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Inhaltsverzeichnis:
I. Einleitung (S. 3)
II. Bronislaw Malinowski- eine Kurzbiographie (S 3/4)
III. Die Methode der teilnehmenden Beobachtung (S 4-7)
IV. Malinowskis Vorstellungen und die Wirklichkeit-
Gegen überstellung: Ansprüche und Tagebücher (S 7/8)
V. Betrachtung einer heutigen Feldforschung am Beispiel von Thomas Hauschild (S
8 /9)
V.I. Im Felde (S 9/10
V.II.. Datenproduktion (S 10-12)
VI. Schlußbemerkungen (S12/13)
VII. Literaturangaben (S14)
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I. Einleitung
Bronislaw Malinowski, einer der Pioniere der Feldforschung, gilt als Begründer der Methode der teilnehmenden Beobachtung. Mit der Forderung, dass der Ethnologe,, als Beobachter an den Aktivitäten der beobachteten Gruppe teilnimmt um dadurch die wirkliche Kultur von innen heraus zu erfassen, revolutionierte die Methoden der Feldforschung.Seine Theorien waren damals deshalb so bahnbrechend, weil man vor ihm, im Zeitalter der Kolonialisierung, es nicht gewagt hat von fremden Völkern als ebenbürtig zu sprechen. Es war durchaus interessant diese zu erforschen, aber vielmehr als Exoten, Primitive, Wilde. Malinowski konnte glücklicherweise den Wandel der Zeit nutzen und seine Methode entwickeln.
Darin fordert er unter anderem, dass der Forscher sich über einen längerem Zeitraum bei dem von ihm untersuchten Volk aufhält, was bis dato eine unmögliche Forderung gewesen wäre, weil es wie gesagt bedeutet, dass man sich auf die Fremden als ebenbürtig einläßt. Heutzutage sind längere Aufenthalte im Rahmen einer Forschung schon Pflicht, auch wenn Malinowskis Vorstellungen stark in Frage gerieten. Dies lag vor allem daran, dass seine Witwe Valetta Malinowska, die Tagebücher veröffentlichte, die Malinowski während seines Aufenthaltes bei den Trobriandern geführt hatte.
Malinowski betrieb dort nicht nur reine Kulturforschung eines Volkes, sondern er begründete seine allgemeingültigen Theorien auf seiner Arbeit bei den Trobriandern. Dementsprechend gerieten die Ethnologen in eine Krise, als herauskam, dass Malinowski seine Forderungen gar nicht erfüllen konnte.
Darüber was durch die Tagebücher ans Tageslicht kam und über die Anwendung der teilnehmenden Beobachtung heute möchte ich im folgenden referieren.
II. Bronislaw Malinowski- eine Kurzbiographie
Bronislaw Kaspar Malinowski wird 1884 in Krakau geboren, dort besucht er die „John Sobieski“ Schule und später die Krakauer Universität, wo er seinen Dr.Phil. in Philosophie, Physik und Mathematik erhält. Als er wegen einer Erkrankung seine naturwissenschaftlichen Studien kurzfristig unterbrechen muß, nimmt er sich James Frazers „Golden Bough“ zum lesen vor. Diese Lektüre erweckt sein Interesse an der Ethnologie:
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Es wurde mir damals klar, dass die Anthropologie (...) eine große Wissenschaft ist, die ebenso starker Hingabe wert ist wie eines der ihr verwandten älteren und exakteren Studienfächer, und ich stellte mich in den Dienst der Frazerschen Anthropologie. 1
Dies ist der erste Bruch in Malinowskis Leben. Er verzichtet auf die bereits vorgezeichnete akademische Laufbahn in den Naturwissenschaften und fängt statt dessen 1908 in Leipzig das Völkerpsychologie Studium an. Er setzt seine Arbeit in England fort, wo er ab 1910 an der Londoner School of Economics arbeitet. 1913 gibt er eine Abhandlung über „The family among the australian Aborigines“ heraus. Seine ersten Feldforschungen betreibt Malinowski 1915-18 als er die Trobriander Insulaner von Neuguinea im südwestlichen Pazifik studiert. Es ist eher der Zufall, der ihn dorthin verschlägt. 1914 nimmt Malinowski das Angebot des britischen Ethnologen R.R. Marett an, mit ihm zu einer Konferenz nach Melbourne zu kommen. Durch den Ausbruch des I. Weltkriegs droht Malinowski, der dem Papier nach immer noch österreichischer Staatsbürger ist, die Internierung. Doch es gelingt ihm dank einiger Fürsprecher dieser zu entkommen. Die Heimreise darf er dennoch nicht antreten. Malinowski nutzt den Aufenthalt für ethnographische Untersuchungen in Britisch-Neuguinea (damals noch australisches Mandatsgebiet) und bekommt sogar die Genehmigung der Regierung. Den ersten Überblick über die Probleme der Feldforschung bekommt er auf Mailu, einer Insel im Süden Neuguineas. Nach sechs Monaten kehrt er nach Melbourne zurück um 1915 zu einer weiteren Reise nach Melanesien aufzubrechen. Auf der Suche nach einem geeigneten Ort für seine Forschungen, kommt Malinowski nach Kiriwana, welche die Hauptinsel des Trobriand Archipels ist. Dort verbringt er, mit kurzen Unterbrechungen, die nächsten drei Jahre.
III. Die Methode der teilnehmende Beobachtung
Die Feldforschung, bei der es dem Ethnologen darum geht vor Ort in die Kultur einer Ethnie einzudringen und diese zu erfassen, hat den Anspruch einen möglichst
1 (Magie, Wissenschaft und Religion:77) in K.-H. KOHL 1993:228
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wissenschaftlichen, unverfälschten Eindruck zu übermitteln. Dabei stellt sich immer die Frage der Objektivität, auf die es keine allgemeingültige Antwort zu geben scheint, sondern lediglich individuelle Lösungen. Damit ist gemeint, dass jeder Ethnologe für sich entscheidet wo die Grenzen von Objektivität sind und inwieweit sie überschritten werden können. Aus diesem Grunde scheint man schon immer darum bemüht gewesen zu sein eine allgemeingültige und anwendbare Methode zur Feldforschung zu finden, die eben diesen Ansprüchen gerecht wird.
Eine davon ist die Methode der teilnehmenden Beobachtung, die im engen Zusammenhang mit dem Namen Bronislaw Malinowski steht, dieser hat zwar nicht als erster diese Methode angewandt, vor ihm gab es Ethnologen, die sich damit beschäftigt oder in die Tat umgesetzt haben, aber Malinowski war es, der diese Methode ausgebaut und eingeführt hat. So könnte man sagen, dass beispielsweise Franz Boas Forschungen unter den Indianerstämmen der amerikanischen Nordwestküste, der deutsche Missionar Carl Strehlow oder die britischen Verwaltungsbeamten Spencer und Gillen unter den australischen Ureinwohnern als Pioniere der „stationären Feldforschung“ gelten. Es gab aber auch bereits professionelle Ethnographen deren bedeutende empirische Untersuchungen, denen von Malinowski bei den Trobriandern vorangegangen waren, so z. B. die von A.C. Haddon und W.H.R. Rivers organisierte Torres-Strait-Expedition von 1898/99, C.G. Selimans Studien auf Ceylon und im Sudan, sowie Radcliffe-Browns Forschungsaufenthalt auf den Andamanen 1904 bis 1906 2 .
Rivers war es auch, der die Forderung nach einer neuen Form der intensiven Forschungstätigkeit aussprach. Er war der Meinung, dass ein Ethnograph sich mindestens ein Jahr bei „seiner Ethnie“ aufhalten müsse und eine detaillierte Kenntnis der Sprache, der Sitten und der Lebensgewohnheiten der fremden Kultur erwerben solle. In seiner ersten Monographie über die Trobriand Inseln- „Die Argonauten des Westpazifik“ (1922) schreibt Malinowski:
Auf eben dieser Inselgruppe lebte ich etwa zwei Jahre im Verlauf dreier Expeditionen nach Neuguinea. Natürlich eignete ich mir in dieser Zeit eingehende Sprachkenntnisse an. Ich arbeitete völlig alleine und lebte den größten Teil meiner Zeit direkt in den Dörfern. Daher spielte sich der Alltag der Eingeborenen ständig vor meinen Augen ab(...). 3
2 (vgl. K.-H. KOHL1993, in MARSCHALL 1993)
3 (MALINOWSKI 1922=1979:16)
Arbeit zitieren:
Duska Vranjes, 2000, Die teilnehmende Beobachtung - Malinowskis Idee und ihre Umsetzung damals und heute, München, GRIN Verlag GmbH
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