Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Einführung in die Grundlagen der Übersetzungstheorie 3
2.1 Der Zweck der Übersetzung 4
2.2 Texttyp und Übersetzungsmethode 4
2.3 Textsorten und Textsortenklassen 5
2.4 Die Situation 6
2.5 Äquivalenz und Adäkuatheit 6
3. Poes Theorien zum tale 7
4. Poes The Pit and the Pendulum 9
5. Übersetzungsstrategien 10
5.1 Makrostrukturelle Perspektive 11
5.2 Mikrostrukturelle Perspektive 15
5.3 Schlusswort 17
6. Literaturverzeichnis 18
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1. Einleitung
Im knappen Rahmen dieser Hausarbeit soll die 1998 im Lechner Verlag erschienene deutsche Übersetzung von Edgar Allan Poes 1842 zum ersten mal veröffentlichten Erzählung The Pit and the Pendulum untersucht werden. Im Mittelpunkt der Übersetzungsanalyse soll dabei die Diskussion um die angewandten Übersetzungsstrategien stehen. Vor der Besprechung dieser konkreten Übersetzung soll dem Leser im Kapitel Grundlagen der Übersetzungstheorie ein erster Einblick in die Theorie der literarischen Übersetzung ganz allgemein gewährt werden, wobei sich die Verfasserin in erster Linie auf Veröffentlichungen von Katharina Reiss und Hans J. Vermeer stützt (vgl. Literaturverzeichnis). Im Kapitel Poes Theorien zum tale soll Poes Gestaltungswille als Orientierungsgrundlage für die deutsche Übersetzung vorgestellt werden. Im Kapitel The Pit and the Pendulum sollen die Charakteristika der Erzählung besprochen werden, die für die Übersetzung relevant sind. Auf eine einleitende Nacherzählung wird weitgehend verzichtet, da davon ausgegangen wird, dass der Inhalt der besagten Erzählung dem Leser bekannt ist. Im Kapitel Übersetzungsstrategien wählt und hierarchisiert die Verfasserin, auf dem Inhalt der vorangegangenen Kapitel aufbauend, Aspekte, nach denen sie die Übersetzung anschließend untersucht. Das Schlusswort ist eine Gesamtwertung der Übersetzung, die sich aus den Ergebnissen des Kapitels Übersetzungsstrategien ergibt.
2. Einführung in die Grundlagen der Übersetzungstheorie
"Das Übersetzen von Literatur ist eine künstlerische Tätigkeit auf wissenschaftlicher Basis" so Rudi Keller auf Seite 7 seiner Einführung zu Linguistik und Literaturübersetzen. Demnach müsse sich der Übersetzer zuerst mit den Hypothesen der Übersetzungstheorie auseinandersetzen um dann, und da beginne die Kunst, die geeigneten sprachlichen Mittel zu finden, um bei der zielsprachigen Leserschaft die vom Übersetzer angestrebte Wirkung zu erzielen (vgl. Keller 12-13). Die zitierte "wissenschaftliche Basis" vom derzeitigen Erkenntnisstand und der derzeitigen Praxis ausgehend kurz zu erörtern, ist Ziel dieses Kapitels.
2.1 Der Zweck der Übersetzung
Heute gilt in der Regel das Ideal des "kommunikativen" Übersetzens. Dieser Ansatz beruht auf der Erkenntnis, dass Texte der Kommunikation (im weitesten Sinne) dienen, dass Texte für eine bestimmte Zielgruppe geschrieben werden und dass Übersetzungen eine Funktion innehaben (vgl. Reiß, Grundfragen der Übersetzungswissenschaft 35). Das Ergebnis einer solchen
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Übersetzung sei ein Text, dem man zumindest sprachlich die Übersetzung nicht ansehe. Die Entwicklung hin zum kommunikativen Übersetzen geht auf die heutige Erwartung des Lesers zurück, der eine Übersetzung bevorzugt, die sich wie ein Original liest (vgl. Reiß/Vermeer 135). Der Leser steht im Mittelpunkt, weil sich der Zweck der Übersetzung, auch Skopos, Ziel oder Funktion genannt, nach ihm zu richten hat (vgl. Stolze 192). Demnach richten sich alle Entscheidungen beim Transfer eines Ausgangstextes in einen Zieltext nach dem intendierten Leser. Der Skopos ist also das Ziel, das allen anderen Zielen übergeordnet ist. Der Skopos eines Translats kann von dem des Ausgangstextes abweichen. Deshalb müsse die Funktion im Kommunikationsgeschehen von Ausgangs- und Zieltext immer als erstes überprüft werden und damit zusammenhängend, ob beispielsweise eine wörtliche, kommunikative oder philologische Übersetzung dem Zweck nach zu wählen sei (vgl. Reiss, Grundfragen der Übersetzungswissenschaft 36).
Wenn davon ausgegangen wird, dass der intendierte Leser der hier zu besprechenden Übersetzung literarisches Interesse an Poes tales hegt, des Englischen jedoch nicht mächtig ist, so ist eine Übersetzung wie die hier im Mittelpunkt stehende zu wählen, eine kommunikative. Kurz anzumerken ist jedoch, dass die vorgestellte Skopostheorie nicht auf uneingeschränkte Akzeptanz stößt, so kritisiert Jörn Albrecht den Ansatz Vermeers und plädiert dafür, die Entscheidung darüber, welche Funktion dem Translat zu einem bestimmten Zeitpunkt zukommen könnte, dem Leser zu überlassen (vgl. Albrecht 256-261).
2.2 Texttyp und Übersetzungsmethode
Katharina Reiß bewegt sich bei ihrer übersetzungsorientierten Texttypologie, Thema dieses Kapitels, nicht nur auf der syntaktisch-semantischen Ebene von Sätzen, sondern betrachtet Texte als größere Einheiten (vgl. Stolze 112). Aufgrund der Funktion eines Textes unterscheidet sie 3 Grundtypen, dem informativen, der sachorientiert ist, dem operativen, der verhaltensorientiert ist und dem expressiven Texttyp, der senderorientiert ist. Ein expressiver Text entsteht "[...] weil ein Autor sein Denken, Wissen und Fühlen kreativ in Sprache zum Ausdruck bringen will [...]" ( Reiß, Texttypologie und Übesetzungsmethode 8). Der expressive Texttyp ist welcher in dieser Arbeit interessiert, da The Pit and the Pendulum eine Erzählung ist, die durch ihren individuellen Ausdruck einen entsprechenden Eindruck erzielen soll, ein Text, der lediglich existiert "um die Welt zu bereichern" (Reiß, Texttypologie und Übersetzungsmethode 9). Bei der Unterscheidung in diese drei Grundtypen handelt es sich jedoch nicht um eine Ausschließlichkeit
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des einen oder anderen Typs, vielmehr überwiegt eine bestimmte Funktion, aufgrund welcher dann der Texttyp expliziert werden kann (vgl. Reiß, Texttypologie und Übersetzungsmethode 18-19), so zählt The Pit and the Pendulum zwar zum expressiven Texttyp, hat aber auch in sehr starkem Maß eine verhaltensorientierte Funktion inne, da es Poes Ziel ist, eine bestimmte Reaktion im Leser hervorzurufen (siehe Kapitel 3).
Davon ausgehend, dass bei der zielsprachlichen Version eines Textes die kommunikative Funktion erhalten bleiben soll, hält Katharina Reiß die identifizierende Übersetzungsmethode für die geeignetste um einen expressiven Text anzugehen. Dieser Methode Folge leistend hat die Verfasserin die zu besprechende Übersetzung im Kapitel 5 untersucht. Bei der identifizierenden Übersetzungsmethode identifiziert sich der Übersetzer mit den Intentionen des Autors. Ziel solch einer Übersetzung muss bei aller angestrebter semantischer Invarianz in erster Linie die Wiedergabe des Gestaltungswillens des Autors sein, so dass Lexik, Syntax, Stil und Aufbau dem ästhetischen und assoziativen Charakter des Ausgangstextes entsprechen. Die individuelle Geprägtheit eines expressiven Textes bestimmt somit die autorgerechte Übersetzungsmethode (vgl. Reiss, Texttyp und Übersetzungsmethode 21-23).
2.3 Textsorten und Textsortenklassen
Textsortenklassen dienen als Erkennungssignale, als Auslöser von Erwartungen und als Steuerungssignale für das Textverständnis (vgl. Reiß/Vermeer 189). Dabei unterscheiden Reiß und Vermeer zwischen 3 Textsortenklassen: den generellen, wie Brief oder Märchen, den übereinzelsprachlichen, die es nicht in allen Kulturen gibt, wie Passionsspiel oder Sonett und den einzelsprachlichen, die nur in einem Kulturkreis vorkommen, wie der japanischer Haiku (vgl. Reiß/Vermeer 192). The Pit and the Pendulum gehört zur generellen Textsortenklasse Erzählung. Die Textsorte ist nach Lux eine Textklasse, deren "[...] Einsatz im Kotext und umgebenden Handlungstypen Regeln unterliegt" (zit. nach Reiß, Grundfragen der Übersetzungswissenschaft) und somit einen Teil der Identität eines Textes ausmacht. Expressive Texte sind im Gegensatz zu beispielsweise Urteilen, Essensrezepten oder Mahnungen jedoch in geringerem Maße Steuerungssignalen unterworfen. Die texttypologischen Merkmale sind beim expressiven Text deshalb für den Übersetzer wichtiger (vgl. Reiß/Vermeer 185).
2.4 Situation
Die Situation, damit sind die kulturellen und sprachlichen Bedingungen gemeint, unter denen ein Text verfasst wurde, weicht von der Situation, in der ein Text übersetzt wird, immer ab.
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Arbeit zitieren:
Elisa Bürkle, 2002, Edgar Allan Poe´s The Pit and the Pendulum und dessen Übersetzung ins Deutsche, München, GRIN Verlag GmbH
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