Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Das Wormser Konkordat. 3
2.1 Entspannung der Auseinandersetzungen unter Heinrich V. 3
2.2 Inhalt des Wormser Konkordats. 5
2.2.1 Die Kaiserliche Urkunde. 5
2.2.2 Die Päpstliche Urkunde. 5
2.3 Vergleich und Analyse der beiden Urkunden 6
3. Schluss. 10
Literaturverzeichnis : 12
Quellenverzeichnis : 12
1
1. Einleitung
Im 11. und 12. Jahrhundert erreichte der Streit zwischen Kirche und Staat einen neuen Höhepunkt. Mittelpunkt des Konfliktes war die Rolle der weltlichen Herrscher bei der Amteinsetzung von Bischöfen und Äbten, im Genauen bei der Überreichung von Ring und Stab an den geistlichen Würdenträger durch den weltlichen Herrscher. Diese so genannte Laieninvestitur stieß jedoch bei der Kirche innerhalb des 11. Jahrhunderts immer stärker auf Ablehnung. Die Geistlichkeit wollte das Investiturrecht für sich beanspruchen und somit den Einfluss des weltlichen Herrschers bei der Amtseinsetzung zurücktreiben. Eine entsprechende kirchliche Reformbewegung ging schließlich vom Kloster Cluny aus, die auf ein komplettes Laieninvestiturverbot drängte. 1
Das Wormser Konkordat, welches von Kaiser Heinrich IV. und Papst Gregor VII. unterzeichnet wurde, schuf nach jahrzehntelangen Auseinandersetzungen zwischen Kirche und Staat letztendlich einen Kompromiss. Das Konkordat sah vor, dass der Bischof im Deutschen Reich in der Gegenwart des Königs gewählt werden sollte. Darüber hinaus erhielt der Gewählte vom König durch das Zepter die Regalien, während der Papst ihm die geistliche Gewalt und als deren Zeichen Ring und Stab verlieh. 2 Im Deutschen Reich fand die Investitur unmittelbar vor der Weihe statt, in Italien und Burgund innerhalb von sechs Monaten nach Auferlegung der Regalien. 3
Kernpunkt der vorliegenden Hausarbeit wird es sein, die Veränderungen für das König- bzw. Kaisertum sowie das Papsttum herauszuarbeiten, die das Wormser Konkordat nach sich zog. Dazu finden die Papst- und Kaiserurkunde besondere Beachtung, die zum Einen analysiert und zum Anderen einem Vergleich unterzogen werden sollen. Am Inhalt der beiden Urkunden lassen sich bereits viele Folgen für den Staat und die Kirche ableiten, die der Investiturstreit und das Konkordat mit sich brachten.
1 HARTMANN, Wilfried: Der Investiturstreit (Enzyklopädie deutscher Geschichte Band 21), München
2005, S. 42.
2 WEINRICH, Lorenz: Das Wormser Konkordat, in: Quellen zur deutschen Verfassungs-, Wirtschafts-
und Sozialgeschichte bis 1250, Darmstadt 1977, S. 183ff.
3 Ebd., S. 186.
2
2. Das Wormser Konkordat
2.1 Entspannung der Auseinandersetzungen unter Heinrich V.
„Der Beginn der Regierung Heinrichs V. stand im Zeichen einer seit langem ungewohnten Harmonie zwischen dem König und den Fürsten, was schon die Zeitgenossen empfanden. Als er am 6. Januar die Herrschaft übernahm, waren mehr als fünfzig Reichsfürsten anwesend. Das Kalkül des jungen Heinrich, der sich Ende 1104 an die Spitze des Aufstands gegen seinen Vater gestellt hatte, schien
Heinrich V. setzte den Investiturstreit wie seine Amtsvorgänger fort. Demnach hielt auch der neue König an dem Recht fest, Bischöfe und Äbte in seinem Reich einzusetzen. Unterdessen wurde Paschalis II. zum neuen Papst ernannt. Dieser erneuerte im Oktober des Jahres 1106 das Investiturverbot. 1108 drohte er zudem, den deutschen König mit dem Kirchenbann zu belegen. Heinrich V. ließ sich von diesen Ereignissen jedoch nicht beirren. Das vorrangige Ziel des Königs war es, seine Kaiserkrönung vorzubereiten, mit der er sich eine Klärung hinsichtlich der Investiturfrage erhoffte. Da seine Gesandten 1109 in Rom mit dem Papst keine Einigung bezüglich der Krönung erzielen konnten, trat Heinrich V. im Winter 1110/11 selbst den Weg in die italienische Stadt an. Dort musste er jedoch von Papst Paschalis II. erfahren, dass dieser die Kaiserkrönung vom Verzicht der Investitur auf Seiten des Königs abhängig machte. Als Kompromiss sah der Papst jedoch vor, dass beim Verzicht auf das Investiturrecht, die Kirche ihre Regalien wie Städte, Grafschaften etc. zurückgäbe, was jedoch nicht den Eigenbesitz der Kirche beinhaltete. Jedoch stieß dieses Angebot bei den Fürsten und Bischöfen auf heftigen Widerstand, da diese Zugeständnisse zur Entweltlichung der Kirche geführt hätten. Heinrich V. stimmte diesem Kompromiss jedoch auch nicht zu und nahm den Papst daraufhin sogar gefangen. Nach zwei Monaten der Gefangenschaft gab Paschalis nach und schloss mit Heinrich V. am 11. April 1111 einen Geheimvertrag, der dem König zusicherte, weiterhin die Bischöfe nach eigenem Ermessen und durch die Übergabe von Ring und Stab in ihr Amt einzusetzen. Darauf sollte die vom Papst durchgeführte bischöfliche Weihe folgen. Zudem wurde Heinrich V. wenig später zum Kaiser gekrönt. 5
4 HARTMANN, Wilfried: Der Investiturstreit, S. 36.
5 HARTMANN, Wilfried: Der Investiturstreit, S. 38.
3
Arbeit zitieren:
Tobias Bunse, 2007, Ein Vergleich der kaiserlichen mit der päpstlichen Urkunde des Wormser Konkordats, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Das Tafelbild und seine Funktion im Erdkundeunterricht
Geowissenschaften / Geographie - Didaktik d. Geographie
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Sieg oder Niederlage für Heinr...
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hausarbeit, 16 Seiten
Die römische Wirtschaft in der Provinz Germanien zur Kaiserzeit
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Hausarbeit, 18 Seiten
Der Canossagang von 1077 - eine Niederlage für Heinrich IV.? -
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Hausarbeit, 20 Seiten
Die Tradition des Hässlichen im Expressionismus
Am Beispiel von Gottfried Benn...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Zwischenprüfungsarbeit, 33 Seiten
Die Versuchung Jesu in Dostojewskijs Der Großinquisitor
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
Hausarbeit (Hauptseminar), 26 Seiten
Der mittelalterliche Investiturstreit und König Heinrichs Gang nach Ca...
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Seminararbeit, 25 Seiten
Grenzen des Teamrollenmodells nach Belbin in der Praxis
Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Expressionismus - Annäherung an eine Epoche
Germanistik - Literaturgeschichte, Epochen
Zwischenprüfungsarbeit, 46 Seiten
Das linguistische Relativitätsprinzip – Ein Überblick über die Entwick...
Seminararbeit, 21 Seiten
Immanuel Kant und die Aufklärung
Eine Analyse seines Aufsatzes:...
Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts
Hausarbeit (Hauptseminar), 15 Seiten
Pädagogik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden
Hausarbeit, 17 Seiten
Reformation und Kirchengeschichte der Neuzeit
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Seminararbeit, 23 Seiten
Tobias Bunse's Text Ein Vergleich der kaiserlichen mit der päpstlichen Urkunde des Wormser Konkordats ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Tobias Bunse hat den Text Ein Vergleich der kaiserlichen mit der päpstlichen Urkunde des Wormser Konkordats veröffentlicht
Tobias Bunse hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare