Inhaltsangabe
1. Einleitung 3
2. Definition von marcador del discurso 3
3. Grammatikalisierung der Diskursmarker 4
4. Klassifizierung der Diskursmarker 6
4.1. Modell von Martín Zorraquino 6
4.2. Modell von Briz 9
5. Untersuchung von bueno als Diskursmarker 11
6. Zusammenfassung 14
7. Bibliographie 16
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1. Einleitung
Ein interessanter Aspekt der gesprochenen Sprache ist die Verwendung von Diskursmarkern, um das Gespräch zu strukturieren und zu lenken. In der vorliegenden Hausarbeit werde ich mich mit Diskursmarkern im Spanischen beschäftigen. Dabei werde ich zunächst den Begriff marcador del discurso definieren, da es im Spanischen noch viele weitere Ausdrücke gibt, die das gleiche Konzept oder ähnliche Konzepte bezeichnen. Diese möchte ich einander gegenüberstellen, um anschließend zu erläutern, warum ich marcador del discurso am passendsten finde.
In Kapitel 3 der vorliegenden Arbeit möchte ich die Diskursmarkern aus grammatischer Sicht beschreiben, und dabei vor allem auf die Schwierigkeiten eingehen, die sich beim Einordnen der Diskursmarker in grammatikalische Kategorien ergeben. Des Weiteren werde ich eine kurzen Überblick über das Vorkommen von Diskursmarkern in spanischen Grammatiken geben.
In Kapitel 4 meiner Arbeit werde ich die verschiedenen Diskursmarker im Spanischen klassifizieren. Dabei werde ich auf zwei Klassifizierungsschemata eingehen: in 4.1. auf das Modell von María Antonia Martín Zorraquino, welches generell die verschieden Typen von Diskursmarkern beschreibt, in 4.2. auf das Modell von Antonio Briz, das sich hauptsächlich auf Diskursmarker in Konversationskontexten bezieht.
In Kapitel 5 werde ich bueno, einen offenbar besonders häufig vorkommenden Diskursmarker im Spanischen, anhand verschiedener Korpora untersuchen und seine vielfältige Verwendungsweise darlegen.
In Kapitel 6 meiner Arbeit schließlich werde ich meine Ergebnisse zusammenfassen und entsprechende Schlussfolgerungen formulieren.
2. Definition von marcador del discurso
Marcador del discurso ist der Oberbegriff für unveränderliche linguistische Einheiten, die innerhalb eines Satzes keine syntaktische Funktion innehaben, aber für die Rede eine sehr wichtige Aufgabe haben: nämlich das Gespräch zu strukturieren und zu lenken. 1 Auf die vielfältigen Funktionen, die Diskursmarkern zugeschrieben werden, werde ich im Verlauf meiner Arbeit noch ausführlicher eingehen. Die Bezeichnung marcador del discurso ist für
1 Martín Zorraquino, María Antonia; Portolés Lázaro, José: “Los marcadores del discurso”, in: Bosque, Ignacio;
Demonte, Violeta (Hrsg.): Gramática descriptiva de la lengua española. S. 4055.
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dieses Phänomen sehr geläufig im linguistischen Werken des spanischsprachigen Raumes. Allerdings gibt es - wie schon in der Einleitung erwähnt - im Spanischen weitere Begriffe, die dasselbe Konzept bzw. ähnliche Konzepte bezeichnen. Einige von ihnen möchte ich an dieser Stelle nennen und voneinander abgrenzen.
Gili Gaya (1960) prägt den Begriff enlaces extraoracionales, Pons (1998) bezeichnet Diskursmarker in seinen Werken als conectores. Cortés (1991) nennt sie in seinem Werk conectores extraoracionales, Montolio (2001) conectores discursivos, Briz (1998) conectores pragmáticos und Lamíquiz (1994) schließlich conectores enunciativos. Des weiteren sind noch die Bezeichnungen enlaces textuales von López García (1990) und operadores discursivos von Casado (2000) im Umlauf. Die genannten Begriffe sind nur die wichtigsten Bezeichnungen, die in der spanischen Linguistik verwendet werden, es gibt natürlich noch weitere. Die Liste der genannten sollte allerdings für die Zwecke dieser Arbeit genügen. Jedoch erscheint mir der Begriff marcador del discurso am treffendsten für das Konzept, das ich in meiner Arbeit beschreiben möchte, da die eben aufgezählten Bezeichnungen meiner Meinung nach nur einen Teilaspekt der vielzähligen Funktionen von Diskursmarkern wiederspiegeln. So verbindet beispielsweise nur ein Teil der Diskursmarker ein Element des Satzes mit einem vorausgehenden oder nachkommenden Satzglied. Aus diesem Grund finde ich alle Begriffe, die das Wort conector enthalten, nicht ausreichend, um das Gesamtkonzept der Diskursmarker zu durchleuchten.
3. Grammatikalisierung der Diskursmarker
An dieser Stelle werde ich die wichtigsten Aspekte darlegen, die meines Erachtens zu beachten sind, um Diskursmarker aus grammatischer Sicht zu beschreiben. Hierbei möchte ich vor allem auf die Heterogenität der Diskursmarker eingehen, und die Schwierigkeiten erläutern, die sich beim Einordnen der Diskursmarker in grammatische Kategorien ergeben. In beinahe allen spanischen Grammatiken - angefangen bei Nebrijas Gramática Castellana aus dem Jahre 1492 - wurden Partikel wie Adverbien, Adjektive, Präpositionen und Konjunktionen genannt, die in bestimmten Kontexten eine Funktion innehaben, die über jene hinausgeht, welche sie normalerweise im syntaktischen Rahmen haben. Die traditionellen Grammatiken erkennen natürlich nicht das komplette Konzept, das wir heute unter marcador del discurso verstehen. Aber bereits sie schreiben einzelnen Partikeln die Möglichkeit des Ausdrucks von diskursiven Verwendungen, emphatischen Gebräuchen etc. zu.
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Es wurde also schon früh erkannt, dass linguistische Einheiten über ihre grammatische Funktion hinaus noch eine weitere pragmatische Funktion innehaben. Dies geschah jedoch bis ins zwanzigste Jahrhundert hinein nie systematisch. Erst 1970 lieferte Samuel Gili Gaya mit seinem Werk Curso superior de sintaxis española den ersten Entwurf einer systematischen Beschreibung der Diskursmarker aus grammatischer Sicht. Er reiht diese unter enlaces extraoracionales ein, und beschreibt ihre wichtigsten Charakterzüge. Laut Gili Gaya sind enlaces extraoracionales (a) Unveränderlich: „La invariabilidad es su característica morfológica más clara” (Martín Zorraquino 1998: 23). (b) Heterogen: “Algunos enlaces pueden funcionar […] como conjunciones (y,
(c) Die meisten enlaces sind bezüglich ihrer Stellung in der Syntax beweglich:
(d) Enlaces oracionales dienen der Textkonstruktion : „Contribuyen a establecer [...] la coherencia“ (ebd. :23). (e) Sie besitzen eine Vielfalt an stilistischen Bedeutungen: „Son, en esta línea, polifuncional : pueden servir para expresar matices diversos“ (ebd.: 23). 2 Bei dem Versuch, Diskursmarker in eine grammatische Kategorie einzuordnen, fällt als erstes die Heterogenität auf, mit der dies geschieht: sie sind Adverbien, Adjektive, Substantive, Konjunktionen etc. Eines ist ihnen dennoch gemeinsam, sie ähneln sich in ihrem unveränderlichen Charakter und ihrer beinahe vollständigen Lexikalisierung. Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass in den traditionellen Grammatiken versucht wurde, Diskursmarker morphologisch, syntaktisch und semantisch einzuordnen. Allerdings zeigt sich beispielsweise im Werk von Gili Gaya die Schwierigkeit, diese sehr unterschiedlichen Einheiten vollständig in grammatische Kategorien einzugliedern. Dies
2 Martín Zorraquino, María Antonia: „Los marcadores del discurso desde el punto de vista gramatical“, in:
Martín Zorraquino, María Antonia; Montolío Durán, Estrella (Hrsg.): Los marcadores del discurso. Teoría y
análisis. S. 19-25.
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Arbeit zitieren:
Nina Armbruster, 2006, Betrachtungen zu Diskursmarkern im Spanischen, München, GRIN Verlag GmbH
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