Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Physisch-Geographische Übersicht
2.1. Das Klima des Oberrheingrabens und seiner Randgebirge
3. Der Oberrheingraben als Teilstück einer kontinentalen Bruchzone
und im Konzept der Plattentektonik
4. Geologische, geomorphologische und tektonische Entwicklung
4.1. Prätertiäre Entwicklung
4.1.1. Paläozoikum
4.1.2. Mesozoikum
4.2. Tertiäre Entwicklung
4.2.1. Eozän
4.2.2. Oligozän
4.2.3. Miozän
4.2.4. Pliozän
4.3. Quartäre Entwicklung
5. Bilanz der Entwicklung
Literaturverzeichnis
2
1. Einleitung
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Oberrheingraben. Es soll der Frage nachgegangen werden, welche unterschiedlichen Naturräume sich im Zuge der Grabenentstehung gebildet haben, wie es zur Entstehung und weiteren Entwicklung des Grabens kam und in welchem Zusammenhang seine Bildung mit anderen Strukturen der Erdkruste steht. Verschiedene Züge im Gesicht unseres Planetens geben Zeugnis von der andauernden Geodynamik der Erdkruste. Spuren dieser Erdkrustenbewegung sind u.a. die auseinandergerissenen Kontinente, Gebirgsgürtel und Großgräben mit ihren vielfältigen entstandenen Naturlandschaften. Die Plattentektonik bestimmt den Rahmen des Reliefs der Erdoberfläche.
Als Graben bezeichnet man eine Bruchstruktur, in der ein langgestreckter, keilförmiger Körper gegenüber seinen Flanken eingesunken ist (siehe Abb. 1). (PFLUG 1982: 1). Gräben entstehen, wenn die Erdkruste gezerrt wird und dabei in Schollen zerbricht. Dieser Vorgang wird als Taphrogenese bezeichnet (PFLUG 1982: 1).
Im Anschluß an die Einleitung erfolgt in Kapitel 2 zunächst eine physisch-geographische Übersicht und im folgenden Unterkapitel 2.1. werden die heutigen klimatischen Verhältnisse des Oberrheingrabens und seiner Randgebirge erläutert.
In Kapitel 3 wird der Oberrheingraben als ein Teilstück einer nord-süd verlaufenden kontinentalen Bruchzone und im Zusammenhang mit der Plattentektonik vorgestellt. Die geologische, geomorphologische und tektonische Entstehung und Entwicklung des Grabens, nach Zeitepochen gegliedert, stelle ich unter Punkt 4 vor. Kapitel 5 zieht eine Bilanz der tektogenen Grabenentwicklung.
3
2. Physisch-Geographische Übersicht
Der Oberrheingraben, mit einer Länge von 300 km und einer Breite von durchschnittlich 35 km, erstreckt sich SSW-NNO (rheinisches Streichen) von Basel bis Frankfurt am Main und wird von scharf begrenzten Randgebirgen umgeben (siehe Anhang 1). Eine tektonische Übersicht des Oberrheingrabens und seiner Randbereiche vermittelt die Karte in Abbildung 2.
Der Oberrheingraben läßt sich in den tief eingesenkten Trogbereich, einen westlichen und östlichen Grabenrandbereich und in die nach außen anschließenden Flankenbereiche gliedern. Der Graben hat sich stellenweise bis zu 3500 m tief eingesenkt, wobei diese Absenkung weitestgehend durch tertiäre und quartäre Sedimente aufgefüllt wurde (siehe Anhang 9). Diese Sedimente entstammen zum größten Teil aus den bis zu 2200 m hoch angehobenen Gebirgsbereichen an den Flanken des Oberrheingrabens. Die Sprunghöhen der Hauptrandverwerfungen betragen bis zu 4400 m und haben einen grabenwärtigen steilen Einfall von 55-85°. (HENNINGSEN & KATZUNG 1992, ILLIES 1967: 281) Die den Oberrheingraben begrenzenden Randgebirge sind im Westen die Vogesen, das Pfälzer Bergland und die Haardt und im Osten der Schwarzwald und der Odenwald. Den Hochschollen von Vogesen und Schwarzwald folgen im Norden die niederen Schultern der Zaberner Senke und des Kraichgau, und daran nördlich anschließend erreichen Odenwald und Pfälzer Wald wieder größere Höhen. In den höheren grabenwärtigen Randgebirgsbereichen von Schwarzwald, Vogesen und Odenwald dominieren kristalline Grundgebirgsgesteine (Granite und Gneise) des Paläozoikums (Erdaltertum), da die aufliegenden mesozoischen Gesteine (Bundsandstein, Muschelkalk, Keuper und Jura) zum größten Teil abgetragen wurden. Die weniger stark herausgehobenen Randgebirgsbereiche, wie Nordvogesen, Pfälzer Wald, Nordschwarzwald und der südliche Odenwald, sind weitestgehend von Bundsandstein bedeckt. Die niederen Schultern (Bruchzone) der Zaberner Senke und des Kraichgau setzen sich aus Gesteinen des Muschelkalk, Keuper und Jura zusammen. Durch die an den Flanken des Oberrheingrabens herausgehobenen östlichen und westlichen Gebirgsbereiche gerieten die Gebirgsschollen beiderseits des Grabens in Schräglage. Auf diesen leicht schräg lagernden Sedimentgesteinen entstand östlich des Oberrheingrabens das Südwestdeutsche Schichtstufenland und westlich das Französische Schichtstufenland (Großgliederung der Stufenabfolge: Buntsandstein-, Muschelkalk-, Keuper- und Jura-Stufen). Die Hochschollen und niederen Schultern der rahmenden Gebirge liegen einander nicht genau gegenüber. Der westliche Grabenrand ist gegenüber dem östlichen südwärts versetzt. Im Oberrheingraben finden also nicht nur vertikale, sondern auch horizontale Bewegungen statt. Die Grabenränder haben sich seit dem Oberpliozän 300 m gegenläufig verschoben und bewegen sich aktuell um 0,05 mm pro Jahr aneinander vorbei. (DONGUS 2000: 1-17, GEYER & GWINNER 1991: 269-273, LIEDTKE & MARCINEK 1994: 390-402, STÄBLEIN 1985: 52, WALTER 1995: 340-363)
5
Die Trog- und Randbereiche des Oberrheingrabens sind durch zahlreiche Störungen (Staffelbrüche) in eine Vielzahl von einzelnen Graben-, Horst- und Staffelschollen zerlegt, die vom Trog zu den Flanken ansteigen (siehe Abbildung 3).
Abb. 3: Geologische Profile durch den Oberrheingraben südlich Speyer (a) und nördlich Mühlhausen (b). (Quelle: WALTER 1995: 356)
Die Verwerfungen fallen sowohl synthetisch als auch antithetisch zu den Hauptrandstörungen ein. Bemerkenswert sind im südlichen Oberrheingraben die Diapir-Strukturen (Salzstrukturen) (siehe Abbildung 3b). Diese salzführenden Schichten wurden durch Einengungsvorgänge bis zu 1000 m über altersgleiche Gesteine emporgetrieben. Zwischen Mühlhausen und Colmar erreichen sie die Basis quartärer Ablagerungen. An den Rändern des Oberrheinischen Tieflandes bilden die nicht ganz abgesenkten Grabenschollen die Vorbergzone (Randhügelzone aus überwiegend mesozoischen und alttertiären Gesteinsschollen) (siehe Anhang 1 und Abbildung 4). Die Grabenschollen in den tieferen Lagen werden vor allem von pleistozänen Schottern des Rheins oder seiner Nebenflüsse bedeckt. Größenteils verhüllt Löß den älteren Untergrund.
6
Arbeit zitieren:
Diplom Geograph Stefan Gärtner, 2002, Der Oberrheingraben und seine unterschiedlichen Naturräume, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Streitfall 'Hermannsschlacht': Die politischen Ambitionen des ...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 47 Seiten
Wohnwelten der Zukunft - New Urbanism als Lösung?
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
Diplomarbeit, 165 Seiten
Moderne Kinderliteratur am Beispiel Peter Härtlings 'Ben liebt Ann...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 17 Seiten
Der Wahnsinn Iweins - Eine nähere Betrachtung der Erkrankung der Haupt...
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Seminararbeit, 22 Seiten
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Seminararbeit, 19 Seiten
Hexenwahn und Teufelsglaube im Simplicissimus Teutsch
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Kleists "Das Erdbeben in Chili" als Auseinandersetzung mit d...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Seminararbeit, 16 Seiten
Vulkanologie und Gefahrenmanagement am Beispiel Vesuv
Geowissenschaften / Geographie - Sonstiges
Referat (Ausarbeitung), 14 Seiten
Strukturformen in Mitteleuropa
Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung
Seminararbeit, 15 Seiten
Motivation und Lernen: Die pädagogische Interessentheorie
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Seminararbeit, 14 Seiten
Heinrich von Kleist und sein Werk 'Das Erdbeben in Chili'
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 25 Seiten
Vergleich zweier Lehrwerke für den frühbeginnenden Französischunterric...
Romanistik - Französisch - Didaktik
Hausarbeit (Hauptseminar), 26 Seiten
Kontamination der Auen durch den historischen Bergbau
Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung
Hausarbeit (Hauptseminar), 21 Seiten
Entwicklung und Trainierbarkeit von Schlüsselkompetenzen
Pädagogik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden
Referat (Ausarbeitung), 13 Seiten
Stefan Gärtner's Text Der Oberrheingraben und seine unterschiedlichen Naturräume ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Stefan Gärtner hat den Text Der Oberrheingraben und seine unterschiedlichen Naturräume veröffentlicht
Stefan Gärtner hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare