Institut für Journalistik an der Universität Dortmund
Lehrveranstaltung ,,Berufswelt Multimedia"
Am Monatsende mehr Geld in der (Hand)Tasche
Tipps für Verhandlungen um Honorare und Gehaltserhöhung
Essay
Verfasst von Katalin Vales.
5. Semester,
Hauptfach: Dipl. Journalistik,
Zweitfach: Dipl. Politikwissenschaften
(Universität Duisburg/Essen)
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Gliederung
Einleitung ...3
Warum Frauen schlechter bezahlt werden Klischees und Realität ...5
Basisregeln für Gehaltsverhandlungen ...6
Vorher informieren ...6
Mit der eigenen Leistung argumentieren...9
Mit der eigenen Leistung argumentieren... 10
Mit Gegenargumenten rechnen... 10
Alternativen bei einem ,,Nein"... 11
Vorsicht Selbstausbeutung ... 12
Fazit ... 13
Quellen ... 14
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Einleitung
Frauen verdienen im Durchschnitt 24 Prozent weniger Geld als Männer. Das ergab
zumindest eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes vom November 2008. Nun
soll im Folgenden keine feministischer Klageschrift gegen die Unterdrückung der Frau
in der patriarchalischen Gesellschaft unserer ungerechten Zeit folgen, sondern ein
Versuch, praktische Tipps aufzuzeigen wie
frau
am Monatsende mehr Geld in ihrer
Handtasche haben kann.
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Der Einschätzung von Gehaltscoachs zufolge sind Frauen in Gehaltsverhandlungen
oft zu bescheiden, zu zurückhaltend und stecken lieber selbst zurück, anstatt mehr
Geld von ihren Arbeitgebern zu fordern. Nach eingehender Recherche bin ich zu dem
Schluss gekommen, dass eine angemessene Bezahlung nicht nur eine Frage der
Leistung zu sein scheint, sondern auch davon abhängig ist, wie gut man sich und
seine Leistung verkauft, wie oft Verhandlungen um höhere Gehälter oder Honorare
stattfinden und welche Annehmlichkeiten neben dem Gehalt oder Honorar
ausgehandelt werden. Wird Fahrtengeld erstattet oder ein Redaktionsauto zur
Verfügung gestellt? Wird Kranken- und Urlaubsgeld gewährt? Und gibt es
Verpflegungszuschüsse? Mitunter können sich solche Nebenvereinbarungen mehr
auszahlen, als eine Gehaltserhöhung.
Die angesprochenen Punkte treffen natürlich ebenso auch auf Männer zu. Doch
besonders Frauen sollten sich diese zu Herzen nehmen. Denn sie sind den
Gehaltscoachs zufolge oft emphatischer als Männer. Frauen denken oft schon daran,
wie sich der oder die Chef/in fühlen könnte und haben schnell ein schlechtes
Gewissen, wenn sie mehr Geld fordern. Frauen wollen - und man möge mir
verzeihen, dass ich hier zum Zwecke der Überschaubarkeit und Vereinfachung alle
Damen komplett undifferenziert über einen Kamm schere und dass ich auch nicht auf
Ausnahmen, Sonderfälle usw. eingehe Frauen wollen, dass die Chefetage von sich
aus ihre Leistung erkennt und entsprechend honoriert. Sie wollen nicht darum
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Diese kleine Hausarbeit soll lediglich Denkanstöße geben und erhebt keinen Anspruch auf
Vollständigkeit. Die Gründe für die Gehaltsschere sind natürlich viel tiefgreifender und vielfältiger, als
in dieser Arbeit beschrieben. Dennoch soll hier bewusst der Focus auf das Thema Gehalts- und
Honorarverhandlungen gelegt werden. Auch wenn sich die Tipps hauptsächlich auf Frauen beziehen,
sind sie allgemein gehalten und gelten selbstredend auch für männliche Kollegen. Leider konnte ich es
nicht vermeiden, einige gängige Klischees zu bedienen.
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betteln müssen. Das klingt zwar vielleicht auf dem ersten Blick stark nach Klischee,
ist aber immer wieder in Foren, Interviews mit Gehaltscoachs und Ratgebern
nachzulesen. Frauen neigen oft dazu den Konjunktiv verwenden: ,,Wenn ich mehr
Gehalt bekäme, wäre es schön, aber ohne ginge es auch...". Männer tragen ihre
Forderungen klarer vor. Das hat im Übrigen nichts mit Unhöflichkeit zu tun.
Natürlich sind nicht nur eventuell vorhandene Schwächen bei Gehalts- und
Honorarverhandlungen für die statistisch nachgewiesenen Werte verantwortlich zu
machen. Das Ausmaß des Gehaltsunterschieds hängt in großem Maße von dem
jeweils ausgeübten Beruf, vom Alter der Betroffenen und der Region ab, deren
Gehaltsstruktur zugrunde gelegt wird. Weitere Gründe für einen geringeren
Durchschnittsverdienst sind zum einen die Tatsache, dass viele Frauen nach der
Geburt ihrer Kinder nicht wieder vollständig in den Beruf zurückkehren, also
entweder gar nicht arbeiten oder für weniger Geld eine niedriger bezahlte Arbeit
annehmen. Zum anderen ist auch der Statistik zu entnehmen, dass ein Großteil der
weiblichen Arbeitnehmerinnen eher einen Beruf wählt, der schlechter bezahlt ist, mit
dem sie aber selbst angeben, glücklicher zu sein. Zudem sind signifikant weniger
Frauen im oberen Management anzutreffen, als Männer.
Dennoch, und das ist der Grund für diesen Abstract, zeigen zahlreichen Studien und
Medienberichte, dass Frauen auch dann weniger Gehalt bekommen, wenn sie genau
die gleiche Arbeit verrichten wie ein männlicher Kollege und dies bei gleicher Qualität
und gleichem Umfang. Und zumindest dieses Defizit sollte abgeschafft werden.
Die in diesem Abstract zusammengetragenen Verhandlungstipps stammen
größtenteils von sogenannten Verhandlungscoachs. Sie gelten natürlich
gleichermaßen für Männer, sind daher also allgemein gehalten. Als roter Faden
dieser Arbeit gilt ein Zitat Berthold Brechts: ,,Wer kämpft kann verlieren, wer nicht
kämpft hat schon verloren." Soll heißen: Eine Garantie für ein höheres Gehalt durch
die Anwendung der im Folgenden genannten Tipps möchte und kann ich nicht
geben, aber ein Versuch dieselben anzuwenden ist es allemal wert.
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Hierbei ist anzumerken, dass ich die zusammengetragenen Tipps selbst noch nicht alle angewendet
habe. Ich stellte allerdings schon oft fest, dass es sich lohnt, auch als Geringverdiener oder freier
Mitarbeiter umzuhören, was die Kollegen verdienen und welche Zusatzvergütungen, sie erhalten. Da
man so an Informationen kommt, die einen sonst eventuell verwährt bleiben würden. Hier möchte ich
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Warum Frauen schlechter bezahlt werden
Klischees und Realität
Trotz veränderter Gesetze und modernisierter Rollenbilder nehmen nach wie vor
überwiegend Frauen die Elternteilzeit in Anspruch. Bei ihrer Wiederkehr in den Job
steigen sie im Gegensatz zu den verbliebenen Kollegen jedoch auf maximal
demselben Gehaltsniveau wie beim Ausscheiden wieder ein, während die
Verbliebenen meist Karriere gemacht oder sich zumindest beim Gehalt
weiterentwickelt haben. Berufsbiografien von Frauen mit Kindern sind daher oft
,,Flickenteppiche". Manche Chefs versuchen, Gehaltsunterschiede damit zu erklären,
dass es Frauen, die vor oder nach der Geburt eines Kindes Zuhause geblieben sind,
an Berufserfahrung fehlt und sie daher ab einem gewissen Alter weniger qualifiziert
und weitergebildet sind, als ihre männlichen Kollegen
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. Daher lässt sich vielleicht
erklären, warum laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamtes der
Verdienstabstand mit steigendem Alter der Beschäftigten immer mehr zunahm.
,,Während er in der Altersgruppe 25 bis 29 Jahre durchschnittlich 10% betrug, lag er
bei den 30- bis 34-Jährigen bereits bei 15%. In diese Lebensphase fallen häufig
schwangerschafts- und mutterschutzbedingte Erwerbsunterbrechungen bei Frauen.
Bei der Geburt ihres ersten Kindes waren Frauen im Jahr 2006 in Deutschland im
Durchschnitt knapp 30 Jahre alt. Der Anstieg des Verdienstabstandes setzte sich bei
den 35- bis 39-Jährigen mit 22% weiter fort. Bei den 60-Jährigen und Älteren war er
mit 31% am größten", heißt es in der Studie.
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Darüber hinaus drückt ein weiterer Punkt den Schnitt: Frauen streben öfter in Berufe
und Ausbildungen, die seltener an die Unternehmensspitze und damit auch zu
ein kurzes Beispiel aus meinem Volontariat bringen: Niemand hatte mir gesagt, dass Angestellte die
Fahrtkosten erstattet bekommen, sofern sie ein Fahrtenbuch führen. Folglich hatte ich zunächst auch
keines, zahlte also die Kosten um zu Terminen zu fahren aus eigener Tasche. Durch einen Zufall sah
ich eine Kollegin Eintragungen in ihrem Fahrtenbuch machen und erkundigte mich. Daraufhin bekam
ich auch ein Fahrtenbuch. Ich trug jeden Kilometer nach, den ich zu Terminen im Auftrag der
Redaktion gefahren bin. Und ich bekam anstandslos fast ein halbes Monatsgehalt nur an Fahrtkosten
erstattet. Hätte ich die Kollegin nicht zufällig gesehen, hätte ich auf das Geld verzichten müssen. Was
ich daraus gelernt habe: Nicht immer wird einem erzählt, was die Firma bereit ist zu zahlen.
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Ich werde an dieser Stelle keine Wertung dieser Aussage vornehmen. Möchte aber dennoch
klarstellen, dass ich diese Meinung nicht vertrete und dass ich inständig hoffe, dass solche
antiquierten Argumentationen in der Praxis eher selten anzutreffen sind. Dass dieses Argument
dennoch nicht an den Haaren herbeigezogen zu sein scheint, sondern immer wieder auftaucht, ist mir
bei meiner Recherche allerdings auch aufgefallen.
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Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes Nr. 310 vom 26.08.2008
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