2
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Definition relevanter Begriffe
2. Symptome Verbreitung
3. Ätiologie
3.1 Psychoanalytische Triebtheorien
3.2 Lerntheoretische Ansätze
3.2.1 Klassisches Konditionieren
3.2.2 Operantes Konditionieren
3.2.3 Lernen am Modell
3.3 Frustrations-Aggressions-Hypothese
3.4 Interaktionalistischer Ansatz
3.5 Physiologische Grundlagen
4. Therapie
4.1 Umleitung der Aggression
4.2 Therapie aggressiver Kinder
4.2.1 Mediatorenkonzept
4.2.2 Vier Faktoren Modell
4.2.3 Problemlösungstraining
4.2.4 Empathietraining
4.2.4 Anwendung der sozial kognitiven Theorie in der Erziehung
4.3 Anwendung der sozial kognitiven Theorie in der Therapie
4.4 Umgang mit Aggressionen in helfenden Berufen
4.4.1 Risikoeinschätzung
4.2.2 Vermeidungsstrategien Vermeidungsstrategien
3
4.4.3 Situation entschärfen/Flucht
4.4.4 Beitrag der Organisation
5. Zusammenfassung
6. Literaturverzeichnis
7. Erklärung nach § 31 Abs. 5 RaPo
4
Einleitung
Mit den Begriffen Aggression und Gewalt kann wohl jeder Mensch eigene Erfahrun- gen verbinden - unsere Welt ist voll von Aggressionen und Gewalt, sei es in körper- licher oder verbaler Form. Nicht nur die zunehmende Gewalt im alltäglichen Leben, sondern auch die Gewalt in den sozialen Berufen (gemeint sind sowohl Gewalt ge- gen Klienten als deren Gewalt, die gegen die Sozialarbeiter gerichtet ist) wird immer mehr zum Problem.
In der vorliegenden Arbeit soll erst auf die Definition relevanter Begriffe, danach auf die Symptome und die Verbreitung von Aggressionen und Gewalt, später auf die Theorien der Entstehung von Aggressionen/Gewalt und abschließend auf Möglich- keiten der Therapie oder der Reduktion aggressiven Verhaltens eingegangen werden. Den Schluß bildet eine Zusammenfassung aller in der Arbeit beschriebenen wesent- lichen Punkte.
1.1 Definition relevanter Begriffe
In der Literatur finden sich etliche verschiedene Definitionen von Gewalt und Ag- gression. Teils wird in der gängigen Literatur auf eine Differenzierung von Gewalt und Aggression völlig verzichtet – teils neigen auch viele Autoren dazu, zwischen Aggression und Gewalt eine scharfe Grenze zu ziehen. Im Folgenden sollen einige verschiedene Definitionen vorgestellt werden:
„Aggression beim Menschen wird definiert als körperliches oder verbales Handeln, das mit der Absicht ausgeführt wird, zu verletzen oder zu zerstören. Gewalt ist Ag- gression in ihrer extremen und sozial nicht akzeptierten Form.“ (vgl. Zimbardo, 1995, S. 425)
Glynis M. Breakwell (1998) zieht einen Unterschied zwischen Selbstbehauptung, Aggression und Gewalt:
5
„Selbstbehauptung heißt, auf seinen Rechten oder Meinungen zu bestehen. Aggressi- on wird als jede Form des Verhaltens definiert, die darauf angelegt ist, eine Person gegen ihren Willen zu schädigen oder zu verletzen. Gewalt ist als Handlung defi- niert, in der vorsätzlich versucht wird, jemandem körperlichen Schaden zuzufügen.“ (vgl. Breakwell, 1998, S. 19)
Nach Selg/Mees und Berg wird Aggression und Gewalt definiert:
„Als Aggression soll solches Verhalten bezeichnet werden, bei dem schädigende Rei- ze gegen einen Organismus (oder ein Organismussurrogat) ausgeteilt werden. Eine Aggression kann offen (körperlich, verbal) oder verdeckt (phantasiert), sie kann po- sitiv (von der Gesellschaft gebilligt) oder negativ (mißbilligt) sein. Unter Gewalt wird in erster Linie physische Gewalt verstanden.“ (vgl. Selg/Mees/Berg, 1996, S. 7- 8)
Diese gehen jedoch noch einen Schritt weiter und geben Definitionen für Ärger, Wut, Zorn und Haß, Gefühle, die oft in unmittelbarem Zusammenhang mit Aggres- sionen/Gewalt auftreten:
„Ärger kann als eine Klasse von untereinander ähnlichen, unlustbetonten emotiona- len Reaktionen bezeichnet werden. Von Wut sprechen wir bei höheren Erregunsgra- den sprechen. Zorn entsteht, wenn andere Personen wichtige Normen verletzen. Haß meint weniger eine kurzzeitige Gefühlsregung als vielmehr eine überdauernde inten- sive Einstellung gegen etwas oder gegen jemand, Haß zielt auf Vernichtung des Ob- jekts.“ (vgl. Selg/Mees/Berg, 1996, S. 9-10)
Hierbei handelt es sich jedoch lediglich um drei von zahllosen Ansätzen, Aggressi- on/Gewalt zu definieren, wobei sich bei näherer Betrachtung jeder Version Unver- einbarkeiten ergeben – so wurde beispielsweise nicht berücksichtigt, daß Gewalt auch versehentlich ausgeübt werden kann, wie beispielsweise durch einen unbeab- sichtigten Schlag. Die Definition von Zimbardo sollte wohl die gebräuchlichste und zutreffendste sein.
6
1. Symptome/Verbreitung
Es gibt viele Formen, in denen Aggressionen und Gewalt auftreten können. Körperli- che Aggressionen bilden nur eine Möglichkeit. Beschimpfungen und Bedrohungen, die dem körperlichen Angriff meist vorausgehen, bilden sicherlich auch einen rele- vanten Aspekt. Die Form der Aggression hängt oft von der Situation, der physischen Stärke der Beteiligten und der Relevanz des Auslösers ab. Aggression und Gewalt richten sich vor allem gegen Menschen – manchmal jedoch auch gegen Gegenstände.
BUSS (1961) unterteilte die Aggression in äußerlich-formale (verbal, körperlich),
verdeckte (phantasierte), direkte, indirekte, Einzel- und Gruppen-, Selbst- und Fremdaggressionen. Verbale Aggressionen äußern sich meist in Beschimpfungen und Drohungen. Körperliche Aggressionen führen meist zu Schmerzen oder Verlet- zungen beim Opfer. Verdeckte (phantasierte) Aggressionen können sich in Worten (Vorstellungen, Wünsche), in Zeichnungen, Mimik oder Pantomimik äußern. Die direkte Aggression ist unmittelbar gegen das Opfer gerichtet. Bei der indirekten Ag- gression ist das Opfer nicht in der unmittelbaren Umgebung (z. B. wird bei dem Le- benspartner schlecht über den Vorgesetzten gesprochen). Bei einer Einzelaggression sind nur Täter und Opfer beteiligt. Bei einer Gruppenaggression gibt es mehrere Be- teiligte (so ist z. B. der Krieg eine Form der Gruppenaggression). Die Fremd- oder Selbstaggression („Autoaggression“) richtet sich gegen sich selbst (z. B. selbstverlet- zendes Verhalten).
Es wird jedoch noch eine weitere Unterteilung gemacht. Zu den Inhaltlich- motivationalen Aggressionen gehören: positive (legitim), negative (illegitim), expres- sive (wütende), instrumentelle, spontane, reaktive, spielerische und ernste Aggressi- onen. Zu den positiven Aggressionen können z. B. Handlungen von Soldaten gehö- ren - diese werden von der Gesellschaft toleriert. Als negative Aggressionen werden solche verstanden, die von der Gesellschaft nicht akzeptiert werden (wie z. B. Gewalt gegen Kinder). Expressive Aggression geschieht aus einem Affekt heraus, instrumen- telle aus einem Kalkül. Spontane Aggressionen sind nicht provoziert, reaktive dage- gen provoziert. Die Unterteilung in spielerische und ernste Aggressionen wird meist bei Kindern gemacht, wobei erstere z. B. das Schlagen von Puppen oder das Balgen unter Spielkameraden und letztere das ernste Raufen und Prügeln beinhalten.
Arbeit zitieren:
Martina Köppl, 2001, Aggression und Gewalt im Feld der sozialen Arbeit und im alltäglichen Leben, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Interkulturelles Training: Methoden, Ziele und Inhalte
Ein kulturübergreifender Vergl...
Medien / Kommunikation - Interkulturelle Kommunikation
Hauptseminararbeit, 31 Seiten
Realismus in der Figurenzeichnung bei Chrístine Nöstlinger
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 23 Seiten
Jugendarbeiter mit schwarzem Gürtel gesucht?!
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Referat (Ausarbeitung), 13 Seiten
Erziehungsstile - Elterliche Verhaltensmuster und Eltern-Kind-Interak...
Hauptseminararbeit, 25 Seiten
Der Deutsche Caritasverband - Ein Firmenimperium stellt sich vor
Pflegemanagement / Sozialmanagement
Studienarbeit, 25 Seiten
Die Gattungsgeschichte der Lyrik
Romanistik - Allgemeines u. Fächerübergreifendes
Seminararbeit, 28 Seiten
Bismarcks Kulturkampf gegen den Katholizismus
Geschichte Europa - Deutschland - 1848, Kaiserreich, Imperialismus
Referat / Aufsatz (Schule), 3 Seiten
Identitätsstiftung durch Gewalt? Ansätze einer Erklärung an einem Fall...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Bachelorarbeit, 84 Seiten
Interkulturelle Trainings: Der Versuch einer Darstellung und einer kri...
Deutsch - Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache
Hausarbeit, 28 Seiten
Schulverweigerung bei Kindern und Jugendlichen in Einrichtungen der Hi...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 100 Seiten
Praktikumsbericht mit Unterrichtseinheit zum Thema 'Kinderrechte...
Politik - Didaktik, politische Bildung
Praktikumsbericht / -arbeit, 36 Seiten
Ein Versuch der Betrachtung von Gewalt an Schulen
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 19 Seiten
Simulationsspiele in interkulturellen Trainings, Beispiel Ecotonos
BWL - Personal und Organisation
Seminararbeit, 20 Seiten
Rechtsextremismus bei Jugendlichen - Erklärungsmodelle und sozialarbei...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 84 Seiten
Martina Köppl's Text Aggression und Gewalt im Feld der sozialen Arbeit und im alltäglichen Leben ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Martina Köppl hat den Text Aggression und Gewalt im Feld der sozialen Arbeit und im alltäglichen Leben veröffentlicht
Martina Köppl hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare