Einleitung
1. Christentum, Mithras - Kult und Isis - Kult (Gemeinsamkeiten im Bezug auf Inhalt, Praxis, Symbolik)
1.1 Gemeinsamkeiten im Bezug auf die Inhalte der religiösen Lehre .………….S.7.
1.2 Gemeinsamkeiten in der Kultpraxis …………………………………………..S.17.
1.3. Gemeinsamkeiten in der Symbolik ………………………………………….S.21.
2. Christentum, Mithras - Kult und Isis - Kult (Unterscheidungen, Abgrenzungen, Konfliktpunkte).
2.1. Unterscheidungen im Bezug auf die Inhalte der religiösen Lehre…………S.24.
2.2. Unterscheidungen im Bezug auf die Kultpraxis …………………………….S.28.
2.3. Unterscheidungen in der Symbolik ……………………………………………S.31.
3. Bewertungen aus gesamtrömischer Sicht (Bevölkerung und staatliche Institutionen).
3.1. Die Bewertung der Kulte durch die Bevölkerung ……………………………S.33.
3.2. Die Bewertung der Kulte auf der Ebene der staatlichen Institutionen ……S.37.
4. Fazit ………………………………………………………………………………S.41.
5. Literaturverzeichnis ……………………………………………………………..S.45.
Einleitung
Im Bezug auf das religiöse Leben der römischen Kaiserzeit bieten sich insbesondere drei Kulte für eine Betrachtung an. Zusammen mit dem Christentum sind dies der römische Mithras - Kult und der römische Isis - Kult. In der Zeit ihrer gemeinsamen Existenz verbreiten sich diese drei Religionsformen im gesamten römischen Reich. 1 Der Kult der Isis findet bereits in der Zeit der späten Republik seinen Weg nach Rom. 2 Erste Zeugnisse für den römischen Mithras - Kult finden sich in der 2. Hälfte des 1. Jh. n. Chr. 3 Von einer beginnenden überregionalen Verbreitung des Christentums ist etwa seit der 2. Hälfte des 1 Jh. n. Chr. im Zuge der paulinischen Mission auszugehen. 4
Zu dieser Zeit prägen religiöse Vorstellungen das Weltbild der Menschen im römischen Reich. Religiöse Feste und die Ausführung religiöser Riten strukturieren den Alltag der Menschen. Gesellschaftliches, politisches und religiöses Leben sind hierbei nicht voneinander zu trennen. 5 Die Expansion des römischen Reiches und der damit - seit der Zeit der späten Republik -verbundene Romanisierungsprozess setzt allerdings viele der ursprünglich nicht unter römischem Einfluss stehenden und viele zum Teil nur lokal oder regional verbreitete Religionen und Kulte in einen neuen sozialen und politischen Zusammenhang. In der
1 T., Fleck, Isis, Serapis, Mithras und die Ausbreitung des Christentums im 3. Jahrhundert, in: K. - P., Johne/T., Gerhardt/U., Hartmann, Deleto paene imperio Romano, Transformationsprozesse des Römischen Reiches im 3. Jahrhundert und ihre Rezeption in der Neuzeit, Stuttgart 2006, S.290 - 291.
2 J., Bleicken, Verfassungs - und Sozialgeschichte des Römischen Kaiserreiches, Band 2, Paderborn 1994, S.115.
3 M., Clauss, Mithras, Kult und Mysterien, München 1990, S.31 - 32.
4 J., Bleicken, Verfassungs - und Sozialgeschichte des Römischen Kaiserreiches, Band 2, Paderborn 1994, S.141 - 146.
5 ebd., S.161 - 162.
römischen Kaiserzeit setzt sich dieser Prozess fort. 6 Die gesellschaftlichen und politischen Veränderungen führen wiederum zu einer Veränderung des religiösen Lebens. Innerhalb des
römischen Reiches finden sich nun eine Vielzahl religiöser Vorstellungen, die nun Teil des römischen religiösen Lebens werden, da Bürger des römischen Reiches sie praktizieren. 7 Zusammen mit der im Zuge dieser Entwicklung stattfindenden - als Synkretismus bezeichneten - Vermischung religiöser Inhalte kommt es zur Umdeutung bzw. Wandlung religiöser Traditionen und Inhalte. Eine besondere Rolle spielen in diesem Zusammenhang die sogenannten Erlösungsreligionen bzw. Mysterienkulte. 8 Hierzu lassen sich der römische Isis - Kult, der Mithras - Kult und auch das Christentum zählen. 9 Die Anerkennung des Christentums durch den römischen Staat im Jahr 313 n. Chr. leitet den Untergang des Mithras - und des Isis - Kultes - zusammen mit den anderen heidnischen Religionenein. 10
Die Frage nach eventuellen Gemeinsamkeiten oder Unterschieden zwischen diesen drei Religionen drängt sich nicht allein aufgrund ihres Einflusses und ihrer überregionalen Verbreitung auf. Alle drei Kulte stehen zur Zeit ihrer gemeinsamen Existenz in einem Spannungs - bzw. Konkurrenzverhältnis, das von der christlichen Seite ausgeht. 11 Für die christliche Seite - insbesondere für die christlichen Autoren der Apologetik - spielt im Zuge der inhaltlichen Bestimmung der „wahren“ christlichen Lehre die Frage nach
6 ebd., S.113 - 121.
7 Tert. apol. 24, 7 - 10; Min. Fel. 6, 1 - 3.
8 J., Bleicken, Verfassungs - und Sozialgeschichte des Römischen Kaiserreiches, Band 2, Paderborn 1994, S. 113 - 114.
9 ebd., S. 147. Laut Bleicken finden sich die zentralen Charakteristika der Mysterienkulte auch im Christentum.
10 Das Mailänder Reskript von 313 n. Chr. überliefert Eusebius: Eus. h. e. 10, 5, 1 - 3. Zum weiteren Verlauf: J., Vogt, Toleranz und Intoleranz im constantinischen Zeitalter, der Weg der lateinischen Apologetik, in: Saeculum 19 (1986), S.345 -347.
11 M., Clauss, Mithras, S.175.
Gemeinsamkeiten, bzw. Unterschieden zwischen den genannten Kulten eine wichtige Rolle. In diesem Zusammenhang finden sich bei wichtigen Autoren wie Justin oder Tertullian Äußerungen über beobachtbare Gemeinsamkeiten und vermeintliche Vermischungen der Kulte in Inhalt, Kultvollzug und Symbolik.
Die - von den Autoren der Apologetik in der Bemühung um die Charakterisierung des Christentums als die einzig wahre religiöse Lehre geführte Diskussion um Gemeinsamkeiten und Unterschiede findet ihre Entsprechung in der modernen Forschungsliteratur. Hier dauert die Diskussion bis zum heutigen Tag unvermindert an. Sie resultiert in einer Vielzahl unterschiedlicher Positionen. Einige Autoren wie Vermaseren oder Merkelbach gehen zum Beispiel von einer Vermischung bzw. Übernahme zentraler religiöser Inhalte zwischen den Kulten aus. Autoren wie Manfred Clauss argumentieren gegen diese Annahmen und von gehen von beobachtbaren Ähnlichkeiten aus, deren Feststellung jedoch keinerlei Rückschlüsse auf weitergehende inhaltliche Vermischungen oder Übernahmen zulassen.
Ziel dieser Arbeit ist es, beobachtbare Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Bezug auf den Inhalt der Lehre, den Kultvollzug und die Symbolik als zentrale, die Religion charakterisierende Elemente herauszuarbeiten. Inwieweit lassen die beobachtbaren
Gemeinsamkeiten weitere Schlüsse im Bezug auf eine Vermischung, bzw. Übernahme von Kultelementen zu? Inwieweit lassen sich beobachtbare Unterschiede klar voneinander abgrenzen? Im zweiten Teil der Arbeit sollen die herausgearbeiteten Punkte dann im Bezug auf die römische Bevölkerung und den römischen Staat betrachtet werden. Nicht alle Bürger des römischen Reiches waren Mitglieder dieser drei Religionsgemeinschaften. Es ist also die Frage, inwieweit dort Unterschiede oder Gemeinsamkeiten in der Bewertung vorliegen
und ob sich hier vielleicht vorangegangene Argumentationen wiederfinden und stützen lassen.
Der zu untersuchende Zeitraum in welchem alle drei Religionsformen existieren, lässt sich anhand der vorliegenden Forschungsergebnisse relativ genau eingrenzen. Er umfasst die Zeit vom Ende des 1. Jh. n. Chr. bis zum Ende des 4. Jh. n. Chr. Die Textgrundlage bilden in diesem Zusammenhang vor allem die Texte der christlichen Autoren, welche sich im Zuge der Entwicklung des christlichen Schrifttums, bzw. einer christlichen Theologie ausführlich mit den Grundlagen der christlichen Religion selbst auseinandersetzen. Die Schriften des Neuen Testaments und - darauf bezogen - die Schriften der christlichen Apologetik 12 , deren Autoren sich in der Tradition des Urchristentums sehen, sollen hier als zentrale Quellen Berücksichtigung finden. Die Apologeten setzen sich darüber hinaus mit den angesprochenen Kulten der Isis und des Mithras auseinander. Äußerungen aus nicht - christlicher Sicht finden sich bei römischen Autoren wie Tacitus und Plinius dem Jüngeren sowie bei griechischen Autoren wie Celsus oder Porphyrios. Im Bezug auf den römischen Isis - Kult wird auf die Schriften von Apuleius und Plutarch verwiesen. Darüber hinaus ist man hier auf die archäologische Überlieferung angewiesen. Auch beim römischen Mithras - Kult ist die Forschung im Wesentlichen auf die archäologische Überlieferung in Form von Inschriften, Monumenten, etc. angewiesen. Die für das 2. Jh. nach Chr. angenommenen schriftlichen Zeugnisse sind - bis auf ein bei Porphyrios erwähntes Fragment des Eubolos - leider nicht erhalten. Darüber hinaus sollen zentrale Positionen der aktuellen Forschungsliteratur berücksichtigt werden. Die angegebenen Quellen, sowie die verwendete Forschungsliteratur sind in der Literaturliste vermerkt.
12 Zu dem Begriff der Apologetik: G., Bardy, Apologetik, in: RAC I (1950), Sp. 538 - 543.
1. Christentum, Mithras -Kult und Isis -Kult
(Gemeinsamkeiten im Bezug auf Inhalt, Praxis, Symbolik)
1.1 Gemeinsamkeiten im Bezug auf die Inhalte der religiösen Lehre
Alle drei Religionsformen sind inhaltlichen Veränderungen unterworfen, die zum Teil zeitlich, aber auch lokal bedingt sind. Die Mysterienkulte der Isis und des Mithras werden in diesem Zusammenhang von ihren Anhängern unterschiedlich interpretiert. 13 Auch im Christentum finden sich in dem angesprochenen Zeitraum unterschiedliche Strömungen und lokal bedingte Phänomene. 14 Dort dauert die inhaltliche Auseinandersetzung in Form immer widerkehrender inhaltlicher Diskurse bis zum heutigen Zeitpunkt an. Insofern kann es nur darum gehen, wesentliche und kontinuierlich fassbare Inhalte der Religionen vor dem Hintergrund beobachtbarer möglicher Gemeinsamkeiten widerzugeben.
Die Geschichte des Christentums als eigenständige, vom Judentum als unabhängig begriffene Religion beginnt mit Paulus. Die auf dem Konzil von Jerusalem 48 n. Chr. beschlossene Loslösung von der jüdischen Gesetzgebung ist der Ausgangspunkt für die Entwicklung eines eigenen christlichen Selbstverständnisses. 15 Die Christen glauben an den einen Gott, der keine Götter neben sich hat. 16 Er ist charakterisiert als der „Schöpfer und Werkmeister des Alls.“ 17 Er ist der Erschaffer und Lenker der Welt, denn „alles kommt von ihm, hat
13 Zum Mithras - Kult: M., Clauss, Mithras, S. 27. Zum Isis - Kult: T., Fleck, Isis, Serapis Mithras und die Ausbreitung des Christentums im 3. Jahrhundert, S. 291 -292.
14 B., Möller, Geschichte des Christentums in Grundzügen, Göttingen 1992, S.42 -48.
15 J., Bleicken, Verfassungs - und Sozialgeschichte des Römischen Kaiserreiches, Band 2, Paderborn 1994, S.141 - 142.
16 Aristeid. apol. 15, 1 - 3; Min. Fel. 16,7; Cypr. unit. eccl. 4.
17 ebd.; Tert. apol. 17,1.
durch ihn Bestand und kehrt zu ihm zurück.“ 18 Der christliche Gott ist demnach ein allmächtiger Gott. Es wird in diesem Zusammenhang auch von der angebrochenen Herrschaft Gottes gesprochen. 19 Er ist der im Alten Testament vorausgesagte Erlöser der Menschen. 20 Dies zeigt sich auch in den zahlreichen im Neuen Testament erwähnten Wundern und Heilungen, durch Jesus Christus, in dem Gott Mensch geworden ist. 21 Jesus tritt hier als Heiler und Beschützer auf. Der christliche Gott ist also auch ein Heilgott und Schutzgott.
In Jesus Christus ist Gott „Fleisch geworden.“ 22 Gottes Wirken auf der Erde zeigt sich also in der Person des Jesus Christus. Gott ist dem Menschen durch Christus unmittelbar Nahe.
Da Christus der „fleischgewordene“ Gott ist, ist das Wort Jesu das dem Menschen überbrachte Wort Gottes. Sein Leben und seine Taten sind ein entscheidender Bezugspunkt für den christlichen Gläubigen. 23 Dementsprechend sind die Schilderungen der Worte, des Lebens und der Taten Jesu die zentrale Elemente der etwa ab der zweiten Hälfte des 1. Jh. n. Chr. entstehenden Schriften des späteren Neuen Testamentes und in der Folge auch der darauf zurückgreifenden christlichen Apologetik. 24
Mit der Kennzeichnung Christi als „Erlöser“ ist eine Heilserwartung verknüpft. Jesus wird nach seinem Tod am Kreuz „erlöst.“ Auf Leid und Tod folgen Auferstehung und Himmelfahrt. 25 Auf Leid und Tod in der diesseitigen Welt folgt die Erlösung in Form des ewigen
18 Röm. 11, 36.
19 Iust. Mart. 1 apol. 41.
20 Iust. Mart. 1 apol. 31.
21 Luk. 6, 9 - 10; Luk. 5, 17 - 25.
22 Iust. Mart. 1 apol. 66; Tert. apol. 21, 13 - 14.
23 J., Rist, Christentum, in: DNP 2 (1997), Sp. 1153 - 1164.
24 J., Bleicken, Verfassungs - und Sozialgeschichte des römischen Kaiserreiches, Band 2, S.151/S.179/ S.184 - 197.
25 Tert. apol. 21, 18 - 23.
Lebens im Jenseits. 26 Wie die Apostel nach Christi Tod seine Nachfolge antreten, tritt der Gläubige - in Erwartung des Heilsdurch die Orientierung an Christus seine Nachfolge an. 27 Die Orientierung an Christus ist hierbei eine Willensentscheidung des Gläubigen. 28 Der Gläubige sagt sich im Auge der „Buße“ von der Welt, von der Sünde los. Dies geschieht durch die Taufe. Durch sie erfolgt die „Reinigung“ bzw. Umwandlung des Menschen. Der Mensch wird von der Sünde befreit. 29 Wie Christus stirbt er für die Sünde, um wiedergeboren zu werden. 30 Die Taufe ist - durch den Nachvollzug des Todes und der Auferstehung -eine
Gotteserfahrung. Die Taufe ist darüber hinaus der Initiationsritus, welcher den Gläubigen zu einem Mitglied der christlichen Gemeinde macht. 31 Die Erlösung für den Gläubigen erfolgt im Zuge der Wiederkehr, der Parusie Christi. 32 Im Zuge der Widerkehr werden in einem „Endgericht“ die rechtschaffenden Gläubigen erlöst. 33 Auf das Leben im Diesseits folgt ein neues Leben im Jenseits. 34 Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Vorstellung von Himmel und Hölle. Der Himmel ist die Welt Gottes und des Lichtes. 35 Die Hölle ist die Welt des Teufels und der Finsternis. 36
Aus der Schilderung der Lehre, des Lebens und den Taten Jesu ergeben sich weitere zentrale Inhalte der Lehre. Hierzu gehört eine eigene Sozialethik, gebunden an das Gebot der „doppelten Liebe“
26 Röm. 6, 8 - 10; Röm. 6, 23.
27 vgl. Orig. comm. in Rom. 5,10, ; Röm, 6,8 - 10,11.
28 B., Möller, Geschichte des Christentums in Grundzügen, Göttingen 1992, S.30.
29 Tert. bapt. 1,1.
30 Röm. 6,3 - 6.5; Röm. 6, 10 - 11.
31 A., Tripolis, Religions of the Hellenistic - Roman age, Cambridge 2002, S.96.
32 J., Bleicken, Verfassungs - und Sozialgeschichte des römischen Kaiserreiches, Band 2, Paderborn 1994, S.148 - 149; Matth. 16, 27 - 28.
33 Iren. haer 32,1 (3/8).
34 Iust. Mart. 1 apol. 11; Tert. apol. 18, 1 - 4.
35 G., Heinz - Mohr, Hölle, in: Lexikon der Symbole, Bilder und Zeichen der christlichen Kunst, Freiburg 1991, Sp. 148.
36 ebd.
und das Gleichheitsgebot. In diesem Zusammenhang ist die Fürsorge allgemein, aber auch Armenfürsorge ein wichtiges Element des christlichen Gemeinschaftslebens. 37
Im Bezug auf die Gottesvorstellung lassen sich inhaltliche Übereinstimmungen sowohl zum Mithras - als auch zum Isis - Kult feststellen. Auch der römische Mithras ist ein Schöpfergott. Er wird als „Schöpfer und Vater des Alls“ bzw. als „Kosmokrator“ beschrieben. 38 Mithras ist darüber hinaus ein allmächtiger, unbesiegbarer Gott. Er ist der allmächtige Sonnengott. 39 Er ist außerdem eine Art Schutzgott. 40 Für die Göttin Isis ist der Begriff „Allgott“ ebenfalls verwendbar. Beleg hierfür sind - unter Anderemdie zahlreichen Titel, welche die Funktionen und Fähigkeiten der Göttin ausdrücken und mit denen sie im Zuge der Kultausübung bzw. Huldigung angerufen wurde. Das bereits angedeutete Phänomen des Synkretismus - das im Bezug auf den Isis - Kult in Ägypten bereits zu hellenistischer Zeit wirksam ist, führt hierbei zu einer Vielzahl von Funktionen, welche die Isis zu einer Art Universalgöttin machen und ihr ebenfalls die Rolle einer Art allerhaltenden und allerschaffenden Gottheit zubilligen. Sie ist die höchste aller Gottheiten. Sie ist die Himmelskönigin, die Herrin des Himmels. Sie ist außerdem eine wichtige Schutz - und Heilgöttin, wiederum eine Parallele zum heilenden, Wunder vollbringenden christlichen Gott. 41 Dies äußert sich in zahlreichen Bitten an die Göttin um Schutz bzw.
37 B., Möller, Geschichte des Christentums in Grundzügen, Göttingen 1992, S.41.
38 M., Clauss, Mithras, S.92.
39 M., Clauss, Mithras, S.33/S.176.
40 ebd., S. 36.
41 M., Haase, Isis, in: DNP 5 (1998), Sp. 1127 - 1128. Die bei Apuleius (2. Jh. n. Chr.) für die Kaiserzeit genannten Eigenschaften und Titel sind hier den inhaltlich im wesentlichen identischen Titeln der Isis - Aretalogie (2. Jh. v. Chr.) und der ägyptischen Ephiteta (1550 - 1070 v. Chr.) gegenübergestellt.
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Simon Muss, 2008, Christentum, Mithras - Kult und Isis - Kult in der römischen Kaiserzeit: Ein Vergleich, München, GRIN Verlag GmbH
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