Kurzfassung
Der Ansatz der Nachhaltigkeit tauchte erstmals im Jahr 1661 auf. Ein Ver- walter der Stadt Reichenhall formulierte unter dem Begriff „Ewiger Wald“ ei- nen derartigen Ansatz. Zur Holzgewinnung sollten in den Wäldern nur so viele Bäume geschlagen werden, wie im gleichen Gebiet jedes Jahr nach- wachsen konnten. Was auf den ersten Blick eine ökologische oder ethische Denkweise scheint, war vielmehr eine rein ökonomische Betrachtung. Nur durch den Erhalt der natürlichen Ressourcen, konnte der Fortbestand des Unternehmens sichergestellt werden. Nachhaltigkeit wird heute von der Un- ternehmenswelt nicht nur aufgegriffen, sondern sogar propagiert und als Management-Methode für das Bestehen und die Positionierung von Unter- nehmen in einem neuen Umfeld wahrgenommen.
Schlagwörter: Nachhaltigkeit, Investitionen, Innovationen, Management
3
Abstract
The idea of Sustainability appeared for the first time in the year 1661. A governor of the city Reichenhall in Germany formulated the conception named „everlasting wood”. The amount of chopped down trees should be equally as big, as the amount of trees that can regrow in a year. What at first sight appears to be an ecological or ethical way of thinking was rather a purely economic consideration. The continuity of the enterprise could only be guaranteed by the preservation of the natural resources. Today Sustain- ability is not only taken up by the enterprise world, but actually is propagated and appreciated as a management method.
Keywords: sustainability, investment, innovation, management
4
Inhaltsverzeichnis
Kurzfassung 3
Abstract 4
Inhaltsverzeichnis ........................................................................................................... 5
Abbildungsverzeichnis.................................................................................................... 6
Abkürzungsverzeichnis 7
1 Einleitung 8
2 Ziele 9
3 Ausgangsituation 11
4 Fragestellung 12
4.1 Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor 13
4.2 Investitionen als zentraler Bestandteil der Nachhaltigkeit 14
4.3 Nachhaltiger Wachstum durch Innovationsmanagement 16
5 Grundlagen 19
5.1 Nachhaltigkeit 19
5.2 Nachhaltigkeitsmanagement 24
5.2.1 Unternehmensziele 26
5.2.2 Strategische Nachhaltigkeitsplanung 33
5.3 Wissensmanagement 35
5.3.1 Wissensmanagement und Nachhaltigkeit 37
5.4 Investitionsmanagement 39
5.4.1 Investitionsplanung 40
5.4.2 Nachhaltiges Investitionsmanagement 41
6 Einführung in die Methode der Metastudie 45
6.1 Struktur der Arbeit 46
6.2 Problematik 47
7 Metastudie Ökonomische Nachhaltigkeit 48
7.1 Datenanalyse 49
7.2 Ergebnis 54
Literaturverzeichnis 59
5
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Innovationszwang.........................................................................17
Abbildung 2: Dimensionen der Nachhaltigkeit 20
Abbildung 3: Ethik-Normen-Unternehmenskultur-Pyramide 23
Abbildung 4: Elemente nachhaltiger Unternehmensleistungen 25
Abbildung 5: Innovation und Effizienz als gleichwertige Unternehmensziele 29
Abbildung 6: Wettbewerbsvorteile durch Innovationsmanagement...................31
Abbildung 7: Planung von Nachhaltigkeit 34
Abbildung 8: Komponenten des Wissensmanagements 36
Abbildung 9: Zielsysteme für Investitionen........................................................44
6
Abkürzungsverzeichnis
bzw. beziehungsweise
CEO Chief Executive Officer
IT Informationstechnik
u.a. unter anderem
o.V. ohne Verfasser
Vgl. Vergleich
z.T. zum Teil
7
1 Einleitung
Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird vornehmlich die männliche Form verwendet, sie schließt selbstverständlich die weibliche mit ein.
Hinter der Vision von „Nachhaltigkeit“ oder „Nachhaltiger Entwicklung“ steht eine simple Idee: Wir haben nur diesen einen Planeten. Die Erde erscheint den meisten von uns unermesslich in Ihrer Größe und unendlich in Ihrem Ausmaß; in Wirklichkeit ist sie jedoch endlich und die Ressourcen in Ihr sind begrenzt. Die bekannteste und bisher am weitesten verbreitete Definition von Nachhaltigkeit entstammt dem Brundtland-Bericht 1 :
"Entwicklung zukunftsfähig zu machen, heißt, daß die gegenwärtige Genera- tion ihre Bedürfnisse befriedigt, ohne die Fähigkeit der zukünftigen Genera- tion zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen zu können." 2
Hinter dem Grundbegriff „Nachhaltige Entwicklung“ steht die Überzeugung, dass ein System nachhaltig ist, wenn es langfristig Bestand hat. Also lässt sich daraus schließen, Unternehmen, die langfristig finanziellen Erfolg ha- ben, den Fortbestand des Unternehmens durch Ihre Managementtätigkeiten gewährleisten, handeln im Sinne einer nachhaltigen Unternehmensführung. Nachhaltigkeit wird heute von der Unternehmenswelt nicht nur aufgegriffen, sondern sogar propagiert und als Management-Methode für das Bestehen und die Positionierung von Unternehmen in einem neuen Umfeld wahrge- nommen.
Als Brundtland-Bericht wird der 1987 veröffentlichte Bericht der Weltkommission für Umwelt
1 und Entwicklung bezeichnet. Die ehemalige norwegische Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland hatte in dieser Kommission den Vorsitz. Der Bericht ist für seine Definition des Begriffs Nachhaltige Entwicklung bekannt.
2 Hauff (1987), S.46.
8
2 Ziele
Angesichts der in allen Wissenschaften zunehmenden Anzahl von Publikati- onen wird es für Wissenschaftler immer schwieriger, selbst in einem be- grenzten Forschungsgebiet einen Überblick über alle Forschungsergebnisse zu erhalten. 3 In dieser Diplomarbeit sollen, im Sinne einer Metastudie, die in der Literatur vorhandenen Bewertungsschemen und Studien zur Nachhaltig- keit als Erfolgsfaktor verglichen werden. Mindestens die folgenden Aspekte der einzelnen Publikationen sollen untersucht werden:
Definition der Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor
Dimensionen der Nachhaltigkeit
Ursprung der vorliegenden Aufgabenstellung war der Gedanke, dass es für die Durchführung von Nachhaltigkeitsbewertungen nützlich wäre, das Er- folgspotenzial von nachhaltig agierenden Unternehmen bestimmen zu kön- nen. Daraus entstand die Idee, eine Untersuchung der Unternehmen im Hinblick auf eine nachhaltige Unternehmenskultur durchzuführen, um ent- sprechende Erfolgspotenziale aufzuzeigen. Eine kurze Literaturrecherche nach ähnlichen Untersuchungen zeigte jedoch, dass offensichtlich schon ei- nige solcher Studien vorhanden sind. Deshalb wurde entschieden zunächst eine Metastudie über ökonomisch nachhaltige Unternehmen durchzuführen, um einen Überblick über die schon durchgeführten Untersuchungen auf die- sem Gebiet zu erhalten.
9
Eine Metastudie dient dem Wissenschaftler dazu, einen Überblick über ein unübersichtliches Forschungsfeld zu erlangen. Dabei wird aus der unter- suchten Literatur eines Forschungsfeldes eine Generalisierung erarbeitet und die Ergebnisse zusammengefasst. 4
In einem ersten Schritt beschäftigt sich meine Arbeit mit der Nachhaltig- keitsdefinition sowohl aus allgemeiner, als auch aus betriebswirtschaftlicher Sichtweise. Die vorherrschenden Begriffe im Nachhaltigkeitskontext werden vorgestellt und voneinander abgegrenzt.
Nach einer Heranführung in das Thema werden in Kapitel 4 bzw. 5 die Fra- gestellungen und Grundlagen behandelt. Anschließend folgt eine Einführung in die Methode der Metastudie in Kapitel 6 und schließlich in Kapitel 7 die Dokumentation der durchgeführten Meta-Studie Ökonomische Nachhaltig- keit.
3
Vgl. Fricke/Treinies (1985), S. 9.
4 Vgl. Bijmolt /Pieters (2001), S. 157.
10
3 Ausgangsituation
Die Rahmenbedingungen, mit denen Unternehmen weltweit konfrontiert werden, sind derzeit großen Veränderungen unterworfen. Von den Unter- nehmen wird nicht nur ein entsprechender finanzieller Erfolg erwartet, son- dern gerade im Hinblick auf die Unternehmenskultur, dem Umweltschutz und der sozialen Handlungsweise erwünscht, mehr Verantwortung zu über- nehmen. Dabei erfordert es viel Flexibilität und Bestrebungen, um den An- forderungen verschiedenster Stakeholder auch gerecht zu werden. Unter dem Konzept der Nachhaltigen Entwicklung versuchen Unternehmen in ih- ren ökonomisch basierten Entscheidungen gesellschaftliche und moralische Aspekte mit zu berücksichtigen. Ausschlaggebend ist die Unternehmensfüh- rung und mit ihr die Unternehmenskultur. Diese muss vom Top- Management vorgelebt und kommuniziert werden.
Die Finanzmärkte honorieren in zunehmendem Maße diese Bemühungen und geben nachhaltig wirtschaftenden Unternehmen gute Bewertungen in ihren Ratings. 5
Das Investitionsmanagement ist zweifelsohne maßgebend für die Ausrich- tung eines Unternehmens. Dementsprechend ist eine nachhaltige Ausrich- tung des Investitionsmanagements eine wesentliche Voraussetzung für nachhaltiges Wirtschaften. Finanzielle Überlegungen liefern das Hauptar- gument für Entscheidungen, ein nachhaltiges Investitionsmanagement be- einflusst also das künftige Betriebsgeschehen in einem nicht unwesentlichen Ausmaße.
5 Vgl. Fromwald (2006), S.6.
11
4 Fragestellung
Es ist unbestritten: ein Unternehmen muss Gewinne machen. Aber es hat auch weitere Verpflichtungen, seinen Mitarbeitern, seinen Partnern sowie der Gesellschaft gegenüber, in der es agiert. Unternehmen, die ihrer öko- nomischen und sozialen Verantwortung gerecht werden, sind nicht nur kurz- fristig erfolgreicher, sondern auch bestens gewappnet für die Bewältigung aktueller und zukünftiger Herausforderungen.
Vieles deutet heute schon darauf hin, dass „Nachhaltigkeit“ in den kommen- den Generationen zunehmend zur wichtigsten Komponente der gesamtge- sellschaftlichen Entwicklung werden wird. Unternehmen, die ihrer ökonomi- schen und sozialen Verantwortung gerecht werden, sind nicht nur kurzfristig erfolgreicher, sondern auch bestens gewappnet für die Bewältigung aktuel- ler und zukünftiger Herausforderungen.
Für Unternehmen, die eine Denkweise der strategischen Wachstumsziele verfolgen, sieht der Nachhaltigkeitsansatz neue Wege zu schnellerem Wachstum und mehr Profitabilität durch bessere Innovationen, größere Effi- zienz, Einbindung und Motivation der Mitarbeiter und verstärkte Solidarität mit allen Anspruchsgruppen vor, während die langfristige Partizipation an diesem Wachstum für jeden Betroffenen gewährleistet wird. 6 Unternehmen, die langfristige Strategien verfolgen, den Fortbestand des Unternehmens anstreben und dabei eher in die Forschung und Entwicklung investieren, an- stelle den kurzfristigen Erfolg zu suchen, sind unwillkürlich nachhaltig.
Es lässt sich also feststellen: erfolgreiche Unternehmen sind nachhaltig, der monetäre Erfolg oder das Überleben an sich sind bereits Kriterien der Nach- haltigkeit. 7 6 Vgl. Hardtke/Prehn (2001), S.13.
7 Vgl. Waniczek/Werderits (2006), S.66.
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Arbeit zitieren:
Erhan Atici, 2008, Ökonomische Nachhaltigkeit am Beispiel des Investitionsmanagements, München, GRIN Verlag GmbH
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