I
Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis IV
1 Einleitung 1
2 Begriffliche und konzeptionelle Grundlagen:
Nonprofit -Organisation und ehrenamtliches Engagement 2
2.1 Nonprofit-Organisationen 2
2.1.1 Begriffserläuterung: Nonprofit-Organisation 2
2.1.2 Typen von Nonprofit-Organisationen 4
2.1.3 Strukturmerkmale von Nonprofit-Organisationen 7
2.2 Ehrenamtliches Engagement 9
2.2.1 Begriffserläuterung: Ehrenamt 9
2.2.2 Ehrenamt im historischen Kontext 13
2.2.3 Bedeutung des Ehrenamts in Nonprofit-
Organisationen 18
2.3 Anforderungen an das Personalmanagement in Nonprofit-
Organisationen 21
3 Sekundäranalytischer Vergleich von empirischen Studien zum
ehrenamtlichen Engagement in Nonprofit-Organisationen 23
3.1 Vorgehensweise des sekundäranalytischen Vergleichs 23
3.2 Durchführung des sekundäranalytischen Vergleichs 25
3.3 Ergebnisse des sekundäranalytischen Vergleichs 31
3.3.1 Motive für ein ehrenamtliches Engagement 31
3.3.1.1 Begriffserläuterung: Motiv 31
3.3.1.2 Persönliche Motive 33
3.3.1.3 Altruistische Motive 34
3.3.2 Kritische Würdigung des sekundäranalytischen
Vergleichs 35
3.4 Forschungsbedarf zum ehrenamtlichen Engagement in
Nonprofit -Organisationen 36
4 Anreize zur Motivation Ehrenamtlicher in Nonprofit-Organisationen 37 4.1 Begriff und Bedeutung der Anreizgestaltung 37 4.2 Anreiztypen für ein ehrenamtliches Engagement 38 4.3 Handlungsempfehlungen zur Anreizgestaltung für ehrenamtliche Mitarbeiter in Nonprofit-Organisationen 40 5 Fazit 42 Literaturverzeichnis 44
Abkürzungsverzeichnis
bspw. beispielsweise bzgl. bezüglich ca. circa DT Deutschland Total Hrsg. Herausgeber ICNPO International Classification of Nonprofit Organizations NPO(s) Nonprofit-Organisation(en) ROI Return on Investment u. a. und andere USA United States of America US United States US$ US-Dollar vgl. vergleiche WWF World Wide Fund For Nature z.B. zum Beispiel
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Vielfalt der Nonprofit-Organisationen 6 Tabelle 2: Die zehn Dimensionen des Ehrenamts 10 Tabelle 3: Übersicht Studien für den sekundäranalytischen Vergleich 27 Tabelle 4: Bewertung der Studien 29 Tabelle 5: Sekundäranalytischer Vergleich zum ehrenamtlichen Engagement 31
1 Einleitung
Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen der freiwilligen Tätigkeit von ehrenamtlichen Mitarbeitern in Nonprofit-Organisationen (NPOs).
In Kapitel zwei erfolgen eine Begriffserläuterung und die Betrachtung der konzeptionellen Grundlagen der Nonprofit-Organisation und des ehrenamtlichen Engagements. Dabei erfolgt die Einteilung der Nonprofit-Organisationen (NPOs) nach den Merkmalen Trägerschaft, Zweck und Aufgaben sowie Arten und Typen, wobei in einem zweiten Schritt der Zweck und die Aufgaben von NPOs detaillierter betrachtet werden. Danach erfolgt ein Vergleich der Strukturmerkmale von Nonprofit- und Profit-Organisationen. Anschließend werden die unterschiedlichen
Begriffsdefinitionen zum Ehrenamt näher betrachtet und erläutert und mittels historischen Rückblicks, dessen Entstehung und die heutige Bedeutung in NPOs in Deutschland und den USA beschrieben. Das Kapitel schließt mit der Betrachtung der besonderen Herausforderungen an das Personalmanagement, die im Zusammenhang mit ehrenamtlichen Mitarbeitern in Nonprofit-Organisationen bewältigt werden müssen. Mit Kapitel drei beginnt die vertiefende Betrachtung des ehrenamtlichen Engagements in NPOs. Anhand eines sekundäranalytischen Vergleichs von empirischen Studien zur Motivation ehrenamtlicher Arbeit werden die Hintergründe für ein ehrenamtliches Engagement untersucht, analysiert und einer kritischen Würdigung unterzogen. Nach Beschreibung der Vorgehensweise des sekundäranalytischen Vergleichs erfolgt dessen Durchführung. Im Rahmen der Ergebnisanalyse wird auf die Begriffe Motiv und Motivation näher eingegangen und die Ergebnisse des sekundäranalytischen Vergleichs zur Motivation von ehrenamtlichen Tätigkeiten basierend auf den unterschiedlichen Motiven ausführlich beschrieben. Abschließend wird der weitere Forschungsbedarf im Hinblick auf den durchgeführten sekundäranalytischen Vergleich näher erläutert. Kapitel vier der Diplomarbeit behandelt die Anreizgestaltung und Handlungsempfehlungen zur Personalerhaltung und -gewinnung von ehrenamtlichen Mitarbeitern in NPOs. Basierend auf den Ergebnissen aus Kapitel drei erfolgt eine nähere Bestimmung der verschiedenen Anreiztypen zur Erhaltung und Gewinnung ehrenamtlicher Mitarbeiter unter
1
Berücksichtigung ihrer charakteristischen Merkmale. Die
Handlungsempfehlungen zur Anreizgestaltung für bestehende und neue ehrenamtliche Mitarbeiter in Nonprofit-Organisationen schließen das Kapitel vier ab.
Im Fazit in Kapitel fünf findet eine abschließende Betrachtung des ehrenamtlichen Engagements in Nonprofit-Organisationen statt.
2 Begriffliche und konzeptionelle Grundlagen: Nonprofit-Organisation und ehrenamtliches Engagement
2.1 Nonprofit-Organisationen
2.1.1 Begriffserläuterung: Nonprofit-Organisation
Nonprofit-Organisationen sind heute fixer Bestandteil der Gesellschaft, sie begegnen uns im täglichen Leben in den unterschiedlichsten Bereichen wie der Katastrophenhilfe, der Altenpflege, dem Umweltschutz oder auch als Interessenvertretungen. 1
Historisch betrachtet blicken Nonprofit-Organisationen auf eine lange Tradition zurück. Ihre Anfänge lassen sich bis ins letzte Jahrhundert, teilweise sogar bis ins Mittelalter, zurückverfolgen. Manche Vereinigungen wie Krankenhausstiftungen oder Kultur- und Turnvereine sind heute noch aktiv. 2 Der Verein TSV Friedland 1814 e.V. wurde 1814 gegründet, ist heute noch aktiv, und zählt zu den ältesten Sportvereinen in Deutschland. 3 Obwohl NPOs schon lange existieren, entstand der Begriff erst in den 1970iger Jahren, und bis heute wird diese Bezeichnung wegen ihres negativabgrenzenden Charakters laufend infrage gestellt. Die Suche nach Substituten führte bisher zu keinem befriedigenden Ergebnis. 4 Denn der aus dem Englischen stammende Ausdruck „nonprofit“ bezeichnet eigentlich „non for profit“ und wird oft als „no profit“ missverstanden. Folglich kann mit dem Begriff assoziiert werden, dass diese Organisationen keine Gewinne erzielen bzw. erzielen dürfen. Dieses Verständnis widerspricht
1 Vgl. Anheier, H. K./Toepler, S.: Politik und Zeitgeschichte, 2002, S. 34.
2 Vgl. Priller, E./Zimmer, A.: Der Dritte Sektor, 2001, S. 14.
3 Vgl. TSV Friedland 1814: Aktuelles, 2008, o. S.
4 Vgl. auch Badelt, C./Meyer, M./Simsa, R.: Nonprofit-Organisation, 2007, S. 4.
2
sowohl einer praktikablen Definition des NPO-Begriffs als auch der Praxis vieler NPOs. 5
Nonprofit-Organisationen können sehr wohl Gewinne erzielen. Diese Gewinne werden jedoch gemäß dem non-distribution-constraint (Gewinnverwendungsbeschränkung) nicht ausgeschüttet, sondern müssen reinvestiert oder als Preisvorteile an die Mitglieder weitergegeben werden. 6 Heute findet sich in der Literatur eine Fülle an Definitionen zu Nonprofit-Organisationen, die je nach Betrachtungsweise zu unterschiedlichen Interpretationen führen. So wurde im Rahmen des „John Hopkins Comperativ Nonprofit Sector Projects“ auf Basis der operativen Kriterien folgende Definition für Nonprofit-Organisationen vorgenommen: „Nonprofit-Organisationen sind formell strukturiert, organisatorisch unabhängig vom Staat, nicht gewinnorientiert, eigenständig verwaltet, keine Zwangsverbände, zu einem gewissen Grad von freiwilligen Leistungen getragen.“ 7
Dieses internationale Forschungsprojekt untersucht und vergleicht Umfang, Struktur, Finanzierung und die Rolle des Nonprofit-Sektors auf internationaler Ebene. Die hier festgelegten Kriterien zur Bewertung von Nonprofit-Organisationen sind in der “International Classification of Nonprofit Organizations (ICNPO)” verankert. 8
Eine andere Definition zur Charakterisierung von Nonprofit-Organisationen mittels fünf Analysekriterien stellte Reichard, 1988, auf: NPOs müssen (1) dem Prinzip der Solidarität und der Bedarfsdeckung entsprechen, (2) hinreichend autonom agieren (ohne Eingriffe des Staates), (3) eine informale, mitgliedschaftliche Struktur und (4) freiwilligen Beitritt aufweisen, sowie (5) direkte, auf Gegenseitigkeit beruhende Austauschbeziehungen. 9
Eine weitere Definition stammt von Anheiner/Salamon, 1992. Nach ihrer „strukturellen-operationalen“ Definition sind Organisationen, die dauerhaft formal organisiert sind, sich selbst verwalten, nicht-gewinnorientiert arbeiten, nicht von staatlichen Anstalten verwaltet werden und deren
5 Badelt, C./Meyer, M./Simsa, R.: Nonprofit-Organisation, 2007, S. 5.
6 Vgl. Badelt, C./Meyer, M./Simsa, R.: Nonprofit-Organisation, 2007, S. 30.
7 Zimmer, A./Priller, E.: Gemeinnützige Organisationen, 2007, S. 32.
8 Vgl. John Hopkins University: Working Papers, 1996, S. 8.
9 Vgl. Schaad, M.: NPOs in der ökonomischen Theorie, 1995, S. 1.
3
Mitgliedschaft auf einer freiwilligen Basis beruht, als Nonprofit-Organisationen zu bezeichnen und dem Dritten Sektor (vgl. Kapitel 2.1.2) zuzurechnen. 10
Trotz der unterschiedlichen Definitionen sind folgende Eigenschaften hervorzuheben, die Nonprofit-Organisationen im Wesentlichen von marktlichen und staatlichen Organisationen unterscheiden: Die Organisationsmitglieder in Nonprofit-Organisationen agieren frei von staatlichen Zwängen und ohne Eigennutz im Sinne der
Gewinnmaximierung. Ihr Engagement ist vorwiegend ethisch motiviert und geht auf individuelle Vorstellungen oder Verhaltensnormen zurück. Nachteile wie das Fehlen von Entgeltleistungen und Anerkennung werden dabei bewusst von den Individuen in Kauf genommen. 11 Im Rahmen dieser Diplomarbeit wird die Definition gemäß dem John Hopkins Comperativ Nonprofit Sector Projects für Nonprofit-Organisationen verwendet.
2.1.2 Typen von Nonprofit-Organisationen
Nonprofit-Organisationen nehmen eine Sonderstellung zwischen Markt und Staat ein. 12
Mit der Existenz einer Alternative zwischen Markt und Staat beschäftigte sich bereits in den 1970iger Jahren der amerikanische Soziologe Amitai Etzioni. Er prägte den Begriff „Dritter Sektor“ und charakterisierte in diesem Zusammenhang Nonprofit-Organisationen oder Dritte-Sektor Organisationen als Organisationen, die die Fähigkeit besitzen, bei der Dienstleistungserstellung die positiven Eigenschaften von Markt und Staat in sich zu vereinen. 13 Dementsprechend stellen Nonprofit-Organisationen jene Leistungen der Gesellschaft zur Verfügung, die vom Markt und/oder Staat nicht erbracht werden können. 14 Dabei ist eine strikte Zuordnung der Organisationen zu den Segmenten Markt, Staat und Dritter
10 Vgl. Schaad, M.: NPOs in der ökonomischen Theorie, 1995, S. 2.
11 Vgl. Schaad, M.: NPOs in der ökonomischen Theorie, 1995, S. 3.
12 Vgl. Finis-Siegler, B.: NPOs ökonomisch betrachtet, 2001, S. 1.
13 Vgl. Zimmer, A./Priller, E.: Gemeinnützige Organisationen, 2007, S. 18.
14 Vgl. Schwarz, P.: Organisation in Nonprofit-Organisationen, 2005, S. 28, S. 31.
4
Sektor/Nonprofit-Sektor 15 nicht möglich, da einige Organisationen auch im Grenzbereich der Segmente agieren. 16 Zur besseren Übersicht wird eine Unterteilung der Nonprofit-Organisationen anhand der Merkmale „Trägerschaft“, „Zweck und Aufgabe“ sowie „Arten und Typen“ getroffen. Das Merkmal „Trägerschaft“ umfasst drei Gruppen: private, halbstaatliche und staatliche Nonprofit-Organisationen. 17
Die Gruppe der privaten NPOs wird von Privaten getragen, meist in der Form eines Vereins oder einer Stiftung, und deckt als Selbsthilfe- oder Fremdhilfeorganisation den Bedarf eines abgrenzbaren Personenkreises ab. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter sind dabei ein wichtiger Bestandteil in der Ausübung der Tätigkeiten von privaten NPOs. 18 Aufgabe und Zweck der privaten NPOs ist die Durchführung von Aktivitäten, um wirtschaftliche, kulturelle, gesellschaftliche oder politische Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten oder um Unterstützungsleistungen für bedürftige Bevölkerungsschichten zu erbringen. Je nach Zweck und Aufgabe der Nonprofit-Organisation lassen sich unterschiedlichen Organisationstypen erkennen. Berufsverbände oder Konsumentenverbände vertreten wirtschaftliche Interessen, während private Vereine, Clubs oder Zirkel sich auch kulturellen, gesellschaftlichen Aufgaben widmen. Bürgerinitiativen oder politische Parteien kümmern sich um die politischen Interessen ihrer Mitglieder. Für die Erbringung von Hilfeleistungen vor allem im Gesundheits- und Sozialbereich bilden NPOs Hilfsorganisationen und Selbsthilfegruppen. 19
Im Gegensatz zu den privaten erfüllt die zweite Gruppe, die halbstaatlichen NPOs, übertragende Aufgaben der öffentlichen Hand. Sie vertreten die Interessen ihrer Mitglieder gegenüber staatlichen und wirtschaftlichen Institutionen und bieten kostenlose Beratungen für ihre Mitglieder an. Als spezifischer Organisationstyp von halbstaatlichen NPOs gelten Kammern wie die Handelskammern in Deutschland. 20
15 Vgl. Zimmer, A./Priller, E.: Gemeinnützige Organisationen, 2007, S. 29.
16 Vgl. Sticker, M.: Ehrenamt als soziales Kapital, 2007, S. 25.
17 Vgl. Schwarz, P.: Organisation in Nonprofit-Organisationen, 2005, S. 29.
18 Vgl. Finis-Siegler, B.: NPOs ökonomisch betrachtet, 2001, S. 3.
19 Vgl. Schwarz, P.: Organisation in Nonprofit-Organisationen, 2005, S. 29.
20 Vgl. Schwarz, P. u. a.: Freiburger Managementmodell, 2002, S. 21.
5
Staatliche NPOs, die dritte Gruppe, erfüllen im Vergleich zu halbstaatlichen NPOS nur festgelegte öffentliche Aufgaben und erbringen Leistungen für die Bürger auf gesetzlicher Basis. Diese Leistungen werden im Regelfall nicht kostenlos angeboten. Öffentliche Verwaltungen und öffentliche Betriebe wie Schulen oder Universitäten sind charakteristische Organisationstypen. 21
Zur besseren Übersicht erfolgt eine zusammenfassende Darstellung. Tabelle 1: Vielfalt der Nonprofit-Organisationen
Bei der weiteren Betrachtung der Aufgaben und Leistungen der unterschiedlichen Nonprofit-Organisationen sind im Wesentlichen drei Hauptgruppen identifizierbar: Interessenvertretungen, individuelle
Dienstleistungen und Koordinierungs- und Normierungsleistungen. NPOs bilden Interessenvertretungen, um den Staat, Unternehmen oder andere Gruppen durch Lobbying, Verhandlungen oder Streiks in ihren Entscheidungen nachhaltig zu beeinflussen. Umwelt-oder
Menschenrechtsorganisationen (Greenpeace, WWF) sind typische Vertreter dieser Gruppe. 22
NPOs bieten individuelle Dienstleistungen, sowohl für ihre Mitglieder als auch für Dritte an und decken dabei ein breites Betätigungsfeld ab. Die
21 Vgl. Schwarz, P. u. a.: Freiburger Managementmodell, 2002, S. 21.
22 Vgl. Schwarz, P.: Organisation in Nonprofit-Organisationen, 2005, S. 30.
6
Beratung von Kindern und Jugendlichen, die Sicherstellung der Betreuung von pflegebedürftigen Mitmenschen oder die Bereitstellung von finanzieller Unterstützung für in Not geratene Menschen sind nur ein Teil ihres umfangreichen Dienstleistungsangebotes. NPOs übernehmen darüber hinaus Koordinierungs- und Normierungsleistungen. Sie legen für ihre Mitglieder verbindliche Verhaltensnormen fest oder koordinieren das Verhalten von Gruppen im Hinblick auf kirchliche oder kirchennahe Organisationen, da ohne festgelegte Normen und Regelungen eine sinnvolle Vereins- oder Gruppenarbeit nur schwer möglich wäre. 23
2.1.3 Strukturmerkmale von Nonprofit-Organisationen
Nonprofit-Organisationen weisen in ihrer Struktur erhebliche Unterschiede zu Profit-Organisationen auf. Diese Besonderheiten bringen spezielle Managementprobleme mit sich, die das Management in Nonprofit-Organisationen schwieriger und komplexer gestalten, als in Profit-Organisationen (vgl. Kapitel 2.3). 24 So verfolgen Nonprofit-Organisationen, auch Gruppen-Bedarfswirtschaften/Kollektivwirtschaften genannt, primär Sachziele (Sachziel-Dominanz), 25 wie die Bereitstellung von Leistungen für Mitglieder oder Dritte, die Förderung von benachteiligten Menschen oder die Beeinflussung von Entscheidungen. Je nach Wirkungsbereich (sozialer Bereich, Umweltschutz, Sport etc.) der NPOs werden unterschiedliche Sachziele verfolgt, 26 während bei den Profit-Organisationen (Erwerbswirtschaften) eine Formalziel-Dominanz vorherrscht und ein Ertrag (Gewinn oder Rentabilität) auf das eingesetzte Kapital angestrebt wird. 27 In der Praxis besteht allerdings eine derart exakte Trennung der Formal- und Sachziele nicht. Häufig finden sich in Profit-Organisationen Organisationsteile mit Nonprofit-Charakter oder Nonprofit-Organisationen mit erheblich kommerziellen Aktivitäten. 28 Die Leistungserstellung erfolgt in Profit-Organisationen durch die Produktion von Gütern für den Markt (Fremdbedarfsdeckung). Profit- 23 Vgl.Schwarz, P.: Organisation in Nonprofit-Organisationen, 2005, S. 30.
24 Vgl. Schwarz, P. u. a.: Freiburger Managementmodell, 2002, S. 22.
25 Vgl. Schwarz, P.: Organisation in Nonprofit-Organisationen, 2005, S. 38.
26 Vgl. Zimmer, A./Priller, E.: Gemeinnützige Organisationen 2004, 2004, S. 75.
27 Vgl. Schwarz, P.: Organisation in Nonprofit-Organisationen, 2005, S. 38.
28 Vgl. Finis-Siegler, B.: NPOs ökonomisch betrachtet, 2001, S. 4.
7
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Dipl.-Kff. Ulrike Kogler, 2008, Das Phänomen „Freiwilligkeit“ in Nonprofit-Organisationen, München, GRIN Verlag GmbH
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