Universität zu Köln Erziehungswissenschaftliche Fakultät Institut für Psychologie Seminar: Sozialisation durch neue Medien Semester: Wintersemester 2002/03
Internetkommunikation
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Kommunikationsformen im Internet 4
2.1 E-Mail 4
2.2 Instant Messaging 5
2.3 Mailing-Listen 6
2.4 Newsgroups/Forum 7
2.5 IRC/Chat 8
3 Anonymität in der Kommunikationssituation 10
3.1 Bedeutung der Nicknames 10
3.2 Netiquette und Flames 12
4 Sprachliche und nicht-sprachliche Besonderheiten 13
4.1 Sprachliche Besonderheiten 14
4.1.1 Sound- und Aktionswörter 14
4.1.2 Tilgung und Reduktion 15
4.1.3 Assimilation 17
4.2 Nicht-sprachliche Besonderheiten 18
4.2.1 Emoticons 18
4.2.2 Akronyme 22
4.2.3 ASCII-Art 22
4.2.4 Kryptonyme 23
5 Isolation durch Internetkommunikation? 24
6 Schlussbetrachtung 26
7 Literaturverzeichnis 27
2
1 Einleitung
Mit der Verbreitung der Internetnutzung haben sich neue
Kommunikationsformen im virtuellen Raum entwickelt, die je nach Typ synchron oder asynchron sind. Bei vielen Menschen haben diese Formen rege Nutzung im Alltag zur Folge. So löst in vielen Fällen die E-Mail den traditionellen Brief ab und Überseekonferenzen werden nicht länger per Telefon, vielmehr im Chat geführt. Während bei anderen Massenmedien die Rezeption eher passiv erfolgt, haben wir bei der Internetkommunikation aktive Anwender, die zur Konstruktion der medialen Inhalte beitragen. Alle netzbasierten
Kommunikationsformen weisen spezielle Merkmale auf, die im Rahmen dieser Hausarbeit thematisiert werden sollen. So erklärt sich der Aufbau der Arbeit wie folgt:
Nach einer allgemeinen Darstellung der verschiedenen Kommunikationsformen (Kapitel 2) wird der Faktor Anonymität in der Kommunikationssituation diskutiert (Kapitel 3), wobei der Schwerpunkt auf den Bereich der Chats gelegt wird. So folgen im 4. Kapitel die sprachlichen und nicht-sprachlichen Besonderheiten der Internetkommunikation aus linguistischer Sicht, wobei besonders die nichtsprachlichen Elemente, die die non-verbale Kommunikation bei Gesprächen von Angesicht zu Angesicht ersetzt, vorgestellt und in ihrer Funktion hinterfragt werden. Zum Abschluss der Arbeit wird der vieldiskutierten Frage nachgegangen, ob Internetkommunikation Isolation zur Folge hat. Es wird versucht, alle Punkte mit anschaulichen Beispielen zu belegen, so dass das Verhältnis von theoretischen Aspekten und praktischen Anteilen ausgeglichen ist.
Zur Erstellung dieser Hausarbeit beziehen sich die Verfasser vorrangig auf die Literatur von Beißwenger und Döring. Eine detaillierte Übersicht der eingebrachten Autoren befindet sich im Literaturverzeichnis.
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2 Kommunikationsformen im Internet
Im folgenden Kapitel werden die gängigsten Kommunikationsformen der virtuellen Welt vorgestellt. Es wird versucht, bei allen „Produkten“ sowohl auf Vor- als auch auf Nachteile einzugehen.
2.1 E-Mail
Eine E-Mail entspricht einer elektronischen Mitteilung, die über das Internet oder ein anderes Kommunikationssystem verschickt wird. Um E-Mails versenden bzw. empfangen zu können, benötigen Sender und Empfänger ein entsprechendes Programm, den E-Mail-Client. Standardmäßig bestehen E-Mails aus reinen Textinformationen, ggf. auch aus HTML-Code. Neben Sprachinformationen können mittels einer anhängbaren Datei - Attachement genannt - auch digitalisierte Grafiken, Sounds oder ausführbare Programme verschickt werden. Die Abbildung zeigt ein geöffnetes Mailformular.
Um E-Mails versenden zu können, werden die genauen E-Mailadressen der Empfänger benötigt. Häufig werden E-Mailadressen verbotenerweise auf kommerzieller Basis missbraucht. Mit sogenannten Spams werden erhalten die Empfänger Produktangebote, die ihnen ohne ihre Erlaubnis zugesandt werden.
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2.2 Instant Messaging
Mittels Instant-Messaging (IM) lassen sich Informationen aller Art sehr schnell kommunizieren: Unmittelbar nach Absendung einer Information erscheint diese bei dem Empfänger, sofern er ebenfalls “online” ist. Der Empfänger kann sofort (instant) auf die eingegangene Information reagieren.
Instant-Messaging bietet die Möglichkeit, auf einen Blick festzustellen, welche persönlichen Kontakte gerade verfügbar sind und welchen Status (z.B. gesprächsbereit oder abwesend) diese Kontakte haben. Weltweit werden insbesondere in der privaten IM-Kommunikation überwiegend die Systeme von • AOL (AIM, AOL Instant Messenger) • ICQ • MSN (Microsoft Messenger) • Yahoo!
genutzt. Die von den jeweiligen Betreibern angebotenen IM-Programme zeichnen sich durch unterschiedliche Fähigkeiten aus, jeder der o.g. Anbieter setzt sein eigenes Verfahren für die Übermittlung von Informationen ein. Bei allen Anbietern sind jedoch zwei Aspekte identisch: 1. Ein Nutzer eines Dienstes kann nicht unmittelbar mit dem Nutzer eines anderen Dienstes kommunizieren, da jeder Anbieter eine eigene Registrierung verlangt.
2. Jede Nachricht wird über einen oder mehrere zentrale Server des jeweiligen Anbieters transportiert, diese Server stehen regelmäßig in den USA. Bislang sind alle Bemühungen einzelner der o.g. Anbieter, sich auf ein gemeinsames, einheitliches Protokoll zu verständigen, gescheitert.
Über die „Contactlist“ wird angezeigt, welche „Bekannten“ gerade online sind und ggf. Lust auf eine Unterhaltung haben.
Die Abbildung zeigt das Menü des IM-Services ICQ
2.3 Mailing-Listen
„Die treffendste deutsche Übersetzung mag ´Verteilerliste für E-Mails´ sein. Jede Liste hat dabei ein bestimmtes [...] Thema, auf das sich alle Nachrichten [...] beziehen sollten. Die gesamte Verwaltung der Liste wird dabei in besten Falle von einem Programm, dem mailing list server, übernommen“. (http://www.glossar.de/glossar/z_mailing-list.htm) Mailing Listen werden schon seit einigen Jahren genutzt. Beliebt sind sie, wegen der unkomplizierten Bedienung und der geringen technischen Voraussetzungen auf der Nutzerseite: dort muss lediglich die Möglichkeit vorhanden sein, E-Mails versenden und empfangen zu können. Die folgende Abbildung zeigt, wie die Verteilung der E-Mails funktioniert:
Abb. 3: Funktionsweise von Mailing-Listen (http://www.gik.uni-
karlsruhe.de/~zippelt/tutorials/GISTUTOR/internet/pictures/maillist.gif) Es wird zwischen offenen und geschlossenen Mailing-Listen unterschieden. Als offene Listen werden solche bezeichnet, die nicht eingeschränkt sind, d.h. jeder kann sich als Teilnehmer einschreiben und direkt Nachrichten an die Liste (und damit an alle anderen Teilnehmer) senden, eine hochkommunikative Angelegenheit also. Lediglich bei Fehlfunktionen greift ein Mensch in den Ablauf ein. Geschlossene Listen sind das genaue Gegenteil von offenen Listen und glücklicherweise recht selten. Jeder Einschreibeantrag wird dabei von einem Listenadministrator bearbeitet und evtl. abgelehnt. Der Administrator hat zudem volle Moderationsrechte.
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2.4 Newsgroup / Forum
Der Begriff Newsgroup ist zum einen die Bezeichnung einer Kategorie im Usenet, zum anderen wird die Gesamtheit aller Teilnehmer, die eine bestimmte Kategorie abonniert haben, derart bezeichnet. Häufig wird der Plural, also Newsgroups, synonym zu Usenet verwendet.
Newsgroups entsprechen globalen schwarzen Brettern - davon gibt es mehr als 80.000 weltweit und mindestens 1.000 in deutscher Sprache. Interessengemeinschaften formieren sich hier innerhalb von moderierten oder unmoderierten Newsgroups, um Informationen, Kommentare, Kritiken oder Meinungen auszutauschen. Während bei moderierten Newsgroups ein Moderator entscheidet, welche Nachricht in einer Newsgroup veröffentlicht wird, werden bei einer unmoderierten Newsgroup alle Nachrichten automatisch an die gesamte Gruppe verschickt.
Die Newsgroups basieren auf einem dezentrale System (dem Usenet), das aus tausenden von Newsservern besteht, die in der Regel von Internet-Service-Providern (ISP) wie z.B. T-Online oder AOL gepflegt werden. (Die Adresse des Newsservers der deutschen Telekom lautet beispielsweise "news.btx.dtag.de".) Sollte der verwendete ISP über keinen Newsserver verfügen, dann empfehlen sich freie Newsserver, die allerdings in der Regel nur über ein reduziertes Angebot verfügen. Denn es liegt immer im Ermessen des jeweiligen Administrators, welche Newsgroups er anbietet. Um sich an den Diskussionen beteiligen zu können, wird in der Regel ein sogenannter "Newsreader" benötigt - z.B. MS Outlook Expreß, NewsAgent, Free Agent, ein recht bekannter Shareware-Newsreader von Forte, steht auf der Download-Seite des AEC-WEBs zum Download zur Verfügung. Die Abbildung zeigt ein geöffnetes Fenster, über das Newsgroups abonniert werden können:
Abb. 4: Newsgroups
Arbeit zitieren:
Dr. Silke Dormeier, Frank Esser, 2003, Besonderheiten der Internetkommunikation, München, GRIN Verlag GmbH
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