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Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Erste Eindrücke
3. Desdemona und Othello
4. Desdemonas Tod
5. Schlußbemerkung
6. Literaturverzeichnis
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Vorwort
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit Desdemona, der weiblichen Hauptfigur in Shakespeares Tragödie „Othello“. Auf den ersten Blick könnte man meinen, daß Desdemona eher einer der weniger interessanten Charaktere des Stückes ist, aber bei näherem Hinsehen bemerkt man deutlich die Wandlung, die sich im Umgang mit Othello vollzieht. Darauf richtet sich das Hauptaugenmerk der Hausarbeit. Dazu wird der Umgang mit anderen Menschen, quasi nach außen, kontrastiert, denn hier ist Desdemona gleichbleibend selbstbewußt, wenn man von ihrer Zofe Emilia absieht. Trotz aller Widrigkeiten verliert Desdemona nie ihre Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft anderen gegenüber. Ebenso ist sie außerordentlich rücksichtsvoll, wie im Laufe der Arbeit gezeigt wird.
Bei allen Aussagen über Desdemonas Charaktereigenschaften, die in der Arbeit gemacht werden, beziehe ich mich ausnahmslos auf Textstellen, die von ihr selbst gesprochen werden, weil viele Fremdkommentare über sie entweder falsch erscheinen oder nur ihre unschuldsvolle und reine Seite berücksichtigen. Fremdkommentare kommen nur am Anfang der Arbeit vor, sie enthalten drei verschiedene Beschreibungen Desdemonas, die zwar zutreffen, aber nur einen Teil von ihr ausmachen. In vielen Werken der Sekundärliteratur wird auf diese unterschiedliche Aussagen verwiesen, denn um so erstaunlicher ist dann der Auftritt einer Frau, die nicht so recht in das Schema paßt. Leider wird sie zum Ende der Tragödie den entworfenen Bildern gerecht. Unschuldsvoller und selbstloser als zuvor verzeiht sie sogar ihrem eigenen Mörder.
Im ersten Teil der Hausarbeit „Erste Eindrücke“ wird Desdemonas Verhalten den anderen Personen gegenüber gezeigt, während im zweiten Teil „Desdemona und Othello“ eindeutig ihre Beziehung zu Othello und deren Veränderung im Vordergrund steht. Wie schon gesagt, liegt hier der Schwerpunkt der Arbeit, denn diese Veränderung macht sie zu einer interessanten und ansprechenden Figur des Stückes, zu einem sogenannten „round character“.
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Erste Eindrücke
Desdemona erscheint in der Tragödie erst in der dritten Szene. Zu diesem Zeitpunkt hat der Leser bereits drei verschiedene Eindrücke von ihr bekommen. Die erste stammt von Jago, der ihrem Vater Brabantio mit den Worten „Jetzt, eben jetzt, bezwingt ein alter schwarzer / Schafbock Eu´r weißes Lämmchen“ (1.1.87-88) die Nachricht von der Hochzeit Desdemonas mit Othello bringt. Brabantio, der zuerst nicht glauben kann, was er hört, beschreibt seine Tochter als „ein Mädchen, schüchtern, / Von Geist so still und sanft, daß jede Regung / errötend schwieg“ (1.3.95-97). Außerdem bemerkt er, daß Desdemona „abhold der Vermählung“ sei und daß „sie floh / den reichen Jünglingsadel unsrer Stadt“ (1.3.67-68). Es scheint also schwer vorstellbar, daß dieses Mädchen ohne das Wissen seines Vaters geheiratet haben soll.
Die dritte und letzte Darstellung Desdemonas liefert Othello selbst. In seiner Rede zu seiner Verteidigung gegenüber Brabantio, der behauptet, Othello müsse Desdemona verhext haben, beschreibt er kein stilles und schüchternes Mädchen, sondern eine wißbegierige und leidenschaftliche junge Frau, die mit „durstgem Ohr“ (1.3.150) seine Worte verschlang und die am Ende seiner Erzählung den Mut besaß, ihm deutlich zu erklären, daß sie sich in ihn verliebt hat:
Als ich nun geendigt, Gab sie zum Lohn mir eine Welt von Seufzern: [...] und sie dankte mir und bat mich, Wenn je ein Freund von mir sie lieben sollte, Ich mög´ ihn die Geschicht´ erzählen lehren, Das würde sie gewinnen. Auf den Wink Erklärt´ ich mich. (1.3.159-167)
Erst jetzt lernt man Desdemona persönlich kennen. Ruhig betritt sie den Schauplatz. Während des ganzen Auftritts bleibt sie gefaßt und verhält sich ihrem Vater gegenüber sehr diplomatisch, aber auch rücksichts- und respektvoll. Sie spricht ihn
Arbeit zitieren:
Katrin Kleinbrahm, 1998, Shakespeares Desdemona - Eine Charakterisierung, München, GRIN Verlag GmbH
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