Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung: Soziale Gerechtigkeit für Alle? 3
B. Analyse des zweiten und dritten Berichts. 4
1. Der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. 4
1.1. Kernaussagen des 2. Berichts. 4
1.2. Kernaussagen des 3. Berichts. 6
2. Grundlegende Definitionen. 8
2.1. Armut. 8
2.2. Reichtum. 9
3. Grundsätzliche Gliederung der Berichte. 10
3.1. Gliederung des 2. Berichts. 10
3.2. Gliederung des 3. Berichts. 11
3.3. Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Grundgliederung. 11
4. Analyse und Berichterstattung des Einkommens. 12
4.1. Verwendete statistische Mittel im 2. Bericht. 12
a) Teil A: Zentrale Trends und Herausforderungen. 12
b) Teil B: Maßnahmen der Bundesregierung. 15
4.2. Verwendete statistische Mittel im 3. Bericht. 17
a) Teil C: Entwicklungen und Herausforderungen. 17
b) Teil :D Stärkung von Teilhabe und sozialer Integration -
Ma ßnahmen der Bundesregierung. 20
4.3. Gegenüberstellung. 21
a) Gemeinsamkeiten in der statistischen Analyse. 21
b) Unterschiede und Neuerungen im 3. Bericht. 22
5. Gesamteindruck der Entwicklung der Armut in der BRD. 23
C. Literaturverzeichnis. 25
2
B. Analyse des zweiten und dritten Berichts
1.1. Kernaussagen des zweiten Berichtes
Der allgemeine Grundtenor des zweiten Berichtes beschreibt eine generelle starke Korrespondenz von Armut und Arbeitslosigkeit 4 . Dies ist nicht zuletzt eine Folge von externen Faktoren, welche sich vor allem auf das Wirtschaftswachstums der BRD negativ auswirkten. Allen voran ist hier der Anschlag des 11.Septembers sowie der darauf folgende Irakkrieg zu nennen, welche einen nicht unerheblichen Einfluss auf die globale Wirtschaft hatten 5 und somit auch auf die Arbeitsmarktsituation in Deutschland. Die Bundesregierung reagierte auf diesen Rückwärtstrend im Arbeitsmarkt mit einer sozial gerechteren Politik und der im Jahre 2003 beschlossenen Agenda 2010. Sie hatte zum Ziel nicht nur über einen passiven, finanziellen Ausgleich für sozial schwächer gestellte zu sorgen, sondern vor allem für mehr Gleichheit bei den Teilhabe- und Verwirklichungschancen aller. Somit stellte sich die Bundesregierung vor drei große Herausforderungen 6 : · Schaffung von politischen Rahmenbedingungen, welche die Teilhabe fördern · Bereitstellung von Teilhabe- und Verwirklichungschancen · Sicherung von Grundbedürfnissen
Um diese Ziele umzusetzen mussten einige Reformen eingeleitet werden, wie zum Beispiel die „Zusammenführung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe für Erwerbsfähige als Kernstück der Arbeitsmarktreform“ (2. Armuts- und Reichtumsbericht 2005, S. XXI). Darüberhinaus wurden Reformen im Bereich der Renten, der Kinderbetreuung und der Bildung umgesetzt um die Grundbedürfnisse sicherzustellen und neue Wege und Chancen für Arbeitssuchende zu eröffnen 7 . Die Kinderbetreuung und die Verbesserung der Bildung sind wichtige Aufgabenbereiche, welche die Grundlage für einen erfolgreichen (Wieder-)Einstieg in das Berufsleben, vor allem junger Menschen, bilden. So wurden ca. vier Milliarden Euro in den Ausbau von Ganztagsschulen investiert und die Ausbildungsförderung zwischen 1998 und 2003 wurde von 1,2 Mrd. Euro auf 2,03 Mrd. Euro fast verdoppelt 8 . Dies zeugt von einem enormen Anstieg an finanzieller Unterstützung im Bildungssektor.
Das die Bundesrepublik mit ihren Maßnahmen zur Bekämpfung sozialer Ungleichheiten durchaus auch im internationalen Vergleich ansehnliche Erfolge vorweisen kann, zeigen die Daten zur Armutsrisikoquote. So war die BRD 2001 mit einem Armutsrisiko von 11% unter dem EU-Durchschnitt von 15% 9 und durch öffentliche Transfers der Sozialversicherungen konnte 2003 das Armutsrisiko in Teilbereichen sogar um zwei Drittel gesenkt werden 10 . Jedoch stieg das Armutsrisiko bis zum Jahre 2003 auf 13,5% an und lag damit nur noch knapp unter dem europäischen Durchschnitt.
Zusammenfassend kann man sagen, dass mit der am 14. März 2003 verkündeten Agenda 2010 einige weitreichende Reformen einhergingen, die in vielen sozialen Kernbereichen wie zum Beispiel der Gesundheit, Bildung, Kinderbetreuung, Familienförderung, Erwerbstätigkeit und Rente einen Beginn in eine sozial gerechtere Zukunft Deutschlands einläuten sollten. Inwiefern diese Umstrukturierungen einen langfristigen Erfolg verbuchen können, kann man mittlerweile nur beschränkt sagen, da die Reformen immer noch fortlaufend umgesetzt werden.
Das bedeutet dementsprechend für den dritten Armuts- und Reichtumsbericht, dass er noch mitten in der Zeit der Reformen und Umstrukturierungen erstellt wurde und auch
ein paar Einblicke und womöglich auch Prognosen über die Wirksamkeit der Reformen zeigen kann.
1.2. Kernaussagen des dritten Berichts
Anerkanntes und auch vorrangiges Ziel der Periode in welcher der 3. Armuts- und Reichtumsberichtes erstellt wurde war es, alle Anstrengungen dahingehend auszurichten eine Vollbeschäftigung zu erreichen, denn nur diese ist eine Garant für eine erfolgreiche Armutsvermeidung 11 . Die deswegen im Jahre 2003 begonnenen Reformen im Arbeitsmarkt zeigten nun Wirkung und begünstigten den konjunkturellen Aufschwung. Damit einhergehend ging die Arbeitslosigkeit im Dezember 2007 im Vergleich mit Dezember 2006 um 15% insgesamt runter und zeigt somit, dass die getätigten Umstrukturierungen nun wirken 12 . Ein weiterer Grund für die sinkende Arbeitslosigkeit waren die zunehmende selbstständigen Tätigkeiten und flexiblen Beschäftigungsformen, wie z.B. Leiharbeit, in denen einige Bürger nun eine Arbeit fanden 13 . Jedoch nahm hiermit auch die Ungleichverteilung der Einkommen zwischen 2002 und 2005 zu, da viele Arbeiter nun auch im Niedriglohnbereich beschäftigt waren anstatt arbeitslos 14 . Ein Grund für die Senkung der Bruttolöhne und -gehälter von 24.873 Euro auf 23.684 Euro waren beispielsweise neue tarifliche Vereinbarungen, welche meist nicht zu Gunsten der Arbeitnehmer ausgehandelt wurden 15 . Somit öffnet sich die Schere zwischen Arm und Reich immer mehr und zeugt hier von einer langsam aber stetig wachsenden sozialen Ungerechtigkeit.
Was der 3. Armuts- und Reichtumsbericht deutlich in seinen Kernaussagen formuliert ist die starke Abhängigkeit von Bildung und Arbeitslosigkeit. So wird analysiert, dass „Bildung [..] der Schlüssel zur Teilhabe“ (3. Armuts- und Reichtumsberich 2008, S. V) ist und „[d]as Armutsrisiko von Kindern [..] stark von der Erwerbsbeteiligung der Eltern“ (ebd.) abhängt. Jedoch bedeutet dies auch im Umkehrschluss, dass Bildungserfolge von Kindern massiv vom Bildungsniveau der Eltern abhängen, was sich selbstverständlich auch nachteilig auf den erfolgreichen Berufseinstieg der
Kinder auswirken kann 16 .
Im Bereich der Altersversorgung ist das Thema der Altersarmut nicht sehr präsent. Lediglich bei Personen die längere Zeit selbstständig erwerbstätig waren und nur ein geringes Einkommen hatten oder einen lückenhaften Lebenslauf in ihrer Erwerbstätigkeit vorweisen, kann es zu Problemen in der Altersversorgung kommen 17 . Auch hier bietet eine gute Aus-/Bildung eine sichere Grundlage für die nötige zusätzliche Versorgung im Alter.
Abschließend ist zu erkennen, dass der Sozialstaat Wirkung zeigt und mit Hilfe von Sozialtransfers und angepassten Steuern, die Ungleichheiten in den Einkommen sich angenähert haben 18 . Vor allem wurde das Armutsrisiko im europäischen Vergleich gesenkt und Deutschland kann somit, wie in Tabelle 1 gezeigt, einen der vorderen Ränge im internationalen Vergleich belegen.
Reduktion des Armutsrisikos der Gesamtbevölkerung durch Sozialtransfers (2005)
Arbeit zitieren:
Roland Federschmidt, 2008, Ein Vergleich des 2. und 3. Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung unter Betrachtung der Berichterstattung des Einkommens, München, GRIN Verlag GmbH
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