Inhaltsverzeichnis
1. Einordnung des Themas anhand des Bildungsplanes 3-4
2. Lernvoraussetzungen der Schüler
2.1 Klassensituation 5
2.2 Schulische Rahmenbedingungen 5-6
3. Sachanalyse 6-12
4. Didaktische Analyse
4.1 Didaktische Information zum Thema 13
4.2 Lernziele für die Unterrichtsstunde 13-14
5. Methodische Planung
5.1 Abwägen der in Frage kommenden Methoden 15-16
5.2 Auswahl der Methoden und ihre Begründung 17
5.3 Verlaufsplan 18-19
5.4 Lernthekenplan 20-22
6. Materialien 23-58
7. Literaturverzeichnis 59
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1. Einordnung des Themas in den Gesamtzusammen-hang anhand des Bildungsplanes für die Grundschule
Das Thema „Unsere Augen - das Fenster zur Welt“ kommt im Lehrplan für die zweite Klasse im Heimat - und Sachunterricht vor. Es ist in dem Arbeitsbereich 2 enthalten. Die Thematik ist überschrieben mit dem Titel „Mit den Sinnen die Welt aufnehmen“. Insgesamt ist für den Arbeitsbereich 2 eine Richtstundenzahl von 24 Stunden vorgeschrieben. Da der Arbeitsbereich sich in drei große Themen zusammenfasse lässt, würde ich jedes Thema mit ungefähr 8 Stunden behandeln:
1. Leben und Gesundheit / Den Körper pflegen und gesund erhalten
§ Körperpflege dient der Gesunderhaltung
§ Lebensgewohnheiten wirken sich auf unseren Körper aus
§ Vermeiden von Verletzungen ⇒ 8 Stunden
2. Was die Sinnesorgane leisten
§ Unsere Augen - das Fenster zur Welt
§ Unsere Ohren: mehr als ein Schalltrichter
§ So schmecken und riechen wir
§ Wir tasten und fühlen mit der Haut. Auch blinde Menschen finden sich zurecht. ⇒ Für jedes Thema eine Doppelstunde, insgesamt 8 Stunden
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3. Zugänge zur Leiblichkeit finden
§ Der menschliche Körper entwickelt und verändert sich
§ Für Menschen ist es wichtig, Zuneigung und Liebe in der Familie, mit der Ver-wandtschaft und im Umgang mit Freunden zu erfahren.
§ Missbrauch von Zärtlichkeitsformen durch falsche Kinderfreunde
§ Ein Kind wir geboren
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2. Lernvoraussetzungen der Schüler zur Stunde
2.1 Klassensituation
Da die Grundschule L. an dem Projekt „Schulanfang auf neuen Wegen“ beteiligt ist, besteht die Klasse aus Erstklässlern und Zweitklässler. Wobei es 13 Erstklässler sind und nur 10 Zweitklässler. Diese Schülerkonstellation bedeutet, dass es zwischen den einzelnen Schüler ein großes Leistungsgefälle gibt. Die Leistungsunterschiede werden besonders deutlich im Schreiben, Lesen und Rechnen. Andererseits sind in der Klasse auch Ausländerkinder, die mit der deutschen Sprache noch Probleme haben. Außerdem gliedern sich die Schüler ihrerseits noch in leistungsstarke und leistungsschwache Schüler. Das bedeutet für den Lehrer, dass er einen stark differenzierten Unterricht machen muss, wenn er gewährleisten will, dass jeder Schüler von der Thematik etwas mitnimmt.
Die Schüler sind die freien Unterrichtsformen, wie Stationenarbeit oder eine Lerntheke gewöhnt. Sie wissen wie sie sich zu verhalten haben und deswegen bedeuten diese Unterrichts-formen keine Schwierigkeiten für sie.
Die Klassenlehrerin hat jedem Erstklässler einen Zweitklässler als Paten zugeordnet. Das vereinfacht die Unterrichtssituation, denn der Lehrer kann die Schüler in die bereits bekannten Zweier- bzw. Dreiergruppen einteilen. Die Schüler kennen sich schon untereinander und es ist gewährleistet, dass in jeder Gruppe ein Schüler ist, der die Aufgabenstellung vorlesen kann. Erstklässler und leistungsschwache Schüler können so viele Aufgabenstellungen ebenfalls bearbeiten, da immer jemand da ist, der ihnen erklären und helfen kann.
2.2 Schulische Rahmenbedingungen
Das Klassenzimmer ist sehr geräumig und bietet deswegen ideale Voraussetzungen für Stationenarbeit und die Arbeit mit einer Lerntheke. In Ausnahmen kann auch der Gang mitbenutzt werden. Die Schüler sitzen bereits in Gruppentischen zusammen, und es ist Platz für einen Sitzkreis an der Tafel. Im Klassenzimmer sind Bücher und Spiele vorhanden, mit denen sich die Schüler in Pausen beschäftigen können. Außerdem ist ein Regal fest aufgebaut, das mit immer neuen Lerntheken aufgefüllt werden kann.
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Die Schüler haben im Klassenzimmer ihre eigenen Fächer. Hier können sie Blätter und Unterrichtsmaterialien aufbewahren, die noch in kein Heft geklebt werden können.
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3. Sachanalyse
Die Sinnesorgane Augen, Ohren, Haut, Zunge und Nase sind dafür verantwortlich, dass wir Vorstellungen von unserer Umwelt, von anderen Menschen haben. Von der Existenz eines Gegenstandes erfahren wir nur, weil wir sehen, hören, schmecken, riechen und fühlen können. Die Sinnesorgane nehmen ständig Informationen auf und geben diese an das Gehirn weiter. Sehen und Hören sind wohl die wichtigsten Sinneswahrnehmungen. Die Sinne Riechen und Schmecken sind eng mit der Nahrungsaufnahme verbunden. Etwa dreiviertel aller Wahrnehmungen erfahren wir über das Auge
Aufbau Auge:
Das gesamte Auge, oft auch Augapfel genannt, ist eine kugelförmige Struktur mit einem Durchmesser von etwa 2,5 Zentimetern und einer deutlichen Ausbuchtung auf der Vorderseite. Die äußere Hülle besteht aus drei Gewebeschichten: Ganz außen liegt die schützende Lederhaut (Sklera), die etwa fünf Sechstel der Oberfläche des Augapfels bedeckt. Auf der Vorderseite geht sie in die vorgewölbte, durchsichtige Hornhaut (Cornea) über. Die mittlere Schicht ist die Aderhaut (Choroidea), die von vielen Blutgefäßen durchzogen ist und die hinteren drei Fünftel des Augapfels umschließt. Sie setzt sich im Ziliarkörper und in der Regenbogenhaut (Iris) fort, die sich auf der Vorderseite des Auges befindet. Die innerste Schicht schließlich ist die lichtempfindliche Netzhaut (Retina).
Die Hornhaut ist eine widerstandsfähige, fünfschichtige Membran, durch die das Licht ins Innere des Auges gelangt. Die hinter der Hornhaut gelegene vordere Augenkammer ist mit dem Kammerwasser gefüllt, einer durchsichtigen, wässrigen Flüssigkeit. Den hinteren Abschluss der vorderen Augenkammer bildet die transparente Augenlinse, ein abgeflachtkugeliges Gebilde aus zahlreichen in Schichten angeordneten durchsichtigen Fasern. Die Linse ist über Bänder mit einem Ringmuskel umgeben, dem Ziliarmuskel, der sich um die ganze Linse herumzieht und zusammen mit dem umgebenden Gewebe den Ziliarkörper bildet. Der Ziliarmuskel kann die Linse flacher oder kugelförmiger machen und so ihre Brennweite verändern.
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Die farbige Regenbogenhaut (Iris), die zwischen Hornhaut und Linse liegt, hat in der Mitte eine runde Öffnung, die Pupille; ihre Größe wird von einem Muskel am Rand der Iris gesteuert. Durch Kontraktion oder Entspannung verkleinert oder vergrößert der Irismuskel die Pupille und sorgt so dafür, dass immer die richtige Lichtmenge ins Auge gelangt.
Hinter der Linse befindet sich die große hintere Augenkammer. Sie ist mit dem Glaskörper gefüllt, einer durchsichtigen, geleeartigen Substanz, die von der dünnen Membrana hyaloidea umgeben ist. Der Druck des Glaskörpers sorgt dafür, dass der Augapfel straff und fest bleibt.
Die Netzhaut ist eine kompliziert gebaute Schicht, die im wesentlichen aus Nervenzellen besteht. An ihrer vorderen Oberfläche liegen lichtempfindliche Sinneszellen, und dahinter befindet sich eine pigmentierte Gewebeschicht. Die Sinneszellen sehen aus wie Stäbchen oder Zapfen. Genau gegenüber der Pupille liegt der gelbe Fleck (Macula lutea), in dessen Mitte sich die Fovea centralis befindet, der Bereich des schärfsten Sehens. In der Mitte der Fovea centralis besteht die lichtempfindliche Schicht ausschließlich aus zapfenförmigen Zellen. In den anderen Bereichen der Netzhaut liegen Zapfen- und Stäbchenzellen, wobei die Zahl der Zapfenzellen zum Rand des lichtempfindlichen Bereichs hin abnimmt. Ganz außen finden sich nur noch Stäbchenzellen.
Etwas unterhalb und seitlich von der Fovea centralis mündet der Sehnerv in die Netzhaut; hier gibt es einen kleinen runden Bereich ohne lichtempfindliche Zellen, der als Blinder Fleck bekannt ist.
Funktionsweise Auge:
Ganz allgemein ähneln die Augen aller Säuger einer einfachen Kamera: Die Linse wirft ein kopfstehendes Bild der Außenwelt auf die lichtempfindliche Netzhaut, die dem Film in der Kamera entspricht.
Das Scharfstellen des Bildes (also die Fokussierung) erfolgt, wie bereits erwähnt, durch Abflachung oder Verdickung der Linse - diesen Vorgang nennt man auch Akkomodation. Bei einem gesunden Auge ist zum Erkennen entfernter Gegenstände keine Akkomodation erforderlich: Die Linse ist durch ihre Haltebänder abgeflacht und wirft ein scharfes Bild dieser Gegenstände auf die Netzhaut. Je näher das betrachtete Objekt jedoch ist, desto stärker zieht sich der Ziliarmuskel zusammen - die Haltebänder erschlaffen, und die Linse run-
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det sich ab. Ein Kleinkind kann noch auf eine Entfernung von etwa sechs Zentimetern scharf sehen, aber mit zunehmendem Alter lässt die Elastizität der Linse nach, so dass die Grenze des scharfen Sehens mit 30 Jahren etwa bei 15 Zentimetern und mit 50 Jahren bei 40 Zentimetern liegt. In höherem Alter verlieren die meisten Menschen die Fähigkeit, ihre Augen auf Lese- oder Arbeitsdistanz zu akkomodieren. Diesen Mangel, Alterssichtigkeit genannt, kann man durch eine besondere Nahbrille mit konvexen Gläsern ausgleichen.
Weit- und Kurzsichtigkeit (Hyperopie und Myopie) entstehen durch Abweichungen im anatomischen Aufbau des Auges.
Wie bereits erwähnt, sieht das Auge wegen des neurologischen Aufbaus der Netzhaut im Bereich der Fovea centralis am schärfsten. Jede einzelne Zapfenzelle der Netzhaut ist nämlich mit anderen Nervenfasern verknüpft. Als Folge wird die Reizung jeder einzelnen Zelle weitergeleitet, und man kann auch kleine Einzelheiten unterscheiden. Die stäbchenförmigen Zellen dagegen sind gruppenweise mit den Nerven verknüpft, so dass sie nur auf die Reizung einer größeren Fläche reagieren. Deshalb sprechen die Stäbchen zwar auf sehr geringe Lichtmengen an, aber sie können Einzelheiten des Bildes nicht trennen. Diese Strukturunterschiede haben zur Folge, dass sich das Gesichtsfeld des Auges aus einem kleinen mittleren Bereich sehr scharfen Sehens und einem großen Außenbereich mit weniger scharfer Abbildung zusammensetzt. Dafür ist das Auge aber in diesem Außenbereich besonders lichtempfindlich: Schwach beleuchtete Gegenstände lassen sich nachts mit dem äußeren Teil der Netzhaut noch wahrnehmen, während sie für den inneren Teil unsichtbar sind.
Die Empfindlichkeit der Stäbchenzellen für das nächtliche Sehen entsteht durch ein Pigment namens Sehpurpur oder Rhodopsin, das in den Zellen gebildet wird. Damit es entstehen kann, ist Vitamin A erforderlich - ein Mangel an diesem Vitamin führt zur Nachtblindheit. Der Sehpurpur wird vom Licht ausgebleicht und muss in den Stäbchenzellen im Dunkeln neu gebildet werden. Deshalb kann man zunächst nichts sehen, wenn man aus dem Hellen in einen dunklen Raum kommt; erst nach einiger Zeit entsteht wieder das Pigment. Ist Rhodopsin vor-handen, sprechen die Augen noch auf sehr geringe Lichtmengen an, ein Zustand, den man als Dunkeladaptation bezeichnet.
In der Außenschicht der Netzhaut befindet sich ein bräunliches Pigment, das die Zapfenzellen vor Schäden durch zu starke Lichteinwirkung schützt. Fällt sehr helles Licht auf die Netzhaut, wandern Körner dieses braunen Pigments in die Zwischenräume zwischen den Zapfenzellen und schirmen sie ab; diesen Zustand nennt man Helladaptation.
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Subjektiv bemerkt man nichts davon, dass das Gesichtsfeld aus einem mittleren Bereich des scharfen Sehens und einem äußeren Bereich mit zunehmender Unschärfe besteht. Das liegt daran, dass die Augen ständig in Bewegung sind, so dass immer andere Teile des Gesichtsfeldes in den Bereich der Fovea gelangen, wenn sich die Aufmerksamkeit erst auf diesen und dann auf jenen Gegenstand richtet. Für diese Bewegungen sind sechs kleine Muskeln verant-wortlich, die den Augapfel nach oben, unten, rechts, links oder Zwischenpositionen drehen. Die Augenmuskeln arbeiten mit höchster Präzision: Nach einer Schätzung können sie die Augen so bewegen, dass sich der Blick auf nicht weniger als 100000 verschiedene Punkte des Gesichtsfeldes richten kann. Außerdem arbeiten die Muskeln beider Augen zusammen: Das ist sehr wichtig, damit sich der Blick beider Augen auf den gleichen Punkt richtet und somit die Bilder zusammenfließen. Ist diese Übereinstimmung gestört oder gar nicht vorhanden, entstehen Doppelbilder. Von großer Bedeutung sind die Bewegungen der Augen und das Verschmelzen der Bilder für das räumliche Sehen und das Abschätzen von Größen und Entfernungen.
Räumliches Sehen:
Menschen und alle Tiere, deren Gesichtsfelder sich teilweise überlappen, können räumlich sehen. Dies ist unabdingbar für die räumliche Tiefenwahrnehmung. Bei gleichzeitigem Betrachten eines Objekts mit beiden Augen ist eine räumliche Tiefenwahrnehmung möglich, da jedes Auge den Gegenstand aus einem anderen Blickwinkel wahrnimmt und zwei verschiedene Halbbilder des gesehenen Gegenstands auf der Netzhaut je eines der beiden Augen erzeugt werden.
Schutzstrukturen:
Dem Schutz der Augen dienen mehrere anatomische Strukturen, die selbst nicht zum Augapfel gehören. Am wichtigsten sind die Augenlider, zwei Hautfalten oben und unten am Auge. Sie können durch Muskeln geschlossen werden und bilden dann eine Schutzschicht gegen zu starkes Licht und mechanische Verletzungen. Die Wimpern, Reihen kurzer Haare an beiden Augenlidern, halten Staubteilchen und Insekten bei teilweise geschlossenen Augenlidern fern. Auf der Innenseite der Augenlider befindet sich die Bindehaut, eine dünne, gefaltete Schutz-
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membran, die sich über die sichtbare Lederhaut legt. An den äußeren Augenwinkeln liegt jeweils eine Tränendrüse, die den vorderen Teil des Augapfels mit ihrem salzigen Sekret feucht hält. Die Tränenflüssigkeit wird bei jedem Lidschlag über den Augapfel verteilt und spült kleine Staubteilchen und andere Fremdkörper weg. Normalerweise schließen sich die Augenlider beim Menschen etwa alle sechs Sekunden reflexartig, aber wenn Staub ins Auge gelangt, blinzelt man häufiger, und dabei wird mehr Tränenflüssigkeit gebildet. An den Lidrändern liegen die Meibom-Drüsen; sie produzieren ein fettähnliches Sekret, das Augenlider und Wimpern geschmeidig hält. Auch die Augenbrauen dienen dem Schutz der Augen: Sie nehmen Schweiß oder Regen auf und leiten ihn ab, damit keine Flüssigkeit in die Augen läuft. Den Hohlraum im Schädel, der das Auge aufnimmt, bezeichnet man als Augenhöhle; ihre Knochenränder, Stirn- und Wangenknochen schützen das Auge vor mechanischen Verletzungen durch Stöße oder Schläge. Augenerkrankungen:
Farbenblindheit: Störung der Farbwahrnehmung beim Menschen. Sie tritt vor allem bei Männern auf. Diese Form der Fehlsichtigkeit ist entweder angeboren oder erworben, z.B. durch Augenkrankheiten, Vergiftungen oder Schädigungen der Sehnerven. Erste Beschreibungen dieser Erkrankung stammen von dem britischen Chemiker John Dalton, der selber farbenblind war. Bei völliger Farbenblindheit werden alle Farbtöne - wie beim Sehen in der Dämmerung - als unterschiedliche Grauabstufungen wahrgenommen. Diese totale Farbenblindheit wird als Achromatopsie oder Monochromasie bezeichnet und tritt bei Männern und Frauen etwa gleich häufig auf. Sie ist angeboren, tritt allerdings sehr selten auf. Bei der Dichromasie, der partiellen Farbenblindheit, kann jeweils eine der drei Farbkomponenten nicht wahrgenommen werden. So können einige Menschen nicht zwischen Rot und Grün unterscheiden, sehen diese Farben also nur in unterschiedlichen Grauabstufungen. In seltenen Fällen ist die Blau-Gelb-Empfindung gestört. Dichromasie ist die häufigste Form der Farbenblindheit. Ungefähr sieben Prozent der Männer und weniger als ein Prozent der Frauen leiden daran. Dichromasie wird geschlechtsgebunden vererbt.
Abgesehen von dem Fehlen des Farbensinnes ist das Sehvermögen normal. Farbenblinde können im Allgemeinen lernen, bestimmte Farben unterschiedlichen Helligkeitswahrnehmungen zuzuordnen. Daher sind sich viele der Betroffenen ihrer Farbenblindheit nicht bewusst. Die Erkrankung kann durch Sehtests diagnostiziert werden. Man verwendet so genannte
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pseudoisochromatische Tafeln, auf denen Zahlen oder Buchstaben dargestellt sind, die aus Punkten unterschiedlicher Farbe und Helligkeit bestehen.
Blindheit: Völliges oder fast völliges Fehlen der Lichtwahrnehmung. Ursache kann ein
Hindernis für die Lichtstrahlen auf ihrem Weg zum Sehnerv sein oder aber eine Erkrankung des Sehnervs oder der Gehirnregion, die für das Sehen zuständig ist. Die Blindheit kann dauernd oder nur vorübergehend sein, es kann sich um vollständige oder teilweise Blindheit handeln, und sie kann nur bei schwachem Licht auftreten (Nachtblindheit).
Nur wenige Menschen sind von Geburt an blind. In manchen Fällen geht das Sehvermögen aus vermeidbaren Gründen schon im Säuglingsalter verloren. Wie sich herausgestellt hat, entsteht Blindheit in vielen Fällen durch Missachtung oder ungeeignete Behandlung von Augenentzündungen bei Neugeborenen. Deshalb gibt es in vielen Ländern Gesetze, welche die Augenbehandlung bei Neugeborenen vorschreiben.
Vielfach erblinden Menschen durch Komplikationen bei verschiedenen Augenerkrankungen oder durch Krankheiten wie Katarakt (grauer Star, eine Trübung der Augenlinse) und Glaukom (grüner Star, verursacht durch einen zu hohen Druck im Auge). Häufige Ursachen der Erblindung bei Kindern sind Fehlernährung, Infektionskrankheiten und Parasitenbefall. Auch wenn eine Mutter im Frühstadium der Schwangerschaft an Röteln erkrankt, besteht für das Kind die Gefahr einer Sehstörung. Den Auswirkungen anderer Erkrankungen der Mutter, z.B. Gonorrhö, kann man entgegenwirken, indem man die Augen des Kindes mit einer Erythromycinsalbe oder einer Silbernitratlösung behandelt. Weitere Krankheiten, die bei Erwachsenen zur Erblindung führen können, sind u.a. Diabetes mellitus und Hypertonie (Bluthochdruck).
Bei älteren Menschen ist eine häufige Ursache der Erblindung die Degeneration des Netzhautzentrums (Maculadegeneration), manchmal ausgelöst durch Arteriosklerose. Nach einer Studie von 1997 erkrankt unter rund 4000 Deutschen einer im Lauf seines Lebens an einer Netzhautdegeneration. Man erforscht derzeit im Tierversuch, ob sich diese Erkrankung durch eine Gentherapie beheben lässt. Retinitis pigmentosa ist eine zur Erblindung führende Netzhauterkrankung, in deren Verlauf das Gesichtsfeld immer enger wird.
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Arbeit zitieren:
Tina Finkbeiner, 2001, Unsere Augen, das Fenster zur Welt, München, GRIN Verlag GmbH
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