Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit liefert einen Überblick über die Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung bei Kindern und Jugendlichen. Dazu werden das Erscheinungsbild, die Diagnostik, die Epidemiologie, die Ätiologie und der Verlauf der Störung dargestellt. Abschließend werden Empfehlungen zur Behandlung aufgezeigt. .
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Symptombeschreibung und Klassifikation 5
3. Komorbidität 6
4. Diagnostik 7
4. Epidemiologie. 9
5. Ätiologie 10
6. Verlauf 11
6. Therapie 13
7. Fazit 15
8. Literaturverzeichnis 16
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1. Einleitung
Über keine andere psychische Störung des Kinder- und Jugendalters wird in den Medien so häufig berichtet wie über die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). An ADHS macht sich Kritik an der Gesellschaft, dem Bildungssystem, der Familienförderung, den Eltern und Erziehungsstilen sowie der Medizin und der Pharmaindustrie fest. Mit Schlagzeilen wie "Modediagnose" und "Ritalinsoldaten" werden die Existenz dieser Störung wie auch eine der Therapiesäulen in Frage gestellt. Solche populärwissenschaftlichen Berichte werden der komplexen Problematik der ADHS-Betroffenen und ihres sozialen Umfeldes nicht gerecht. Sie erleben Beeinträchtigungen in allen Lebensbereichen, die mit Leistungsanforderungen, aber auch sozialer Kompetenz und Anpassung verbunden sind. Probleme treten bei vielen Betroffenen erstmalig mit dem Schulbeginn auf und ziehen sich häufig durch die gesamte schulische Laufbahn. Schlechte Noten, Sitzenbleiben, Schulabbrüche und entsprechend schlechte Chancen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sind die Folge. Schwierigkeiten in sozialen Kontexten kommen hinzu und sind nicht weniger gravierend. Vielfach sind ADHS-Betroffene bereits seit früher Kindheit verhaltensauffällig und werden aufgrund dessen aus sozialen Gruppen ausgeschlossen. Die sozialen Probleme bedingen ein deutlich erhöhtes Risiko komorbider psychischer Störungen oder delinquenter Tendenzen.
ADHS ist eine chronische Störung, die bei vielen Betroffenen bis ins Erwachsenenalter persistiert. Diese Arbeit fokussiert den Lebensabschnitt Kindheit und Jugend, da sich die Störung in dieser Zeit manifestiert und durch ihre Auswirkungen die Zukunft der Betroffenen beeinflusst.
Aufmerksamkeitsstörungen ohne Hyperaktivität lösen weniger auffälliges und störendes Verhalten aus und finden vermutlich deshalb weniger Beachtung in der Forschung und der Fachliteratur. Aus diesem Grund kann diese Form der Störung auch in meiner Arbeit nicht differenziert berücksichtigt werden.
Es existieren verschiedene Bezeichnungen und Abkürzungen in der Fachliteratur und den Klassifikationssystemen, welche teilweise übereinstimmende Krankheitsbilder beschreiben, teilweise spezielle Ausprägungen bezeichnen. Aktuell sind neben der Bezeichnung ADHS (engl. ADHD - Attention Deficit/Hyperactivity Disorder) auch "hyperkinetische Störung" und ADS (engl. ADD - Attention Deficit Disorder) verbreitet. Ich verwende die Begriffe weitgehend synonym, werde aber, wenn der Subtyp ohne Hyperaktivität (nach DSM-IV), das so genannte "Träumerchen", oder auch die hypoaktive Form behandelt wird, explizit darauf hinweisen.
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2. Symptombeschreibung und Klassifikation
Die Störung ist sowohl in der „Internationalen Klassifikation psychischer Störungen“ (ICD-10) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch im „Diagnostischen und Statistischen Manual Psychischer Störungen“ (DSM-IV) der Amerikanischen Psychiatrischen Vereinigung (APA) beschrieben. Da jedes Klassifikationssystem besondere und wichtige Schwerpunkte setzt, beziehe ich mich im Folgenden auf beide. In der Beschreibung der Einzel-Symptome stimmen sie weitgehend überein.
Die Leitsymptome einer Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (DSM-IV) bzw. einer hyperkinetischen Störung (ICD-10) sind Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität. Häufig auftretende Anzeichen für Unaufmerksamkeit:
1. Ignorieren von Einzelheiten, Flüchtigkeitsfehler bei den Schularbeiten oder bei anderen Tätigkeiten
2. Schwierigkeiten, die Aufmerksamkeit bei Aufgaben oder beim Spielen längere Zeit aufrechtzuerhalten
3. Anschein, bei Ansprache oftmals nicht zuzuhören
4. Häufig nicht vollständig ausgeführte Anweisungen, Unfähigkeit, Schularbeiten oder andere Pflichten zu beenden
5. Schwierigkeiten beim Organisieren von Aufgaben und Aktivitäten
6. Vermeidung von oder Abneigung gegen oder widerwillige Beschäftigung mit Aufgaben, die länger andauernde geistige Anstrengungen erfordern (z.B. Mitarbeit im Unterricht)
7. Häufiger Verlust von Gegenständen, die für Aufgaben oder Aktivitäten benötigt werden
8. Leichte Ablenkung durch äußere Reize
9. Vergesslichkeit bei Alltagstätigkeiten Bei Hyperaktivität treten folgende Symptome häufig auf:
1. Zappeln mit Händen oder Füßen, Herumrutschen auf dem Stuhl
2. Aufstehen in der Klasse oder in Situationen, in denen sitzen bleiben erwartet wird
3. Herumlaufen oder exzessives Klettern in unpassenden Situationen (bei Jugendlichen oder Erwachsenen oft auf subjektives Unruhegefühl beschränkt)
4. Schwierigkeiten, sich ruhig zu beschäftigen
5. Häufiges „auf Achse sein“ oder getriebenes Handeln (nur DSM-IV)
6. Anhaltendes Muster exzessiver motorischer Aktivität, das durch die soziale Umgebung oder durch Aufforderungen nicht beeinflussbar ist (nur ICD-10) Das Kernsymptom Impulsivität ist bestimmt durch folgende häufig auftretende Verhaltensweisen:
1. Häufiges vorschnelles Herausplatzen von Antworten
2. Nicht abwarten können (z.B. in Gruppensituationen oder beim Spielen)
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Arbeit zitieren:
Katrin Bauer, 2009, Die Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS), München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
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