Proseminar: Fremde in der Frühen Neuzeit. Außenseiter, Randgruppen, Minderheiten in der Frühen Neuzeit.
Ehre, Ehrlosigkeit und soziale
Ausgrenzung in der Frühen Neuzeit.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Anfänge und Entwicklung des Berufs 5
2.1 Germanen 5
2.2 Mittelalterliche Gesellschaft 5
3. Erklärungsversuche der „Unehrlichkeit“ des Berufs 8
3.1 Die rechtsgeschichtliche These 8
3.2 Die psychologische These 8
3.3 Die sakral-magische These 9
3.4 Die rationalistische These 10
4. Das Leben der Scharfrichter 11
4.1 Aufgaben und Nebenerwerbstätigkeiten 11
4.2 Gesellschaftliche Stellung 13
4.3 Reaktionen auf den Ausschluß aus der Gesellschaft 14
5. Schlußteil: Teilweise Rehabilitierung des Berufs 15
6. Literaturverzeichnis 17
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1) Einleitung
Im Mittelalter und der Frühen Neuzeit mußte man weder Dieb noch Betrüger sein, um seine Ehre zu verlieren. Die „Unehrlichkeit“ des Mittelalters und der Frühen Neuzeit hat mit der heutigen Unehrlichkeit wenig gemeinsam. Es war kein moralisches Problem, sondern „eine rechtliche Zurückstellung bestimmter Berufe, verbunden mit sozialer Distanzierung und Verachtung“ 1 . Als „ehrlos“ galten eine Reihe von Berufen, wie zum Beispiel Leineweber, Müller, Töpfer oder Bader. Diese nützlichen und sinnvollen Berufe waren dem Spott und der Verachtung der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Gesellschaft ausgesetzt 2 . Die Müller waren demnach Diebe und betrieben nebenbei ein Bordell in ihrer Mühle 3 , ebenso die Schneider, die einen Teil des gelieferten Materials verschwinden ließen 4 ; die Türmer arbeiteten nachts, das machte sie unheimlich und verdächtig 5 . Das ist nur eine sehr kurze Auswahl an Vorurteilen, mit denen die Angehörigen der „ehrlosen“ Berufe zu kämpfen hatten.
An der Spitze der „unehrlichen“ Gewerbe stand der Beruf des Scharfrichters. Auch unter den Namen Henker, Freimann, Carnifex, Nachrichter, Schinder, Meister Hans oder Züchtiger 6 bekannt, war dieser Beruf der Unehrlichste unter den „unehrlichen“ Berufen. Diese Arbeit beschäftigt sich ausschließlich mit dem Beruf des Scharfrichters als dem „Paradebeispiel“ der „unehrlichen“ Berufe.
1 Wilbertz, G.: Scharfrichter und Abdecker im Hochstift Osnabrück. Untersuchungen zur Sozialgeschichte zweier „unehrlicher“ Berufe im nordwestdeutschen Raum vom 16. bis zum 19. Jahrhundert. Osnabrück, 1979, S. 317.
2 Danckert, W.: Unehrliche Leute. Die verfemten Berufe. Bern, 1963, S. 7.
3 Werner, J.: Du Müller, du Mahler, du Mörder, du Dieb! Berufsbilder in der deutschen Literatur. München, 1990, S. 54.
4 Werner, S. 40.
5 Werner, S. 70.
6 Hinckeldey, Ch. (Hrsg.): Justiz in alter Zeit. Band VI der Schriftenreihe des mittelalterlichen Kriminalmuseums Rothenburg ob der Tauber. Rothenburg o. d. T., 1984, S. 279.
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Die Anfänge des Gewerbes, der Ursprung des professionalisierten Tötens werden im Kapitel Anfänge des Berufs behandelt. Das Kapitel Erklärungsversuche der „Unehrlichkeit“ des Berufs stützt sich hauptsächlich auf die von Jutta Nowosadtko aufgestellten Thesenkomplexe, wie es zu der „Unehrlichkeit“ kam. Das Leben der Scharfrichter gibt Einblicke in den Alltag der Henker, ihre Hauptbeschäftigung, „Nebenjobs“, Stellung innerhalb der Gesellschaft und die Verarbeitung der Ausgrenzung. Im Schlußteil wird auf die teilweise stattgefundene Rehabilitierung und Gleichstellung des Berufs eingegangen.
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Arbeit zitieren:
Wladimir Danilow, 2002, Ehre, Ehrlosigkeit und soziale Ausgrenzung in der Frühen Neuzeit. Scharfrichter als Paradebeispiel der unehrlichen Berufe, München, GRIN Verlag GmbH
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