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Anna Blume als Zeichen ihrer Zeit - Eine Interpretation

Seminararbeit, 2002, 20 Seiten
Autor: Angela Schmidt
Fach: Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2002
Seiten: 20
Note: 2
Sprache: Deutsch

Archivnummer: V11687
ISBN (E-Book): 978-3-638-17773-3

Dateigröße: 132 KB


Textauszug (computergeneriert)

TU-Dresden

Anna Blume als Zeichen ihrer Zeit - Eine Interpretation

Hausarbeit

von

Angela Schmidt

11 / 2002

GLIEDERUNG

1. Einleitung ... 1
1.1. Wer bist du Anna Blume? ... 3

2. Interpretation ... 6

3. Konklusion ... 16

4. Anhang
4.1. "An Anna Blume" ... 18
4. 2. Literaturverzeichnis ... 19


1. EINLEITUNG
An dieser Stelle zu fragen: „Wer also war Kurt Schwitters?“1 erübrigt sich, aber eine Antwort zu geben und den „Erinnerungen seiner Freunde, Lebensgefährten und Künstler- Kollegen sowie der Geschichtsschreibung seiner Biographen“2 glauben zu schenken, wenn sie sagen, daß er „ein einziger, faszinierender Widerspruch war und einen >Multiplex- Charakter<3 besaß, dessen Widersprüchlichkeit sich gleichwohl als >einheitliche, ungeteilte Natur<4 darstellte,“5 kann einen Eindruck davon vermitteln, was für eine Persönlichkeit für das vorliegende, zu interpretierende Gedicht „An Anna Blume“6 verantwortlich ist. Um nachvollziehen zu können, wie es zu bestimmten interpretatorischen Ansätzen, vor allem in der unmittelbaren Zeit nach der ersten Veröffentlichung des Gedichts gekommen ist und weil sich nachfolgende Kritiker und Literaturwissenschaftler in ihren Interpretationen immer wieder auf diese bestehenden Erkenntnisse stützten, werde ich kurz auf die historischen Verhältnisse um 1919 eingehen. Der Name „Anna Blume“ tauchte zum ersten Mal für die literarisch- interessierte Öffentlichkeit der „Sturm“- Leser in einer Illustration in der Juli- Ausgabe selbiger Zeitschrift des Jahres 1919 auf. 7 Es handelt sich um Schwitters Bild „Konstruktion.“8 Obschon bereits dieses Bild „Ärgernis erregte“9, erschien in der Folgeausgabe, im August, das Gedicht „An Anna Blume“, welches nicht nur durch die aufwendigen Werbemaßnahmen10 des Verlages Steegemann, besonders für den im Dezember 1919 erschienenen Textband Kurt Schwitters` „Anna Blume. Dichtungen“ weitreichende Aufnahme in der Öffentlichkeit fand, sondern auch für Erregung und Empörung, aber auch enthusiastische Zustimmung11 seitens der Leserschaft Auslöser war.

Aus heutiger Sicht ist es nur schwer nachvollziehbar, warum „An Anna Blume“ zum Teil wahnwitzige Reaktionen hervorrief. Heute wird niemand mehr nach dem ersten Lesen des Gedichts zu dem Schluß kommen, daß „An Anna Blume“ Resultat einer „Verworrenheit der Psyche, ein wahnwitziges Gebilde der Phantasie, gemalter Unsinn und Bluff, die Gemäldegalerie eines Irrenhauses und die Ausgeburt eines defekten Hirnkastens“12 sei. „An Anna Blume“ „fordert(e) die Rezeption zu einer veränderten Sehweise gegenüber einer neuen Art von Literatur heraus“ und Bernd Scheffer sagt sicher nichts neues, wenn er erkennt, daß „ein literarisches >Experiment< anscheinend um so provokatorischer ist, je stärker es von den üblichen Praktiken und Vorstellungen abweicht.“13

[...]


1 Manfred GEIER: Die Ausschlachtung der Anna Blume. Eine kulturhistorische >Lektüre des freien Menschen>. In: Germanistische Linguistik. Heft 1/ 2. 1979 S. 143

2 ebd.

3 ebd., dort zitiert nach: Raoul Hausmann: Am Anfang war Dada. Hrsg. Von Karl Riha und Günter Kämpf. Steinbach/ Gießen 1972 S. 71

4 ebd. S. 64

5 Geier S. 143

6 Interpretierte Version im Anhang, entnommen aus Kurt Schwitters: Das literarische Werk, Gesamtausgabe. Hrsg: Friedhelm Lach. Band 1. Lyrik. Nachdruck der gebundenen Ausgabe. DuMont Schauberg. Köln 1974. 1998

7 Armin ARNOLD: Kurt Schwitters´ Gedicht <An Anna Blume>: Sinn oder Unsinn. In: Text und Kritik. Zeitschrift für Literatur. Hrsg: Heinz Ludwig Arnold. Heft 35/36. 1976. S. 14

8 ebd. „Es zeigt zwei große Räder und ein kleines Rad, alle drei schief gezeichnet, verbunden durch krumme Stangen oder Planken. Zwischen oder auf diese hatte jemand geschrieben: Anna Blume und Franz Müller. Eine zweite Person hatte neben Anna Blume beigefügt: hat einen Vogel.“

9 ebd.

10 vgl. Hans- Jürgen HERETH: Die Rezeptions- und Wirkungsgeschichte von Kurt Schwitters, dargestellt anhand seines Gedichts „An Anna Blume.“Forschungen zur Literatur- und Kulturgeschichte. Hrsg: Helmut Kreuzer und Karl Riha. Band 53. Peter Lang GmbH. Europäischer Verlag der Wissenschaften. Frankfurt am Main 1996. S. 48- 54

11 „Paul Steegemann nutzte auch noch die Proteste, indem er die `witzigsten, boshaftesten, dümmsten und klügsten in seiner Zeitschrift >der Marstall< unter dem Titel >Das enthüllte Geheimnis der Anna Blume< („Der Marstall“ Nr. 1/2/1920, S. 11f) einfach abdruckte.“ entnommen aus: Ernst NÜDEL: Schwitters. Rororo Monographie. Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH. Reinbeck bei Hamburg. 1981. S. 38

12 Hereth S. 17, dort zitiert: Lexikon der Kunstkritik, Plakat des ersten deutschen Herbstsalons. Berlin 1913 und Paul Steegemann: Das enthüllte Geheimnis der Anna Blume. In: Der Marstall, 1./2.H., 11-31, Neuabdruck in: Kurt Schwitters: Almanach. Hrsg. Michael Erlhoff (1982- 1983). Hannover 1982. S. 91

13 Bernd SCHEFFER: Anfänge experimenteller Literatur. Das literarische Werk von Kurt Schwitters. Bonner Arbeiten zur deutschen Literatur. Hrsg: Benno von Wiese. Band 33. Bouvier Verlag Herbert Grundmann. Bonn. 1978. S. 81


Kommentare

H@nnes Genio
10.12.2004 20:36:18
Das Gedicht erweckt nach 2maligen lesens in mir eine Art von Verwirrtheit die nur verliebte haben koennen!
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