0. Inhaltsverzeichnis
0. Inhaltsverzeichnis 2
1. Die Sinfonia Concertante 3
1.1 Wortdefinition 3
1.2 Frühgeschichte der Sinfonia concertante 4
1.3 Die Blütezeit der Sinfonia concertante 5
1. 4 Vergleich zwischen dem Concerto grosso und der Sinfonia
Concertante : 7
1.5 Verbreitung der Sinfonia Concertante: 8
1.6 Aufbau der Sinfonia Concertante: 8
1.7 Die Solobesetzungen der Sinfonia Concertante 9
1.8 Wichtige Komponisten und Weiterentwicklung der Sinfonia
Concertante : 10
1.9 Berühmte Sinfonie Concertante 11
2. Johann Christian Bach 11
2.1 Biographie von Johann Christian Bach 11
2.2 Johann Christian Bach und die Sinfonie 12
3. Sinfonia Concertante in C-Dur für Flöte, Oboe, Violoncello und Orchester
13
3.1 Grobgliederung der Sinfonia concertante in C-Dur 13
3.1 Analyse der Sinfonia Concertante in C-Dur 14
3.1.2 Analyse 1. Satz 14
3.1.2 Analyse des 2. Satzes 19
3.1.3 Analyse des 3. Satzes 23
3.2 Zusammenfassende Beobachtungen zur Sinfonia Concertante in C-
Dur 26
3.2.1 Klang: 26
3.2.2 Harmonik: 26
3.2.3 Melodik: 27
3.2.4 Rhythmik: 27
4. Literaturverzeichnis 28
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Die Sinfonia Concertante & Johann Christian Bach
1. Die Sinfonia Concertante
1.1 Wortdefinition
Die Sinfonia concertante ist eine sinfonische Gattung für zwei bis neun Soloinstrumente und Orchester. Sie wurde für öffentliche
Konzertveranstaltungen komponiert und war für virtuose Solisten bestimmt. Die Blütezeit dieser Gattung lag zwischen 1770 und 1830. Die Sinfonia concertante wird sehr oft mit dem barocken Concerto verglichen. Diesem ähnelt sie aber nur äußerlich, sie stellt eine Verschmelzung von klassischen Formen dar: Divertimentoformen (Serenade, Concertino, Kassation), dem Solokonzert und der Symphonie dar. Den eigenen Charakter dieser Gattung aber prägen galante Merkmale, die auf die alte Concerto grosso Form angewendet werden. Kennzeichen für den galanten Stil sind kleine Formen, häufige Motivwiederholungen, kantable Melodik, sparsame und harmonisch einfache Begleitung. Darin spiegelt sich das Ideal der Zeit, das Anmut und Zierlichkeit, Verständlichkeit und Natürlichkeit der ausgedrückten Empfindungen fordert und sich gegen die kompliziertere, kontrapunktisch „gearbeitete“ Musik des Hochbarock wendet. Die große Anzahl der Kompositionen dieser Gattung werden S infonia concertante, Symphonie concertante oder abgekürzt concertante genannt. Im späten 18. Jahrhundert übte diese Gattung eine bedeutsame musikalische und soziale Form im Konzertleben aus. Die Sinfonia concertante darf nicht als Gattung betrachtet werden, die eine schlechte Mischform aus den oben genannten Gattungen ist. Der Terminus „Sinfonia concertante“ ist genau historisch begründet, ihn genau zu definieren ist aber nicht einfach. Eine Schwierigkeit besteht darin, dass das Adjektiv „concertante“ mehrere Bedeutungen im 18. Jahrhundert hatte. Zum einen wurde es in dem Substantiv-Komplex Sinfonia concertante verwendet und das Wort „concertante“ wurde als Ersatz für die Wortgruppe substantivisch gebraucht. Ebenso wird der Terminus „Concertante“ für ein Concerto Grosso verwendet. Die zweite terminologische Verwirrung entsteht durch die
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Bezeichnung „Symphonie concertante“ und „Concerto“ für zwei und mehrere Instrumente. Bei Mozart wird der Unterschied deutlich, indem er zwei Konzerte für mehrere Soloinstrumente schieb und sie unterschiedlich benannte. Das Werk, das er für seine 4 Mannheimer Bläserfreunde schrieb, hieß Sinfonia concertante ((KV Anh. 9). Es war für eine öffentliche Aufführung im Concert spirituel gedacht. Das unterhaltsame Stück für den Herzog Guines und dessen Tochter (beide Dilettanten), das für eine private Aufführung vorgesehen war, trugt den Namen Konzert für Flöte und Harfe (KV 299). Seine Unterscheidung ist zwar nicht konsequent, aber sie deutet doch auf gesellschaftliche Inhalte hin. Die Blütezeit der Sinfonia Concertante liegt in einer Zeit, in der die öffentlichen Konzerte an Umfang und Zahl zunahmen. Zentren der Sinfonia conertante waren die aktivsten Städte im Musikleben derzeit: Paris, Mannheim und London. 1
1.2 Frühgeschichte der Sinfonia concertante
Mit der Frühklassik verlor das Concerto Grosso an Bedeutung und es fehlte in dem Zeitraum von 1750-1770 eine geeignete Concertato-Form. Die klassische Symphonie konnte mit ihren verschiedenen stilistischen Intentionen und eigenen Entwicklungsproblemen daran nichts ändern. Hingegen stellten die leichteren, mehr solistisch ausgerichteten Formen des Divertimento, der Serenade, der Kassation und des Concertino eine ähnliche Gattung zum Concerto Grosso dar. Die Adjektive „concertante“ oder „concertato“ war natürlich auch während der Frühklassik allgemein gebräuchlich, während der Terminus „sinfonia concertante“ nicht vor Ende der 1960er Jahre begegnet. 1745 unterscheidet Scheibe zwischen „Konzertsinfonien“, in denen konzertierende Blasinstrumente sich in Solopassagen von dem Tutti des Orchesters abheben und normalen Sinfonien mit Blasinstrumenten als Füllstimmen. Vor 1745 wurden generell sehr wenig Blasinstrumente in den Symphonien verwendet. Der Terminus der Sinfonia concertante findet sich zum ersten Mal in Drucken von 1767, die Vernier in Paris herausgab. Dazu
1 Vgl. Barry S. Brook: Symphnie concertante S.1899-1902 in: Friedrich Bluße, MGG Band 12,
Kassel 1965
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gehören die „Sei Sinfonie Concertante O Sia Quintteti dell Sig. Misliwecek detto il Boemo“, Opera IIa und ein ähnlich betiteltes Werk von Cannabich. Sie sind aber keine Sinfonien concertantes im oben definierten Sinne, sondern Quintette für fünf Soloinstrumente ohne Orchesterbegleitung. Von Ricci erschienen im Dezember 1767 oder Anfang 1768 Sinfonie concertantes, die aber nicht mehr ausfindig gemacht werden konnten. Seine „Trois Simphonies Concertantes Op IX (Den Haag um 1773, Van Lack) enthalten ein Solokonzert und zwei Konzerte für mehrere Soloinstrumente. Sollte eines von diesen beiden mit dem Vernier-Druck identisch sein, so wäre es die erste veröffentlichte Symphonie concertante im eigentlichen Sinne.
1.3 Die Blütezeit der Sinfonia concertante
Um etwa 1770 entstand eine neue Art von konzertierendem Stück, das den Namen Symphonie concertante annahm. Diese neue Gattung wurde äußerst schnell sehr beliebt. Dabei spielen auch die grundlegenden sozialen Veränderungen eine Rolle. Barry S. Brook nennt folgende Veränderungen: „das Aufkommen einer bürgerlichen Hörerschaft, die öffentlichen Konzertsäle, die größeren Orchester; mus. drückt sich in ihm der Geschmack der Hörerschaft aus, nämlich die z unehmende Faszination durch virtuose Schaustellung, ein Hang zu reicher Klangfülle und besonders eine sich überall durchsetzende Vorliebe für die gefällige melodische Linie“ 2 .Die ersten Komponisten dieser Gattung lebten meistens in Mannheim oder London, die ersten Verleger waren fast nur Franzosen. Brennpunkt der Gesamtentwicklung war Paris, da Paris aufgrund der hohen Einwohnerzahl über mehr Konzerte, mehr Komponisten, mehr Ausführende und mehr Verleger verfügte. Aus Mannheim kamen viele Komponisten nach P aris um dort ihre Werke aufzuführen und veröffentlichen zu lassen.
Der italienische Beitrag zur Sinfonia concertante war sehr gering. Gewöhnlich lebten die Italiener, die Sinfonie concertanti schrieben, im Ausland. In Deutschland gibt es kein einheitliches Bild, da die Komponisten über das ganze
2 Barry S. Brook: Symphonie concertante, S. 1903 - MGG Band 12, Bärenreiter Kassel 1965
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Land verteilt sind (abgesehen von Mannheim). Der Terminus Sinfonie concertante wird erst ab den 1790ern verwendet. Zwischen 1760 und 1830 wurden von etwa 500 Sinfonie concertantes von 150 Komponisten geschrieben. Davon waren ca. 260 Kompositionen aus Frankreich. Die französischen Komponisten bevorzugten die zweisätzige Form, während es in den anderen Zentren umgekehrt ist. Die Zahl der Soloinstrumente variiert von zwei bis neun. Die häufigste Besetzung waren zunächst 2 Principal-Violinen, später stellten die Komponisten auch drei bis vier Instrumente zusammen und die Bläser hatten einen immer größeren Anteil. In den 1820er Jahren begann die Gattung Sinfonia concertante auszusterben. Es entstanden nur noch vereinzelte Werke im 19. Jahrhundert, zum Beispiel von Brahms und Beethoven. Zahlreiche zeitgenössische Komponisten verwenden diesen Terminus der Sinfonia concertante für ihre Werke wieder.
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1. 4 Vergleich zwischen dem Concerto grosso und der Sinfonia Concertante:
Concerto grosso Sinfonia concertante
• Ernste Musik è eher für • heiterer Charakter è zählt in die Kirche gedacht den Bereich der
• Unterhaltungsmusik
• technisch • Concertino Gruppe: Profinicht so anspruchsvoll wie das Ensemble Solokonzert für die Solisten
• SHS-Form • Sonata da Chiesa Form, Ritornell-Form
• SHS-Form lebt von mehreren • Monothematik Themen
• Ausgedehntes Orchestertutti • Beginnt mit dem oft auch mit dem Concertino
• Thematisches Material wird • Große thematische Einheit nur sehr beschränkt der Sätze durchgeführt •
• In Harmonie und Rhythmus • Ständige Neuordnung sind nur wenig einer feststehenden fortschrittliche Züge thematischen Substanz
è kein neuer Beitrag zur klassischen è Weiterentwicklung zum Symphonik Solokonzert bzw. der Symphonie
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Arbeit zitieren:
Viola Fritz, 2002, Die Sinfonia Concertante allgemein und bei Johann Christian Bach, München, GRIN Verlag GmbH
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