Inhaltsverzeichnis
I. Einführung 2
II. Geschichte der Armut 3
III. Die „neue Armut“ 5
3.1 Aspekte der Armut 5
3.2 Formen der Armut 5
3.3 Risikogruppen 6
3.4 Ursachen 7
3.4.1 Arbeitslosigkeit 7
3.4.2 Kulturelle Dynamiken 8
3.4.3 Das Wohlfahrtsstaatsystem 8
3.5 Folgen von Armut 9
3.6 Fazit 10
IV. Milieu und Armut im internationalen Vergleich 11
4.1 Die „new urban underclass“ in New York 11
4.2 Die „new urban underclass“ in Berlin? 13
4.3 Fazit 14
V. Schlussbetrachtung 16
VI. Literaturverzeichnis 17
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I. Einführung
Gab es Armut schon immer? Ist sie ein statischer Zustand oder ein Prozess? Und hat sie sich im Laufe der Zeit verändert, oder bedeutete Armut im Mittelalter das gleiche wie heute? Wer ist arm? Wann, und weshalb? Was bedeutet es arm zu sein? Gibt es zwischen Armut und Milieu einen Zusammenhang? Und weshalb interessieren sich Stadtsoziologen für das Phänomen der Armut?
All diesen Fragen soll im Folgenden nachgegangen werden. Grundlage dieser Arbeit ist das Referat zum Thema „Milieu und Armut“ vom 18.11.2002. In dieser verschriftlichten Form wollen wir einen Überblick über die Geschichte der Armut geben, da sich ihre Bedeutung während der Jahrhunderte verändert hat. Die traditionelle und die heutige Form, die so genannte „neue Armut“, unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Ursachen und der Gruppen, die von ihr betroffen sind. Im Rahmen der Stadt- und Regionalsoziologie ist Armut als eine Ursache für die Ausprägung bestimmter städtischer Strukturen von Interesse. Sie ist ein Indikator sozialer Ungleichheit und prägt das Städtebild durch die räumliche Ungleichverteilung der Bevölkerung.
Nach dem schon genannten historischen Überblick wollen wir versuchen, Armut näher zu definieren. Wir werden auf die unterschiedlichen Ursachen, die Aspekte der Armut, Risikogruppen und ihre Folgen eingehen. Danach soll anhand der Beispiele New York und Berlin ein internationaler Vergleich gezogen werden, der den Zusammenhang zwischen Armut und Milieu verdeutlicht.
Die Schlussbetrachtungen beziehen sich auf die im Anschluss an das Referat gestellten Fragen und versuchen, die wichtigsten Gedanken aus der Diskussion zusammenzufassen.
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II. Die Geschichte der Armut
Die Armut unserer Zeit wird in der Soziologie als „neue Armut“ bezeichnet. Daraus kann man schließen, dass es bereits „alte Armut“ gab, die sich in gewissen Kriterien von der heutigen Form unterschieden hat. Über die Unterschiede zwischen „alter“ und „neuer Armut“ wird deshalb ein kurzer historischer Überblick gegeben, der die Entwicklungstendenzen der Armut seit dem Mittelalter bis ins 20.Jahrhundert zusammenfasst.
Die Frühzeit (12. und 13. Jahrhundert) war gekennzeichnet durch die „Dorfarmut“. Sie war die Folge der sich verändernden agrarischen Ordnung, bedingt durch das Aufkommen der Markt- und Geldwirtschaft. Armut bedeutete ein Leben an oder unter der Grenze des physischen Überlebens. Die Existenz der ländlichen Bevölkerung war ständig bedroht durch Missernten, Preisverfall etc. Betroffen waren vor allem Arbeitskräfte ohne Land oder Familien, deren Höfe das Überleben nicht mehr absichern konnten. Differenzen gab es jedoch im Bezug auf den Grad der Armut. Lohnabhängige Handwerker und Gesellen in den Städten waren zwar gefährdet durch niedrige Löhne und konjunkturelle Schwankungen, aber sie verloren nicht ihren sozialen Status durch den Schutz der Zunft. Ungelernte Arbeitskräfte, Handlanger und Tagelöhner gehörten hingegen keiner Zunft an, hatten somit keine institutionelle Teilhabe an der Gesellschaft und wurden ausgegrenzt. Sie mussten außerhalb der Stadtmauern leben.
Der Wechsel von der Agrar- zur Industriegesellschaft führte auf dem Land zu Massenarbeitslosigkeit. Überschüssige Arbeitskräfte versuchten deshalb der Armut durch Landflucht zu entgehen. Im 16. Jahrhundert stieg der Duck auf die Städte dadurch enorm an. Man begann, Arme in „würdige“ (z.B. Kranke) und „unwürdige“ zu unterteilen und ging gegen letztere, zu denen Bettler und Landstreicher zählten, hart vor. Sie wurden als faul angesehen, verachtet und der Städte verwiesen. Im 17. und 18.Jahrhundert wuchs die Zahl der Vagierenden. Sie machten etwa 10% der Gesamtbevölkerung aus. In der zweiten Hälfte des 18.Jahrhundert vergrößerte sich die Armutsbevölkerung um das neunfache durch Seuchen, Kriege und Hunger. Der Armutsbegriff war nun nicht mehr Gegensatz von Reichtum und Überfluss. Es gab den neuen Begriff der Dürftigkeit. Armut war: „...derjenige Begriff der Dürftigkeit, der durch das Unvermögen gekennzeichnet ist, sich das zur Erhaltung des Lebens unbedingt Notwendige zu verschaffen...“ (vgl. Kronauer 1998). Arbeit wurde zum Heilmittel gegen Armut.
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Mit der Industriellen Revolution im 19. Jahrhundert verschob sich der Schwerpunkt der Wirtschaft endgültig vom Land in die Stadt. Die Armut zog mit und wurde nun zum Ergebnis industriell-kapitalistischer Produktion. Armut wurde gleichgesetzt mit der neuen Klasse des Proletariats, das zwar Arbeit hatte, aber damit trotzdem kaum ihr physisches Überleben sichern konnte. Durch den Tod oder Krankheit des Hauptverdieners, Kinderreichtum oder Altersschwäche blieb Armut auch für Arbeiter und deren Familien eine ständige Bedrohung.
Auf der anderen Seite gab es das „Lumpenproletariat“ (Marx). Dazu zählten diejenigen, die aus verschiedensten Gründen immer noch „überflüssig“, also arbeitslos waren. Davon waren jedoch nur 5% der Armen betroffen. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich auch die staatliche Unterstützung für Witwen, Kranke und auch Arbeitslose. In der ersten Hälfte des 20.Jh. blieb das Massenelend der Arbeiterschicht bestehen. Ursachen dafür sind der I. Weltkrieg, die Inflation und die Wirtschaftskrise. Nach dem II. Weltkrieg ging man davon aus, dass das wirtschaftliche Wachstum Armut endgültig auslöschen würde. Der Ausbau des sozialen Sicherungssystems sollte auch das Abrutschen von gefährdeten Personengruppen, z.B. alten Menschen, vaterlosen Familien und Arbeitslosen verhindern. Trotz des Wirtschaftswachstums steigt die Zahl der Arbeitslosen seit den 70er Jahren wieder an. Gründe dafür sind die zunehmende Technisierung und Deindustrialisierung. Da das staatliche Sicherungssystem Lücken aufweist, steht die „neue Armut“ in direktem Zusammenhang mit dem Verlust der Arbeitsstelle. Arbeitslosigkeit ist also die Hauptursache der „neuen Armut“ und wird mehr und mehr als ein Phänomen der kapitalistischen Gesellschaftsordnung anerkannt. Damit liegt es nun in der Verantwortung des Staates, Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung zu ergreifen. Denn diese neue Art gefährdet nicht nur das physische Überleben, sondern auch die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Fazit: Die „alte Armut“ war auf den ländlichen Bereich konzentriert. Sie dehnte sich
jedoch durch den Zusammenbruch der agrarischen Ordnung und die dadurch bedingte Landflucht auf die Städte aus. Im Zuge der Industrialisierung wurde zwar der Großteil der „Überschüssigen“ absorbiert, aber es entstand die neue, arme Klasse des Proletariats. Mit dem erneuten Wechsel von der Industriezur
Dienstleistungsgesellschaft nahm die Zahl der Arbeitslosen wieder stark zu. Die „neue Armut“ findet sich also in der Stadt. Ihre Hauptursache ist Arbeitslosigkeit. „Working
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Arbeit zitieren:
Claudia Meiling, 2002, Milieu und Armut, München, GRIN Verlag GmbH
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Armut aus soziologischer Sicht
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