Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Itten als Künstler 4
2.1 Ittens künstlerisch pädagogische Sozialisation 4
2.2 Ittens mittlere Schaffensphase 5
2.3 Ittens späte Schaffensphase 6
3. Ittens Unterrichtstätigkeit 7
3.1 Ittens Vorkurs am Bauhaus 7
3.2 Die Berliner Ittenschule 8
4. Ist Ittens Pädagogik heute noch aktuell? 10
5. Literaturverzeichnis 12
6. Anhang 13
6.1 Biographie Itten 13
6.2 Das Bauhaus 14
2
1. Einleitung
Im Folgenden möchte ich mich näher mit Johannes Itten und den von ihm vertretenen und entwickelten Lehren und Theorien auseinandersetzten. Itten und seine Kollegen am staatlichen Bauhaus betrieben eine Kunstausbildung die damals neu und revolutionär war. Seine Überlegungen zur Gestaltungslehre waren ebenfalls neuartig. Heute aber sind sie, wie etwa sein Farbkreis, den meisten vertraut, wenn auch nicht unbedingt unter seinem Namen. Aus diesem Grund möchte ich mich mit Johannes Itten als Künstler und Pädagoge zu beschäftigen.
Dazu soll zunächst seine Arbeit als Künstler, speziell sein Werk „Kunst der Farbe“, beleuchtet werden, da seine eigene Entwicklung als Künstler natürlich einen Einfluss auf seine Lehrtätigkeit hatte. Weiter soll seine Unterrichtstätigkeit am Bauhaus und seiner Berliner Schule behandelt werden. Über seine Tätigkeit an den Textilfachschulen in Krefeld und Zürich waren leider kaum Informationen zu finden, so dass dieser Teil seiner Lehrtätigkeit nicht näher beschrieben werden kann.
Zum Abschluss soll die Frage diskutiert werden, ob die Bauhauspädagogik, speziell die Ittens, heute noch zeitgemäß und sinnvoll ist.
Im Anhang folgt ein kurzer Überblick über seinen Lebenslauf und Werdegang. An dieser Stelle soll außerdem das Bauhaus bis zu Ittens Ausscheiden 1923 kurz umrissen werden, da Itten zum einen großen Einfluss auf dessen Pädagogik hatte und er zum andern seine eigenen pädagogischen Konzepte dort weiterentwickelte.
3
2. Itten als Künstler
An dieser Stelle soll Ittens Entwicklung zum Künstler beschrieben werden, da seine eigene Kunst natürlich seine Lehre lenkte.
Dazu soll zuerst Ittens künstlerisch-pädagogische Sozialisation und seine Frühwerke beleuchtet werden. Im Anschluss soll auf seine mittlere und zuletzt auf seine Spätphase als Künstler eingegangen werden.
2.1 Ittens künstlerisch-pädagogische Sozialisation
Ittens Entwicklung als Künstler wurde stark von seiner Lehre bei Adolf Hölzel beeinflusst. Bei diesem studierte er nicht nur intensiv die Farblehren von Bezold, Chevreul und Goethe, sowie natürlich Hölzels eigene Farblehre, die jedoch auf Goethe zurückgeht, sondern auch kam auch mit Hölzels Überlegungen zur Hell-Dunkel-Thematik und dessen „Analysen alter Meister“ in Berührung. Ebenso waren die gymnastischen Übungen, die Hölzel regelmäßig betrieb, und die auch Itten für sich selber, und später seine Schüler, übernahm. 1
Ebenfalls bedeutsam für seine Entfaltung war seine Zusammenarbeit mit Josef Matthias Hauer, einem Zwölfton-Komponisten während seiner Wiener Jahre. Mit ihm zusammen untersuchte Itten die Beziehungen zwischen Musik und Farbe; in Ittens eigener Farblehre „Kunst der Farbe“, die 1961 erschien, sind viele musikalische Analogien und Anspielungen zu finden. 2
Entscheidend war für Itten auch das Erlebnis des Frühkubismus, der für ihn zum eigentlichen Einstieg in die Malerei wurde. 3 Seine ersten eigenen geometrischabstrakten Kompositionen entstanden gegen Ende seiner Studienzeit in Stuttgart, waren allerdings im Gegensatz zu dem von Braun-Grau-Tönen geprägten Kubismus sehr farbig. 4
1 Wick 1982, 79
2 Wick 1982, 80
3 Wick 1982, 82
4 Wick 1982, 83
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Parallel dazu schuf Itten auch einige gegenständliche Arbeiten, die aber schematisch blieben. 5
Allen Arbeiten aus dieser frühen Phase ist gemein, dass sie eine ausgeprägte Dynamik aufweisen. Darin wird bereits Ittens zentrales Gestaltungsprinzip der Bewegung des Lebendigen deutlich. 6
2.2 Ittens mittlere Schaffensphase
Um 1920 gewann das Element des Kindes in Ittens Kunstlehre und seinem künstlerischen Schaffen an Bedeutung, was wohl mit der Geburt seines ersten Sohnes zusammenhängt. So ließ er beispielsweise Kinderspielzeug entwerfen und bauen und entwarf selber ein Kinderbett. 7 Als im September 1922 sein zu früh geborenes, zweites Kind wenige Tage nach der Geburt stirbt, wächst Ittens Hinwendung zur Kinderthematik weiter. Viele in dieser Zeit entstandene Werke beinhalten Kindermotive. 8
Nach seinem Ausscheiden aus dem Bauhaus 1923 zog sich Itten zunächst nach Herrliberg zurück, wo er sich mit fernöstlichen Religionsphilosophien beschäftigte. Hier wird versucht Lebens- und künstlerische Praxis als Einheit zu verstehen. 9 Dort setze er sich, neben dem Kinderthema, mit Landschafts- und Stilllebenmalerei auseinander. Hierbei war die Naturerfahrung in den esoterischen Kontext der Mazdasnan-Lehre eingebunden; das Motivische wurde zum Spiegel einer künstlerisch artikulierten Selbsterfahrung. Ähnliches galt für die Gestaltung von Stillleben. Ittens Auseinandersetzung mit der Gattung der Stilllebenmalerei dauerte nahezu drei Jahrzehnte. Seine geometrischen Abstraktionen beschränkten sich nun auf den Entwurf von Teppichornamenten. 10
1926 gründete er seine Schule in Berlin und entwickelte dort die Theorie der „subjektiven Farben“ 11 : Nach Itten ist das farbliche Harmonieempfinden subjektiv geprägt, die verschiedenen Menschen sind verschiedenen Farbtypen zuzuordnen; Künstler sind in rote, gelbe und blaue Menschen zu differenzieren. 12
5 Wick 1982, 84
6 Wick 1982, 86
7 Wagner 2003, 35
8 Wagner 2003, 48/49
9 Rotlzer 1980, 10
10 Wagner 2003, 51
11 Rotzler 1980, 10
12 Wagner 2003, 63
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Arbeit zitieren:
Katharina Grafmüller, 2006, Johannes Itten - Künstler und Lehrer, München, GRIN Verlag GmbH
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