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Inhaltsverzeichnis: Seite
1. Einleitung. 3
2. Zeitliche Einordnung 4
2.1 Die griechischen Beziehungen zu Ägypten vor der Kolonisation. 5
2.2 Die politischen Verhältnisse in Ägypten zur Zeit der Kolonisation. 6
3. Das Emporion Naukratis. 10
4. Weitere Fundorte 12
5. Ägyptischer Einfluß in Griechenland 12
6. Zusammenfassung 13
7. Literatur 15
1. Einleitung
Die folgende Seminararbeit beschäftigt sich mit den Beziehungen zwischen den griechischen
Volksgruppen zur Zeit der griechischen Kolonisation mit Ägypten. Die Bezeichnung Griechen
werde ich als Sammelbegriff für die vom Mutterland des heutigen Griechenlands sowie von den
Inseln Kleinasiens kommenden Angehörigen verschiedener Volksgruppen verwenden. Dabei werde
ich speziell untersuchen wie die Griechen nach Ägypten kamen und welche Gründe es dafür gab.
Au ßerdem werden die Handelsbeziehungen mit Ägypten aufgrund von archäologischen Quellen
nachzuweisen sein. Jedoch werde ich mich nicht nur auf diese Quellen beziehen, sondern natürlich
auch den sogenannten „Vater der Geschichtsschreibung“, Herodot, mit einbeziehen. Besonders sein
zweites Buch gibt Aufschluß über die Beziehungen zu Ägypten sowie die politischen Verhältnisse
dort. Dieser schriftlichen Quelle ist dabei eine ganz entscheidende Wichtigkeit beizumessen, vor
allem weil die Aussagen sich in vielen Fällen mit den archäologischen Quellen decken.
Besondere Bedeutung kommt dabei dem Handelsplatz der Griechen, Naukratis, zu. Diese Stadt,
welche unter der Saitendynastie in Ägypten eine entscheidende Rolle zwischen den Beziehungen
von Griechenland und Ägypten bildete, ist auch deshalb von spezieller Bedeutung, da dort im Jahre
1885 Ausgrabungen stattfanden und auch hier die Beweislage über bloße Vermutungen hinaus geht
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2. Zeitliche Einordnung
Zuerst möchte ich die Verhältnisse in Ägypten beschreiben, bis es zu intensiveren Kontakten mit den Griechen kam. 1
Die Ägypter mit ihrem Pharaonenreich waren der großen Völkerbewegung um 1200 v. Chr. noch erfolgreich begegnet und konnten die Angriffe der Seevölker und Libyer abwehren. Vom 12. bis zum 9. Jahrhundert v.Chr. erlebte Ägypten dagegen einen Niedergang. Dieser wurde hervorgerufen durch den immer weiter schwindenden Einfluß der Pharaonendynastien, einen steigenden Machtgewinn der Priester und eine Masseneinwanderung durch Libyer in das Nildelta. Durch die Übernahme des Kriegswesens durch diese Ausländer gewannen die Söldnerführer und ihre Nachkommen im auslaufenden 9. Jh. und beginnenden 8. Jh. v. Chr. so viel an Macht, daß es zu einer Zerstückelung des ägyptischen Reiches in viele Kleinstaaten kam. 2 Den Streit um Ägypten, hier besonders um das wirtschaftlich bedeutsame Nildelta, fochten hingegen das assyrische Reich gegen die Äthiopen aus, mit wechselnden Erfolgen auf beiden Seiten. 671 v. Chr. kam es zu ersten Erhebungen der Deltafürsten nachdem die zu dieser Zeit herrschende Oberhoheit der Assyrer für die Ägypter eine Verschlechterung ihrer Lage darstellte. Der mächtigste der dortigen Fürsten, Necho I. von Sais und Memphis, wurde jedoch gefangengenommen. Da die Assyrer jedoch nicht auf die Unterstützung der ägyptischen Fürsten gegen die immer wieder vorstoßenden Äthiopen verzichten konnten, wurde Necho I. wieder in sein Amt eingeführt. Als 660 v. Chr. die Äthiopen ein letztes Mal erfolgreich und für immer zurückgeschlagen wurden, geschah dies vor allem durch die Mithilfe von Necho I. und seines Sohnes Psammetich I. , welcher nach dem Tod des Vaters durch seine Loyalität gegenüber den Assyrern die eigene Vorrangstellung im Delta weiter festigen konnte. Aus dieser Situation heraus schuf Psammetich I. das Saitenreich 3 und dies ist auch der Anfang des vermehrten Aufkommens von Griechen in Ägypten. 4
1 Vgl. Cassin, Elena (Hrsg): Die altorientalischen Reiche III. Die erste Hälfte des 1. Jahrhunderts, Frankfurt am Main, 1967 (=Fischer Weltgeschichte, Band 4), S. 51-68, 256-264. ; Kienitz, Friedrich-Karl: Die politische Geschichte Ägyptens vom 7. bis zum 4. Jahrhundert vor der Zeitwende, Berlin, 1953, S. 5-35. ; Helck, Wolfgang: Lexikon der Ägyptologie/2, Wiesbaden, 1977, S. 160 ff.
2 Vgl. Kienitz: Die politische Geschichte Ägyptens, S.5 f.
3 Saitenreich oder Saitendynastie wurden die darauffolgenden Könige bis zur 28. Dynastie genannt, da sie in der Stadt Sais ihren Ursprung hatten, so wie bereits der Vater von Psammetich I. den Namen „Fürst Necho I. von Sais“ führte. Die Vorfahren dieser Fürsten entstammen dagegen wahrscheinlich den schon erwähnten eingewanderten libyschen Söldnern, sind also keine Ägypter, sondern werden als Machimoi bezeichnet.
4 Vgl. Cassin: Die altorientalischen Reiche, S. 257 f. ; Boardman, John: Kolonien und Handel der Griechen. Vom späten 9. Bis zum 6. Jahrhundert v. Chr., München, 1981, S. 132 f.
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2.1 Die griechischen Beziehungen zu Ägypten vor der Kolonisation
Natürlich entdeckten die Griechen Ägypten nicht erst mit dem Beginn ihrer Kolonisationsbewegung. Bereits in mykenischer Zeit gab es Beziehungen zwischen Ägyptern und Griechen. Jedoch kann man nicht davon ausgehen, daß es zu dieser Zeit eine große Anzahl von griechischen Siedlern oder gar eine Gemeinde in Ägypten gegeben hatte, waren doch die Ägypter schon seit Anbeginn sehr skeptisch ausländischen Völkern gegenüber. Von einem Handel zwischen den beiden Kulturen liegen aber Beweise vor, so wurden aufwärts des Nils zum Beispiel bei der Stadt Theben, aber auch bis hinunter ins südliche Assuan und der Region Nubien, eine große Anzahl griechischer Töpferwaren gefunden. Speziell konnten Bügelhenkelkannen eines Typs zum Transport von Öl ausfindig gemacht werden, welche auf Peloponnes hergestellt wurden. 5 Der Austausch von Waren und Kulturgütern hat aber mit Sicherheit nicht nur auf dem direkten Weg zwischen den griechischen Inseln und Ägypten stattgefunden. Die Seefahrt war zu dieser Zeit eher ein Abenteuer als eine sichere Reisemöglichkeit, deshalb wurden verschiedene Zwischenhändler mit eingeschaltet. Vor allem die Phönizier, welche für ihre Handelstätigkeit bekannt waren, führten viele Waren aus Ägypten ein, die dann aus zweiter Hand nach Griechenland gelangten. Sichtbar ist dieser Handelsweg durch die zahlreichen Funde von ägyptischen Kunstgegenständen in Phönizien, die auch die Griechen inspirierten und beeinflußten. Da die damaligen Schiffe meist nur zum Küstensegeln geeignet waren, ist diese Art des Handels und der Verbreitung nicht verwunderlich, segelten doch die Griechen am phönizischen Reich vorbei, um an der Küste entlang nach Ägypten zu gelangen.
Nachdem das dunkle Zeitalter in Griechenland begonnen hatte, erlebte auch Ägypten einen Niedergang, der dazu führte, daß aus dieser Zeit keine verwertbaren Funde vorliegen. Erst als Ägypten wieder frei wurde, setzte der Kontakt wieder verstärkt ein.
Die meisten gefunden Gegenstände stammen dann wieder aus der Zeit Mitte des 7.Jahrhunderts v. Chr.. Es handelt sich dabei vor allem um Skarabäussiegel aus Fayence, aber auch Vasen und Perlen sowie kleine Figuren. Diese Gegenstände gelangten wahrscheinlich noch über den Nahen Osten nach Griechenland, ausgegraben wurden sie in vielen Teilen des Landes, zum Beispiel auf Kreta, in Sparta, Argos, Sanion, Aigina und Athen. Die ersten Gegenstände, welche sicher ohne den Zwischenhandel im Nahen Osten nach Griechenland gelangten, sind Objekte aus Bronze, zum Beispiel Krüge. Diese wurden vor allem auf Samos und natürlich auf Kreta gefunden, der direkten Station auf dem Seeweg nach Ägypten.
5 Boardmann: Kolonien und Handel, S. 131.
Arbeit zitieren:
Jan Richter, 2002, Die Griechen in Ägypten, München, GRIN Verlag GmbH
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