Inhaltsverzeichnis
1. Die Osterfestrechnung: 3
2. Victorius von Aquitanien: 4
3. Die Ostertafel des Victorius: 7
4. Die Rezeption: 8
5. Quellenverzeichnis: 9
6. Literaturverzeichnis: 9
2
1. Die Osterfestrechnung:
Da Ostern zu den beweglichen Festen gehört, ändert sich das Datum von Jahr zu Jahr. Aber schon immer war der Wunsch vorhanden, das Fest möglichst an dem Tag zu feiern, an dem auch das historische Ereignis stattgefunden hatte. Um dieses zu erreichen, verband man das Osterfest seit frühchristlicher Zeit mit dem jüdischen Passahfest und den Terminvorschriften bei dessen Berechnung. 1 Allerdings tauchte in den Auseinandersetzungen der Antike und des Mittelalters immer wieder der Vorwurf des „Judaisierens“ auf. Durch das Hinzukommen der Heidenchristen zu der ursprünglich jüdischen urchristlichen Gemeinschaft verschärfte sich dieser Konflikt. Die Heidenchristen forderten mehr Distanz zum Judentum und folglich auch eine neue Osterregel. So wurde das Osterdatum, vermutlich dem Erzbischof Athanasius folgend, auf dem Konzil von Nicäa 324 n. Chr. auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond festgelegt. Überliefert wurde dies von Dionysius Exiguus. Die Regelung bezeichnet man als Vollmondregel oder Ostergrenze.
Die Neuerung war, dass Ostern nun an einem festen Wochentag gefeiert wurde. Vorher hatte man in Abhängigkeit vom Passahfest der Wochentag nicht berücksichtigt.
Im Jahre 525 n. Chr. wurde der kalendarische Frühlingsanfang von Dionysius Exiguus einheitlich auf den 21. März festgelegt. Die Berechnung des Osterdatums wurde durch diese Festlegungen direkt an die Bestimmung der Vollmonde geknüpft und hierzu wurde der Mondkalender herangezogen. Die Grundlage des Mondkalenders ist der synodische Monat, die Zeit von einem Vollmond bis zum nächsten. Der synodische Monat umfasst 29,53 Tage. Da 19 tropische Jahre fast exakt 235 synodischen Monaten entsprechen, wiederholen sich die Mondphasen alle 19 Jahre. Diese Abfolge bezeichnet man als Metonischen Zyklus. Dieser Zyklus wurde vom alten Computus als korrekt angesehen und erst durch die Gregorianische Kalenderreform korrigiert. 2 Als im 6. Jahrhundert der Computus eingerichtet wurde, wurde von einem Jahr ausgegangen, in welchem das erste Frühlingsneulicht auf den 23. März fällt. 3 Das Jahr, in dem der historische Frühlingsanfang mit dem Anfang einer Mondperiode zusammenfällt, bekam die Goldene Zahl (GZ) 1. Ein solches Jahr war 532 n. Chr. und somit auch 1 v. Chr. 4 Die allgemeine Formel hierfür lautet:
1 Vgl. Brincken, Anna-Dorothee von den: Historische Chronologie des Abendlandes. Kalenderreformen und Jahrtausendrechnungen; eine Einführung, Stuttgart 2000, S. 71.
2 Vgl. Zemanek, Heinz: Kalender und Chronologie, München 3 1984, S. 45.
3 Vgl. Zemanek, Kalender, S. 45.
4 Vgl. Zemanek, Kalender, S. 45.
3
GZ = REST
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Osterfestberechnung sind die Epakte. Sie bezeichnen das Alter des Mondes am Neujahrstag (22. März im Julianischen Kalender und 1. Januar im Gregorianischen Kalender), vom Neulicht an gerechnet. 6 Die Epakte geben folglich an, wie viele Tage seit dem letzen Neumond vergangen sind.
Die mittelalterlichen Komputisten suchten also zur Berechnung des Ostertermins den Sonntag nach dem Vollmond, der auf den Frühlingsanfang folgt.
Insgesamt kommen dieser Osterregel zufolge die Tage vom 22. März bis zum 25. April in Betracht.
Die Auseinandersetzungen um die Berechnung des richtigen Osterfesttermins blieben aber enorm. Zu einer maßgeblichen Lösung kam es um 457 n. Chr. durch die Ostertafel des Victorius von Aquitanien 7 und 525-532 n. Chr. durch ihre Variation von Dionysius Exiguus. 8
2. Victorius von Aquitanien:
Über das Leben von Victorius von Aquitanien ist kaum etwas bekannt. Er war vermutlich Kleriker und Hilarius nannte ihn in seinem Brief frater, was ihn als ein Hilarius untergebener Geistlicher kennzeichnet 9 .
Zur Zeit von Victorius von Aquitanien waren der 84-jährigen Osterzyklus der römischen Kurie und der 19-jährigen Zyklus, beruhend auf der 100-jährigen Ostertafel des Bischofs Theophilus von Alexandrien, in Gebrauch. Durch diese unterschiedlichen Osterzyklen kam es zu Differenzen zwischen der Kirche des Ostens und der des Westens. Papst Leo I. (440-461) strebte einen Ausgleich an, da er sich bis dato nicht mit oströmischen Kaiser Marcian hatte einigen können. Knackpunkt in diesem Konflikt war vor allem der 24.
5 Zemanek. Kalender, S. 46.
6 Vgl. Zemanek. Kalender, S. 46.
7 Victorius Aquitanus: Cursus paschalis Annorum DXXXII, ed. MG AA 9, S. 666-751. 8 Dionysius Exiguus: Liber de paschale, ed. Migne PL67. S. 453ff. Dionysius Exiguus: Incipit Dionisii Exigui libellus de cyclo magno paschale DCCCII annorum, ed. Krusch, Studien, 63-87. 9 Der Korrespondenz von Hilarius und Victorius ist editiert von: Krusch, Studien, S. 16-26 und Mommsen, MG AA 9.
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Arbeit zitieren:
2007, Die Osterfestrechnung des Victorius von Aquitanien, München, GRIN Verlag GmbH
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