Inhaltsverzeichnis
ABBILDUNGS - UND TABELLENVERZEICHNIS 4
1 EINLEITUNG 5
2 NATIONALE BILDUNGSSTANDARDS. 7
2.1 Ursache der Entwicklung nationaler Bildungsstandards. 7
2.2 Beschlusslage der Kultusministerkonferenz. 11
2.3 Konzeption nationaler Bildungsstandards 15
2.3.1 Begriffsdifferenzierung und Definition von Bildungsstandards 15
2.3.2 Theoretischer Aufbau von Bildungsstandards. 19
2.3.2.1 Kompetenz (-modell) 26
2.3.2.2 Kerncurriculum vs. Lehrplan. 29
2.3.2.3 Evaluation und Aufgabenentwicklung. 32
2.4 Implementierung von Bildungsstandards. 36
2.5 Kritik an der Konzeption nationaler Bildungsstandards 37
2.6 Zwischenbilanz zur Konzeption von Bildungsstandards 41
3 BILDUNGSSTANDARDS IM GEOGRAPHIEUNTERRICHT 44
3.1 Aufbau der Standards im Schulfach Geographie 47
3.2 Aufgabenbeispiele zu den Bildungsstandards im Geographie 51
3.3 Vergleich der Bildungsstandards im Fach Geographie mit dem sächsischen
Lehrplan an Mittelschulen und Gymnasien. 55
3.4 Implementierung der Bildungsstandards in Geographie 57
4 SCHLUSSBETRACHTUNG 59
LITERATURVERZEICHNIS. 61
Monographien 61
Aufs ätze in Sammelbänden 63
Aufs ätze in Fachjournalen und Zeitschriften 65
Internetquellen 68
ANHANG 69
Abk ürzungsverzeichnis. 69
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Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
ABBILDUNG 1: HANDLUNGSFELDER DER KULTUSMINISTERKONFERENZ 2001..........9 ABBILDUNG 2: BEDEUTUNGSVIELFALT DES STANDARDSBEGRIFFS...........................18 ABBILDUNG 3: BEREICHE DER KONZEPTION VON BILDUNGSSTANDARDS ............19 ABBILDUNG 4: QUALITÄTSMERKMALE GUTER BILDUNGSSTANDARDS ....................21 ABBILDUNG 5: FUNKTION UND BEDEUTUNG VON BILDUNGSSTANDARDS...............24 ABBILDUNG 6: FACETTEN DER INDIVIDUELLEN AUSPRÄGUNG VON
KOMPETENZEN ..............................................................................................27 ABBILDUNG 7: BILDUNGSSTANDARDS UND KERNCURRICULA....................................30 ABBILDUNG 8: STEUERUNG VON SCHULE UND UNTERRICHT.......................................40 ABBILDUNG 9: GESAMTKONZEPT NATIONALER BILDUNGSSTANDARDS ..................42 ABBILDUNG 10: BEZUGSDOKUMENTE ZUR ENTWICKLUNG NATIONALER BILDUNGSSTANDARDS IM FACH GEOGRAPHIE……………… ..........45 ABBILDUNG 11: AUFBAU DER BILDUNGSSTANDARDS IM FACH GEOGRAPHIE ........48 ABBILDUNG 12: TEILKOMPENTENZEN DES KOMPETENZBEREICHS RÄUMLICHE
ORIENTIERUNG .............................................................................................49 ABBILDUNG 13: ALLGEMEINER AUFBAU DER AUFGABENBEISPIELE BEI
BILDUNGSSTANDARDS ...............................................................................52
TABELLE 1: BESCHLUSSLAGE DER KULTUSMINISTERKONFERENZ.............................14 TABELLE 2: DEFIZITE UND VERBESSERUNG DER FORMULIERUNG VON
Einleitung
1 Einleitung
Die deutsche Bildungspolitik hat seit 2001 ein neues Zauberwort - Standards. Infolge des schlechten Abschneidens der Schüler bei der internationalen Vergleichsstudie Programm for International Student Assessment (PISA) mussten die Kultusminister der Länder schnell handeln. Unter dem Druck der Medien, der Öffentlichkeit und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung wurden anhand der sogenannten Klieme-Expertise nationale Bildungsstandards entwickelt. Seitdem sind fast sieben Jahre vergangen. Anfangs mit sehr hohem Tempo vorangetrieben, verlangsamte sich der Arbeitsenthusiasmus der Politiker. Bereits seit 2003 liegen in den Kernfächern und seit kurzem auch in einigen Nebenfächern wie zum Beispiel in Geographie Bildungsstandards vor. Ein im politischen Diskurs als Wechsel vom inputzum outputorientierten Unterricht postulierter Paradigmenwechsel zeigt in der Praxis vermehrt Unklarheiten. Insbesondere die Lehrerschaft ist verunsichert, welche neuen Anforderungen durch Standards an sie gestellt werden. Gleichzeitig besteht gegenwärtig ein Defizit in der Lehrerausbildung. Lediglich einzelne Dozenten und Professoren greifen das Thema in Seminaren und Vorlesungen auf. Setzt man sich intensiver mit der Konzeption von Bildungsstandards auseinander, ist vielfach dem Betrachter im ersten Moment nicht verständlich, was mit dem Wort Bildungsstandards beschrieben wird. Ein Hauptanliegen der Arbeit ist es daher, die Konzeption nationaler Bildungsstandards vorzustellen und näher zu erläutern. Ausgehend davon ist es das Ziel, die Standards kritisch zu hinterfragen. In einem ersten Schritt werden dazu die Motive und Rahmenbedingungen zu beschreiben sein, welche den Ausschlag zur Entwicklung von Standards gegeben haben. Anhand der Klieme-Expertise wird die Konzeption näher erläutert. Dabei wird insbesondere der Begriff Bildungsstandards zu klären sein. Basierend auf diesem Vorwissen werden die Standards hinsichtlich ihrer Konzeption und ihrer Implementierung hinterfragt und am Beispiel der Geographie exemplarisch betrachtet. Hierbei wird an markanten Stellen, wie zum Beispiel dem Aufbau, ein Vergleich zwischen der Konzeption und den vorliegenden
5
Einleitung
Standards im Geographieunterricht vorzunehmen sein. Des Weiteren werden die vorgelegten Standards in Geographie exemplarisch mit dem sächsischen Lehrplan verglichen. Abschließend wird zu klären sein inwieweit die vorgelegte Konzeption nationaler Bildungsstandards im deutschen Schulsystem umgesetzt werden kann.
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Nationale Bildungsstandards
2 Nationale Bildungsstandards
In Deutschland findet man ein Bildungssystem vor, das in seinen Grundzügen seit nunmehr fast zweihundert Jahren existiert. Folglich muss gefragt werden, welcher Umstand dazu geführt hat einen von den Kultusminister/-innen als grundlegend beschriebenen Paradigmenwechsel in der Bildungspolitik zu vollziehen. In erster Linie wird dabei zu klären sein, was der dafür entscheidende Auslöser gewesen ist. Interessant in diesem Zusammenhang und bedeutsam für die weitere Argumentation ist hierfür die Beschlusslage der Kultusministerkonferenz der Länder. Ausgehend davon können markante Sachverhalte besser nachvollzogen und später an den entscheidenden Punkten im Verhältnis zwischen Theorie und deren Umsetzung kritisch hinterfragt werden. Die angesprochene Darlegung der Theorie wird anhand der Konzeption nationaler Bildungsstandards vorgenommen. Basierend darauf werden die gewonnenen Erkenntnisse nochmals zusammenfassend dargelegt.
2.1 Ursache der Entwicklung nationaler
Bildungsstandards
Die deutsche Schulpolitik ist nicht erst seit den Ergebnissen der PISA-Studie darüber informiert, dass im nationalen Schulsystem Defizite vorliegen. Bereits im Jahr 1997 sind Probleme der Schüler in Mathematik und den Naturwissenschaften durch die Vergleichsstudie Third International Mathematics and Science Study (TIMSS) aufgezeigt worden. 1 Infolgedessen entschied sich die Kultusministerkonferenz der Länder mit den sogenannten Konstanzer Beschlüssen im selben Jahr das deutsche Bildungssystem in regelmäßigen Abständen international vergleichen zu lassen. 2 Im Jahr 2001 wurden die Defizite des deutschen Schulsystems infolge der Veröffentlichung der PISA-Ergebnisse offenbar.
1 Vortmann, 2005, S.109.
2 Artelt/Riecke-Baulecke, 2004, S. 11.
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Nationale Bildungsstandards
Als zentraler Auslöser der Bildungsdebatte der damaligen Zeit sollen nachfolgend die markanten Punkte kurz diskutiert werden. Die PISA-Vergleichsstudie wird im Auftrag der Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD) durchgeführt. Hauptaufgabe der OECD ist es, vornehmlich hoch entwickelte westliche Industrienationen hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Entwicklung zu analysieren. Seit 2000 werden im dreijährigen Rhythmus die einzelnen Bildungssysteme untersucht. Ziel der Studie ist es, die Kenntnisse und Fähigkeiten der Schüler im Alter von 15 Jahren zu messen und bezüglich ihrer späteren Berufschancen zu bewerten. Die Schüler werden dafür in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften getestet. 3 Zusätzlich wurde in Deutschland eine national ergänzende Studie PISA-E durchgeführt, welche die einzelnen Bundesländer vergleichend bewertet. Betrachtet man die markanten Ergebnisse der Studie, ergibt sich für Deutschland folgendes Bild. In keinem OECD-Land sind die schulischen Leistungen so immanent abhängig von der sozialen und ethnischen Herkunft wie in der Bundesrepublik. Auffällig sind insbesondere die Leistungsunterscheide zwischen Jugendlichen mit einem Migrationshintergrund und
deutschstämmigen Jugendlichen. Die Studie PISA-E zeigt weiter einen sehr großen Unterscheid zwischen den einzelnen Bundesländern. Demnach entsprechen die einzelnen Noten innerhalb der Länder unterschiedlichen Leistungsanforderungen. Dadurch werden Schüler in Deutschland in Bezug auf ihre Chancengleichheit im Bildungssystem laut PISA klar benachteiligt. 4 Betrachtet man diesen Aspekt vor dem Hintergrund von Abschlusszeugnissen ergibt sich folgendes Problem. In Deutschland befähigen Zeugnisse zum Wechsel an weiterführende Bildungseinrichtungen. Folglich entstehen den Schülern erhebliche Nachteile, welche bei gleicher Leistung höhere Anforderungen bewältigen müssen. Bewertet man die PISA-Ergebnisse vor diesem Hintergrund, entwickelt sich die Auffassung das Schülerleistungen ohne regionale, soziale/ethnische und ohne Unterschiede zwischen den einzelnen
3 Vgl. Beer, 2007, S. 31f.
4 Vgl. Stanat, 2003, S. 51ff.
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Nationale Bildungsstandards
Schulen vergleichbar sein müssen. Anders formuliert, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten haben alle Schüler und Schülerinnen am Ende der Sekundarstufe I mindestens vorzuweisen? 5 Als unmittelbare Reaktion auf die schlechten PISA-Resultate formulierten die Kultusminister/-innen 2001 sieben verschiedene Handlungsfelder. Diese sollten für den weiteren bildungspolitischen Gestaltungsprozess der Länder aber auch der Kultusministerkonferenz als wichtige Orientierung dienen. Die Abbildung 1 führt alle sieben Handlungsfelder der Kultusministerkonferenz auf, dabei bezieht sich das Handlungsfeld fünf auf die Entwicklung verbindlicher Standards. 6
Abbildung 1: Handlungsfelder der Kultusministerkonferenz 2001
5 Rhode-Jüchtern, 2007, S. 7.
6 Vgl. Abbildung (aus): Daumen/Eschmann/Hofmann-Göttig, 2005, S. 32.
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Nationale Bildungsstandards
Auf der Grundlage der sieben Handlungsfelder entschlossen sich die Kultusminister der Länder im Mai 2002 zur Entwicklung nationaler Standards. Darin postuliert sich ein in der Literatur als Paradigmenwechsel bezeichneter Wandel vom input-zum
outputorientierten Unterricht. Ist das System Schule bisher ausschließlich von Input-Faktoren bestimmt (Lehrpläne, Rahmenrichtlinien) spricht man in Kombination mit Standards von einer Output-Steuerung. Dies bedeutet, dass zunehmend die Leistungen der Schüler in Form ihrer Lernergebnisse in den Fokus der Betrachtung rücken. Es vollzieht sich dadurch eine Neuorientierung im Bildungswesen, mit einem gewandelten Verständnis staatlicher Steuerung. Nicht mehr Regelungen und Richtlinien bestimmen den Schulalltag, sondern der Aufbau grundlegender Fähigkeiten und Fertigkeiten in Form von sogenannten Kompetenzen, welche zu einem bestimmten Zeitpunkt anhand von Tests überprüft werden. 7 Gerade im Bezug auf den zweiten Teil der Arbeit aber auch hinsichtlich einiger kritischer Anmerkungen ist es wichtig, wesentliche Punkte der Beschlusslage der Kultusministerkonferenz in Bezug auf Standards zu kennen und zu verstehen.
7 Pott, 2003, S. 13.
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Nationale Bildungsstandards
2.2 Beschlusslage der Kultusministerkonferenz
Ein erster Ansatz zur Entwicklung nationaler Standards in Deutschland ist mit den sieben Handlungsfeldern im Jahr 2001 unternommen worden. 8 Ein halbes Jahr später einigten sich die Kultusminister der Länder im Mai 2002 in Eisenach auf die Entwicklung von länderübergreifenden Standards in den sogenannten Kernfächern für bestimmte
Jahrgangsstufen. Als wissenschaftliche Grundlage zur Ausarbeitung von Standards hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung im September 2002 in Abstimmung mit der Kultusministerkonferenz eine Expertise in Auftrag gegeben. Damit bekräftigte das Ministerium sein Interesse an einer wissenschaftlich fundierten Entwicklung nationaler Standards. Vor diesem Hintergrund sind die Kultusminister/-innen einem gewissen Handlungsdruck seitens der Bundesregierung ausgesetzt worden. 9 Bereits im Oktober 2002 wurde demnach ein Zeitplan für die Entwicklung von Standards beschlossen. Anderthalb Jahre später im Dezember 2003 stellten die Kultusminister/-innen die ersten abschlussbezogenen Bildungsstandards für den Mittleren
Bildungsabschluss in den Fächer Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache (Englisch/Französisch) vor. Seit dem Schuljahr 2004/2005 gestalten die genannten Fächer ihren Unterricht nach den vorliegenden Standards. Bereits im April 2004 legte die Kultusministerkonferenz erste Entwürfe für die Kernfächer in Hauptschulen und im Primarbereich vor. Die ausgearbeiteten Entwürfe wurden im Oktober 2004 von den Kultusminister/-innen beschlossen. Damit liegen an Hauptschulen in den Fächern Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache sowie in der Grundschule in den Fächern Deutsch und Mathematik Bildungsstandards vor. Ebenfalls charakterisieren sich die Standards, wie auch die für den Mittleren Bildungsabschluss, als abschlussbezogene Bildungsstandards. Dies bedeutet, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt von jedem Schüler eine vorher definierte Leistung erbracht werden soll. Mit dem Beschluss
8 Siehe dazu Kap. 2.1.
9 Vgl. Feltes/Paysen, 2005, S. 16.
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Nationale Bildungsstandards
vom Oktober 2004 ist ein erster Zeitpunkt dieser Feststellung das Ende der vierten Schulklasse, mit Ausnahme von Berlin und Brandenburg, da in beiden Bundesländern die Primarstufe mit der sechsten Klasse endet. 10 Eine Überprüfung der Bildungsstandards soll anhand einer ergebnisorientierten Evaluation in Form von Orientierungs- und Vergleichsarbeiten erfolgen. Dazu haben die Kultusminister der Länder am 4.Juni 2004 einen Gründungsvertrag mit der Humboldt-Universität in Berlin geschlossen. Diese hat den Auftrag bekommen ein wissenschaftliches Institut, das sogenannte Institut für
Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) aufzubauen, welches die Erarbeitung und Auswertung von Vergleichsaufgaben zur Aufgabe hat. 11 Bereits dieses Jahr werden die ersten Vergleichsarbeiten in der Klassenstufe neun geschrieben. 12 Beziehen sich die ersten vorgelegten Bildungsstandards ausschließlich auf die sogenannten Kernfächer in den Schulen, lässt die Kultusministerkonferenz für weitere Unterrichtsfächer Standards erarbeiten. Seit August 2004 liegen als Ergänzung der Bildungsstandards für den Mittleren Bildungsabschluss Entwürfe für die naturwissenschaftlichen Fächer Biologie, Chemie und Physik vor. Diese wurden im Dezember 2004 als verbindliche Standards von den Kultusministern/-innen beschlossen. 13
Verfolgt man die Beschlusslage der Kultusminister der Länder sind mehrere Punkte interessant. Zum einen ist auffällig, dass sich die Standards auf den Primarbereich, den Hauptschul- und Mittleren Bildungsabschluss beziehen, nicht aber auf die Sekundarstufe II. Dies resultiert daraus, dass in Deutschland bereits Einheitliche
Prüfungsanforderungen (EPA) für die Sekundarstufe II als nationale Normierungen in den meisten Schulfächern gelten. Es zeigt sich des Weiteren, dass die formulierten Standards als abschlussbezogene Regelstandards definiert sind. Viele Kritiker des dreigliedrigen
10 Vgl. Keßler/Hovestadt, 2005, S. 8.
11 Vgl. Hofmann-Göttig/Eschmann/Daumen, 2005, S. 34.
12 Vgl. Karpen/Ingwertsen, 2005, S. 23.
13 Vgl. Feltes/Paysen, 2005, S. 17.
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Nationale Bildungsstandards
Schulsystems sehen darin, dass sich die Standards auf den Abschluss eines Schultyps beziehen, eine Bestätigung der traditionellen Gliederung des Bildungssystems. 14 Gegenteilig wird argumentiert, dass gerade durch die Konzeption abschlussbezogener Standards die Vergleichbarkeit der einzelnen Bildungsabschlüsse innerhalb Deutschlands, unabhängig davon welchen Bildungsgang man besucht hat, ermöglicht wird. Ausgehend davon kommt es zu einer Erhöhung der Bildungsgerechtigkeit. 15 Sind in einem ersten Schritt die Planungen der nationalen Standards von den Kernfächern ausgegangen, haben sich schnelle Ergänzungen in Form der naturwissenschaftlichen Fächer Biologie, Chemie und Physik durchgesetzt. Betrachtet man die jeweiligen untersuchten Bereiche der PISA-Studie Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften, ist verständlich warum Bildungsstandards für die genannten Fächer ergänzend entwickelt wurden. Auffällig ist, dass vornehmlich naturwissenschaftliche Fächer Gegenstand der Erarbeitungen sind. Geistes- und sozialwissenschaftliche aber auch künstlerisch und musische Fächer finden keine Beachtung. Folglich stellt sich die Frage, was mit den Fächern passiert, welche nicht Gegenstand der Betrachtung einer internationalen Vergleichsstudie sind. Exemplarisch ausgeführt wird dieses Problem näher im zweiten Teil der Arbeit am Schulfach Geographie.
Die nachfolgende Tabelle 1 fasst die bisher ausgearbeiteten Sachverhalte diese. 16 nochmals zusammen und ergänzt
14 Vgl. Feltes/Paysen, 2005, S. 22.
15 Vgl. Thies, 2005, S. 12.
16 Vgl. Abbildung aus: Hofmann-Göttig/Eschmann/Daumen, 2005, S. 32f.
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Nationale Bildungsstandards
Teilnahme an länderübergreifenden Vergleichsuntersuchungen zum Lern- und Leistungsstand von Schülerinnen und Schülern
Sieben Handlungsfelder der KMK als Antwort auf die Ergebnisse der PISA 2000-Studie
Erarbeitung gemeinsamer Standards für die Schulbildung; Einhaltung der Standards soll überprüft werden
Vereinbahrung zu Standards werden weiterentwickelt, Festlegung eines Zeitplans für die Entwicklung von Standards
Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache
(Englisch/Französisch); Beschluss zur Gründung eines Instituts zur Qualitätssicherung im Bildungswesen (IQB)
Gründung: Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB)
Mathematik; Bildungsstandards für den Hauptschulabschluss in den Fächern Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache
Bildungsstandards für den Mittleren Bildungsabschluss in den Fächern Biologie, Chemie und Physik
Tabelle 1: Beschlusslage der Kultusministerkonferenz
14
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Peter Griesbach, 2008, Konzeption nationaler Bildungsstandards am Beispiel der Standards im Schulfach Geographie, München, GRIN Verlag GmbH
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