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München, den 28. Juni 2009
Danksagung
Ganz besonders bedanke ich mich bei Herrn Dr. Gaßner, der durch seinen
Themenvorschlag das Ausführen dieser Arbeit erst möglich gemacht hat.
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Inhaltsverzeichnis:
A.Einleitung 4
B.Aufbereiten des Textes zum Verslesen 4
1. Textbeschaffung 4
2. Suchmethoden im Schreibprogramm 5
a ) 5
iphtonge 5
b ) 5
at ürliche Längen wegen den Kasus 6
c )
lisionen 6
d )
ositionsl ängen 7
3. Hervorheben 7
C.Wann rentiert sich die Suche mit dem Computer? 8
D.Ausblick auf die Zukunft 9
E.Per Computer skandierte Satire 1,8 von Horaz mit Übersetzung 9
F.Gedichte zum Selbst Skandieren: 10
1. Horaz' Satire 1,8 (In den Gärten) 12
2. Tibulls Elegie 1,5 (Liebe und Schmerz) 19
3. Vergil, Aeneis, Auszug 6. Buch (In der Unterwelt), 425-775 19
4. Catull, Carmen 58 (Lesbia ist untreu) 20
5. Ovid, Amores 1,5 (Treffen von Ovid und seiner Geliebten Corinna) 21
6. Goethe, Erlkönig 21
G.Suchoperatoren 23
1. OpenOffice 25
2. Word
H Schlusswort Multilinguismus
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A. Einleitung
Nur die besten Kunstwerke überleben ihre Zeit.
Gedichte sind für manche Menschen der Weg zur Unsterblichkeit. Natürlich geben sich Dichter deshalb große Mühe, ihre Gedichtverse so ausgefallen wie möglich zu gestalten, was das Verslesen oft nicht einfach macht. Manchmal wird ein ausgefallener Inhalt gestaltet, manche Gedichte bestechen aber auch durch ein ausgefallenes Versmaß oder Betonungen und Längen. Die Könige der schwer zu lesenden Gedichte sind die lateinischen. Oft ist hier das vorige Skandieren der Texte mit Längen und Kürzen notwenig. Dies ist jedoch bei längeren Texten sehr aufwendig.
Für dieses Problem gibt es eine außerordentliche Lösung für jedermann:
Für lange Texte ist der Computer geeignet, die Verse zu skandieren. Diese können - durch die entsprechenden Methoden - sehr schnell fürs Verslesen angepasst werden. Im Grunde jede Regel zum Verslesen lässt sich in die Suchen- & Ersetzen-Funktion von Textverarbeitungsprogrammen wie Microsofts Word oder SunMicrosystems' OpenOffice einbinden. Die „Aeneis“ von Vergil oder „Die Glocke“ von Goethe kann so in wenigen Minuten nicht nur auf Betonungen und Längen und Kürzen analysiert werden, diese können auch leicht im Text hervorgehoben werden.
Wie das geht und welche Regeln das sind, wird in diesem Buch vorgestellt. Weiterhin sind speziell ausgewählte lateinische Gedichte der fünf größten römischen Dichter und ein Gedicht von Goethe zum Üben des Skandierens am PC enthalten.
B. Aufbereitung des Textes zum Verslesen
Um einen Gedichttext verslesen zu können, kann man ihn mit dem Computer aufbereiten: Das Aufbereiten eines Textes zum Verslesen gliedert sich in unterschiedliche Bereiche.
1. Textbeschaffung
Schritt 1: Text entweder abtippen, oder, für lange Texte, im Internet suchen (Suchmaschinen, Portale, ...) und ins Schreibprogramm kopieren;
Schritt 2: Wenn man Zeit hat, Text zum schnelleren und übersichtlicheren Lesen aufzubereiten: z.B. durch: -Vergrößern der Schrift (im Formatbalken),
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-Deaktivierung der Rechtschreibkorrektur (Extras → Rechtschreibung und Grammatik → Optionen → „Rechtschreibung während der Eingabe überprüfen“ deaktivieren)
-Skalieren (Format → Zeichen → Zeichenabstand),
-Erweiterung des Zeilenabstands (Format → Absatz → Einzüge und Abstände → Zeilenabstand);
2. Suchmethoden im Schreibprogramm
In der Suchfunktion des Schreibprogramms (z.B. Word, das fast jeder neue Rechner besitzt, oder OpenOffice) versucht man, Längen und Kürzen der Verse herauszufinden, man muss also die Skandierregeln auf die Suchfunktion im Computer umsetzen.
Vorsicht: In der Suchfunktion von Word muss „Platzhalterzeichen verwenden“ (Suchen → Erweitern) und in der von Open Office „Regulärer Ausdruck“ (Suchen Mehr → Optionen) aktiviert sein. Wenn nicht, behandeln die die Schreibprogramme Platzhalter und Suchoperatoren wie normalen Text.
Nach ein wenig Rumprobieren mit den Suchoperatoren und Platzhaltern kann man auf diese für das Skandieren wichtige Suchmethoden kommen:
(zusätzliche Suchoperatoren finden sich in Punkt G.)
Suchmethoden - Beispiel für Word:
2.1. Diphtonge:
2.2. Natürliche Längen wegen den Kasus (besonders bei längeren Texten nützlich):
*Ausnahmen: Einzelformen und -wörter wie „cui“, „os, ossis“ oder die Infinitive der Deponentia ;
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2.3. Elisionen:
2.4. Positionslängen*:
[aeiou] [!aeiou][!aeiou] [aeiou][!aeiou] [!aeiou]
*Ausnahme: „Muta cum liquida” (Ein Explosivlaut mit einem darauffolgenden weichen Laut), “M. cum L.” kann man finden durch
Die wenigen Ausnahmen kann man in Kauf nehmen, wenn man sie im Hinterkopf behält und sie erkennt, falls ein Versschema nicht aufgeht.
Aber generell gilt: Bei der Suche ist nicht diejenige Methode richtig, die nach möglichst allen möglichen Fällen für bestimmte Formen sucht, wie z.B. bei der Gerund(iv)suche, sondern nach allen immer richtigen Formen, da man sonst z.B. auch falsche Längen finden könnte, die nur Verwirrung schaffen würden.
3. Hervorheben
Durch diese Suchmethoden kann man einen Text nun durch die „Ersetzen“ -Funktion auf das Verslesen vorbereiten:
Zuerst gibt man eine bestimmte Suche an und ersetzt dann die gefundenen Stellen durch irgendeine bestimmte Hervorhebung (die Suchfläche Ersetzen muss dafür in Word freibleiben, nur der Cursor muss hier blinken! In OpenOffice fügt man einfach ein „&“ in das Ersetzen-Feld ein), wofür man in der Suchfunktion auf „Format“ klickt und dann entweder auf „Hervorheben“ oder auf „Zeichen“ und wählt dort eine entsprechende Hervorhebung,
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z.B. für Elisionen: „Format“ → „Zeichen“ → „Unterstreichung“, oder für Positionslängen und Naturlängen: „Format“ → „Hervorheben“ (Gelb); (Die Zeichen für Kürzen und Längen, u und - die beim Skandieren per Hand üblicherweise über die Silbe gesetzt werden, wurden in Textverarbeitungsprogrammen zur Hervorhebung leider noch nicht eingeführt)
Danach wählt man statt „Ersetzen“ „Alle ersetzen“, was besonders bei riesigen Texten vorteilhaft ist.
Nun vollzieht man dasselbe mit allen anderen gewünschten Suchen nach Längen und schon hat man einen aufs Verslesen zugeschnittenen Text, den auch schwächere Versleser meistern können. Punkt E zeigt die mithilfe des Computers kandierte Satire 1,8 von Horaz. Nach ein paar mal Lesen hat man sich daran gewöhnt, das Hervorgehobene richtig zu lesen.
C. Wann rentiert sich die Suche mit dem Computer?
Der Aufwand rentiert sich bei kleineren Texten nicht, da man für das Hochfahren des Computers, Auffinden und Kopieren des Textes in das Schreibprogramm und das Eingeben der Suchmethoden relativ viel Zeit benötigt.
Dagegen lohnt sich der Aufwand bei langen Texten wie der Satire 1,8 von Horaz schon, da sich der Text größtenteils festlegen lässt und es nur wenige Ausnahmen gibt. Wenn man sich den Text (Seite 3) anschaut, sieht man, dass es vom Versschema her teils sehr festgelegte Zeilen (z.B. Z. 16) gibt (, bei denen die nicht festgelegten Stellen, die man nur noch herausfinden muss, meistens sowieso eine Kürze sind), teils nicht so festgelegte (z.B. Z.21), welche im Text aber nur in einem geringen Anteil vorhanden sind. Weil der Text dadurch sehr festgelegt ist und weil es relativ schnell geht, einen großen Text durch die „Alles ersetzen“-Funktion zu markieren, ist es ratsam, nicht nur eine einzige Suchmethode anzugeben, sondern gleich alle wichtigsten (Die unter „Suchmethoden“ in Punkt B.2. Aufgelisteten).
Das Motto lautet also: Entweder ganz oder gar nicht!
D. Ausblick auf die Zukunft
In Zukunft könnte es ein lateinisches Wörterbuch geben, das man an die Suchfunktion des Schreibprogramms, z.B. Word, koppeln, damit auch die Kürzen angeben und somit auch fast den ganzen Vers festlegen könnte. Da die Versionen der Schreibprogramme ständig verbessert werden, wird es auch bessere Suchfunktionen geben, mit denen man noch mehr Möglichkeiten hat, den Vers festzulegen.
Arbeit zitieren:
M.A. Reinhart Heißler, 2009, Skandieren mit Textverarbeitungsprogrammen, München, GRIN Verlag GmbH
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