Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis IV
1. Einführung. 1
1.1. Allgemeines 1
1.2. Begriff der Organisationsentwicklung 1
2. Organisation. 1
2.1. Begriff 2
2.2. Organisation als soziales System. 2
2.3. Entwicklungsphasen. 2
2.4. Strategien zur Organisationsänderung 3
3. Grundsätze von Organisationsentwicklung 4
3.1. Entwicklung 4
3.2. Inhalt. 5
3.3. Einordnung und Abgrenzung. 6
3.4. Gründe und Notwendigkeit 6
3.5. Merkmale. 7
3.5.1. Geplanter Wandel. 7
3.5.2. Systemansatz - Einbeziehung der gesamten Organisation 7
3.5.3. Aktive Beteiligung der Organisationsmitglieder - Partizipation 8
3.5.4. Kontinuierlicher Prozess - Evolution statt Revolution 8
3.5.5. Humanistisches Menschenbild 9
3.6. Ziele. 9
3.6.1. Steigerung der Qualität des Arbeitslebens - Humanisierung 10
3.6.2. Steigerung der Leistungsfähigkeit der Organisation - Effektivität 10
II
4. Ablauf der Organisationsentwicklung 10
4.1. Aktionsforschung als Grundlage von Organisationsentwicklung 10
4.2. Art und Weise der Durchführung von Organisationsentwicklung. 11
4.2.1. Rolle des Organisationsentwicklungs-Beraters 11
4.2.2. Interner oder externer Berater 11
4.2.3. Anforderungen an den Berater 12
4.3. Genereller Prozess der Organisationsentwicklung 12
4.3.1. Auftauen - unfreezing 12
4.3.2. Ändern - moving/changing. 13
4.3.3. Wiedereinfrieren - refreezing 13
4.4. Phasen der Organisationsentwicklung 13
4.4.1. Vorphase 13
4.4.2. Diagnosephase 14
4.4.3. Entwicklungsphase. 14
4.4.4. Stabilisierungsphase 15
4.5. Techniken und Methoden der Organisationsentwicklung 16
4.5.1. Survey-Feedback 17
4.5.2. Konfrontationstreffen 17
4.5.3. Grid-Organisationsentwicklung. 17
4.5.4. Sensitivitäts-Training 18
4.5.5. Open-Space 19
4.5.6. Unternehmenstheater. 19
4.6. Strategiemodelle der Organisationsentwicklung. 20
5. Bewertung der Organisationsentwicklung 21
5.1. Erfolgsergebnisse. 21
5.2. Grenzen und Probleme 22
6. Praxisbeispiel von Organisationsentwicklung im Krankenhausbereich 23
7. Schlussbemerkungen 23
7.1. Aktuelle und zukünftige Entwicklung: Die Lernende Organisation. 23
7.2. Resümee 24
Anhang V
Literaturverzeichnis XXVII
III
Abkürzungsverzeichnis
i.d.R. in der Regel zfo Zeitschrift Führung + Organisation
IV
1. Einführung
1.1. Allgemeines
„Zur Organisationsentwicklung existiert keine geschlossene Theorie.“ 1 Deshalb gibt es zu diesem Thema eine Vielzahl von Veröffentlichungen, deren Inhalte sich, nicht zuletzt aufgrund internationaler Verschiedenheiten und unterschiedlicher Auffassungen, z.T. deutlich unterscheiden. Diese Arbeit setzt sich somit aus dem Studium vieler Einzelabhandlungen zusammen und soll insbesondere die herrschende Meinung in der Literatur zum Ausdruck bringen. Aufgrund der begrenzten Kapazitätsvorgaben ist in diesem Rahmen eine tiefergreifendere Behandlung des Themas nicht möglich.
1.2. Begriff der Organisationsentwicklung
Generell lässt sich Organisationsentwicklung („organization development“) als ein umfassender Entwicklungs- und Veränderungsprozess von Organisationen und den in ihr tätigen Menschen 2 durch ein „geplantes, systemorientiertes, pädagogisches Programm“ 3 beschreiben. Sie ist ein mittel- und langfristig angelegter, kontinuierlicher und nachhaltiger Veränderungsprozess zur gezielten Entwicklung der Strukturen, Prozesse, Kultur und Menschen einer Organisation 4 .
2. Organisation
Um über die Entwicklung von Organisationen zu sprechen, ist es zweckmäßig, vorher einige grundlegende Bemerkungen zum Veränderungsobjekt an sich zu machen.
1 Hentze, Joachim: Personalwirtschaftslehre. 1. Grundlagen, Personalbedarfsermittlung, -beschaffung, -entwicklung und -einsatz, in: UTB für Wissenschaft, Uni-Taschenbücher 649, 6. Aufl., Bern/Stuttgart/Wien 1994, S. 316; Hentze, Joachim/Brose, Peter: Studienbibliothek Organisation, in: Wittgen, R. (Hrsg.): mi-Studienbibliothek-Betriebswirtschaft, Landsberg am Lech 1985, S. 181
2 Vgl. Internet-Recherche vom 21.10.2002, http://www.zoe.ch/sites/Index_literatur1.html, S. 6
3 Schramm, Dieter: Zur Theorie und Methodik der Organisationsentwicklung - Organisationsentwicklung von „Innen“, in: Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge (Hrsg.): Veränderungen in sozialen Einrichtungen. Organisationsentwicklung und Stellenbeschreibung in der Praxis, Arbeitshilfen, Heft 46, Frankfurt am Main 1993, S. 17
4 Vgl. Internet-Recherche vom 21.10.2002,
http://www.goll.de/fp/archiv/leistung/Organisationsentwicklung.shtml
1
2.1. Begriff
Eine Organisation wird als ein soziales und evolvierendes System definiert 5
Inhaltlich lässt sich „Organisation“ in drei Kategorien einteilen (siehe Anhang,
Abb. 1 und Abb. 2):
Der institutionale Organisationsbegriff versteht Organisation als ein zielgerichtetes,
offenes und sozio-technisches System. Im funktionalen Sinn ist sie die Aktivität zur
Bildung von Organisationsstrukturen. Die instrumentale Auslegung sieht diese als
Gesamtheit aller generellen expliziten Regelungen. 6
Im Sinne der Organisationsentwicklung wird i.d.R. die erste Variante zugrunde
gelegt.
2.2. Organisation als soziales System
Dem sozialen System, als Sub-System der Gesamtorganisation, wird bei der Or-
ganisationsentwicklung besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Dieses umfasst
insbesondere die Mitarbeiterqualifikationen, die Unternehmensphilosophie, den
F ührungsstil sowie Normen und Werte 7 Soziale Systeme sind dabei durch Struk-
turdeterminiertheit 8 , Entwicklungsfähigkeit bzw. -zwang zu qualitativen und neuar-
tigen Veränderungen, spontane Ordnungsentstehung 9 , Komplexität sowie dem
Grad der Abgrenzung zur Umwelt durch ihre Identität gekennzeichnet 10
2.3. Entwicklungsphasen
Unternehmen samt Organisation durchlaufen nach Lievegoed während ihres Le-
benszyklus ´ drei typische Phasen (siehe Anhang, Abb. 3 und Abb. 4) - sie erblü-
hen , werden alt oder erstarren 11
5 Vgl. Baumgartner, Irene et al.: OE-Prozesse. Die Prinzipien systemischer Organisationsentwick-
lung. Ein Handbuch für Beratende, Gestaltende, Betroffene, Neugierige und OE-Entdeckende, 4.
Aufl. , Bern/Stuttgart/Wien 1996, 67
6 Vgl. Schulte-Zurhausen, Manfred: Organisation, München 1995, S. 1 ff. Hentze, Joachim/Brose,
Peter : a.a.O., S. 12 f.
7 Vgl. French, Wendell L./Bell, Cecil H.: Organisationsentwicklung. Sozialwissenschaftliche Strate-
gien zur Organisationsveränderung, in: UTB für Wissenschaft, Uni-Taschenbücher 486, 4. Aufl.,
Bern /Stuttgart/Wien 1994, S. 103 ff.
8 Organisationsstruktur bestimmt Handlungs- und Veränderungsmöglichkeiten der Organisation
9 Vorgabe entwicklungsfähiger Rahmenbedingungen anstatt konkreter, zielgerichteter Maßnahmen
10 Vgl. Baumgartner, Irene et al.: a.a.O., S. 38 ff.
11 Vgl. French, Wendell L./Bell, Cecil H.: a.a.O., 66
2
• Pionierphase:
In den Gründerjahren existieren meist einfache, stark marktbezogene Unternehmensstrukturen 12 , in denen der „Chef“ als Pionier durch autoritäre Führung sämtliche Entscheidungen trifft. Die Begeisterung ist groß, das Geld knapp und von Organisation noch kaum eine Spur 13 . Aufgrund steigendem Wachstum und Komplexität der Unternehmung, Kapitalmangel, Mitarbeiteremanzipation und erhöhtem Planungsbedarf 14 wird der Übergang zur nächsten Phase unvermeidbar. • Differenzierungsphase:
Diese Phase ist durch Organisationsbewusstsein sowie einer „Verwissenschaftlichung“ der Betriebsführung geprägt, bei der Transparenz und Effizienz der Unternehmensstruktur sowie Innenorientierung im Vordergrund stehen 15 . Gleichzeitig ist sie mit Spezialisierung, Mechanisierung, Standardisierung und Rationalisierungsmaßnahmen verbunden 16 . Aufgrund sinkender Flexibilität und Marktorientierung ist auch diese Periode nicht von ewiger Dauer. • Integrationsphase:
Nach der technologischen und ökonomischen Fundierung in den ersten Phasen rücken jetzt verstärkt der Mensch sowie der soziale Aspekt in den Mittelpunkt, wobei sich die Organisation als „Symbiose menschlicher und sachlicher Anforderungen und Erkenntnisse“ 17 darstellt. Diese „ideale“ Periode, die auch von der Organisationsentwicklung aufgegriffen wird, ist u.a. gekennzeichnet durch Individualität, Kommunikation, Selbstkoordination und -kontrolle, Prozessdenken sowie Team-orientierung 18 .
2.4. Strategien zur Organisationsänderung
Es werden drei Strategien unterschieden, denen jeweils unterschiedliche Annahmen, Menschenbilder und Interventionsmaßnahmen zugrunde liegen 19 .
12 Vgl. Gomez, Peter/Zimmermann, Tim: Unternehmensorganisation. Profile, Dynamik, Methodik, in: St. Galler Management-Konzept, Bd. 3, 2. Aufl., Frankfurt am Main 1993, S. 144
13 Vgl. Berger, Reimund/Borkel, Wolfgang: Handbuch Betriebsorganisation. Grundsätze und Strategien erfolgreicher Unternehmensführung, München 1992, S. 27
14 Vgl. Baumgartner, Irene et al.: a.a.O., S. 68 f.
15 Vgl. Berger, Reimund/Borkel, Wolfgang: a.a.O., S. 27
16 Vgl. Baumgartner, Irene et al.: a.a.O., S. 70 f.
17 Berger, Reimund/Borkel, Wolfgang: a.a.O., S. 28
18 Vgl. Baumgartner, Irene et al.: a.a.O., S. 73 f.
19 Vgl. Baumgartner, Irene et al.: a.a.O., S. 76
3
• Rationale Strategien:
Diese beinhalten zielgerichtete Veränderungen durch Fachexperten und gehen davon aus, dass der Mensch als rationales Wesen mithilfe von Logik und Einfluss zu Veränderungen überzeugt werden kann 20 . • Machtstrategien:
Hier wird durch Einfluss der Machtausübung von „Führenden“ auf „Untergebene“ deren Wille auf ein bestimmtes Veränderungsziel ohne zeitaufwendige Konsensprozesse zügig umgesetzt 21 . • Entwicklungsstrategien:
Deren Merkmale spiegeln sich i.d.R. im Prozess der Organisationsentwicklung wieder. Ein Berater versucht, zusammen mit dem Unternehmen auf dessen Organisation einzuwirken, Probleme zu entdecken und nach Lösungen zu suchen. Diese normativ-reedukative Strategie regt die Menschen mit Methodiken an, bereits vorhandene Lösungsfähigkeiten zu nutzen oder solche zu entwickeln, um einen Umerziehungsprozess in Gang zu setzen. 22
3. Grundsätze von Organisationsentwicklung
Um die Wirkungen der Organisationsentwicklung aufzuzeigen, ist es notwendig, sich die Grundsätze und Hauptkennzeichen dieser zu verdeutlichen.
3.1. Entwicklung
Die Organisationsentwicklung hat ihren Ausgangspunkt in der Human-Relations-Bewegung nach dem Zweiten Weltkrieg und den Arbeiten von Kurt Lewin 23 , der mit seiner „sozialpsychologischen Feldtheorie“ 24 als Urvater dieser gilt 25 . Das Organisationsentwicklungskonzept wurde erstmals in den fünfziger Jahren von Esso in den USA eingesetzt 26 . In Deutschland fand es dagegen erst Ende der siebziger Jahre verstärkte Anerkennung in Theorie und Praxis 27 . In den letzten Jahren wurde die Organisationsentwicklung als wirksames Instrument erkannt und kam bzw.
20 typisch für die Differenzierungsphase; vgl. Baumgartner, Irene et al.: a.a.O., S. 76 ff.
21 typisch für die Pionierphase; vgl. Baumgartner, Irene et al.: a.a.O., S. 78 ff.
22 typisch für die Integrationsphase; vgl. French, Wendell L./Bell, Cecil H.: a.a.O., S. 73 ff.
23 Vgl. Grochla, Erwin: Grundlagen der organisatorischen Gestaltung, Stuttgart 1995, S. 83
24 darauf aufbauend Laboratoriumstraining und Survey-Feedback als Quellen der Organisationsentwicklung
25 Vgl. French, Wendell L./Bell, Cecil H.: a.a.O., S. 42
26 Vgl. Vahs, Dietmar: Organisation. Einführung in die Organisationstheorie und -praxis, in: Pietschmann, Bernd P./Vahs, Dietmar (Hrsg.): Praxisnahes Wirtschaftsstudium, Stuttgart 1997, S. 247
27 Vgl. Schreyögg, Georg: Organisation. Grundlagen moderner Organisationsgestaltung. Mit Fallstudien, 3. Aufl., Wiesbaden 1999, S. 499; French, Wendell L./Bell, Cecil H.: a.a.O., S. 5
4
kommt immer häufiger zur Anwendung 28 . So wurde bzw. wird sie z.B. bei großen Unternehmen wie Peugeot und IBM, aber auch in (Hoch-)Schulen, sozialen Einrichtungen, Verwaltungen und sogar bei Indianerstämmen praktiziert 29 .
3.2. Inhalt
Über den Inhalt/die Teilgebiete der Organisationsentwicklung gibt zwei verschiedene Ansichten.
Im engen Sinne (siehe Anhang, Abb. 5) wird darunter hauptsächlich die verhal-tenstheoretische Konzeption zur Veränderung der emotional geprägten Einstellungen, Verhaltensweisen und Wertvorstellungen der Menschen als Organisationsmitglieder sowie deren sozialen Beziehungen verstanden 30 . Dies stellt zugleich die herrschende Meinung dar.
Andere führen neben diesem personalen Ansatz einen strukturellen Ansatz auf, bei dem zusätzlich durch strukturell-technologische Veränderungen 31 auf die Organisationsstruktur eingewirkt wird (Organisationsentwicklung im weiten Sinne [siehe Anhang, Abb. 6]) 32 . Die Organisationsstrukturbeeinflussung wird nach der ersten Auffassung dagegen unter „Reorganisation“ 33 bzw. „Organisationsgestaltung“ 34 anstatt Organisationsentwicklung gesehen. Jedoch sollten beide Aspekte zusammen in Betracht gezogen werden, da „das eine ohne das andere“ aufgrund vorliegender Interdependenzen nur schwer funktioniert: Das menschliche Verhalten lässt sich kaum wirksam verändern, wenn nicht auch die strukturellen Gegebenheiten geändert werden - ebenso wird eine Änderung des strukturellen Rahmens nicht unbedingt von einer Verhaltensänderung in die gewünschte Richtung begleitet werden 35 .
28 Vgl. Probst, Gilbert J. B.: Organisation. Strukturen, Lenkungsinstrumente, Entwicklungsperspektiven, Landsberg am Lech 1992, S. 562
29 Vgl. French, Wendell L./Bell, Cecil H.: a.a.O., S. 43
30 Vgl. Bennis, Warren G.: Organisationsentwicklung. Ihr Wesen, ihr Ursprung, ihre Aussichten, Baden-Baden/Bad Homburg 1972, S. 28; Grote, Martin: Organisationsentwicklung in Banken. Strategie und Realisation, in: Bankakademie e.V. (Hrsg.): Kompendium bankwirtschaftlicher Anwendungsfelder, Frankfurt am Main 1995, S. 49; Vahs, Dietmar: Organisation, a.a.O., S. 246; Grochla, Erwin: a.a.O., S. 82
31 z.B. 3 Abteilungsleiter á 30 Mitarbeiter statt 1 á 90, Teilen/Zusammenlegen/Ausgliedern von Organisationseinheiten
32 Vgl. Olfert, Klaus/Steinbuch, Pitter A.: Personalwirtschaft, in: Olfert, Klaus (Hrsg.): Kompendium der praktischen Betriebswirtschaft, 9. Aufl., Ludwigshafen am Rhein 2001, S. 467 f.; Hentze, Joachim/Brose, Peter: a.a.O., S. 188 ff.
33 Vgl. Bea, Franz Xaver/Göbel, Elisabeth: Organisation. Theorie und Gestaltung, in: Bea/Dichtl/Schweitzer (Hrsg.): Grundwissen der Ökonomik-Betriebswirtschaftslehre, UTB für Wissenschaft, Uni-Taschenbücher 2077, Stuttgart 1999, S. 417
34 Vgl. Schulte-Zurhausen, Manfred: a.a.O., S. 4
35 Vgl. Schanz, Günther: Organisationsgestaltung. Management von Arbeitsteilung und Koordination, 2. Aufl., München 1994, S. 417; Grochla, Erwin: a.a.O., S. 88
5
3.3. Einordnung und Abgrenzung
In der Theorie und Praxis gibt es keine eindeutigen Standpunkte zur Einordnung der Organisationsentwicklung in den Betriebsablauf bzw. -aufbau. Besonders bei der Abgrenzung zur Personalentwicklung gibt es keine Klarheit 36 . Einige sehen die Personalentwicklung als Überbegriff und Voraussetzung 37 , manche dagegen als Teilgebiet und Ergebnis 38 der Organisationsentwicklung. Wichtig ist in jedem Fall ein optimales Zusammenspiel beider, denn die „eine“ funktioniert nicht richtig ohne die Unterstützung der „anderen“ 39 . Ebenso herrscht Unstimmigkeit bei ihrer Einordnung im Rahmen der „Organisation“ als betrieblichen Funktionsbereich. Manchmal wird sie innerhalb der organisa-torischen Gestaltung als verhaltensorientierter Gegenpart zur strukturorientierten Organisationsplanung und -kontrolle verstanden (siehe Anhang, Abb. 7) 40 , oft wiederum als umfassende, dynamische, struktur- und verhaltensorientierte Veränderungsmethode in Bezug auf die starre Organisationsgestaltung (siehe Anhang, Abb. 8).
Eine gute Variante bildet eine integrierte Personal- und Organisationsentwicklung (siehe Anhang, Abb. 9), die bewegliche Strukturen zur vollen Entfaltung von Mitarbeiterpotenzialen sowie zur Ermöglichung, Förderung und Forderung von individuellen und organisationalen Veränderungen und Weiterentwicklungen schaffen soll 41 .
3.4. Gründe und Notwendigkeit
Die Hauptursache für den steigenden Veränderungsdruck und damit der Notwendigkeit von Organisationsentwicklung ist der Wandel, dem die meisten Unternehmen nicht gerecht werden und nachkommen können. Schon früher wusste man: „Nicht ist beständiger als der Wandel“ 42 . Das gilt in der heutigen schnelllebigen Zeit umso mehr.
Es gibt externe und interne Gründe für die Notwendigkeit von Veränderungsmaßnahmen. Erste resultieren aus der dynamischen und komplexen Umwelt, u.a. mit ihren folgenden Begleiterscheinungen: Verkürzung der Produktlebenszyklen, zu- 36 Vgl.Olfert, Klaus/Steinbuch, Pitter A.: a.a.O., S. 419 f., 467
37 Vgl. Grochla, Erwin: a.a.O., S. 85
38 Vgl. Berger, Reimund/Borkel, Wolfgang: a.a.O., S. 193
39 Vgl. Conradi, Walter: Personalentwicklung, Stuttgart 1983, S. 34
40 Vgl. Schulte-Zurhausen, Manfred: a.a.O., S. 289 f.
41 Vgl. Ganz, Walter/Tombeil, Anne-Sophie: Personal- und Organisationsentwicklung im Innovationswettbewerb, in: Personal 7/2002, S. 19
42 Heraklit, ca. 500 v. Chr.
6
nehmender Wettbewerbsdruck, Globalisierung, Liberalisierung sowie gesellschaftlicher Wertewandel. Interne Ursachen können u.a. auf Fehlentscheidungen in der Vergangenheit, Änderung der Unternehmensstrategie, Betriebsblindheit, Anonymität und Organisationsstarrheit basieren. 43
Grundsätzlich lassen sich drei Problemfelder klassifizieren, die es durch Organisationsentwicklung zu ändern gilt: Probleme bezüglich der Schicksalsbestimmung 44 , Probleme im Zusammenhang mit der Zufriedenstellung und Entwicklung der Menschen sowie Probleme in Bezug auf die Wirksamkeit einer Organisation 45 .
3.5. Merkmale
Auf die wichtigsten Charakteristika soll kurz eingegangen werden (siehe Anhang, Abb. 10).
Des weiteren werden u.a. noch folgende Merkmale aufgeführt: Organisationsentwicklung als angewandte Sozialwissenschaft 46 , Organisationsalltag als Ort 47 , die erfolgsversprechende Spezialisten-Intervention 48 , Kommunikation, Transparenz aller Veränderungsprozesse und -ergebnisse 49 sowie Lernen durch eigene Erfahrung 50 .
Aus den Merkmalen der Organisationsentwicklung resultieren im Wesentlichen auch die Voraussetzungen und Anforderungen.
3.5.1 Geplanter Wandel
Organisationsentwicklung wird unter dem Aspekt betrieben, dass durch deren Maßnahmen „eine wohldurchdachte, gezielte Herbeiführung eines konkreten Wandelprozesses in Organisationen“ 51 erreicht wird bzw. werden kann.
3.5.2 Systemansatz - Einbeziehung der gesamten Organisation
Es wird die qualitative Entwicklung sämtlicher Wesenselemente des Organisationsgesamtsystems angestrebt: Ziele bzw. Identität, Programme, Strategien, Strukturen, Abläufe, Personen und Beziehungen sowie Hilfs- bzw. Sachmittel.
43 Vgl. Vahs, Dietmar: Organisation, a.a.O., S. 212 ff.
44 Wachstum, innere Einheit und Wiederbelebung
45 Vgl. Bennis, Warren G.: a.a.O., S. 29
46 Nutzung des Wissens und Methoden u.a. von der Persönlichkeitstheorie, Sozialpsychologie, Gruppendynamik und Operations Research; vgl. French, Wendell L./Bell, Cecil H.: a.a.O., S. 68 f.
47 Vgl. Baumgartner, Irene et al.: a.a.O., S. 21 ff.; Schramm, Dieter: a.a.O., S. 19 f.
48 Vgl. Schreyögg, Georg: Organisation, a.a.O., S. 499
49 Vgl. Internet-Recherche vom 21.10.2002, http://www.tips.uni-bremen.de/orga.html
50 Vgl. Grote, Martin: a.a.O., S. 51 f.
51 Schreyögg, Georg: Organisation, a.a.O., S. 499
7
Arbeit zitieren:
Michael Seichter, 2003, Möglichkeiten und Grenzen der Organisationsentwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
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Jens
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Diese Arbeit ist sehr aufschlussreich, kurzweilig verfasst, gut strukturiert und vor allem hilfreich für meine Zwecke gewesen.
am Friday, April 15, 2005-
Christian
(Werks-)Student.
Schließe mich der Meinung von Jens vollkommen an!
Die Arbeit vermittelt die grundlegenden (thoeretischen und praktischen) Kenntnisse und eignet sich nicht - nur deshalb - wunderbar fürs Studium sowie meine Nebentätigkeit in der Organisations-/Personalabteilung eines Unternehmens.
am Wednesday, April 12, 2006-