Wirtschaftspolitisches Seminar
WS 2008 / 2009
Thema:
Ursachen der aktuellen Finanzmarktkrise
Findeisen, Marcus
Studiengang: Wirtschaftsinformatik
Abgabetermin: 24.10.2008
2
Inhaltsverzeichnis
1.
Einleitung ...3
2.
Verlauf der Krise...3
3.
Ursachenanalyse ...5
3.1.
Zinspolitik der Fed
... 5
3.2.
Die Subprime-Kredite
... 7
3.3.
Kreditverbriefung und Strukturierung
... 8
3.3.1.
Die Zweckgesellschaften
... 8
3.3.2.
Die Finanzprodukte ABS und CDO
... 9
3.3.3.
Die Rolle der Ratingagenturen
... 10
3.4.
DieHedgefonds ... 11
3.5.
DieRegulierungsbehörden... 13
3.6.
DerasiatischeWirtschaftsboom ... 13
4.
Schlussbemerkungen:... 14
Quellenverzeichnis:... 16
3
1.
Einleitung
Seit Mitte 2007 beherrscht die Finanzmarktkrise die Medien rund um den Globus.
Dabei haben die Ursachen ihren Ursprung schon zur Jahrtausendwende.
1
Als
Auslöser werden die variablen Zinsen der Hypothekenkredite und die fallenden
Häuserpreise anfang 2007 gesehen.
2
Die Folgen der Krise gehen mittlerweile
soweit, dass ein Übergriff auf die reale Wirtschaft zu befürchten ist.
Das Ziel dieser Arbeit ist es die Ursachen der Krise verständlich zu machen. Zu
beachten ist, dass es nicht einen direkten Verursacher gibt, denn erst die
Konstellation und Verstrickung einzelner Akteure und Finanzinstrumente trugen
zur Krise bei. Beginnend mit dem Verlauf der Krise, der die Entwicklung
nachzeichnen soll, werden die einzelnen Ursachen innerhalb der darauffolgenden
Kapitel ausgearbeitet.
2.
Verlauf der Krise
Im Zuge der Aktienkrise
3
im Jahre 2000 und den Anschlägen vom 11. September
2001 veranlasste die amerikanische Notenbank FED
4
eine Senkung des Leitzinses
auf einen Prozent.
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Trotz vieler Kritiker hielt die FED bis zum Juni 2004 an
diesem niedrigen Leitzins fest.
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Während dieser Jahre war die Inflationsrate höher
als die Zinsen auf Kredite, so dass sich jeder rational denkende Bürger eher Geld
lieh, als es anzulegen. Dies beeinflusste die Konjunktur positiv und verhalf der
Wirtschaft aus der Rezession hinein in einen ungeahnten Boom der Finanz- und
Immobilienmärkte.
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Ursache hierfür waren die seit den 90er Jahren steigenden
Immobilienpreise und günstigen Kredite.
8
Da die Banken und Makler der Ansicht
1
Vgl. Stroisch, Jelmke-Karge, Brück (2008).
2
Vgl. Bischoff (2008), S. 8.
3
Bis zum Jahr 2000 stiegen die Aktien im New-Economy-Segment stark an und es bildete sich
eine sogenannte Vermögensblase, die im Frühjahr 2000 platzte und dadurch eine Börsenkrise
auslöste. Vgl. Bischoff (2008), S.61.
4
Die FED (Federal Reserve System), auch das US-amerikanische Zentralbanksystem genannt,
besteht aus einem zweistufigen Geld- und Kreditsystem und untergliedert sich in zwölf Federal
Reserve Banks (FRB), dem Board of Governors und einigen Mitgliedsbanken anderer Instutionen.
Vgl. Bord of Governors of the Federal Reserve System, S. 2ff.
5
Vgl. Fehr (2008).
6
Vgl. Bischoff (2008), S.29.
7
Vgl. Münchau (2008), S. 8.
8
Vgl. Bischoff (2008), S. 63.
4
waren, dass die Immobilienpreise ewig ansteigen würden, vergaben sie auch
Kredite, beziehungsweise Hypotheken
9
, an Kunden mit sehr fragwürdiger Bonität.
Falls es zu einem Zahlungsausfall der Hypothek kommen sollte, konnte diese mit
dem Verkauf des Hauses getilgt werden. Bei den Wertsteigerungen der
Immobilien war sogar ein Gewinn möglich.
10
Kredite jeglicher Art wurden bislang in den Bilanzen der Banken aufgeführt und
verhinderten somit eine Überschuldung der Bank. Maßgeblich dafür
verantwortlich waren die Eigenkapitalregeln namens Basel I
11
. Um weitere
Kredite vergeben zu können wurden die Kredite nun verbrieft und somit in den
Kapitalmarkt gegeben um sie aus der Bilanz zu tilgen. Über eine
Zweckgesellschaft der Bank wurden sogenannte Asset-Backed Securities oder
kurz ABS
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verkauft. Später gab es noch weitaus komplexer strukturierte
Varianten wie dem CDO
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(Collateralized Debt Obligation). CDOs bestehen
meist aus vielen verschiedenen ABS und sind in verschiedene Risikostufen
unterteilt. Solche Wertpapiere sind mit Bundesanleihen zu vergleichen. Durch die
AAA-Wertung der Ratingagenturen
14
waren diese Wertpapiere nun sehr beliebt
und wurden an Investoren rund um den Globus verkauft.
15
Im Subprime-Segment war es üblich, dass zu Beginn des Kredits ein geringer
Zinssatz gezahlt wurde, der nach zwei bis drei Jahren stark anstieg.
16
Als im Jahre
2006 der Preis von Immobilien stagnierte, in manchen Regionen sogar rückläufig
war, und die Zinsen stiegen, stieg auch die Ausfallquote von Subprime-
Hypotheken.
17
Dies hatte zur Folge, dass es zu hohen Raten von
Zwangsversteigerungen kam, und so bildete sich eine Art Abwärtspirale der
9
Eine Hypothek ist ein durch eine oder mehrere Immobilien besicherter Kredit. Vgl. Münchau
(2008), S. 64.
10
Vgl. Münchau (2008), S. 9f.
11
Die Pleite der Kölner Herstatt-Bank (1974) bewegte den Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht,
gegründet von den G10-Staaten, zu einer Obergrenze für die Kreditvergabe der Banken. Diese
unverbindlichen Regelungen für die Bankenaufsicht nannte man Basel I. Trotz der
Unverbindlichkeit
wurde
Basel
I
von
vielen
Staaten
übernommen.
Vgl. Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (2008).
12
Ein durch Aktiva abgesichertes Wertpapier. Vgl. Münchau (2008), S. 213.
13
Ein forderungsbesichertes Wertpapier, das aus einem Pool von festverzinslichen Wertpapieren,
wie dem ABS, verschiedene Güteklassen erzeugt. Vgl. Münchau (2008), S. 214f.
14
Ratingagenturen bewerten verzinsliche Wertpapiere, sogenannte Bonds. Da diese privat und
nicht staatlich sind, verlangen sie ein Honor für ihre Dienstleistung. Vgl. Münchau (2008), S. 116.
15
Vgl. Münchau (2008), S. 12ff
16
Vgl. Sommer (2008), S. 9.
17
Vgl. Kiff/Mills (2007), S.7ff.
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