2
GLIEDERUNG Seite
1 Einleitung 3
2 Die Geschichte der Hauptschule
2.1 Das dreigliedrige Schulsystem in der Bundesrepublik,
die Einheitssschule in der DDR 4
2.2 Übergang von der Volksschule zur Hauptschule -
ein Reformversuch 5
2.3 Die Sekundarstufe I im Bundesvergleich nach 1960 7
3 Beschreibung der aktuellen Krisenphänomene 8
3.1 Entwicklung der Schülerzahlen 8
3.2 Typisierung des Hauptschülers 9
3.3 Schulorganisatorische und schulrechtliche Belange 10
3.4 Berufchancen und Bildungsanschluss 12
4 Akzeptanz der Hauptschule, Bedürfnisse und Erwartungen 12
5 Zusammenfassende Betrachtung zur Krise der Hauptschule
Perspektiven für die Zukunft 13
Literaturverzeichnis 16
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1 EINLEITUNG
Ist die Rede von der Hauptschule, schlagen die Emotionen meist hohe Wellen. Keine Schulform ist einerseits der Kritik so stark ausgesetzt und wird andererseits so überzeugt verteidigt wie die Hauptschule. Von der Restschule ist die Rede, die nur noch durch restriktive Übertrittsbestimmungen leidlich am Leben erhalten wird, von einer Schule, welche das Standesdenken des vegangenen Jahrhunderts stützt und seine Schüler/innen in eine Sackgasse führt, sie fernhält von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Führungspositionen. Aber auch die Argumente für den Erhalt der Hauptschule innerhalb des dreistufigen Schulsystems sind bekannt. Danach entspräche die Integration der Hauptschule in die Realschule zwanghafter „Gleichmacherei“, ebenso ginge die Möglichkeit einer stärker berufs- und praxisorientierten Bildung verloren. Hat diese Hauptschule ihre Bedeutung als die wichtigste Schule eingebüßt? Ist diese Schule, die in bedenklicher Nähe zur Sonderschule steht, der trotz Modernisierungsmaßnahmen die Schüler unaufhörlich davon laufen und die zunehmend zum Ausländerghetto wird (vgl. Rösner E. 1989) noch zu retten? Sollte sie verabschiedet werden, entweder durch die Auflösung des dreigliedrigen Schulsystems, einer flächendeckenden Einführung der Gesamtschule oder durch die Integration der Hauptschule in die Realschule, wie es bereits in Brandenburg der Fall ist? Oder ist die Hauptschule, trotz der bestehenden Probleme ein wichtiger Pfeiler unseres differenzierten Schulsystems, eine Chance für „Spätentwickler“, der richtige Schultyp für weniger begabte Kinder und sind Haupt-schulabsolventen nicht gar gefragt als Auszubildende und künftige Fachkräfte in Industrie und Wirtschaft? Welche Verbesserungsmaßnahmen wären notwendig, um die Hauptschule aufzuwerten?
Der Frage nach der Krise der Hauptschule, deren Ursachen und möglichen Perspektiven für die Zukunft soll in dieser Hausarbeit nachgegangen werden. Zur Klärung der Frage wurde Literatur verwendet, welche die Situation der Hauptschule aufzeichnet im historischen, gesellschaftlichen und pädagogischen Kontext, um anschließend zu einer interpretativen Bewertung der Krise und einer möglichen Perspektive zu kommen.
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2 Die Geschichte der Hauptschule
Der Name „Hauptschule“ geht auf das 1964 geschlossene „Hamburger Abkommen der Kultusministerkonferenzen (KMK)“ zurück und stammt ursprünglich aus dem österreichischen Raum, wo 1774 mit diesem Begriff die „Allgemeine Schulordnung“ eingeführt wurde. Dass diese Schulform niemals zu dem wurde, was der Name ausdrücken sollte, nämlich zur Schule für die Mehrzal der Schüler, ist unbestritten. Welche Idee dahinterstand und was daraus wurde, soll in den folgenden Kapiteln erläutert werden.
2.1 Das dreigliedrige Schulsystem in der Bundesrepublik, die Einheitsschule in der DDR
Nach dem Zusammenbruch der Nationalsozialistischen Herrschaft und dem Sieg der Alliierten Mächte über Deutschland lag der Aufbau des Schulwesens in Deutschland in der Verantwortung der Besatzungsmächte. Ihre
Reformbemühungen sahen eine gemeinsame vierjährige Grundschulzeit und eine gemeinsame vierjährige Sekundarstufe mit aufeinanderfolgenden Abschnitten vor. Mit diesem Konzept konnten sich die Besatzungsmächte auf dem Gebiet der späteren Bundesrepublik nicht durchsetzen. Sie unterlagen in ihren Bemühungen der deutschen Vertretern, die zur Mitarbeit herangezogen wurden (vgl. Lenhardt/ Stock 1997, S. 55). Zu stark verbunden fühlte man sich in Deutschland dem traditionell dreigliedrigen Schulsystem, manifestiert durch den Gedanken, ein Bauer benötigte ein andere Bildung als der Gewerbetreibende oder der Gelehrte. So blieb es nach 1945 bei der Volksschule mit 8 Pflichtschuljahren, die später aufgeteilt wurde in eine vierjährige gemeinsame Grundschulzeit (Westberlin 6 Jahre) und einer vierfährigen Volksschuloberstufe, die neben den beiden anderern Schulformen Gymnasium und Realschule stand. Anders verlief die Entwicklung in der DDR. Hier war die Reform Ausdruck der marxistisch-leninistischen Ideologie und führte zur Einführung einer Einheitsschule, die eine Differenzierung erst in den Jahrgangsstufen sieben und acht vorsah.
Arbeit zitieren:
Maria Weininger, 2000, Die Hauptschule in der Krise, München, GRIN Verlag GmbH
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