Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die Kelten und die Religion. 4
2.1.1. Schriftliche Quellen. 4
2.1.2. Archäologische Befunde 4
2.2. Eine kurze Quellenkritik 5
3. Religion und Macht 6
4. Sakralkönige. 7
5. Druiden. 8
6. Ritual im Siedlungskontext 10
6.1. Was ist ein Ritual? 10
6.2. Religion und Ritual 10
6.2.1. Begräbnisriten 11
6.2.2.Depots...................................................................................................................... 12
6.2.2.1. Wasserdepots. 12
6.2.2.2. Depots im Siedlungskontext. 13
6.2.2.3. Waffendepots 15
6.2.3. Opferrituale 16
6.2.3.1. Menschenopfer 16
6.2.3.2. Tieropfer. 17
6.2.3.2.1. Tierbestattungen 19
6.2.4. Spezielle Funde 20
6.3. Heiligtümer. 23
7. Konklusion 24
8. Quellenverzeichnis 25
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1. Einleitung
In meiner folgenden Arbeit habe ich mich mit der Religion der Kelten, dem archäologischem Hintergrund dieser und vor allem der Frage beschäftigt, in wie weit man der eisenzeitlichen Religion ihren Machstatus ansehen kann.
Weiters habe ich mich damit befasst, wer die Kontrolle über Religion und Ritual ausübt, wer also die sakrale Macht besitzt. Ebenso habe ich versucht herauszufinden, auf welche Ressourcen diese Personen mit sakraler und politischer Macht zurückgreifen, über welche Mittel sie verfügen um mit Religion Kontrolle und Macht auszuüben. Dies habe ich vor allem in dem Kapitel über Rituale im Siedlungskontext versucht herauszuarbeiten. Ich habe versucht, das Thema Macht ist Kontrolle in der gesamten Arbeit mit ein zu beziehen, was sich als relativ schwierig herausstellt, wenn man sich mit einem archäologischen Befund beschäftigt. Es stellt sich einem das Problem, dass man nicht mehr interpretieren sollte, als tatsächlich realistisch möglich ist, doch findet man in der Fachliteratur teilweise so abgehobene Erklärungen, dass man auch selbst zu phantastischen Höchstleistungen neigt. Ich habe mich weitestgehend mit archäologischen Evidenzen befasst, da die zusätzliche Berücksichtigung von allen oder den meisten relevanten Literarischen Quellen den Rahmen sprengen würde. Dennoch habe ich gerade bei den Opferungsthemen auf Antike Autoren zurückgegriffen, da man hier alleine mit Archäologie nicht weit kommt. Außerdem fand ich es interessant, den archäologischen Kontext mit Zuhilfenahme von literarischen Quellen besser zu verstehen und zu beschreiben.
Die Literatur zum Thema Kelten und Religion ist sehr vielfältig und gerade das macht es relativ schwierig abzuwägen, wem man mehr Glauben schenkt. Ich habe versucht, eine objektive Meinung zu wahren und das Thema ohne Vorurteile anzugehen.
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2. Die Kelten und die Religion
Kelten und Religion ist ein sehr heikles Thema für die Forschungswelt. Man begibt sich sehr schnell auf dünnes Eis und prallt mit Theorien gerne am ‚Anti-Esoterischen-Panzer’ der Keltologie ab. Wie kann man sich also mit eisenzeitlicher Religion beschäftigen und dabei noch auf sicherem Boden bleiben? Hier bieten sich für die Kelten zwei Möglichkeiten:
2.1.1. Schriftliche Quellen
Hier wird unterschieden zwischen indigenen Texten in Form von Inschriften, die von den Kelten selbst produziert wurden und Nachrichten antiker Autoren. Unter den indigenen Texten finden sich vorwiegend Grab- und Weihinschriften, gewöhnlich in Latein, selten in Griechisch und nur in wenigen Fällen auf Festlandkeltisch. (Birkhan 2005a, 359) Die Nachrichten der Antiken Autoren sind zum Teil mit sehr großer Vorsicht zu interpretieren, da sie oft Propagandazwecken dienen und die Kelten absichtlich zu Barbaren im Gegensatz zur mediterranen Kultur und römischen Herrschaft machen (Birkhan 2005a, 361). So sehen wir beim Lesen dieser Texte alles durch die römische Brille und müssen einen großen Teil von dem Geschriebenen weginterpretieren.
Nun lassen die schriftlichen Quellen wenig Spielraum über die keltische Religion nachzudenken, es ist sehr schwierig hier etwas Handfestes zu interpretieren. Wie schon oft anderorts geschrieben, neigen antike Autoren sehr dazu, jede andere Kultur, die der ihren nicht ähnlich ist, als barbarisch abzutun. Eben das machen sie auch mit den Kelten und die Menschenopfer, die teilweise auf sehr grausame Art und weise beschrieben werden, kommen ihnen da gerade recht. Aber sollte dies wird anderorts noch besprochen werden und folgt in einem späteren Kapitel ausführlicher.
2.1.2. Archäologische Befunde
Hier bietet sich dem Betrachter ein sehr großes Feld an Interpretationsmöglichkeiten. Spezielle Funde erwecken den Eindruck, religiösen Zwecken gedient zu haben, Siedlungs-und Gräberbefunde können einen Eindruck über Rituale in der Dorfgemeinschaft geben. Doch ist vor allem hier Vorsicht geboten, nicht zu viel zu interpretieren. Denn nicht alles, was man nicht erklären kann, ist automatisch kultisch! Über die konkreten Befunde werde ich im Späteren noch berichten.
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2.2. Eine kurze Quellenkritik
Gibt man im Internet in der Suchmaschine Google die Worte Kelten und Religion ein, kommt man auf ungefähr 361.000 (GOOGLE, o. S.) Treffer. Beim Überfliegen der angezeigten Ergebnisse springen einem ständig Worte wie ‚Druiden’, ‚Rituale’, ‚Naturverbundenheit’, ‚Baumkult’ und ‚Muttergöttin’ ins Auge. Keine Frage, die Kelten sind beliebt und das Thema Keltische Religion ist in aller Munde. Reißerische Buchtitel versprechen einem die große Weisheit der Druiden, oder die Verbundenheit mit der großen Mutter. Natürlich leidet nicht nur die Keltologie an diesem Phänomen. Nicht zuletzt verwechseln viele Menschen Astronomie mit Astrologie. Doch gerade im Bezug auf die Kelten wird die Wissenschaft oft als der böse erhobene Zeigefinger angesehen
Es existieren zwei Literaturtraditionen, dieses Thema betreffend: die Fachliteratur, die oft auch nur für die Fachwelt zugänglich ist; und die Esoterik. Wobei man sagen muss, dass das Verhältnis mit dem sich diese beiden so unterschiedlichen Zweige mit dem Thema befassen sehr erschreckend ist. Was wohl daran liegt, dass man außerhalb der Fachwelt nicht davor zurückschreckt, Theorien als Fakten darzustellen oder einfach Dinge zu ‚erfühlen’. Aber dieser Konflikt würde wohl alleine eine Seminararbeit füllen und gerade in letzter Zeit wird zum Glück sehr viel Aufklärungsarbeit in dieser Richtung geleistet, deshalb werde ich meine kleine Kritik auch hier beenden und zu den beweisbaren Fakten und gestützten Theorien übergehen.
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3. Religion und Macht
‚Alles wanket wo der Glaube fehlt’ schrieb einst Friedrich von Schiller in Wallenstein. Trifft dies auch auf die Eisenzeit zu? Welche Macht und welchen Einfluss hatte Religion auf die Menschen dieser Zeit? Und wie sollte man das nachweisen können? Woher kommt diese Macht eigentlich, woraus schöpft sie? Archäologisch wie literarisch stoßen wir hier an die Grenzen des Möglichen und können lediglich Theorien spinnen. Natürlich können wir viele Funde als Kultgegenstände identifizieren, finden wir heilige Orte, die großer Wahrscheinlichkeit nach einem rituellen Zweck gedient haben. Doch bleibt die Frage wie sich der Glaube und die Religion auf das Leben der eisenzeitlichen Kelten ausgewirkt haben. Wir können mit großer Wahrscheinlichkeit annehmen, dass der Kult, das Ritual, der Glaube einen hohen Stellenwert im täglichen Leben hatte. Dafür sprechen viele Funde, die auf Rituale im Siedlungskontext hinweisen, wie etwa Depots, Opferriten, Bestattungen und so weiter. Doch bleibt weiterhin die Frage, wie sich die Religion der eisenzeitlichen Menschen auf das politische Leben ausgewirkt hat. War nun das Oberhaupt der Siedlung auch gleichzeitig Träger eines religiösen Amtes? Mit dieser Frage habe ich mich im Kapitel über Sakralfürsten beschäftigt, das später noch folgt.
Klar bleibt jedoch, dass Religion und Politik nicht fein säuberlich voneinander getrennt werden können. Zwischen ihnen bestehen vielfältige Wechselbeziehungen. Auch rein politisch gemeinte Entscheidungen haben bisweilen religiöse Auswirkungen von ungeheurer Tragweite (HÄRING 1965, S. 167).
Die wahre Macht des Glaubens dieser Zeit lässt sich wohl nur sehr schwer fassen und ist mit rein archäologischen Mitteln unmöglich zu interpretieren. Ebenso geben die literarischen Quellen auch kaum befriedigend Aufschluss darüber. So müssen wir also sehr vorsichtig an die Interpretation der diversen Funde und Befunde herangehen um nicht etwas zu sehen, dass dort nicht ist, nur weil wir es gerne hätten (was in der Literatur leider viel zu oft passiert, Beispiele folgen später).
Ich beende also nun diesen kleinen Exkurs über die Macht der Religion und beginne damit, die möglichen sakralen Machtträger und ihre Wirkungsbereiche zu untersuchen und zu erläutern, soweit dies möglich ist.
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4. Sakralkönige
In diesem Kapitel, um die Machtposition der Religion festzustellen und gleich einmal bei der höchsten Position politischer und möglicher religiöser Macht zu beginnen, widme ich mich nun den Sakralkönigen. Um zunächst festzusetzen, wie ich diesen Begriff im Folgenden verwenden werde, eine kurze Erklärung: Unter Sakralkönigen verstehe ich Herrscher/Fürsten/Könige/Oberhäupter einer Gemeinschaft, die neben politischen auch religiöse Zwecke verfolgen. Da der Laizismus, oder die Trennung von Kirche und Staat, eine Erfindung der späten Neuzeit ist, fällt es nicht schwer, anzunehmen, dass eisenzeitliche Gemeinschaften keine strenge Trennung zwischen Oberhaupt und Ritualführer/Priester/und ähnlichem machten. Natürlich bewegt sich diese Annahme auf dünnem Eis und ist nur eine Theorie, aber ich halte es durchaus für möglich, dass ein Stammesfürst auch zum Beispiel dafür verantwortlich sein konnte, ein Ritual - welcher Art auch immer - zu leiten. Wobei ich die Existenz einer eisenzeitlichen Priesterkaste natürlich nicht ausschließe, doch möchte ich dem politischen Oberhaupt einer Gemeinde nicht von Vornherein religiöse Macht absprechen. Die Literatur zum Thema Sakralkönigtümer und Sakralkönige ließt sich zum Teil mit Verwunderung, zum Teil mit Bestürzung. Vor allem spreche ich hier den Artikel von Dirk Krauße an, den ich noch des Öfteren in diesem Kapitel zitieren werde. Er bestimmt zum Beispiel das „Fürstinnengrab“ von Vix als ein dem Ahnenkult dienendes Heiligtum (Krauße 1999, S. 344) ohne dies jedoch mit irgendeinem Wort zu begründen. Wie er zu diesem Schluss kommt, bleibt dem Leser des Artikels unverständlich Dank nicht vorhandener Erklärung.
Später im selben Artikel wendet er sich dem „Fürstengrab“ von Hochdorf zu. Hier ‚entlarvt’ er den Fürsten dank seines Tranchierbestecks als Sakralfürsten, da Axt/Beil und Messer während der gesamten griechischen, etruskischen und römischen Antike nicht nur profane Metzgerwerkzeuge, sondern die wichtigsten instrumenta sacra und herausragende Insignien religiöser Würdenträger waren. (Siebert 1999, Zit. nach Krauße 1999 S. 354). Weiters gibt er an, dass knieholzgeschäftete Tüllenbeile in der osthallstättischen Situlenkunst häufig als Opfergerätschaften gezeigt werden (Krauße 1999, S. 354). Dass eben solche Gegenstände im Grab des Fürsten gefunden wurden bedeutet aber nun nicht sofort, dass die Beigaben tatsächlich rituelle Funktion hatten. Ein Tranchierbesteck kann doch tatsächlich zum Tranchieren dienen. Und warum auch nicht, vielleicht war der Fürst von Hochdorf einfach derjenige, der das Amt inne hatte den ‚christmas turkey’ zu Tranchieren?!
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Arbeit zitieren:
Eva Lettner, 2007, Macht ist Kontrolle: Kelten und Religion, München, GRIN Verlag GmbH
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