Universität Hamburg
Psychologisches Institut
Seminar 16.011: Bewusstseinspsychologie;
Vertiefendes Seminar zur Allgemeinen Psychologie I, B
WS 2002/2003
vorgelegt von:
Agnes Szuszkiewicz
Inhaltsverzeichnis :
1. Einführung 3
2. Theoretische Ansätze der Emotionspsychologie 4
2.1. Evolutionsbiologischer Ansatz von Charles Robert Darwin 4
2.2. Die James-Lange-Theorie der Emotionen 5
2.3. Cannons Kritik an der James-Lange-Theorie 5
2.4. Cannons Emotionstheorie 6
2.5. Die Theorie von Stanley Schachter Jerome Singer 7
2.6. Die Theorie von Robert Plutchik 8
3. Vorgänge im Gehirn 10
3.1. Die Amygdala als zentrale Komponente eines „emotionalen Netzwerks“ 11
4. Fazit 14
5. Literaturverzeichnis 15
2
1. Einführung
Joseph LeDoux berichtet in seinem 1996 erschienenen Buch „Das Netz der Gefühle. Wie Emotionen entstehen.“ anschaulich und kompetent über das Gebiet der Hirnforschung, insbesondere wie und wo Emotionen entstehen und wie sie unser Leben lenken. Er erläutert u.a. folgende Fragen: Auf welche Weise beeinflussen Gefühle unsere Wahrnehmungen, Erinnerungen, Gedanken und Träume? Können wir unsere Emotionen steuern oder steuern sie uns? Sind sie Erbe unserer evolutionären Urgeschichte oder freie Fähigkeiten? Wann kippt Ängstlichkeit in panische Angst um, wann Begehren in Gier, Liebe in Hörigkeit, Lust in Sucht, Zorn in Hass? Ist alles nur Chemie und Elektrizität, oder mehr?
Da es sich bei der vorliegenden Arbeit nicht um eine Buchrezension handeln soll, beginne ich mit theoretischen Asätzen wichtiger Psychologen und fahre fort mit den „Vorgängen im Gehirn“ - wobei ich hier auf die durchaus wichtige Bedeutung der Amygdala auf die Emotionen eingehen werde. Im ersten Hauptteil meiner Arbeit befasse ich mich u.a. mit dem evolutionstheoretischen Ansatz von Darvin, mit der James-Lange-Theorie der Emotionen und deren Kritik von Cannon und schließlich mit den verhaltenstheoretischen Ansätzen von Schlachter & Singer, Plutchik und Zajonc. Weiter beschäftige ich mich mit der Zusammensetzung und Funktionsweise der Amygdala und mit deren Aufgabe als zentrale Komponte für ein emotionales Netzwerk verantwortlich zu sein.
Es sein erwähnt, dass es sich hierbei um eine vergröberte Darstellung des Sachverhalts handelt, die lediglich einen Einstieg in die Thematik bieten möchte und für sich nicht den Anspruch einer umfassenden Erklärung erhebt.
Die Literatur auf die ich mich im folgenden stütze ist im Literaturverzeichnis angegeben, es sei aber hervorgehoben, dass sich Ledoux in seinem Buch nicht sehr ausführlich den theoretischen Ansätzen widmet, so dass ich beim Verfassen meiner Arbeit auf andere Quellen zurückgreifen mußte.
3
2. Theoretische Ansätze der Emotionspsychologie
2.1. Evolutionsbiologischer Ansatz von Charles Robert Darwin
Emotionen sind für Charles Robert Darwin (1809-1882) bewußte mentale (geistige) Zustände von Personen und von höheren Tieren, wie z.B. Furcht, Wut, Traurigkeit und Überraschung. Er nimmt zumindest von einer Reihe von Emotionen an, dass sie durch Einschätzungen und Bewertungen von Objekten, Situationen oder Ereignissen zustandekommen. Die Hauptaussage Darwins besteht darin, dass Emotionen einen Selektionsvorteil mit sich bringen. Ihre Funktion kann nur unter dieser Annahme verstanden werden. Darwin stellt das seiner Zeit verfügbare Wissen über Gemütsbewegungen bei Menschen und Tieren in seinem Werk „Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei den Menschen und den Thieren“ zusammen und entwickelt eine evolutionäre Theorie des Ausdruck von Emotionen. Er beschreibt sehr detailliert Mimik und Körperbewegungen, in denen sich die Hauptemotionen des Menschen und anderer Tiere zeigen.
Der Emotionsausdruck (wird verursacht durch emotionale Gefühle) ist somit die Gesamtheit der bei Emotionen auftretenden beobachtbaren körperlichen Veränderungen (Mimik, Gestik, Körperhaltung, Vokalisationen und beobachtbare physiologische Veränderungen, wie z.B. das Zittern). Der Ausdruck von Emotionen und die Fähigkeit zum Erkennen der Bedeutung des Ausdrucks bei anderen sieht Darwin als ererbt an und erklärt die phylogenetsiche Entstehung des Emotionsausdrucks mit Hilfe von drei Prinzipien: 1. Prinzip der zweckmäßig assoziierten Gewohnheiten (Mit bestimmten Situationen sind bestimmte Verhaltensweisen verknüpft; in ähnlichen Situationen verhält man sich dann wieder ähnlich.); 2. Prinzp des Gegensatzes (Wenn man ein Gefühl erlebt und das damit verbundene motorische Ausdrucksverhalten zeigt und plötzlich ein gegensätzliches Gefühl empfindet, so zeigt man auch die entsprechende gegensätzliche Verhaltensweise, obwohl diese in der Situation keinen Vorteil bringt.); 3. Prinzip der direkten Tätigkeit des Nervensystems (Emotionen entstehen aufgrund von biologischen Vorgängen, die genetisch veranlagt sind.). Das zweite Prinzip, nach dem sich gegensätzliche Emotionen auch in diamentral engegengestzten Ausdrucksweisen äußern, hat sich für die vergleichende Erforschung des Ausdrucks als das fruchtbarste erwiesen.
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Arbeit zitieren:
Agnes Szuszkiewicz, 2003, Emotionen - nach Joseph Ledoux: Das Netz der Gefühle. Wie Emotionen entstehen, München, GRIN Verlag GmbH
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