anderen soll aufgezeigt werden, wie wir mit dieser scheinbaren sich widersprechenden Wirklichkeit umgehen.
Es ist hingegen nicht Ziel eine bestimmte Auffassung der Prädestinationslehre zu beweisen oder zu verteidigen. Das Thema kann hier auch nicht im vollen Umfang beleuchtet werden. Es geht darum unseren Blick für die Größe Gottes zu weiten und zu staunen.
Wichtig ist, dass wir die Grenzen des Wort Gottes beachten. Calvin sagt, dass der Heilige Geist uns zur Kammer des Königs führt, in der alle Schätze der Erkenntnis und der Weisheit verborgen liegen. 2 Und als solche sollten wir Gottes Wort auch behandeln, egal um welche Thematik es sich handelt.
2 http://www.gottes-kinder.de/dng/doku.php/calvin-von_der_ewigen_erwaehlung. 26.03.08, 17:11 Uhr
2
Inhaltsverzeichnis
Vorwort______________________________________________________________ 1
Inhaltsverzeichnis 3
1. Grundsätzliches 4
1.1. Eine Definition des Begriffs Prädestination 4
1.2. Der Begriff im Griechischen 4
1.3. Verschiedene Auffassungen 5
1.3.1. Augustinus (354-430) 5
1.3.2. Luther (1483-1546) 5
1.3.3. Calvin (1509-1564) 5
1.3.4. Arminius (1560-1609) 6
1.3.5. Karl Barth (1886-1968) 6
1.3.6. Die katholische Auffassung 7
1.4. Fazit 7
2. Biblischer Befund 8
2.1. Souveränität Gottes 8
2.1.1. Allwissenheit Gottes 8
2.1.2. Vorherwissen Gottes 8
2.1.3. Gott ist allmächtig 10
2.1.4. Gott erhält die Welt 10
2.2 Menschliche Verantwortung: 12
2.2.1. Verantwortung des Menschen 12
2.2.2. Der (freie) Wille des Menschen 13
2.3. Zusammenspiel von Souveränität Gottes und Verantwortung des Menschen 15
3. Umgang in der Praxis 17
3.1 Was machen mit der Erkenntnis? 17
3.2. Erwählung und Berufung 17
3.3. Evangelisation 18
3.4. Nicht jammern, sondern vertrauen 19
3.5. Dankbarkeit 20
4. Fazit der Arbeit 22
Bibliographie 24
3
1. Grundsätzliches
1.1. Eine Definition des Begriffs Prädestination
Prädestination (lat. praedestino 3 - Vorherbestimmung) bezeichnet die Gnadenwahl, die Vorherbestimmung des Menschen zur ewigen Seligkeit oder Verdammnis durch Gott; als systematische Lehre von der Prädestination in der christlichen Theologie, aufbauend auf den paulinischen Schriften des Neuen Testaments (Röm 8, 28-30, Eph 1, 3-14), durch Augustinus in der Auseinandersetzung mit dem Pelagianismus 4 begründet. Das theologische Problem liegt dabei in der Fragestellung, inwieweit die Prädestination als »Ratschluss Gottes« von Ewigkeit her feststeht und ob bzw. inwieweit der Mensch Kraft seines (freien) Willens den Glauben wählen und durch sein Handeln an seinem Heil mitwirken kann. 5
Die einfache Prädestination heißt, dass Gott im Vorhinein die erwählt, die zu ihm kommen werden und das ewige Heil erhalten.
Doppelte Prädestination bedeutet, dass Gott im Vorhinein die erwählt, die zum Himmel oder zur Hölle bestimmt sind.
1.2. Der Begriff im Griechischen
Der bedeutendste Begriff für Vorherbestimmung ist im NT das Wort proo` ri, zw. Es wird nur dann verwendet, wenn Gott das Subjekt ist. So will es den Gedanken ausdrücken, dass eine Situation und eine Person im Voraus (pro-) füreinander bestimmt sind. Es gibt im NT noch viele weitere Begriffen, die in ähnlicher Weise gebraucht werden und die Führung Gottes ausdrücken. 6 Die neutestamentliche Wortgruppe wird vorwiegend im Sinne der traditionellen Definition von Prädestination gebraucht, dabei handelt es sich um Gottes Absicht im Blick auf die Umstände und Schicksale der Menschen. Die weiteren Aspekte seines kosmischen Planes sind unter der allgemeinen
3 J.I. Packer , Das große Bibellexikon, Bd. 3. Hrsg. von Helmut Burkhardt, Fritz Grünzweig, Fritz Laubach, Gerhard Maier. (Wuppertal: R. Brockhaus Verlag und Gießen: Brunnen Verlag, 1989), S. 1217-1219
4 Pelagianismus der, die von dem aus Britannien oder Irland stammenden Laienmönch Pelagius begründete und besonders gegen Augustinus vertretene theologische Auffassung, nach der es eine Erbsünde nicht gibt und der Mensch kraft der Gnade Gottes eine natürliche Fähigkeit (einen freien Willen) zum Bösen wie zum Guten besitzt und durch eigene Bemühungen das Heil erlangen kann, wenn er durch die Gnade unterstützt wird. Aus: http://lexikon.meyers.de/meyers/Pr%C3%A4destination. 11.03.08, 19:00 Uhr
5 http://lexikon.meyers.de/meyers/Pr%C3%A4destination. 11.03.08, 19:00 Uhr
6 Packer, Das große Bibellexikon, Bd. 3, S. 1217
4
Überschrift Vorsehung zusammengefasst. So muss man nun, um das Wesen der Prädestination zu erkennen, dies in den Gesamtplan Gottes einordnen. 7 (zum AT 8 )
1.3. Verschiedene Auffassungen
1.3.1. Augustinus (354-430)
Augustinus war der Erste, der eine systematische Lehre der Prädestination entwickelte. Er sah sich gezwungen, den Gedanken der unverdienten und willkürlichen Gnade Gottes zu verteidigen, dies führte ihn dazu, die Lehre der Prädestination zu entwickeln. In seinem Werk „Ad Simplicianum“ beschreibt er seine Gedanken über Röm 5,12 und Kapitel 9.
In seiner Schrift hält er fest, dass Gott zu allererst existiert und dass der entsprechend seines Planes erwählt. Des Weiteren erklärt er, dass Gott so viele Menschen für sein Reich bestimmt, wie Engel vom Glauben abfielen.
1.3.2. Luther (1483-1546)
Luther, der ein Mönch des Augustinerordens war, baute auf seine Lehre auf und entwickelte diese, mehr als tausend Jahre später, weiter. In seinem berühmtesten Werk "Vom unfreien Willen" schreibt er:
„Denn wenn wir glauben, dass es wahr ist, dass Gott alles vorher weiss und im vorhinein bestimmt... und dass nichts ohne seinen Willen geschieht; dann ist die logische Konsequenz, daß es weder für einen Menschen oder einen Engel noch für irgendeine andere Kreatur einen freien Willen geben kann.“
Die Lehre von der Erwählung war bei den Reformatoren untrennbar mit der Rechtfertigung allein aus Glauben und anderen zentralen Aussagen verbunden. Als Luther erkannte, dass die Prädestination die Voraussetzung für die Bedingungslosigkeit der Rechtfertigung ist, gewann diese für ihn eine große Bedeutung. 9
1.3.3. Calvin (1509-1564)
Calvin, ein franz. Reformator. Seine Lehre gewann durch die Anerkennung seiner Lehre auf der Synode von Dortrecht (1618/1619) in den Niederlanden viel Einfluss. Dort wurde sie zur offiziellen Lehre der Reformierten.
7 Packer, Das große Bibellexikon, Bd. 3, S. 1218
8 Das Alte Testament kennt keine Begriffe, um den Gedanken der Prädestination abstrakt und allgemein darzulegen. Es sagt aber oft, dass Gott bestimmte Dinge beabsichtigt, anordnet oder beschließt.
9 Rüdiger Wisser, Unterrichtsmaterial, Soteriologie. (esra:seminar, 2008), S.19-20
5
Mit Prädestination meint er den ewigen Ratschluss Gottes, durch den Gott in sich selbst beschließt was mit einem Menschen für immer geschehen soll. Denn in den Geschöpfen Gottes ist nichts, was sie veranlassen könnte ihre Wahl für Jesus Christus zu treffen. 10 Nach Calvin sind nicht alle Menschen zu gleichen Voraussetzungen geschaffen worden, einige sind vorherbestimmt zum ewigen Leben, andere aber zur ewigen Verdammnis. 11 Die Erwählung ist dabei völlig unabhängig vom vorausgesehenen Glauben oder von den guten Werken des Menschen. Sie ist bedingungslos und beruht ausschließlich auf dem souveränen Wohlgefallen Gottes, der auch derjenige ist, der den Glauben schenkt. Die calvinistische Auffassung meint schlussfolgernd auch, dass der Mensch sich dagegen praktisch nicht wehren kann, denn Gott wird auf den Geist des Menschen so viel Einfluss ausüben, dass er willig wird. 12
1.3.4. Arminius (1560-1609 13 )
Ein holländischer Calvinist. Er begründet den Arminianismus, eine formulierte Glaubenslehre, wonach der freie Wille des Menschen existieren kann, ohne die Macht Gottes einzuschränken oder im Widerspruch zur Bibel zu stehen. Die Lehre wurde allmählich zu einer Alternative zum strengeren Glauben an die Prädestination. Im Arminianismus gibt es keine Prädestination und die Menschen sind frei, sich für das Evangelium zu entscheiden oder nicht. 14 Nach Arminius hat Gott schon vorher gesehen, wer sich für ihn entscheiden wird und hat danach die Menschen zum Heil erwählt. Dabei betont er auch den Gnadenakt und weißt darauf, dass die Erwählung nur aufgrund von Jesus Christus möglich ist. Arminius geht davon aus, dass Gott in seiner Gnade jedem Menschen die Fähigkeit gegeben hat, Christus anzunehmen. 15
1.3.5. Karl Barth (1886-1968)
Karl Barth war ein Schweizer evangelisch-reformierter 16 Theologe, er vertratt eine Allerwählungslehre, dabei sind in Christus alle Menschen erwählt. Nach seiner Auffassung ist Erwählung in erster Linie die Jesu Christi, zweitens die Erwählung der Gemeinde und als drittes die Erwählung des einzelnen.
10 Wisser, Unterrichtsmaterial, Soteriologie, S. 18
11 http://was-christen-glauben.info/deutsch/g_pred.html#bib#bib. 11.03.08, 19:00 Uhr
12 Wisser, Unterrichtsmaterial, Soteriologie, S. 18-19
13 http://de.wikipedia.org/wiki/Jacobus_Arminius. 11.03.08, 19:00 Uhr
14 http://de.encarta.msn.com/encyclopedia_761572824/Arminianismus.html. 11.03.08, 19:00 Uhr
15 Wisser, Unterrichtsmaterial, Soteriologie, S. 17-18
16 http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Barth, 19.03.08, 22:05 Uhr.
6
Erwählung in Christus ist für ihn das Wunder, das Gott unter allen Menschen erzeugt hat. Dieses Wunder besteht darin, dass Jesus Christus zu gleich der erwählende Gott ist und der erwählte Mensch.
Für Barth ist Jesus der einzige Mensch, der je verworfen wurde und der an unsere Stelle getreten ist, damit es nun außerhalb von Christus keine Verwerfung gibt. Demnach sind alle Menschen erwählt. Damit ist auch eine Bekehrung nicht mehr notwendig. Nach Barth ist die Erwählung universal und nicht abhängig vom persönlichen Glauben des einzelnen. So ist das Evangelium nach seiner Erwählungsauffassung keine Bußaufforderung an den Sünder, sondern eher eine Bekanntgabe, dass Gott auch den Heiden zu seinem Zeugen machen will. 17
1.3.6. Die katholische Auffassung
Die katholische Kirche lehnte die Lehre von der Prädestination in scharfer Abgrenzung zu den Reformatoren energisch ab. Auf dem Konzil zu Trient im Jahre 1563 wurde sie als Irrlehre verurteilt. Diese Sicht hat sich bis heute nicht geändert. 18
1.4. Fazit
In der Geschichte haben sich schon viele große Namen mit dieser Thematik befasst und sind zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen. Das zeigt, wie schwierig diese Problematik ist. Wichtig ist immer zuerst auf das Wort Gottes zu schauen und nicht zu versuchen unser Gottesbild in die Bibel zu übertragen. Wir sollten Gott nicht auf unseren Horizont beschränken.
17 Wisser, Unterrichtsmaterial, Soteriologie, S. 16-17
18 ebd., S. 21
7
Arbeit zitieren:
Cornelia Schönfeld, 2008, Prädestination und Verantwortung, München, GRIN Verlag GmbH
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