Betrachtung der Annahme der Rationalität als handlungsleitendes Element der Akteure in den Rational Choice Ansätzen von James S. Coleman und Hartmut
Institut für Soziologie
Wintersemester 2002/2003 Theorie II: Handeln vs. Struktur
Markus Mayer
Inhalt
Zusammenfassung
1 Einleitung
2 Einführung in die Rational Choice Theorie von James S. Coleman
2.1 Die rationale Handlungsweise der Akteure am Beispiel des
Ressourcenaustausches
2.2 Kritik am Rational Choice Ansatz von James S. Coleman
3 Einführung in die Rational Choice Theorie von Hartmut Esser
3.1 Essers Grundannahmen
3.2 Die Logik der Selektion
3.3 Kritik am Rational Choice Ansatz von Hartmut Esser
durch Ilja Srubar
4 Gemeinsamkeiten der beiden Rational Choice Ansätze von Coleman
und Esser
5 Unterschiede der beiden Rational Choice Ansätze von Coleman und
Esser
6 Schluss
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Zusammenfassung
In den `Rational Choice´ - Ansätzen wird von einem Akteur ausgegangen, der rational handelt und der kontinuierlich versucht seine Interessen und damit seinen subjektiven Nutzen durch freie Wahlentscheidungen zu maximieren. Dabei wird die Frage nach Sinninterpretationen, Beeinflussung der Normen auf die Handlungsweise der Akteure und dem akteursspezifischen Handlungs- bzw. Wahlhintergrund vernachlässigt.
1 Einleitung
Der `Rational - Choice´ - Ansatz entstand in den 80er Jahren, wobei man den Ansatz nicht auf einen Hauptvertreter festlegen, sondern als ein pluralistisch entstandenes Gebilde sehen sollte. Er baut sowohl auf den Utilitarismus, den Behaviorismus und die Lerntheorien, als auch auf die Grundlagen der Ökonomie auf. Ziel der Untersuchung ist das Verhalten von Individuen. Es wird davon ausgegangen, dass jeder Sachverhalt auf ein oder mehrere Individuen zurückgeht, so dass nun auch die Untersuchung des Mikrokosmos, und nicht länger nur die des Makrokosmos eine wichtige Rolle spielt. Bei dem `Rational - Choice´ - Ansatz handelt es sich somit um eine individualistische Theorie, die die Handlungsperspektive der Akteure, beeinflußt durch sinnfremde Regelmäßigkeiten, beleuchtet.
Im folgenden möchte ich die Annahme der Rationalität als handlungsleitendes Element der Akteure in den `Rational - Choice´ - Ansätzen der Vertreter Hartmut Esser und James Samuel Coleman untersuchen und die vorhandenen, speziell auf die Rationalität bzw. Nutzenmaximierung, bezogenen Kritiken entgegensetzen.
2 Einführung in die Rational Choice Theorie von James S. Coleman
Coleman führt in dem einleitenden Kapitel `Metatheorie´ seines 1991 erschienenen Werkes `Grundlagen der Sozialtheorie´ aus, dass er durch die Handlungstheorie der Individualebene die Funktionsweise von sozialen Systemen, einem zentralen Problem der Sozialwissenschaften, erklären möchte. Die hierfür von ihm entwickelte Rational Choice Theorie (=RCT) hat einen ihrer Schwerpunkte im individuellen, zielorientierten Handlungsprinzip von Akteuren. Die Verteilung von Handlung- und Kontrollrechten bestimmt die aktuellen Bedingungen der Handelnden, so dass Coleman in seinen Analysen häufig Funktionsbetrachtungen und Analysen des Prinzipal-Agenten-Verhältnisses vornimmt. Die Makroebene stellte somit die Bedingungen der Handlung, die auf der Mikroebene realisiert werden bzw. „Die zu erklärende Handlung ist auf einer höheren Ebene sozialer Organisation angesiedelt als die Ebene, auf der ein Ziel festgelegt wird“(Coleman, 1991: S. 20). Um Aussagen über soziale Systeme auf der
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Markus Mayer, 2003, Betrachtung der Annahme der Rationalität als handlungsleitendes Element der Akteure in den Rational Choice Ansätzen von James S. Coleman und Hartmut Esser und Kritik an derselben von Ilja Srubar, München, GRIN Verlag GmbH
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