GLIEDERUNG
1. Einführung 1
2. Definitionen 1
2.1 Internet-Telefonie 1
2.2 Voice over Internet Protocol (VoIP) 2
3. Historische Entwicklung 2
4. Funktionsweise 4
4.1 Verbindungsaufbau 5
4.2 Signalisierungsprotokolle 5
4.2.1 H 323 6
4.2.2 Session Initiation Protocol (SIP) 6
4.3 Rufnummernsysteme 6
4.4 Gesprächsübertragung 7
4.5 Qualität 9
4.5.1 Verzögerungszeitschwankungen (Jitter) 9
4.5.2 Echo 10
4.5.3 Verzerrungen 11
4.5.4 Paketverluste 11
5. Arten der Internet-Telefonie 11
5.1 Internet-Telefonie mittels PC 11
5.2 Internet-Telefonie mittels Festnetz-Telefon 12
5.3 Internet-Telefonie mittels IP-Telefon 12
5.4 Internet-Telefonie mittels WiFi-Telefon 13
6. Anforderungen an Internet-Telefonie-Netze 13
6.1 Anforderungen aus Anwendersicht 13
6.2 Wirtschaftliche Anforderungen 14
6.3 Technische Anforderungen 15
7. Sicherheit 16
8. Kosten 17
8.1 Privatanwender und kleine Unternehmen 17
8.2 Mittlere und große Unternehmen 18
9. Vorteile der Internet-Telefonie 18
10. Nachteile der Internet-Telefonie 19
11. Rentabilität 20
11.1 Privatanwender und kleine Unternehmen 20
11.2 Mittlere und große Unternehmen 21
12. Fazit 22
13. Literatur- und Quellenverzeichnis 23
1. Einführung
Ein Leben ohne Telefon ist heute nicht mehr vorstellbar. Neben dem Telefon ist aber inzwischen auch das Internet nicht mehr wegzudenken. Das Internet ermög- licht eine weltweite Verbindung von PC’s, die dadurch miteinander kommunizieren und Daten austauschen können. Die Internet-Telefonie ist eine Verbindung von Telefongesprächen über das Internet. Der Begriff Internet-Telefonie ist in aller Munde und Prognosen besagen, dass die Internet-Telefonie die klassische Tele- fonie ablösen wird.
Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit dem Thema Internet-Telefonie und die Frage, ab wann für wen eine Umstellung auf Internet-Telefonie sinnvoll ist. Bevor diese Frage beantwortet wird, geht die Arbeit vorerst auf die Funktionsweise, die verschiedenen Arten, den Anforderungen, die Sicherheit, die Kosten sowie die Vor- und Nachteile der Internet-Telefonie ein, um ein zusammenhängendes Bild zu vermitteln.
2. Definitionen
Im allgemeinen Sprachgebrauch werden häufig die Begriffe Internet-Telefonie und Voice over IP synonym verwendet. Hierbei handelt es sich jedoch um zwei ver- schiedene Begriffe, die wie folgt definiert werden:
2.1 Internet-Telefonie
Die Internet-Telefonie überträgt Telefongespräche über das Internet oder über Teilstrecken des Internets. Die Sprache wird hier als ein Datenpaket über die Lei-
tung übertragen. 1 Internet-Telefonie stellt einen Anwendungsbereich des Voice over Internet Protocols dar. 2
1 Vgl. Precht M./Meier, N./Tremel, D., EDV-Grundwissen, 2004, S. 589
2 Vgl. Nölle, J., Voice over IP, 2005, S. 11
2.2 Voice over Internet Protocol (VoIP)
Voice over Internet Protocol ist die allgemeine Bezeichnung für das Anwendungs-
gebiet Internet-Telefonie. Sie beschreibt jedoch nur das technische Verfahren der
Sprachübertragung, nicht deren Anwendungsbereich. 3
3. Historische Entwicklung
1995 - Im Jahr 1995 stellte die israelische Firma „VocalTec“ erstmals eine Tele-
fonie über das Internet Protocol (IP) vor, welche mit ihrer Software „Internet Pho-
ne“ durchgeführt wurde. Die Telefonie fand von PC zu PC im Halduplex-Betrieb,
ähnlich einem „Walki-Talki“, statt. Zu dem Zeitpunkt gab es noch unzählige techni-
sche Hindernisse, die eine reibungslose Verbindung verhinderten. Ein IP-
Telefongespräch war nur möglich, wenn man die gleiche Software besaß, da ein-
heitliche technische Standards noch nicht vorhanden waren. Aufgrund der damali-
gen geringen Kapazitäten des Internets kam es zu enormen Verzögerungszeiten,
so dass die Gesprächsqualität schlecht war und oft nur „Sprachfetzen“ zu verste-
hen waren.
1996 - 1996 haben mehrere Firmen das Software-Programm von „VocalTec“
nachgebaut und so kamen viele Software-Produkte auf den Markt, die eine Inter-
net-Telefonie, jedoch nur von PC zu PC, ermöglichten. Die International Tele-
communication Union (ITU-T) hat mit der Rahmenempfehlung H.323 die erste
Norm für eine Multimedia-Kommunikation über paketorientierte Netze beschlos-
sen. Dies war ein großer notwendiger Schritt zur Standardisierung der Technik.
Zeitgleich wurde das Realtime Transport Protocol (RTP) im RFC 1889 (seit 2003
RFC 3550) von der Internet Engineering Task Force (IETF) entwickelt, auf das
auch H.323 für die Übertragung der Audiodaten zurückgreift.
1997 - Da die notwendigen Bestandteile für eine paketorientierte Multimedia-
Kommunikation mit Terminal, Gateway, Gatekeeper und Multipoint Conferencing
Unit (MCU) durch die erste Norm H.323 festgelegt wurden, war das Jahr 1997 be-
sonders durch die Entwicklung von H.323-Gateways geprägt. Diese Entwicklung
war essentiell für eine Verbindung von IP-Netzen mit dem öffentlichen Festnetz,
wodurch eine IP-Verbindung von PC zu Festnetz-Telefon und Festnetz-Telefon zu
3 Vgl. Nölle, J., Voice over IP, 2005, S. 11
Festnetz-Telefon möglich wurde. Durch den so genannten „Toll-Bypass“ konnte man die teuren Verbindungskosten bei Ferngesprächen umgehen, was auf großes Interesse stieß.
1998 - Das Jahr 1998 widmete sich hauptsächlich der Entwicklung von Gatekee- pern. Von den vier möglichen H.323-Bestandteilen waren zwar bereits Endgeräte (über Software) und Gateways vorhanden, H.323 Gatekeeper (Telefonie-Server) fehlten jedoch. Gatekeeper spielen eine wichtige Rolle, da diese für die Ge- sprächsvermittlung und Bereitstellung von Leistungsmerkmalen verantwortlich sind.
1999 - 1999 schuf die IETF mit dem Session Initiation Protocol (SIP, RFC 2543) ein Konkurrenzprodukt zum H.323 von der ITU-T für die reine Signalisierung von Voice over IP. Allerdings wurde durch die Liberalisierung und Deregulierung des Telekommunikations-Marktes im Jahr 1998 und die damit verbundenen sinkenden Preise für Verbindungsminuten, das Einsparpotential durch die Anwendung von Voice over IP deutlich reduziert. Dies hatte zur Folge, dass das Interesse an der IP-Telefonie sank.
2000 - Im Jahr 2000 war das Interesse für IP-Telefonie auf dem Nullpunkt ange- langt, auch wenn es erste Firmen gab, die auf IP-Telefonie, jedoch mit einer ge- ringen Zahl an Nebenstellen, umstellten. Da das Hauptargument der Kosteners- parnis nicht mehr gegeben war, wurde auf den Mehrwert für die Firmen, den eine Anwendung der IP-Telefonie bringt, gesetzt. Dieser Mehrwert wurde durch Anwe- nungen wie IP-Call-Center oder Unified Messaging beziffert.
2001 - 2001 gab es erste H.323-Telefone, aber noch keine SIP-Telefone. Die H.323-Telefone benötigten neben einer Steckdose zur Stromversorgung einen eigenen Port am Etagen-Switch. Es war nicht ungewöhnlich, dass die Auslastung des Switches durch die Rechneranschlüsse bereits sehr hoch war, so dass für die IP-Telefonie erst das Datennetz erweitert und aufgerüstet werden musste. Dies war mit hohen Kosten verbunden. Voice over IP war immer noch fast ausschließ- lich in Unternehmen zu finden, Privatnutzer waren kaum vorhanden.
2002 - Das Interesse an der Internet-Telefonie stieg im Jahr 2002 wieder an.
IETF entwickelte mit dem RFC3261 eine Version 2 des SIP und stieß auf große
Begeisterung. Bereits 2 Jahre später setzten alle deutschen VoIP-Anbieter auf SIP.
2003 - 2003 fanden auf dem deutschen Internet-Kommunikations-Markt wenige Investitionen statt und es drohten Entlassungen.
2004 / 2005 - Die Jahre 2004 und 2005 brachten den Durchbruch für die Internet- Telefonie. Auch im Privatkundenmarkt fand die IP-Telefonie großen Anklang. Die Zahl der Teilnehmer in Deutschland wurde Ende 2004 von der Regulierungsbe- hörde auf 250.000 Nutzer geschätzt und für 2005 wurde eine Verdoppelung der Nutzer vorausgesagt. Eine wichtige Rolle bei diesem Fortschritt spielte die breite Akzeptanz und Nutzung von Breitbandanschlüssen. Die Regulierungsbehörde be- obachtet jedoch den Markt bis zum heutigen Zeitpunkt sehr streng, damit sich die- ser unter dem Ansatz des „evolutionary approach“ entwickeln kann. Im Jahr 2005 gab es in Deutschland bereits über 50 VoIP Anbieter im Bereich der Reseller und Endkunden. Die Gesprächsqualität verbesserte sich deutlich. Durch das Produkt FRITZ!Box Fon von AVM, welches ein DSL-Modem, eine Telekom- munikations-Anlage und einen Router beinhaltet, konnte man auch mit ausge- schaltetem PC oder einem angeschlossenen ISDN-Telefon über VoIP telefonie- ren.
Seit 2006 - Seit 2006 besteht die Möglichkeit, dass auch VoIP-Anbieter, sofern sie einen Zugang zum Fernsprechnetz besitzen, Ortsnetzrufnummern vergeben können. 4
4. Funktionsweise
Die herkömmliche Festnetz-Telefonie hat mit der Internet-Telefonie nicht viel ge- meinsam, da die Technik vollkommen unterschiedlich ist. Die einzige Gemein- samkeit ist lediglich, dass man über beide Netze telefonieren kann. 5 Die Technik der Internet-Telefonie ist sehr komplex. Vereinfacht kann man sagen, dass im Gegensatz zur Festnetz-Telefonie bei der IP-Telefonie keine Leitungen durchgeschaltet, sondern die Sprache in kleine Pakete umgewandelt wird.
4 Vgl. www.voip-information.de/voip-geschichte.html
5 Vgl. www.voip-information.de/vorteile-voip.html
Arbeit zitieren:
Tabea Söllner, 2007, Ab wann lohnt sich für wen Internettelefonie?, München, GRIN Verlag GmbH
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