Hausarbeit zum Thema „Soziales Lernen“ im Rahmen des Seminars „Einführung in die Aufgaben und Arbeitsweisen der Vor - und Grundschulpädagogik“ (Sem.Nr. 06.429) von Renate Hinz
Hanno Frey
im Sommersemester 1998
Einleitung
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 4
2 Geschichte und Begriffsdefinition des Sozialen Lernens 4
3 Richtungen des sozialen Lernens 5
3.1 Soziales Lernen als angstfreies Lernen 5
3.2 Soziales Lernen als Sozialerziehung 7
3.3 Soziales Lernen als soziale Integration 6
3.4 Soziales Lernen als soziale Interaktion 7
4 Fazit 8
5 Bibliographie 10
3
Einleitung
1 Einleitung
Der Begriff des „Sozialen Lernens“ ist spätestens seit den 70er Jahren Diskussionsgegenstand
der Öffentlichkeit. Es gab (und gibt) jedoch verschiedene Auffassungen darüber, was unter
dem Begriff zu verstehen sei, so daß er mit vielen unterschiedlichen Zielsetzungen verbunden
wurde und in dementsprechend unterschiedlichen Zusammensetzungen auftauchte.
Es kann deshalb in dieser Hausarbeit kein Anspruch auf vollständige Behandlung der
verschiedenen Ansätze erhoben werden. Vielmehr soll zunächst einmal auf die Geschichte des
Begriffs des „Sozialen Lernens“ eingegangen werden, um anschließend die vier
meistdiskutierten Lesarten in einer Übersicht darzustellen.
2 Geschichte und Begriffsdefinition des „Sozialen Lernens“
Die Geschichte des Begriffs „Soziales Lernen“ geht zurück auf die angelsächsischen
Lerntheoretiker im Gefolge des Behaviorismus. Eben diese Lerntheoretiker gingen zunächst
von folgender These aus: „Die Auffassung des Lernens als eines sozialen Prozesses bedeutet
die Interpretation des individuellen Lernaktes, wie er sich innerhalb einer sozialen Situation
ereignet“ 1 . Vor diesem Hintergrund wurde der Begriff des „Sozialen Lernens“ lange Zeit als Synonym für den Lernbegriff an sich gebraucht, bis er durch eine vom symbolischen
Interaktionismus geprägten Sozialisationstheorie eine eigene Bedeutung erhielt. Von diesem
Zeitpunkt an wurde die soziale Situation, in der Lernen immer stattfindet, ob in Schule,
Kindergarten oder zu Hause, nicht mehr als rein verhaltenserklärendes Beziehungsgefüge
angesehen. Soziales Lernen wurde von nun an nicht mehr als „sozial“ bezeichnet, weil
Lernen in einer sozialen Situation stattfindet, sondern weil Lernen auch soziale Inhalte
besitzen sollte. Die Interpretation des Begriffes „Lernen“, der vornehmlich für die
überprüfbare Aneignung von Fach- und Detailwissen verwendet wurde, erfuhr so eine
Erweiterung: Soziales Lernen als „learning of a culture“ 2 bedeutete nun auch die Aneignung gesellschaftlicher Inhalte, Werte und Normen durch die Interaktion mit anderen Lernenden.
Von diesem Zeitpunkt an wurde die sozialethische Tradition der Pädagogik stärker betont. So
hieß es denn auch im „Strukturplan für das Bildungswesen“, daß die Schule ihr Ziel, „den
jungen Menschen auf das Leben in einer offenen Gesellschaft und in einem demokratischen
Staat vorzubereiten“ 3 , nur dann erreichen könne, wenn „die Grundmuster des mündigen
1
Correll, Lernpsychologie, 112.
2
Rose, Human Behaviour and Social Processes, 9.
3
Deutscher Bildungsrat (Hrsg.), Strukturplan für das Bildungswesen, 37.
4
Arbeit zitieren:
Hanno Frey, 1998, Soziales Lernen - ein kurzer Überblick, München, GRIN Verlag GmbH
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