Richard Litzlfelder Matrikel-Nr. 1047283
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 3
2. Grundlagen 3
2.1. Supply Chain, was ist das? 3
2.2. Was ist ein Logistikzentrum? 5
3. Ausgangssituation 8
3.1. Anforderungen der Kunden. 8
3.2. Struktur der Material- und Informationsflüsse 10
4. Optimierungsmöglichkeiten durch den Einsatz eines Logistikzentrums. 12
4.1. Kriterien für die Standortwahl 12
4.2. Verbesserung des externen Materialflusses 14
4.3. Nutzen eines leistungsfähigen Lagersystems. 15
4.4. Vorteile durch moderne Software- und EDV-Systeme. 16
5. Grundsätzliche Möglichkeiten für den Betrieb eines Logistikzentrums 18
5.1. Bauen und Betreiben eines eigenen Logistikzentrums. 19
5.2. Logistikzentrum als Profit Center. 20
5.3. Zusammenarbeit mit einem Logistik Dienstleister/Outsourcing. 21
6. Zusammenfassung. 22
7. Literaturverzeichnis. 24
Anlagenverzeichnis
Anlage 1: Bestandsprobleme: Ihre Ursachen und Folgen 1 Seite
Anlage 2: Entwicklung der Anforderungen an die Logistik 1 Seite
Seite 2 von 2
Richard Litzlfelder Matrikel-Nr. 1047283
1. Einleitung
Seit Anfang der neunziger Jahre ist das Thema Supply Chain Management (SCM) in der wissenschaftlichen Theorie wie in der Unternehmenspraxis zu einem Synonym für die Realisierung umfangreicher Erfolgspotentiale in der Lieferkette ge-worden. Immer mehr Unternehmungen fokussieren auf die ganzheitliche Optimierung sämtlicher Wertschöpfungsstufen von der Rohstoffgewinnung zur Herstellung eines Produktes bis zu den Serviceleistungen beim Endverbraucher. Im Rahmen einer integrierten Planung, Steuerung und Kontrolle von Güter-, Informations- und Geldflüssen über die gesamte Lieferkette vom Lieferanten des Lieferanten zum Kunden des Kunden sollen Potentiale zur Rationalisierung ausgeschöpft werden. Insbesondere streben Unternehmen mit der Umsetzung von SCM-Prinzipien an, die Transparenz und Zusammenarbeit in der Lieferkette nachhaltig zu verbessern sowie die Reaktionsgeschwindigkeit in der unternehmensinternen wie -übergreifenden Kooperation zu erhöhen. Vor diesem Hintergrund soll nun erörtert werden, welchen Beitrag der Einsatz eines Logistikzentrums zur Optimierung der Wertschöpfungskette leisten kann und wie dadurch Unternehmen eine Möglichkeit erhalten, auch in Zukunft den Kundenanforderungen gerecht zu werden.
2. Grundlagen
Zu Beginn der Bearbeitung erscheint es sinnvoll, die zentralen Begriffe aus der Themenstellung näher zu erläutern. Nachfolgen wird deshalb erklärt, was eine Supply Chain ist und welche Aufgaben einem Logistikzentrum zugeordnet werden können.
2.1. Supply Chain, was ist das?
Wenn in der Literatur „Supply Chain“ übersetzt oder erklärt wird, dann werden Begriffe wie Pipeline, Lieferkette, Versorgungskette, Leistungskette (value chain) und Wertschöpfungskette verwendet (vgl. BLOECH u.a. 2000, Schlagwort: Supply Chain; KLAUS 2000, 449; WITTE 2001, 21). Im weiteren verlauf der Hausarbeit werden die Begriffe „Supply Chain“ und „Wertschöpfungskette“ verwendet.
Seite 3 von 3
Richard Litzlfelder Matrikel-Nr. 1047283
Die Wertschöpfungskette ergibt sich aus dem Wertschöpfungsprozess, in dessen Verlauf die sich in Form einer Kette aneinander gereihten wertschöpfenden Tätigkeiten bzw. Leistungen in einem Unternehmen, in einem Wertschöpfungsverbund mit verschiedenen Partnern und/oder einer Volkswirtschaft stattfinden. Die Partner können aus der Sicht eines herstellenden Unternehmens zum Beispiel Lieferanten, Unterlieferanten, Speditionen, Distributionslager, Verteilzentren, Einzelhändler, Entsorgungsunternehmen, Logistikdienstleister und Point of Sale bzw. Endkunden sein.
Unter Wertschöpfung (Bruttowertschöpfung) versteht man die wertmäßige Differenz zwischen Bruttoproduktionswert und Vorleistungen. Die Supply Chain (pro Produkt) umfasst somit sämtliche Fertigungs- und Absatzstufen (mit dem jeweiligen Güter-, Werte- und Informationsfluss) von der Rohstoffgewinnung über die Produktion bis zum Kundenservice und schließt die Funktionsbereiche Forschung und Entwicklung, Beschaffung, Fertigung und Absatz mit ein (vgl. BLOECH u.a. 2000, Schlagwort: Wertschöpfungskette; WITTE 2001, 21; STOCKER /RADTKE 2000, 8-9).
Um eine maximale Optimierung der gesamten Supply Chain zu erreichen, bedarf es daher einer unternehmensübergreifenden Gestaltung und Steuerung der gesamten Prozesskette (vgl. BLOECH u.a. 2000, Schlagwort: Supply Chain Management). Die Art und Weise, wie man eine Supply Chain optimal gestaltet ist unter anderem auch vom zugehörigen Produkt abhängig. Produkte werden dabei in funktionale, mit einer vorhersehbaren, eher konstanten Nachfrage und innovative, mit schwer prognostizierbarer Nachfrage unterschieden. Für die dazugehörigen Supply Chains wird zwischen physisch effizienten und schnell an Marktbedingungen anpassbaren Ketten unterschieden. Die für die Abgrenzung benutzten Kriterien sind in der Tabelle 1 zusammengestellt. Für die Gestaltung der Supply Chain gilt, dass zu funktionalen Produkten nur effiziente Ketten sowie zu innovativen Produkten responsive Wertschöpfungsketten passen. Werden andere Kombinationen gewählt, kommt es automatisch zu Problemen, da effiziente Ketten so stark optimiert sind, dass Anpassungen nicht kurzfristig möglich sind. Eine wichtige
Seite 4 von 4
Richard Litzlfelder Matrikel-Nr. 1047283
Rolle dafür spielt zum Beispiel die optimale Platzierung von Lagern in der Kette (SEURING 2000, 51-53).
Quelle: Fisher 1997, 108. (SEURING 2000, 52).
Jedes Produkt ist genau einer Supply Chain zugeordnet, die alle Unternehmen, die zu dessen Wertschöpfung vom Rohstoff bis zum Endprodukt beitragen, und alle Kunden bis hin zum Endkunden umfast. Jedes produzierende Unternehmen kann demzufolge, je nach Art und Umfang der von ihm hergestellten Produkte, Teil einer oder mehrere Supply Chains sein (PFOHL 2000, 165). Daraus ergibt sich, dass die Optimierung einer Supply Chain immer mit Kompromissen verbunden sein wird.
2.2. Was ist ein Logistikzentrum?
Dem „Gabler-Lexikon Logistik“ ist folgend Definition zu entnehmen: „Logistikzentrum, in der Praxis populär gewordene Bezeichnung für eine Betriebsanlage, in der mehrere Logistikaktivitäten zentral durchgeführt werden, wie z.B. zentrale Lagerung, Kommissionierung, Fuhrparkdisposition und Steuerung logistischer Aktivitäten“ (KLAUS 2000, 348).
Seite 5 von 5
Richard Litzlfelder Matrikel-Nr. 1047283
Tatsächlich dient der Begriff Logistikzentrum aber eher der werbewirksamen Profilierung am Markt als der Beschreibung wohldefinierter verfahrenstechnischer Abläufe, wie z.B. im Falle des Güterverteilzentrums oder Distributionszentrums. Meist soll mit der Bezeichnung „Logistikzentrum“ eine Identität mit einem gesamthaften logistischen Angebot signalisiert werden. Dies gilt sowohl für einzelne Dienstleister, die sich mit ihren Anlagen und Netzen als ”Allrounder” (Systemgut, Paketdienste) oder branchenspezifisch (Textilien, Lebensmittel, Gefahrgut) anbieten als auch für den abgesprochenen Verbund mehrerer Dienstleister in Transportgewerbegebieten oder in einem Güterverkehrszentrum (Kooperation von Verkehrsbetrieben) (BLOECH u.a. 2000, Schlagwort: Logistikzentrum). Die ebenso übliche Bezeichnung einer Stadt oder Region als Logistikzentrum (z.B. Logistik Zentrum Bremen) ist nicht Gegenstand dieser Hausarbeit. Um einen Überblick davon zu bekommen welche Aufgaben einem Logistikzentrum zugeordnet und welche Anforderungen an dieses gestellt werden können ist es hilfreich zu untersuchen, was „Logistik“ bedeutet. Dies soll mit Hilfe zweier Definitionen deutlich werden.
1. „Logistik ist die ganzheitliche Planung, Steuerung und Kontrolle der Material-, Waren- und Informationsflüsse entlang der gesamten Wertschöpfungskette, unter Einbeziehung aller relevanten Entscheidungsebenen in den Unternehmen und unter Berücksichtigung des relevanten Umfeldes sowie aller Wechselwirkungen“ (HARTRAMPF 1998, 122). Dabei darf man nicht übersehen, dass der gesamte Lebenszyklus von Produkten zu betrachten ist (z.B. auch die Entsorgung). 2. „Logistik ist das Abpacken, Sortieren, Aufteilen, Be-, Ent- und Umladen, Bewegen, Transportieren und Lagern von Produkten. Dazu gehört auch, diesen Handlungen auf der Spur zu bleiben, wertvolle Daten über Standorte und Lagerung bereitzustellen und Wege zu finden, kontinuierlich Handling, Lagerung und Transit zu verbessern und die Kosten dafür zu senken“ (POIRIER/REITER 1997, 202).
Anhand dieser Definitionen erkennt man bereits wie umfangreich die Anzahl der Aufgaben ist, die unter dem Begriff Logistik zusammengefasst werden können.
Seite 6 von 6
Richard Litzlfelder Matrikel-Nr. 1047283
Aus den Unternehmenszielen lassen sich für die Logistik zudem die drei Hauptziele der Logistik, Minimale Kosten, Geringer Kapitalbedarf und hohe Lieferbereitschaft unmittelbar ableiten. Die hier zwangsläufig auftretenden Zielkonflikte müssen durch Prioritätsentscheidungen des Managements im Rahmen der gewählten Logistikpolitik gelöst werden (vgl. STEINBUCH 2001, 5). Die übliche Aufgabenbeschreibung für die Logistik fordert, dass die Logistik das richtige Material, in der richtigen Qualität, am richtigen Ort, zum richtigen Zeitpunkt, in der richtigen Menge verfügbar zu machen hat (STEINBUCH 2001, 7). Zahlreiche Aufgaben - vor allem die traditionellen Dienstleistungsaufgaben wie Lagerung, Versand / Distribution, Innerbetrieblicher Transport und Disposition lassen sich als Basisaufgaben der Logistik interpretieren (PFOHL 2000, 59). Je nach Ausprägung der Logistik werden ihr zu diesen auch weitere Aufgaben wie Beschaffung, Entsorgung, Produktionsplanung, Produktionssteuerung und Auftragsabwicklung zugeordnet (vgl. PFOHL 2000, 60). Aus der Sicht jedes Unternehmens sind zwei Logistiksysteme oder Logistikgebiete zu unterscheiden:
§ Betriebslogistik: Sie bezieht sich auf alle internen Logistikaufgaben wie Bedarfsrechnung, Bestellrechnung, Materialfluss, Fertigungslogistik und Lagerung.
§ Externlogistik: Alle üblicherweise außerhalb des Unternehmens angesiedelten Logistikaufgaben wie Beschaffung, Transport und Entsorgung sind Teil der Extern- oder Außenlogistik.
Das Gesamtsystem der Logistik ist eine Kombination von Betriebs- und Externlogistik (STEINBUCH 2001, 21).
Neben den bereits genannten, können einem Logistikzentrum auch Aufgaben wie das Betreiben eines Call Center´s, Einrichtung eines Leitstand zur Überwachung der gesamten Logistikprozess-Kette (Logistikcontrolling), die Zollabwicklung, der technische Support oder die Retouren- und Reklamationsabwicklung übertragen werden.
In Abhängigkeit von der Branche, vom Ausbau und der Ausprägung der Logistik sowie der organisatorischen Zuordnung der verschiedenen logistischen Organisationseinheiten in einem Unternehmen wird die eine oder andere der genannten
Seite 7 von 7
Richard Litzlfelder Matrikel-Nr. 1047283
Aufgaben entweder nicht oder nur unvollständig in einem Logistikzentrum ausgeübt (vgl. STEINBUCH 2001, 7).
3. Ausgangssituation
Um etwas optimieren zu können, muss man wissen, wie das Optimum aussehen soll und welche Hürden man auf dem Weg dorthin nehmen muss. Durch die Erörterung der Kundenanforderungen (denn das Ziel ist ein zufriedener Kunde) und der Beschreibung häufig vorzufindender Strukturen der Material- und Informationsflüsse sollen diese Fragen beantwortet werden.
3.1. Anforderungen der Kunden
Gestiegener Wettbewerbsdruck, zunehmende Substituierbarkeit von Produkten hinsichtlich Qualität und Preis und eine gestiegene Informationstransparenz haben die Märkte nachhaltig verändert. Absatzmarktbezogen markieren die steigende Individualisierung der Nachfrage, die drastisch abnehmenden Markt- und Technologiezyklen und demzufolge sinkende time-to-markets die Ausgangssituation. Hinzu kommt, dass der immer häufiger praktizierte Abbau von Fertigungstiefe zu einer erhöhten Nachfrage nach Logistikleistungen führt. Eine weitere Herausforderung ist die Anforderung, sich als aktives Glied in E-Business-Strategien einbinden zu müssen. Darunter werden Konzepte wie Supply Chain Management (SCM), E-Procurement, Online-Marktplätze oder Collaborative Planning, Forecasting and Replenishement (CPFR) subsumiert. Daraus ergibt sich die Forderung nach Prozess- und Datenintegration zwischen verschiedenen Beteiligten der Wertschöpfungskette bzw. des Wertschöpfungsnetzwerkes (vgl. GEORG 2001, 46-48; KÜCHERER 2001, 36-37; MESSE BASEL 2002, LS 9-10). Infolge dieser Entwicklung entstehen integrierte Unternehmensnetzwerke, die durch den Einsatz eines geeigneten Instrumentariums die Transparenz und Flexibilität ihrer Auftragsabwicklungsprozesse nachhaltig erhöhen müssen (vgl. HARTRAMPF 1998, 107-108; WALTHER 2001, 5-8). Die engere Zusammenarbeit von Herstellern und deren Lieferanten, Zwischenhändlern oder anderen Distributionszentren und Einzelhändlern ist deshalb eine wesentliche Voraussetzung um das Einkaufserlebnis des Kunden
Seite 8 von 8
Arbeit zitieren:
Richard Litzlfelder, 2002, Optimierung der Supply Chain durch die Errichtung eines Logistikzentrums, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Diplomarbeit, 138 Seiten
Strategische Grundlagen des Beschaffungsmanagements
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Hausarbeit, 16 Seiten
Strategische Netzwerkplanung und Netzwerkstrategien
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Seminararbeit, 36 Seiten
Kooperation als Ansatz zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit von Kra...
Diplomarbeit, 107 Seiten
Die Europäische Aktiengesellschaft
Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht
Seminararbeit, 18 Seiten
Ablauforganisation im Warenverteilzentrum - Neuplanung unter besondere...
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Diplomarbeit, 114 Seiten
Auftragsabwicklung im Projektmanagement - Von der Anfrage zur Vertrags...
Ingenieurwissenschaften - Wirtschaftsingenieurwesen
Seminararbeit, 21 Seiten
Lokalisierung der Beschaffung in China produzierender Unternehmen
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Studienarbeit, 33 Seiten
Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie
Hausarbeit, 15 Seiten
Globalisierung: Das Beispiel der Automobilindustrie
Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie
Hausarbeit, 22 Seiten
Best Practice im Beschaffungsmanagement im Krankenhaus
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Diplomarbeit, 116 Seiten
Analyse der Logistikprozesse eines Buchgroßhändlers
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Studienarbeit, 27 Seiten
Standortwahl und Globalisierung
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit, 27 Seiten
Sozialstaat und Arbeitsmarktpolitik - Geschichtlicher Rückblick und ne...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 18 Seiten
Richard Litzlfelder hat den Text Optimierung der Supply Chain durch die Errichtung eines Logistikzentrums veröffentlicht
Richard Litzlfelder hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare