dadurch erklären, dass nichteheliche Lebensgemeinschaften weite Verbreitung gefunden haben. Dies kann mit einem Wertewandel in Skandinavien assoziiert werden, der sich in einer veränderten Wertung der Ehe als Lebensform ausdrückt.
In Südeuropa haben nichteheliche Lebensgemeinschaften nicht in dem selben Maße an Bedeutung gewonnen, und so haben eher Formen des Alleinlebens und zum Teil späterer Wegzug aus dem Elternhaus mit der Erhöhung des Erstheiratsalters zu tun.
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Arbeit zitieren:
Andreas Schuster, 2003, Familienstrukturen im intereuropäischen Vergleich, München, GRIN Verlag GmbH
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