Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis III
1. Einleitung 1
2. Der historische Hintergrund und Smiths Kritik an den 2
bestehenden Wirtschaftssystemen
3. Aufgaben des Marktes 5
4. Aufgaben des Staates 10
4.1 Verteidigung 10
4.2 Justiz 12
4.3 Öffentliche Einrichtungen 13
4.3.1 Öffentliche Einrichtungen zur Steigerung des Handels 14
4.3.2. Bildungswesen 15
4.3.3 Sonstige öffentliche Einrichtungen 16
5. Finanzierung der Staatsaufgaben 16
6. Zusammenfassung 19
Literaturverzeichnis 20
Abkürzungsverzeichnis
Anm. Anmerkung d. des et al. et alii ( und andere, lateinisch) erw. erweiterte f folgende Hrsg. Herausgeber o. ä. oder ähnlich S. Seite usw. und so weiter Verf. Verfasser verb. verbesserte Vgl. vergleiche WS Wintersemester z. B. zum Beispiel
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1. Einleitung
Mit dem Namen Adam Smith verbindet man heute die Entdeckung der „unsichtbaren Hand“, wirtschaftlichen Liberalismus und Arbeitsteilung. Mit seinem Buch „Der Wohlstand der Nationen“, welches 1776 zum ersten Mal erschienen ist und bis zu seinem Tod 1793 fünf Auflagen erlebte, legte Smith den Grundstein für die Gründung der klassischen Schule der Ökonomie. 1 Weniger bekannt ist aber die Tatsache, dass Adam Smith auch Moralphilosoph war und mit seinem ersten Buch „Theorie der ethischen Gefühle“ schon vor der Veröffentlichung seiner „ökonomischen Bibel“ Berühmtheit erlangte. Seine beiden Bücher erhielten bereits schon im 18. Jahrhundert viel Lob und Anerkennung und so ist es nicht verwunderlich, dass sein Hauptwerk („Der Wohlstand der Nationen“) auch heute noch zu den Standardwerken der Volkswirtschaftlehre gehört. Smith erklärt in seiner umfassenden Untersuchung, wie die verschiedenen Elemente, eines einmal in Gang gesetzten Systems, durch eine ständige Akkumulation von Kapital Wohlstand erzeugen können. 2 Sein Werk besteht aus insgesamt fünf Büchern. Im ersten und im zweiten Buch widmet sich Smith den Grundbegriffen der Ökonomie wie Arbeitsteilung, Lohn, Rente usw., das dritte Buch diskutiert den Aufstieg der Städte aus dem Feudalismus. Im vierten B uch werden verschiedene Systeme der Politischen Ökonomie behandelt und im letzten Buch wird die Frage erörtert, welche Aufgaben der Staat wahrnehmen muss und wie diese zu finanzieren sind. Eine andere Möglichkeit ist es das Werk in zwei Hauptteile zu untergliedern: erstens Analyse der Mechanismen der Wirtschaft und zweitens politische Empfehlungen zur korrekten Steuerung der Volkswirtschaft. 3
In der folgenden Arbeit möchte ich nun einen Überblick über die Aufgaben geben, die Adam Smith speziell dem Markt u nd dem Staat zurechnet. Außerdem werde ich die von ihm vorgestellten Systeme der Politischen Ökonomie darstellen und erläutern und einen Ausblick geben, wie die verschiedenen Aufgaben des Staates, nach Smith’ s Meinung, zu finanzieren sind.
1 Vgl. Söllner, F., Geschichte, 2001, S. 29.
2 Vgl. Raphael, D. D., Adam Smith, 1991, S.58.
3 Vgl. Raphael, D. D., Adam Smith, 1991, S.58.
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2. Der historische Hintergrund und Adam Smiths Kritik an den
bestehenden Wirtschaftssystemen
Den Ursprung des kapitalistischen Welthandels legten im 15. und 16. Jahrhundert die Königshäuser Spaniens und Portugals. Beide Staaten versuchten das Welthandelsmonopol an sich zu reißen und verhinderten dadurch daheim die private Kapitalakkumulation, die schließlich zum Niedergang beider Länder führte. Im 17. Jahrhundert förderte fast jeder Saat in Westeuropa Industrie und Handel. Er schützte die einheimische Produktion durch Zölle und förderte den Absatz mit anderen Ländern und Kolonien. Dieser Aufschwung des Kapitalismus war von starken Konkurrenzkämpfen der Großmächte begleitet. So beflügelte der Niedergang Spaniens den Aufschwung Frankreichs, das seinen Höhepunkt unter Ludwig XIV hatte. Zu Begin des 18. Jahrhunderts blühte in England das Finanzgeschäft auf. Es wurden Manufakturen gegründet und der Export nahm zu.
In dieser Zeit war Schottland noch ein kleines, armes und rückständiges Land. Als es in der Zeit von 1696 bis 1703 zu Missernten kam und etwa 10 % der Bevölkerung starben, wurde es Zeit, die wirtschaftliche und gesellschaftliche Lage zu verbessern. 4 Es gab zwei Möglichkeiten: erstens eine Betonung des Inlandmarktes oder zweitens eine Aufhebung aller Handelsschranken mit England und seinen Kolonien. „Der von England dafür geforderte Preis war die Vereinigung der beiden Parlamente in London.“ 5 Und so entstand 1707 Großbritannien. Diese Vereinigung hatte für Schottland weitreichende Konsequenzen. Es kam zum kulturellen Austausch mit dem Nachbar, liberales Gedankengut kam in Norden, der englische Deismus 6 wurde zur Religion der Aufklärer, und ein wirtschaftlicher Aufschwung setzte ein.
In dieser Zeit der Aufklärung und der Entwicklung Großbritanniens zur Weltmacht schuf Adam Smith sein Werk: „Der Wohlstand der Nationen“. Großen Einfluss hatte dabei David Hume, Francis Hutcheson, sowie der Franzose Voltaire. „Außerdem hielt er engen Kontakt zu den führenden Köpfen der physiokratischen Schule der Ökonomie, allen voran Francois Quesnay, Arzt am Hof des Königs, und Anne Robert Jacques Turgot.“ 7
4 Vgl. Streminger, G., Adam Smith, 1989, S.9.
5 Vgl. Streminger, G., Adam Smith, 1989, S.9.
6 Deismus besagt das die Erde von Gott geschaffen wurde er aber keinen Einfluss auf den Lauf der Dinge hat.
7 Vgl. Piper, N., Ökonomen, 1994, S.30.
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Smith erkannte, dass in dieser Phase der wirtschaftlichen Entwicklung der Merkantilismus mit den neuen Produktionstechniken nicht mithalten konnte.
Diese Wirtschaftsordnung hatte sich im 17. Jahrhundert in fast allen europäischen Ländern durchgesetzt. In ihrer Grundidee räumten die Merkantilisten dabei dem Wohlstand den ersten Platz in der Rangordnung der Werte ein. „Als mindestens ebenso wichtig erachteten die Merkantilisten nationale Überschüsse aus den Exporterlösen heimischer Industrieprodukte zu gewinnen und die Erzeugungstätigkeit entsprechend zu fördern. Gold und Silber ... galten als die bedeuteten Existenzweisen von Reichtum.“ 8 Wichtig war aber auch, dass das gekaufte Produkt aus inländischen Manufakturen stammen musste. Die Forderung des Handels und der gewerblichen Produktion stand im Mittelpunkt merkantilistischer Wirtschaftspolitik. Durch Subventionen und Monopole wurde die Produktion gesteigert und damit auch der Wohlstand des Landes. Da Smith ein scharfer Kritiker dieser Wirtschaftsordnung war, ist es auch nicht erstaunlich, dass er fast sein ganzes viertes Buch der Kritik am Merkantilismus widmet. Er beanstandet die Einführung von Zöllen, da diese die Monopole im Inland n ur verstärken. 9 Weiterhin rügt Smith die Eingriffe des Staates, die dem Kaufmann vorschreiben wie und in welcher Art und Weise er sein Kapital einzusetzen hat, Beschränkungen wie das Zunftwesen, Niederlassungsgesetze usw. Mit einer so starken Regulierung l enkt der Saat das Augenmerk von ertragsreichen Industriezweigen in weniger ertragreiche und dadurch kommt es dann zur Senkung des Sozialproduktes. 10
Etwas weniger kritisch geht Smith mit dem System der Physiokratie 11 um. Das mag daran gelegen haben, dass Smith ein Vertreter der utilitaristischen Philosophie Humes war und Smith an eine natürliche Ordnung, die der Tauschwirtschaft, glaubte. Smith war der Meinung, dass es diese natürliche Freiheit schon lange vor der gesetzlichen Ordnung der Menschen gegeben hat. Daher zählen hier die persönliche Freiheit und das Privateigentum zu den unabdingbaren Naturrechten. Im Gegensatz zu den Physiokraten war er allerdings der Auffassung, dass die Ordnung nicht durch Vernunft erkannt wird, sondern sich von alleine
8 Fellmeth, R., Staatsaufgaben, 1981, S. 50.
9 Vgl. Smith, A., Wohlstand, 1978, S. 368.
10 Vgl. Smith, A., Wohlstand, 1978, S. 372.
11 Physiokratie ist eine Lehre, die im 18. Jahrhundert in Frankreich entwickelt wurde und in der Landwirtschaft
die Grundlage des Reichtums sieht.
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herausbildet. 12 Die Physiokraten sahen von den drei Produktionsfaktoren Arbeit, Boden und Kapital nur den Boden als produktiv an. Aus diesem Grund schlugen sie eine Reihe weitreichender Reformen vor z. B. Abschaffung der Getreidezölle, des Zunftzwangs, der Leibeigenschaft usw. Weiterhin setzten sie sich für eine Stabilisierung der Agrarpreise ein und für einen liberalen Außenhandel.
Für Smith ist diese Wirtschaftsordnung „trotz aller Unvollkommenheiten, … der Wahrheit am nächsten.“ 13 Aber auch hier gibt es Beanstandungen. So wird erwähnt das: „Eine Wirtschaftsordnung, die im Bodenertrag die einzige Quelle für Einkommen und Wohlstand eines Landes sieht, ist noch von keinem Staat, soweit mir bekannt ist, eingeführt worden .“ 14 Smith größter Einwand betrifft aber die Hauptaussage der Physiokraten, die einen Produktionszuwachs nur in der Landwirtschaft sehen; „ Der entscheidende Irrtum dieses Systems scheint allerdings darin zu liegen, dass es die Klasse der Handwerker, der einem Gewerbe Tätigen und der Kaufleute für völlig steril hält.“ 15 Denn für ihn gilt: „Gibt man daher alle Systeme der Begünstigung und Beschränkung auf, so stellt sich ganz von selbst das einzelne und einfache System der natürlichen Freiheit her. Solange der Einzelne nicht die Gesetze verletzt, lässt man i hm völlige Freiheit, damit er das eigene Interesse auf seine Weise verfolgen kann und seinen Erwerbsfleiß und sein Kapital im Wettbewerb mit jedem anderen oder einem anderen Stand entwickeln oder einsetzen kann.“ 16 Starke Einmischungen in den wirtschaftlichen Ablauf, wie es sie im Merkantilismus gab, lehnt Smith ab. Für ihn ist das „System der natürlichen Freiheit“ ein Gesellschaftszustand, in dem der einzelne seine ökonomischen Handlung frei verfolgen kann ohne eine Art von Restriktionen befürchten zu müssen und nur in einem solchen System können die Neigungen und Grundtriebe der Individuen frei zur Entfaltung kommen. 17
Den Grundgedanken dieses liberalen Systems gab es aber schon in der Antike. Der klassische Liberalismus hatte im Kern zwei Wurzeln: 1.) Ausgang von einem naturrechtlichen begründetem Anspruch des Menschen auf freie Entfaltung in allen Bereichen und 2.) die
12 Vgl. Söllner, F., Geschichte, 2001, S. 29.
13 Smith, A., Wohlstand, 1978, S. 574.
14 Smith, A., Wohlstand, 1978, S. 560.
15 Smith, A., Wohlstand, 1978, S. 571.
16 Smith, A., Wohlstand, 1978, S. 582.
17 Vgl. Gehrke, Christian, Wachstumstheorie, 1991, S. 131.
Arbeit zitieren:
Johannes Treu, 2002, Staat und Markt in der Ordnungskonzeption von Adam Smith (System der natürlichen Freiheit), München, GRIN Verlag GmbH
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