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USA und Europa im Vergleich: Banken- vs. kapitalmarktdominierte Finanzsysteme

Seminararbeit, 2002, 12 Seiten
Autor: Matthias Heilmann
Fach: Wirtschaft - Volkswirtschaftslehre

Details

Veranstaltung: Europäische Kapitalmärkte im Wandel: Theorie und Empirie
Institution/Hochschule: Freie Universität Berlin (Wirtschaftspolitik)
Tags: Europa, Vergleich, Banken-, Finanzsysteme, Europäische, Kapitalmärkte, Wandel, Theorie, Empirie
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2002
Seiten: 12
Note: 2
Sprache: Deutsch

Archivnummer: V11494
ISBN (E-Book): 978-3-638-17641-5

Dateigröße: 180 KB


Textauszug (computergeneriert)

Freie Universität Berlin
Fachbereich Wirtschaftswissenschaft
Institut für Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsgeschichte

USA und Europa im Vergleich:
Banken- vs. kapitalmarktdominierte Finanzsysteme

Seminararbeit zur Veranstaltung
„Europäische Kapitalmärkte im Wandel: Theorie und Empirie“

Matthias Heilmann
4. November 2002

 

INHALT

1. Einleitung  2

2. Beispiele unterschiedlicher Finanzsysteme  2
2.1 Bankendominierte Systeme Europas am Beispiel Deutschland  3
2.2 Finanzmarktdominierte Systeme am Beispiel der USA  5

3. Wohlfahrts- und Allokationswirkungen der Systeme  6
3.1 Die Haushalte  6
3.2 Die Unternehmen  9

4. Zusammenfassung  10

5. Literaturverzeichnis  11

 

1. Einleitung

Die Untersuchung verschiedener Finanzsysteme, die sich im Laufe der Geschichte herausgebildet haben, ist seit dem Fall des Eisernen Vorhangs und der Öffnung osteuropäischer, ehemals sozialistischer Staaten verstärkt in den Vordergrund der wirtschafts- und politikwissenschaftlichen Forschung gerückt. Die Transformationsökonomien Osteuropas stehen vor der Entscheidung, welches Finanzsystem mitsamt seinen Ausprägungen und Rahmenbedingungen sie implementieren sollten. In dieser Arbeit sollen daher die beiden Extremfälle der Finanzsystemausprägungen – rein bankendominierte und rein kapitalmarktdominierte Systeme – an Hand zweier ausgewählter Länderbeispiele vorgestellt und hinsichtlich ihrer Allokations- und Wohlfahrtswirkungen untersucht werden. In der Realität finden sich in der Regel Mischsysteme aus beiden Extremen, denn es wird natürlich versucht, das Beste aus allen Möglichkeiten zu kombinieren und so ein überragendes System zu erschaffen.

Im folgenden Abschnitt werden zunächst ein bankendominiertes und ein kapitalmarktdominiertes Finanzsystem an den Beispielen der Länder Bundesrepublik Deutschland und Vereinigte Staaten von Amerika vorgestellt und dabei die wichtigsten Unterschiede und Gemeinsamkeiten herausgearbeitet.

Daran anschließend erfolgt dann eine Betrachtung der Allokations- und Wohlfahrtsprobleme der beiden Systeme. Im Vordergrund stehen dabei Informationsprobleme, die – in verschiedenen Formen – sowohl Haushalte als auch Unternehmen betreffen.

In der Zusammenfassung schließlich folgen weitere beachtenswerte Aspekte, die aus dem Systemvergleich resultieren, jedoch den Umfang dieser Arbeit sprengen würden.

2. Beispiele unterschiedlicher Finanzsysteme

In diesem Abschnitt werden die beiden grundsätzlich verschiedenen Ausprägungen der bankendominierten Finanzsysteme Kontinentaleuropas mit den finanzmarktdominierten Systemen des anglo-amerikanischen Kulturkreises verglichen. Stellvertretend für die beiden Systeme werden die Bundesrepublik Deutschland und die Vereinigten Staaten von Amerika herangezogen. Diese beiden Volkswirtschaften repräsentieren die Finanzsystemausprägungen verhältnismäßig extrem: während in Deutschland seit Jahrzehnten den Banken die überragende Rolle zukommt, spielen diese in den USA nur eine dem Kapitalmarkt untergeordnete Rolle.

2.1 Bankendominierte Systeme Europas am Beispiel Deutschland

Vor allem in Kontinentaleuropa hat sich im Laufe der Zeit ein Finanzsystem entwickelt, welches stark von Banken (und speziell in Deutschland den regionalen Sparkassen und zahlreichen Genossenschaftsbanken) dominiert wird – und daher in der Literatur häufig auch als „zentralisiertes“ System aufgeführt ist. Besonders in der Bundesrepublik Deutschland haben sich Banken als die wichtigsten Intermediäre sowohl für Geschäfts- als auch für Privatkunden etabliert.

Deutschland verfügt über eine sehr hohe Dichte an Bankniederlassungen, laut der „Bankenstatistik“ des Bundesverbandes deutscher Banken aus dem Jahr 2000 beträgt sie1.330 Einwohner je Filiale, ein im europäischen Vergleich sehr hoher Wert.1 Dieser Umstand ermöglicht es den Banken und Sparkassen, einen sehr engen Kontakt zu ihre Kunden aufzubauen, der für die Institute von großer Bedeutung ist: in Deutschland herrscht das sog. „Hausbankprinzip“ 2 vor. Dieses Prinzip besagt, dass die Kunden eines Kreditinstituts alle Geld oder Vermögen betreffenden Produkte und Dienstleistungen aus einer Hand erhalten sollen, vom täglichen Zahlungsverkehr über Anlage- und Vorsorgeprodukte bis hin zu Darlehen und Krediten sowie Versicherungsleistungen.

Dieses Universalbankprinzip weicht seit einigen Jahren spürbar auf.3 Seitdem durch gesetzgeberische Maßnahmen in den 1990er Jahren4 und die Börsengänge großer, ehemaliger Staatsunternehmen (Deutsche Telekom, Deutsche Post, Lufthansa usw.) immer mehr Bürger ihre Vermögens- und Vorsorgeaufwendungen in renditestarke Wertpapiere investieren, gewinnen Alternativen zu den Sparbüchern und Festgeldern der Banken stets an Bedeutung – und damit setzte auch eine „Flucht“ zahlreicher Privatinvestoren ein, die sich Direktbanken und –brokern und unabhängigen Vermögensberatern anvertrauten.

 

[....]


 

1 Der europäische Durchschnittswert beträgt 1.610 Einwohner je Filiale, die Spannweite reicht von 1.000 Einwohner/Filiale in Spanien bis hin zu über 4.000 Einwohner/Filiale in Griechenland.
2  In Fachzeitschriften wird häufig auch der Begriff „Universalbank“ verwendet.
3 Eine einführende Diskussion in die Problematik des deutschen Bankenwesens findet sich z.B. in Pfeiffer (2002).
4  Besonders die Finanzmarktförderungsgesetze seien hier erwähnt.


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