Inhaltsverzeichnis
I Verzeichnis der Abbildungen und Tabellen 2
1 Einleitung 3
2 Was ist ein Imperium Merkmale und Definition 5
3 Pax Britannica die Welt unter dem Union Jack 7
3.1 Das wirtschaftliche Empire 10
3.2 Das militärische Empire 15
3.3 Das politische Empire 17
4 Drei-Ebenen-Zyklus des Britischen Empire 20
5 Schlussbetrachtung British Empire wahrlich ein Imperium 22
6 Quellen- und Literaturverzeichnis 24
Anhang 27 NA
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I Verzeichnis der Abbildungen und Tabellen
Abbildung 1: Machtzyklus Großbritanniens von 1800 bis 1930 20
Abbildung 2: Das Britische Empire um 1921 21
Tabelle 1: Import von Textilrohstoffen und Export von verarbeiteten 10
Textilien in Großbritannien 1830-1910 in Millionen (Preise von 1913)
Tabelle 2: Eisenbahnstrecken in Großbritannien 1830-1913 in Meilen 11
Tabelle 3: Relative Anteile der Welt-Industrieproduktion 1750-1900 in 12
Prozent
Tabelle 4: Gesicherte Patente in Großbritannien 1820-1914 12
Tabelle 5: Registrierte Schiffe Im- und Export Großbritanniens 1815-1914 13
Tabelle 6: Britisches Vermögen in Übersee und Kapitalexport 1870-1913 14
in Mio
Tabelle 7: Anzahl der Linienschiffe bzw Großkampfschiffe von GB 16
Frankreich Russland und Deutschland von 1790-1914
Tabelle 8: Relationen der drei Ebenen von 1800 bis 1928 27
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1 Einleitung
„[…] alles, was entsteht,
Ist wert, dass es zugrunde geht;
Drum besser wär´s, dass nichts enstünde.“ 1 Johann Wolfgang von Goethe, Faust I
Dieses Zitat komprimiert eine Grundeigenschaft von Imperien, Großmächten,
Weltmächten und Hegemonialmächten auf einen zeitlichen Horizont und
verdeutlicht so deren Aufstieg und Niedergang. Diese politischen Gebilde sind teils
diffuse, teils noch nicht genauer definierte Begriffe der Weltgeschichte (Punkt 2 soll
dazu dienen, den Begriff des Imperiums für diese Arbeit zu definieren), welche
letztlich alle eines gemeinsam haben – sie beschreiben die Vormachtstellung einer
einzigen Nation bzw. Landes über einen bestimmten Teil der Welt. Zwar gab es in
der Geschichte der Menschheit Länder, die nahezu die damals bekannte Welt
beherrschten, doch war es aufgrund der technischen Entwicklung jener Zeit nicht
möglich die ganze – uns heute bekannte Welt – zu beherrschen. Dies ist vor allem
der trivialen Tatsache geschuldet, dass diese dominierenden Länder gar nicht
wussten, dass es noch weitere Landstriche auf der Erde gab, die man beherrschen
konnte. 2 Da es im Zuge des Zusammenbruchs der Sowjetunion – um ein zeitgeschichtliches
Beispiel zu nehmen – und des damit verbundenen Endes des Ost-West-Konflikts zu
einer sprunghaften Ausdehnung der „Macht“ bzw. des Einflusses der USA
gekommen ist, erscheint es heute sinnvoll, die Frage nach Aufstieg und Verfall von
Imperien zu diskutieren. Es gibt dahingehend schon diverse Studien, die eben diese
Prozesse anhand von historischen Beispielen beleuchten. 3
1 Vgl. Johann Wolfgang von Goethe, Faust I, Z. 1339-1341.
2 Um nur ein Beispiel zu nennen: Die Elite des Römischen Imperiums wusste nichts von der Existenz der „Neuen Welt“ – Amerika – und betrachtete sich demnach folgerichtig als Herrscher der bekannten Welt und die bekannte Welt war zu jener Zeit der Mittelmeerraum.
3 Siehe hierzu Paul Kennedy, Aufstieg und Fall der großen Mächte – Ökonomischer Wandel und militärischer Konflikt von 1500-2000, 5. Aufl., Frankfurt/Main 2005; Herfried Münkler, Imperien – Die Logik der Weltherrschaft, Bonn 2005; Jürgen Osterhammel, Kolonialismus – Geschichte,
3
In dieser Hausarbeit, welche im Rahmen des Blockoberseminars „Aufstieg und Niedergang von Imperien“ entstand, wird ein Beispiel für solch ein (angebliches) Imperium näher betrachtet werden, welches vor allem das 19. Jahrhundert geprägt hat – das Britische Imperium. Es gilt anhand dieses Fallbeispiels nachzuweisen, inwieweit politische, wirtschaftliche und militärische Faktoren – welche meist ineinander verwoben waren und daher nur schwer getrennt zu betrachten sind – Einfluss auf den Aufstieg Großbritanniens zum „Empire“ hatten und welche Faktoren letztlich zum Niedergang desselben führten. Diese nähere Betrachtung der unterschiedlichen Faktoren dient schließlich zur Beantwortung der für diese Arbeit zutreffenden Leitfrage: War das Britische Empire wahrlich ein Imperium?
Der zeitliche hier zu betrachtende Rahmen wird auf das so genannte „Pax Britannica“ gelegt – 1815 bis 1918. Zwar existierte das Britisch Empire in einem weitaus längeren Zeitraum, aber der Aufstieg, Höhepunkt und allmählicher Verfall lassen sich in diesen 103 Jahren recht anschaulich nachzeichnen. Daher erscheint es sinnvoll lediglich diese Zeitspanne näher zu betrachten. Im Punkt 3 erfolgt dann eine Darstellung der „Aufstiegs- und Niedergangstendenzen“ des Britischen Imperiums anhand der wirtschaftlichen, militärischen und politischen Faktoren (Punkt 3.1 bis 3.3). Dies bildet die Grundlage eines im Punkt 4 darzustellenden Modells eines „Drei-Ebenen-Zyklus“ des Britischen Empires, welches versuchen wird die Phasen des Aufstiegs, Höhepunkts und Niedergangs zusammen mit den drei zuvor genannten Faktoren zu verbinden. Mit Hilfe der Darstellung dieser unterschiedlichen und doch ineinander verwobenen Faktoren, sowie der „Verschmelzung“ dieser in einem zeitlichen Zyklus wird es anschließend möglich sein, die formulierte Frage - ob das Britische Imperium wahrlich ein Imperium gewesen sei – zu beantworten (Punkt 5).
Formen, Folgen, 4. Aufl., München 2003; Jürgen Osterhammel u. Niels P. Petersson, Geschichte der
Globalisierung – Dimensionen, Prozesse, Epochen, 2. Aufl., München 2004.
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2 Was ist ein Imperium? – Merkmale und Definition
Um den Begriff des Imperiums zu definieren, bietet es sich an im Vorfeld eine kurze Darstellung der grundlegenden Charakteristika eines solchen Imperiums aufzuzeigen. Hierbei werden verschiedene Ausführungen von Historikern und Politikwissenschaftlern herangezogen, da deren Merkmalsbeschreibung dazu dient – wenn man sie auf historische Fallbeispiele anwendet – zweckmäßig einen groben Überblick aufgrund der unterschiedlichen Perspektiven, welche eine interdisziplinäre Betrachtung mit sich bringt, ermöglicht.
So weisen Imperien demnach folgende Merkmale auf:
1. Ein Imperium erwächst aus der technologischen Überlegenheit im
wirtschaftlichen und/oder militärischen Bereich der Imperiumsnation bzw. des Zentrums gegenüber anderen Nationen bzw. Gebieten, welche dann nach ihrer „Einverleibung“ zur so genannten Peripherie gehören.
2. Imperien sind politische Gebilde, die im Wesentlichen aus einem Zentrum
und einer dazugehörigen Peripherie bestehen, welche sich wechselseitig
beeinflussen. 4
3. Imperien sind aufgrund ihrer räumlichen weitläufigen Ausdehnung politische
Gebilde, deren Bevölkerung sich aus mehreren Ethnien zusammensetzt und
daher viele verschiedene Kulturen, Sprachen und Religionen umfassen. 5
4. Imperien betreiben imperiale Politik, indem sie die jeweiligen
nationalstaatlichen Interessen des Zentrums als imperiale Interessen definieren und sie so im internationalen System versuchen durchzusetzen.
Imperien betreiben demnach Weltpolitik. 6
5. Imperien benutzen unterschiedliche Praktiken, um ihren Einfluss
auszudehnen bzw. zu festigen. So unterscheidet man daher zwischen
direktem und indirektem Einfluss bzw. Herrschaft. 7
4 Vgl. hierzu H. Münkler, Imperien, S. 41-50.
5 Michael Walzer spricht in diesem Zusammenhang von multinationalen Imperien. Vgl. hierzu
Michael Walzer, Über Toleranz – Von der Zivilisierung der Differenz, Hamburg 1998, S. 23ff.
6 Vgl. hierzu J. Osterhammel, Kolonialismus, S. 27.
7 Ebd., S. 23ff.
5
Diese wichtigen Merkmale eines Imperiums erlauben es nun, eine für diese Arbeit relevante Definition von Imperium zu geben.
Ein Imperium ist demnach ein politisches Gebilde, welches durch (technologischer) Überlegenheit des Zentrums bzw. der Imperiumsnation in Wirtschaft und Militär expansionistische Strömungen verfolgt und so die Peripherie direkt bzw. indirekt vom Zentrum aus „erobert“ und beherrscht und so seinen Einfluss geographisch und politisch ausdehnt.
Hierbei ist auch zu erwähnen, dass die so genannte Randlage für eine Imperienbildung von Vorteil sein kann. So ist zum Beispiel die Insellage der britischen Inseln am Rande Westeuropas von Vorteil gewesen, da so zum einen ausländische Invasoren teilweise abgewehrt werden konnten und damit die Inseln von Plünderungen verschont worden sind. Und zum anderen half die Insellage dabei, einen maritimen Fokus herauszubilden, der unter anderem zu einer Schwerpunktbildung in der militärischen Rüstung vorgab – der Royal Navy. Dass eine Ausdehnung des Imperiums vielfältige Problemlagen mit sich bringt, wird vor allem bei dem Zerfallsprozess eines Imperiums deutlich. Da ein Imperium im Wesentlichen aus den beiden Teilen Zentrum und Peripherie besteht, kann dieses Imperium aufgrund von Problemen in einen der beiden Teile niedergehen, denn „[j]e größer die Ausdehnung eines Imperiums, desto deutlicher machen sich nämlich die
zentrifugalen [peripheren, R.C.] Kräfte bemerkbar.“ 8 Am Beispiel von
Großbritannien werden nun im Folgenden die zuvor festgestellten Merkmale eines Imperiums dargestellt und auch deren Problemlagen einbezogen werden.
8 Vgl. H. Münkler, Imperien, S. 43.
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Arbeit zitieren:
René Cremer, 2008, „Pax Britannica“, München, GRIN Verlag GmbH
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