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Gliederung
Seitenzahl
1. Einleitung 3
2. Kurze theoretische Abhandlung 3
2.1. Eingliederung in die empirische Sozialforschung 3
2.2. Definition des narrativen Interviews 4
2.3. Warum wird das narrative Interview in der empirischen
Sozialforschung genutzt? 5
3. Praktische Abhandlung 7
3.1. Allgemeines 7
3.2. Aushandlungsphase 7
3.3. Hauptteil 8
3.4. Nachfrageteil 9
3.5. Transkription 10
4. Das Interview als soziale Situation 11
4.1. Problempunkte im Interview 11
4.2. Interviewsituation 11
4.3. Interviewer 12
4.4. Interviewter 13
5. Versuch der Umsetzung, Vergleich zur Theorie 14
6. Abschluß 16
Anlagen :
1. Literaturverzeichnis
2. Erklärung
3. transkripiertes Interview (nicht beigefügt)
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1. Einleitung
Das narrative Interview ist eine Forschungsmethode der empirischen Sozialforschung, insbesondere der qualitativen Forschung. Die nachfolgenden Ausführungen sollen zeigen, wie sich diese Interviewart theoretisch in die soziale Forschung eingliedert, wie ein narratives Interview ablaufen sollte und wie es sich in einem selbst geführten I nterview gestaltete. Dabei sollen unter anderem die Probleme bei der Umsetzung aufgeführt werden. Ich möchte hier keine konkrete Auswertung des Inhalts der Befragung vornehmen, sondern anhand des geführten Interviews eher die besondere Situation schildern.
Im Theorieteil wird kurz auf die Definitionen von Wissenschaftlern eingegangen und es soll aufgezeigt werden, wie sich das narrative Interview zu anderen Befragungsarten verhält und warum es überhaupt durchgeführt wird.
In Punkt vier wird dargelegt, wie ein narratives Interview ablaufen sollte.
In der Umsetzung wird kurz erläutert, welche Probleme auftreten können.
Wie das geführte Interview letztendlich verlaufen ist, möchte ich im letzen Abschnitt aufzeigen.
2. Kurze theoretische Abhandlung
2.1. Eingliederung in die empirische Sozialforschung
Empirische Sozialforschung ist die „ allgemeine Bezeichnung für die Erforschung sozialer Zustände und Prozesse mit empirischen Methoden.“ (Fuchs-Heinritz et al., 1995, S. 612). Bei der empirischen Sozialforschung unterscheidet man zwischen quantitativer und qualitativer Forschung.
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In der quantitativen Sozialforschung werden Forschungsmethoden angewandt, die eine „repräsentative Aussage(n) über Parameter von Grundgesamtheiten“ (Fuchs-Heinritz et al., 1995, S. 613) gewinnen können. Dabei wird eine bestimmte Anzahl von Personen befragt. Als Beispiel zu nennen männliche Jugendliche zwischen 20 und 25 zum Thema Rauchen. Damit wird dann eine repräsentative Aussage über den Forschungsgegenstand gewonnen. Es werden oft standardisierte Fragemethoden, zum Beispiel standardisierte Fragebögen, eingesetzt. Bei der qualitativen Sozialforschung handelt es sich um „Erhebungs-und Auswertungsverfahren, die (die) Prinzipien der Offenheit, Flexibilität und Kommunikation betonen.“ (Fuchs-Heinritz et al., 1995, S. 613). „Bevorzugte Erhebungsmethoden sind Formen des offenen Interviews (narratives, Leitfadeninterview), teilnehmende Beobachtung, Gruppendiskussion.“ (Fuchs-Heinritz et al., 1995, S. 209).
Das narrative Interview ist demzufolge eine Erhebungsmethode der qualitativen Sozialforschung in Form eines offenen Interviews. Es wird vor allem im Rahmen biographischer Forschung verwendet. Die Daten, die durch ein derartiges Interview von einer Person gewonnen werden, können nicht mit Daten anderer Personen verglichen werden, da es eine individuelle Lebensgeschichte mit persönlichen Schicksalen ist. Jeder Mensch erlebt sein eigenes Schicksal für sich mit seinen ganz eigenen Emotionen und Reaktionen. Vergleichbar wären dann nur die Daten, wie einzelne Personen mit ihren Erlebnissen umgehen und sie in ihrem Umfeld akzeptiert werden.
2.2. Definition des narrativen Interviews
Das narrative Interview ist ein hauptsächlich von Fritz Schütze entwickeltes sozialwissenschaftliches Erhebungsverfahren, das nicht dem sonst üblichen Frage- und Antwortschema von Interviews folgt. Die Narration wird als die Erzählung eines Ablaufs bezeichnet.
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Demnach ist das narrative Interview ein „erzählendes Interview ... (das) zur Analyse von Ereignisverläufen ... aber auch zur Analyse von konflikthaften Gruppenprozessen, Familienkonstellationen oder kollektiven Entscheidungen dienen kann.“ (Fuchs-Heinritz et al., 1995, S. 316).
2.3. Warum wird das narrative Interview in der empirischen
Sozialforschung genutzt?
Die Hauptaufgabe des qualitativen Interviews besteht in der Darstellung des individuellen Falles im Hinblick auf das zu untersuchende Problem.
Beim narrativen Interview gibt es einige Unterschiede zu einem Leitfaden- oder standardisiertem Interview. Es wird hier nur eine Person befragt. Die gewonnenen Daten sind nur bedingt mit Angaben anderer Personen vergleichbar, da im narrativen Interview ein persönlicher Abschnitt des Lebens eines einzelnen Individuums wiedergegeben wird.
In standardisierten oder Leitfadeninterviews werden oft mehrere Personen zum gleichen Gegenstand befragt, um ein quantitatives Ergebnis zu bekommen. Es wird hier meist ein Forschungsgegenstand gewählt, zu dem sich die allgemeine Bevölkerung äußern kann, zum Beispiel die Meinung zur derzeitigen Politik oder zu einem bekannten Forschungsprogramm. Auch werden bei dieser Art von Interview die Fragen vorgegeben und sollten während der Befragung nicht sehr verändert werden.
Beim narrativen Interview steht nur die Einleitungsfrage fest. Die anschließenden Fragen hingegen ergeben sich oft erst während des Interviews selbst und sind individuell und in Bezug auf das vorhergehend Gehörte zu gestalten.
Der Unterschied liegt demnach darin, daß die Aussagen einzelner Personen nicht miteinander in Verbindung gebracht werden können,
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da es sich um spezielle Ereignisse des Erzählers handelt, die andere Personen so nicht erlebt haben können. Das Ziel des narrativen Interviews besteht darin, daß „im Stegreiferzählvorgang eigener Ereignisverwicklungen ... die in die Gegenwart transportierte Erfahrungsaufschichtung durch die Dynamik des Erzählvorgangs wieder verflüssigt werden“ (Glinka, 1998, S.9) soll.
Stegreiferzählungen sind spontane Erzählungen, die nicht durch Vorbereitungen geplant sind, sondern aufgrund eines besonderen Anlasses sich aus dem Stegreif heraus ergeben. Dabei sollen Sichtweisen und Handlungen von Personen sowie deren Erklärungen aus eigenen sozialen Bedingungen dargelegt werden. Es werden somit Ereignisse, die schon einige Zeit in der Vergangenheit liegen, wieder in Erinnerung gerufen und mit den derzeitigen Erfahrungen und den damaligen Emotionen erzählt. Diese Erinnerungen können auf ein Ereignis bzw. eine Problemsituation (z.B. Alkoholabhängigkeit, ihre Folgen und ihre Bekämpfung) beschränkt sein, aber auch die ganze Lebensgeschichte umfassen. (Flick, 1995, S. 116)
„Theoretischer Hintergrund von Studien mit narrativen Interviews ist, ... , die Analyse subjektiver Sicht- und Handlungsweisen.“ (Flick, 1995, S. 123) Wenn wir beim Thema Alkoholsucht bleiben, sollen die damit verbundenen sozialen Probleme, der persönliche Hintergrund, die Gedanken und Emotionen von dieser Person beleuchtet werden. Dies ist oft nicht einfach, da die Person selbst erst einmal versuchen muß, von sich aus Emotionen und Gedanken auszudrücken, ohne daß einen Anregung oder Unterstützung durch Nachfragen von außen kommt - also vom Interviewer.
Arbeit zitieren:
Grit Noack, 2001, Das narrative Interview - Theorie und Praxis, München, GRIN Verlag GmbH
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