Stefanie Kowalczyk 2 27.07.2008
-Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Geschichte der depressiven Persönlichkeitsstörung
2.1 Modifizierung des Konzeptes von Schneider durch Akiskal
2.2 Der psychodynamische Ansatz 3 Persönlichkeitsstil und Persönlichkeitsstörung 3.1 Persönlichkeitsstil
3.2 Persönlichkeitsstörung
4 Verschiedene Konzepte und Ansichten der depressiven Persönlichkeitsstörung 4.1 Problem der frühen klinischen Konzepte
4.2 Tellenbachs Konzept des Typus Melancholicus
4.3 Typus Melancholicus: prämorbide Persönlichkeit oder Persönlichkeitsstörung?
4.4 Sichtweise P. Fiedlers: Persönlichkeitsstörung
4.5 Akiskals konstitutionsbedingte affektive Temperamente
4.5.1 Interpersonelle Merkmale von Menschen mit depressiver Temperamentausstattung 5 Diagnosesysteme
5.1 Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM)
5.2 International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems (ICD) 6 Entstehung und Aufrechterhaltung der depressiven Persönlichkeitsstörung 6.1 Sichtweise von Millon und Davis 7 Aufrechterhaltung der depressiven Persönlichkeit
8 Behandlung der depressiven Persönlichkeitsstörung
9 Studie: Zur Erfassung der depressiven Persönlichkeitsstörung 9.1 Messinstrumente
9.2 Ziel der Studie
9.3 Studiendesign
9.4 Beschreibung der Stichprobe
9.5 Erhebungsinstrumente
9.6 Statistische Analysen
9.7 Ergebnisse
9.7.1 Itemcharakteristika
9.7. 2 Interne Konsistenz
9.7. 3 Interraterreliabilität
9.7.4 Validität 10 Diskussion
11 Ausblick für zukünftige Forschungsarbeiten
Stefanie Kowalczyk 3 27.07.2008
1 Einleitung
Die vorliegende Arbeit beinhaltet die Betrachtung der depressiven Persönlichkeitsstörung. Es werden Punkte der Geschichte der depressiven Persönlichkeitsstörung aufgegriffen, um die lange Tradition dieses Konzeptes zu beschreiben. Weiterhin werden unterschiedliche Ansichten und Konzepte über die depressive Persönlichkeitsstörung vorgestellt. Gegenübergestellt wird auch der nicht-pathologische Persönlichkeitsstil der Persönlichkeitsstörung. Des weiteren wird auf die Klassifikation im DSM und im ICD eingegangen und es werden verschiedene theoretische Auffassungen bezogen auf die Entstehung und Aufrechterhaltung der depressiven Persönlichkeitsstörung beleuchtet.
Der letzte Abschnitt der Arbeit befasst sich darüber hinaus mit einer Studie von D. Victor aus dem Jahr 2006, in deren Mittelpunkt die Validisierung einer deutschen Version des diagnostischen Interviews für die depressive Persönlichkeit (DID) steht.
2 Geschichte der depressiven Persönlichkeitsstörung:
Eine Vielzahl von Autoren sehen den Beginn der langen Tradition des Konzeptes der depressiven Persönlichkeit bei Hippokrates und Aristoteles, die u.a. den schwarzgalligen, d.h. melancholischen Persönlichkeitstypus beschrieben haben. Von den Temperamtseigenschaften wurde angenommen, dass sie für schwere melancholische Episoden prädisponieren. Dieses wurde aber nicht vollständig als pathologisch angesehen.
Aretaeus war der erste, der die depressive Symptomatik nicht auf Körpersäfte zurückführte, sondern eine rein psychische Entstehung angenommen hat.
1909 tauchte die depressive Persönlichkeit bei Kraepelin wieder auf. Er sah in der depressiven Veranlagung einen andauernden schwermütigen emotionalen Stress bei allen Lebenserfahrungen. Kraepelin hielt diese Persönlichkeit für eine mildere, traid-artige Variante von pathologischen Stimmungsstörungen, die die Betroffenen für schwere depressive oder manische Phasen prädisponierte. Seiner Beschreibung nach sind die Personen stets schwermütig, freudlos, ängstlich, hauptsächlich depressiv, mutlos und verzweifelt. Weiterhin nahm er sie als ernsthaft, belastet, sich selbst Vorwürfe machend, sich selbst leugnend und mit mangelndem Selbstvertrauen war. Krapelin war der Meinung, dass das depressive Temperament vererbt ist, sich erstmals in der Adoleszenz oder zu Beginn des Erwachsenseins zeigt und ab da für das ganze Leben kennzeichnend bleibt.
1950 beschrieb Kurt Schneider den Persönlichkeitstyp der depressiven Persönlichkeit („depressive Psychopathen“) wie folgt:
• Schwermütig, pessimistisch oder zumindest skeptisch, sorgenvoll, pflicht-schuldig und voller Selbstzweifel, sich selbst abwertend.
Die Vergangenheit wird von Betroffenen als wertlos angesehen, die Zukunft dagegen als drohend. Schneider war der Meinung, dass die depressive Persönlichkeit Berührungspunkte mit normalen Persönlichkeitszügen und mit einer Persönlichkeitsstörung hat. Er war der Ansicht, dass die depressive Orientierung während des gesamten Lebens anhalten könnte und beschrieb den depressiven Charakter im Rahmen der Charakterentwicklung.
2.1 Modifizierung des Konzeptes von Schneider durch Akiskal
Akiskal teilte seine Kriterien in 7 Gruppen ein, wobei mindestens 5 Gruppen von Merkmalen auftreten sollten, damit die Diagnose der depressiven Persönlichkeitsstörung möglich ist: 1=ruhig introvertiert, passiv nicht bestimmend 2=düster pessimistisch, ernst, nicht fähig zu Spaß 3=selbstkritisch, selbst-vorwurfsvoll, selbstabwertend 4=skeptisch, kritisch gegenüber anderen, schwer zufriedenzustellen 5=gewissenhaft, verantwortungsvoll, selbstdisziplinierend 6=grüblerisch, Tendenz zum Sorgen
7=eingenommen durch negative Ereignisse, Gefühle der Unzulänglichkeit und persönliche Fehler 2.2 Der psychodynamische Ansatz
Die Betroffenen sind negativ, pessimistisch, übermäßig ernst in der Orientierung gegenüber Erfahrungen und Interaktionen mit anderen und der Welt. Dieser Interaktionsstil scheint in frühem Objektverlust oder Frustration zu liegen, wobei der Ärger gegenüber dem Objekt unterdrückt und gegen das Selbst gerichtet wird. Diese Annahme basiert auf Freuds Beschreibung der Melancholie. Das unter-
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drückte Muster der Frustration und Enttäuschung wird in vielen Situationen aktiviert, insbesondere in solchen, in denen ein Verlust oder eine Frustration stattfinden. 3 Persönlichkeitsstil und Persönlichkeitsstörung
3.1 Persönlichkeitsstil
Der Persönlichkeitsstil beinhaltet im Übergang zur Normalität eine passive Grundhaltung, ein gedämpftes Erleben positiver Anreize und eine eher beschauliche Lebenseinstellung. Es bestehen Übergänge zum gewissenhaft- sorgfältigen Persönlichkeitsstil(Typus Melancholicus) und es gibt Kriterienüberlappungen mit der negativistischen Persönlichkeit.
3.2 Persönlichkeitsstörung
Die Persönlichkeitsstörung ist gekennzeichnet durch häufige Niedergeschlagenheit, Gefühle der Wertlosigkeit und Unzulänglichkeit. Die Betroffenen leiden unter Schuldgefühlen und sind nur selten in der Lage, positive Emotionen zu empfinden, weshalb Selbstbeschuldigungen und ein sich selbst herabsetzendes Selbstbild vorhanden sein könnte.
4 Verschiedene Konzepte und Ansichten der depressiven Persönlichkeitsstörung
4.1 Problem der frühen klinischen Konzepte
Es bestand die Unsicherheit, ob es sich um primäre, störungsprädisponierende Persönlichkeitsmerkmale oder um sekundäre Begleit-und Folgeauffälligkeiten bzw. Persönlichkeitsänderungen durch monopolare oder bipolare affektive Störungen handelte.
Die Ausarbeitungen von Tellenbach (1961) und unabhängig davon, die von Dietrich(1961) stellten die konzeptuellen Voraussetzung bereit, um mögliche Persönlichkeitseigenarten bei Patienten mit unipolar depressiven Störungen empirisch zu untersuchen. Die Vorschläge haben sie aus persönlichen Befragungen der Patienten in symptomfreien Intervallen, aus Befragungen von Angehörigen(Tellenbach) und aus der Auswertung der Krankengeschichte(Dietrich) gewonnen. 4.2 Tellenbachs Konzept des Typus Melancholicus
Tellenbach schliesst mit seinem Konzept an die Meinung der Psychoanalyse an, die auf wiederholt zwanghafte Züge in der Charakterstruktur der Patienten hingewiesen hat. So stellt das Typus-Melancholicus-Konzept einen persönlichkeitsbedingten Charakterzug der„Festgelegtheit auf Ordentlichkeit“ in den Mittelpunkt.
Der Typus Melancholicus beinhaltet ein bestimmtes Muster von Persönlichkeitszügen innerhalb des nicht-pathologischen Rahmens. Nach Tellenbach handelt es sich dabei um einen prädisponierenden Faktor für das Entstehen einer endogenen Depression. Das Konzept des Typus-Melancholicus beinhaltet drei Unterpunkte:
•
Die Ordentlichkeit im Arbeitsleben
➔
➔ ➔ ➔
•
Die Ordentlichkeit in mitmenschlichen Bezügen
➔
➔ ➔ ➔ •
Die Gewissenhaftigkeit des melancholischen Typus
➔
➔ ➔ ➔ 4.3 Typus Melancholicus: prämorbide Persönlichkeit oder Persönlichkeitsstörung? Der Typus Melancholicus zeichnet sich außerhalb der depressiven Episode gerade nicht durch depres- sive Symptome aus, sondern durch folgende Eigenschaften:
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• ruhig, introvertiert, passiv, wenig durchsetzungsfähig, gewissenhaft, pflichtbewusst, selbstdizipliniert
In den Ausarbeitungen zur Typus-Melancholicus- Konzeption wird von Tellenbach bestritten, dass es sich bei den Persönlichkeitsvarianten um Persönlichkeitsstörungen handelt. Er beschreibt den Typus Melancholicus als eine Vereinseitigung der Persönlichkeitsentwicklung im Normalbereich. Aber diese Sichtweise unterscheidet sich nicht von jener, die auch für andere Persönlichkeitsstörungen vertreten wird. 4.4 Sichtweise P. Fiedlers: Persönlichkeitsstörung
„…und impliziert, dass es sich bei den (noch) nicht normalabweichenden Interaktionsmustern persönlichkeitsgestörter Menschen im Kern um Persönliche Kompetenzen handelt, die nur im Kontext bestim-mter zwischenmenschlicher und sozialer Erschwernisse, in denen sie als Kompetenzen versagen oder nicht mehr hinreichen, als „Sicherheitsoperationen“, „Selbstschutztendenzen“, „Abwehrstrategien“ usw. extremisieren ( Fiedler, Peter, Persönlichkeitsstörungen Auflage 2001/S. 36)
Insofern kann die Hypothese vertreten und untersucht werden, ob es sich bei der Depression nicht sehr wohl um das Ergebnis einer dekompensierten Persönlichkeitsvariante oder Persönlichkeitsstörung handelt.
4.5 Akiskals konstitutionsbedingte affektive Temperamente
Versuche von Akiskal, persönlichkeitsspezifische Risikomerkmale affektiver Störungen zu erfassen sowie sein Konzept, hatten starken Einfluss auf die gegenwärtige Diskussion um die Wiedereinführung einer depressiven Persönlichkeitsstörung. Für die Temperamentsentwicklung postuliert Akiskal genetischekonstitutionelle Faktoren, die unter lebenslangem Einfluss psychosozialer und interpersoneller Ausformungsbedingungen personspezifisch vereinseitigen können und somit zur Entstehung psychischer Störungen; insbesondere der affektiven Störung beitragen.
Von ihm wurden drei Temperamentsausprägungen vorgeschlagen, die er als Risikofaktoren für affektive Störungen betrachtet. Insbesondere bei der depressiven Temperamentvariante kann Akiskal auf empirische Untersuchungen zurückgreifen, die mit dem Ziel durchgeführt wurden, im Bereich der Persönlichkeitsstörungen im DSM und ICD erneut eine depressive Persönlichkeitsvariante hinzuzufügen. 4.5.1 Interpersonelle Merkmale von Menschen mit depressiver Temperamentsausstattung (a)düster, humorlos, keinerlei Freude; (b) vorrangig selbstverunsichernde und pessimistische Kognitionen und Grübeleien; (c) introvertiert, passiv und lethargisch; (d)benötigen gewohnheitsgemäß viel Schlaf(>9 Std.) oder leiden unter gelegentlichen Schlafstörungen; (e)fühlen sich häufig unpässlich, machen leicht Fehler und lassen sich leicht durch negative Erfahrungen irritieren; (f)skeptisch, überkritisch, anklagend: (g)selbstkritisch, selbstanklagend, werfen sich selbst schuldhaftes Versagen vor; (h)zuverlässig, abhängig und unterwürfig Akiskal vertritt die Auffassung, dass es sich bei der depressiven Temperamentsstörung um eine prä-morbide Persönlichkeitsvariante einer Untergruppe später monopolar depressiv Erkrankter handelt, die auf Grund von gravierenden, möglicherweise andauernden, psychosozialen Erschwernissen und Konflikten in Richtung Dysthymie und/oder bis hin zur monopolaren Depression umschlagen kann. Damit ist sie als besondere Risikobedingung für beide Störungsvarianten anzusehen.
5 Diagnosesysteme
5.1 Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM)
Im DSM -I und II war die depressive Persönlichkeit in die neurotische Depression integriert. Im DSM-III wurde die neurotische Depression aufgegeben und das Konzept der dysthymen Störungen eingeführt. Die dysthyme Störung wurde auf der Achse I des Klassifikationssystems angeordnet, wobei die neue Platzierung der chronischen Depression von Achse II zu Achse I umstritten war und ist. Die depressive Persönlichkeitsstörung selbst war im DSM-III und im DSM-III-R nicht enthalten, sondern die entsprech ende Symptomatik war in der Kategorie der dysthymen Störungen enthalten. Aufgrund der zunehmenden Beobachtung, dass manche Achse-I- und Achse-II Störungen biogenetisch miteinander verbunden sein könnten, kam die Frage auf, ob die depressive Persönlichkeitsstörung eine trait-artige Temperaments-variante der Achse-I Stimmungsstörungen sein könnte.
Im DSM-IV wurde das Konzept der depressiven Persönlichkeitsstörung zur Untersuchung in den Forschungsanhang aufgenommen. Als Kernproblem werden bei der depressiven Persönlichkeitsstörung sehr negative und pessimistische Gedanken des Betreffenden über sich selbst und andere angenommen. Es wurden sieben Kriterien zusammengestellt, von denen mindestens fünf für eine Diagnose gemäß DSM-
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IV erfüllt sein sollten. Der Beginn liegt im frühen Erwachsenenalter und die Störung manifestiert sich in den verschiedensten Lebensbereichen.
(1) die Stimmungslage lässt sich als überwiegend niedergeschlagen, düster, traurig, freudlos und unglücklich charakterisieren; (2) das Selbstkonzept beinhaltet im Kern grundlegende Annahmen über die eigene Unzulänglichkeit, Wertlosigkeit und eine geringe Selbstwertschätzung; (3) die betreffende Person ist selbstkritisch, selbstabwertend bis selbstbestrafend; (4) sie neigt zu pessimistischen Grübeleien und sorgenvollen Gedanken; (5) sie verhält sich anderen gegenüber negativistisch, kritisch und abwertend; (6) sie ist pessimistisch; (7) sie neigt zu Schamgefühlen und Reumütigkeit.
Diese Merkmale dürfen nicht ausschließlich während einer Episode einer Major Depression beobachtbar sein und die Störung sollte nicht besser als dysthyme Störung zu charakterisieren sein. Weitere Kriterien werden diskutiert und sind für Forschungsarbeiten beachtenswert:
(a) Die Betroffenen erscheinen überwiegend ruhig, introvertiert, passiv und wenig selbstsicher; (b) Sie sind gewissenhaft, pflichtbewusst und selbstdiszipliniert; (c)Die Betroffenen können ihre negativistischen Einstellungen schwer ausdrücken und behalten sie oft für sich.
5.2 International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems (ICD) In der Internationalen Klassifikation Psychischer Störungen der Weltgesundheitsorganisation wurde beim Wechsel von der ICD-9 zur ICD-10 die depressive Persönlichkeitsstörung und die Dysthymia kombiniert. In der ICD-9 war die neurotische Depression die Kategorie, in die die Symptomatik der depressiven Persönlichkeitsstörung fiel. In der ICD-10 ist es die Dysthymia, d. h. im Gegensatz zum DSM-IV wird die Symptomatik der depressiven Persönlichkeitsstörung in der ICD-10 bei den affektiven Störungen eingeordnet und nicht bei den Persönlichkeitsstörungen.
6 Entstehung und Aufrechterhaltung der depressiven Persönlichkeitsstörung
Verschiedene theoretische Richtungen haben ähnliche Vorstellungen davon, wie die depressive Persönlichkeitsstörung entstehen könnte. Der angenommene Mechanismus besteht aus einem interpersonalen, bedeutsamen Verlust in einem frühen Alter („Objektverlust“). 6.1 Sichtweise von Millon und Davis
Millon und Davis (1996) nehmen an, dass in einer frühen Entwicklungsphase der Betroffenen von den Beziehungspersonen keine eindeutigen Zeichen von Wärme und Annehmen bekam, was beim Kind zu Gefühlen der Unsicherheit, emotionaler Distanz und Isolation geführt haben könnte. Kinder mit solchen Erfahrungen wachsen mit Zweifeln auf, ob sie anderen gefallen. Sie erwarten Desinteresse und Abwertung von ihren Altersgenossen. Da sie bei ihren Eltern keine Akzeptanz und Stärkung erwarten, wenden sie sich nach innen. Es entsteht ein Bild von sich selbst als wertlos, unbedeutend, nicht erfolgreich und unfähig in allen Bereichen
7 Aufrechterhaltung der depressiven Persönlichkeit
Alsaker (2000) schließt aus Studienbefunden zur Entwicklung einer depressiven Orientierung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, dass Teufelskreise der Selbstbewertung dabei eine wichtige Rolle spielen: Ablehnung, Ignorierung oder ungerechte Behandlung führen zu negativ verzerrten Selbstwahrnehmungen, d.h. zu Gefühlen der Inkompetenz, Wertlosigkeit und des Nicht-Existierens. Die erfahrene Zurückweisung wird vom Betroffenen internal und stabil attribuiert (Alsaker, 2000). Die negativen Attributionen führen zum Rückzug, um sich vor negativen Bewertungen oder Verhaltensweisen anderer zu schützen. Damit fehlen aber positive Rückmeldungen (Verstärker) aus der Umgebung, was die negativen Selbstbewertungen weiter verstärkt. Dies fördert weiter das Rückzugsverhalten. Eine spontane Veränderung des Verhaltens ist unwahrscheinlich, dazu ist therapeutische Hilfe notwendig. Das Rückzugsverhalten, das eine Folge depressiver Stimmung ist, führt also durch eine negative Rückkopplungsschleife zur Aufrechterhaltung der depressiven Stimmung.
8 Behandlung der depressiven Persönlichkeitsstörung
Es ist ungeklärt, ob die depressive Persönlichkeitsstörung auf Medikation oder Psychotherapie an-spricht. Millon und Davis (1996) halten eine psychopharmakologische Behandlung für den Therapieeinstieg für sinnvoll. So könnten sich die Betroffenen kräftiger fühlen mit ersten Anflügen von Optimismus. In der Psychotherapie sollte an Kognitionen und Verhaltensweisen gearbeitet werden, die zum depressiven Muster beitragen. Im Training sozialer Kompetenz können Patienten lernen, selbstsicherer und ge- winnender aufzutreten. Ziel ist es, Selbstwirksamkeit und Selbstwert zu erhöhen.
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Fiedler (1997) findet, dass keine unstrukturierte Behandlung begonnen werden sollte, solange sich die Person mit depressiver Persönlichkeitsstörung stark belastet fühlt. Als Orientierungshilfe sieht Fiedler detailliert ausgearbeitete Behandlungsverfahren für Depression an, z.B. verhaltens-therapeutische, psycho-analytisch orientierte Kurzzeit-Therapie, psychodynamische interpersonelle Therapie. Gemäß Fiedler (2001) besteht beim depressiven Persönlichkeitsstil die Notwendigkeit, die Negativ-Stimmung aktiv zu kompensieren, um eine Depression oder eine depressive Persönlichkeitsstörung zu verhindern. Es wird angenommen, dass eine gewissenhafte und pflichtbewusste Tätigkeit depressionshemmend wirkt (vgl. Konzept des Typus Melancholicus).
9 Studie: Zur Erfassung der depressiven Persönlichkeitsstörung
Bisher wurden in der Forschung Konzepte und Forschungsergebnisse verschiedener Autoren (u.a. Schneider (1950); Tellenbach(1961); von Zerssen(1991); Akiskal(1992)) für die Festlegung der Kriterien zur Diagnose der depressiven Persönlichkeitsstörung berücksichtigt. Wegen langer Tradition und aufgrund unklarer Übergänge zu den klinisch bedeutsamen affektiven Störungen, ist nach Fiedler (2001) die Wiedereinführung der depressiven Persönlichkeitsstörung gerechtfertigt. Um in diesem Zusammenhang Fragen bezogen auf die Abgrenzung zwischen der depressiven Persönlichkeitsstörung und der Dysthymie sowie die Bedeutung der depressiven Persönlichkeitsstörung im Rahmen der Spektrum-Hypothese depressiver Störungen zu untersuchen. Um herauszufinden, inwieweit sie zur Aufklärung der Problematik chronisch depressiver Zustände beiträgt, sind reliable und valide Messinstrumente nötig. Zur Findung solcher Messinstrumente soll die vorgestellte Studie von Daniela Victor aus dem Jahr 2006 dienen.
9.1 Messinstrumente
Zur Zeit liegen folgende drei Messinstrumente zur Erfassung der depressiven Persönlichkeitsstörung vor:
• Diagnostisches Interview für die Depressive Persönlichkeit(DID)(Original von Gunderson, Phillips, Triebwasser&Hirschfeld, 1994)
• Strukturiertes Klinisches Interview für DSM-IV, AchseII(SKID-II, Skala für die depressive Persönlichkeitsstörung) (Fydrich, Renneberg, Schmitz & Wittchen, 1997)
• Depressive Persönlichkeitsstörungs-Inventar(DPSI) (Huprich, Bartelemy, Margrett & Fine,1996) 9.2 Ziel der Studie
Ziel der Untersuchung war die psychometrische Evaluation der deutschen Version des „ Diagnostischen Interviews für die Depressive Persönlichkeit“(DID). Dafür wurde das „Strukturierte Klinische Interview für DSM-IV, Achse II“ (SKID-II) zusätzlich auf dessen Reliabilität hin überprüft und bezogen auf Validitätsaspekte mit dem DID verglichen.
Weiterhin wurden die Beziehungen zwischen der depressiven und anderen Persönlichkeitsstörungen des DSM-IV zur Validitätsanalyse untersucht. 9.3 Studiendesign
Es handelt sich um eine Querschnittstudie, bei der das SKID-II sowie das DID jeweils von einem Interviewer durchgeführt und zusätzlich auf Tonband aufgenommen wurde. Ein zweiten Rater hat das Ton-band abgehört und eingeschätzt. Wichtig war, dass der zweite Rater unwissend über die Achse-I und Achse-II- Diagnosen des interviewten Patienten war.
Ferner wurden vier Items des DID durch, im Interview gemachte Beobachtungen, eingeschätzt. Deshalb könnte es bei diesen Items, zu einer geringeren Übereinstimmung zwischen den Ratern kommen, da der zweite Rater für seine Einschätzung nur die Tonbandaufnahme zur Verfügung hatte. 9.4 Beschreibung der Stichprobe
Zusammengesetzt aus zwei Einzelstichproben von 60 und 36 Patienten, umfasst die Gesamtstichprobe 96 stationär behandelte Patienten mit einer Major Depression nach DSM-IV. Die Gesamtstichprobe beinhaltete 60% Frauen sowie 40% Männer. Das Alter der Patienten betrug im Mittel 45 Jahre (Standardabweichung 14 Jahre).
Die 36 Patienten der Teilstichprobe waren im Mittel 44 Jahre alt(Standardabweichung 15 Jahre) und bestanden aus 56% Frauen und 44% Männern. Diese Teilstichprobe wurde zur Bestimmung der Interraterreliabilität der beiden Interviews durch den Vergleich der Interviewergebnisse der zwei Rater verwendet.
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Die zweite Teilstichprobe, bestehend aus 60 Patienten, setzte sich aus 63% Frauen und 37% Männern zusammen, bei denen das mittlere Alter 46 Jahre(Standardabweichung 14 Jahre) betrug. 9.5 Erhebungsinstrumente
Zur Überprüfung der psychiatrischen Diagnose wurde das „Strukturierte Klinische Interview für DSM-IV, Achse I“ (SKID-I) (Wittchen, Wunderlich Gruschwitz & Zaudig, 1997) verwendet. Die klinische Symptomatik wurde mittels des „Beck-Depressionsinventar“ (BDI) (Beck, Ward, Mendelson, Mock & Erbaugh, 1961; Hautzinger, Bailer, Worall & Keller, 1992) erfasst. Zur Erfassung der depressiven Persönlichkeitsstörung diente einerseits das „Strukturierte Klinische Interview für DSM-IV, Achse II“ (SKID-II) (Fydrich et al., 1997) und andererseits das „Diagnostische Interview für die Depressive Persönlichkeit“ (DID) ( Gunderson et al.,1994).
Das Diagostische Interview für die Depressive Persönlichkeit(DID) wurde 1994 von Gunderson et al. als strukturiertes Interview zur mehrdimensionalen Diagnostik der depressiven Persönlichkeitsstörung entwickelt.
Vier Dimensionen werden mit Hilfe des DID erhoben:
• Negativistisch, Introvertiert, Passiv, Selbstverleugnend.
Es setzt sich aus 30 klinisch zu beurteilenden Persönlichkeitsitems zusammen, die sich über die vier Dimensionen verteilen. Die verwendete Skala ist dreifach gestuft, wobei 0 bedeutet, dass der Wesenszug nicht vorhanden ist, 2 bedeutet, dass der Wesenszug vorhanden ist. Der zu erreichende Gesamtwert erstreckt sich von 0 bis 60 Punkten. Für das Vorliegend einer depressiven Persönlichkeitsstörung wurde von Gunderson et al. ein Cut-off von 42 Punkten vorgeschlagen. Für die ameri-kanische Originalversion, die von der Forschungsgruppe ins deutsche übersetzt und von den Autoren des Originals autorisiert wurde, konnten folgende Werte ermittelt werden:
• Interrater-Reliabilität bei Intraklassenkorrelation: Test-Retest-Reliabilität bei Intraklassenkorrelation: 0.69(Cronbachs α) •
Zugleich wurde die depressive Persönlichkeitsstörung mit dem Strukturierten Klinischen Interview für DSM-IV, Achse II (SKID-II) (Fydrich et al., 1997) erhoben. Für die Diagnose wurde überprüft, wieviele der sieben Kriterien vorliegen. Zur Diagnose der depressiven Persönlichkeitsstörung nach SKID-II müssen mindestens fünf der Kriterien erfüllt sein. Zusätzlich wurden mit dem SKID-II die übrigen Persönlichkeitsstörungen des DSM-IV erhoben.
9.6 Statistische Analysen
Alle Auswertung in der Studie wurden mit dem Statistik-Programmpaket SAS (SAS-Institute, 1989-1996 ) durchgeführt. Dabei wurde zur Berechnung der Interraterreliabilität für kategoriale Überein-stimmung Ҡ -Werte für dimensionale Intraklassenkorrelationswerte (ICC) berechnet. Cronbachs α wurde zur Berechnung der internen Konsistenz verwendet, wobei die Auswertung auf zufällig gewäh-lte Daten von einem der zwei Rater basierte. Die Durchführung einer Faktorenanalyse diente dazu, die Beziehungen der depressiven Persönlichkeitsstörung zu den übrigen Persönlichkeitsstörungen zu untersuchen. 9.7 Ergebnisse
9.7.1 Itemcharakteristika
Die mittlere Trennschärfe für den Gesamtwerte des DID betrug 0.48. Im einzelnen lag sie bei den vier Skalen zwischen 0.41 und 0.53. Die mittlere Itemschwierigkeit des Gesamtwertes des DID lag bei 0.44, Für die Skalen lag sie zwischen 0.38 und 0.54. 9.7.2 Interne Konsistenz
Für die vier Dimensionen des DID lagen die Werte für Cronbachs α zwischen 0.53 und 0.84. Betrachtet man den Gesamtwert der internen Konsistenz für das DID-Interview, so lag Cronbachs α bei 0.91. Im Gegensatz dazu ergab sich eine etwas geringere interne Konsistenz für die depressive Persönlichkeitsstörung nach SKID-II. Diese lag bei Cronbachs α 0.75. 9.7.3 Interraterreliabilität
Die Teilstichprobe von 36 Patienten diente zur Untersuchung der Interraterreliabilität. Bei zwei Ratern
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lag das Ergebnis für den Gesamtwert des DID bei 0.91. Berechnet wurde sie als Intraklassenkorrelation, d.h. zur dimensionalen Auswertung des Interviews. Bei der kategorialen Auswertung mit einem Cut-off von 42 lag die Übereinstimmung, ob eine Persönlichkeitsstörung vorliegt oder nicht, bei einem κ-Wert von 0.77. Bei Überprüfung auf Übereinstimmung der einzelnen Kriterien des DID lagen die Werte zwischen 0.35 und 0.83.
In Form einer Intraklassenkorrelation bei dimensionaler Auswertung fand sich für den Gesamtwert beim SKID-II eine Interraterreliabilität von 0.73. Bei kategorialer Auswertung lag die Übereinstimmung, ob eine depressive Persönlichkeitsstörung vorliegt oder nicht, bei einem κ-Wert von 0.71. Für die Übereinstimmung der sieben Kriterien der Skala des SKID-II lagen die κ-Werte zwischen 0.46 und 0.92. 9.7.4 Validität
Zur Bestimmung eines optimalen Cut-offs wurden verschiedene Werte zwischen 38 und 45 für das Vorliegen der depressiven Persönlichkeitsstörung mit dem DID analysiert. Für keinen Cut-off fand sich eine ideale Übereinstimmung mit dem SKID-II.
Bei einem Cut-off von 38 im DID waren die Diagnosehäufigkeiten, die durch beide Interviews erhalten wurden, am ähnlichsten. Somit hatten im DID 13 Patienten die Diagnose, wobei die Korrelation der Diagnosehäufigkeiten 0.78 betrug. In allen Fällen lag die Irrtumswahrscheinlichkeit unter p < .001. Zwischen den Gesamtwerten des DID und des SKID-II und dem Beck Depressions-Inventar (BDI) wurden, zwecks Validitätsanalyse, die Interkorrelationen berechnet. Dabei zeigte sich eine hohe Interkorrelation von 0.89 zwischen den Instrumenten zur depressiven Persönlichkeit. Dagegen ergaben sich niedrigere Korrelationen beider Interviews zum BDI(0.31 und 0.40).
Der Vergleich der Korrelationskoeffizienten der vier DID-Skalen ergab, dass die Dimension „Negativistisch“, im Gegensatz zu den 3 weiteren Skalen, hoch mit der Skala für die depressive Persönlichkeitsstörung des SKID-II korreliert.
An der Teilstichprobe mit 60 Patienten wurde eine Faktorenanalyse zur Untersuchung der Beziehung zwischen der depressiven und anderen Persönlichkeitsstörungen durchgeführt. Annehmbar war eine Drei-Faktoren-Lösung mit einer Varianzaufklärung von 63% sowie ein Zwei-Faktoren-Modell mit 46 %. Demnach beinhaltet die Drei-Faktoren-Lösung folgende Persönlichkeitsstörungen: Faktor 1 umfasst die depressive, die selbstunsichere, die dependente, die zwanghafte, die paranoide und die schizoide Persönlichkeitsstörung. Im Faktor 2 waren die negativistische, die antisoziale sowie die Borderline-Persönlichkeitsstörung. Weiterhin beinhaltete der mögliche dritte Faktor die schizotypische, die histrionische und die narzisstische Persönlichkeitsstörung.
10 Diskussion
Bezugnehmend auf die erhaltenen Ergebnisse hinsichtlich der Itemkennwerte, der Reliabilität und der Intraklassenkorrelation der DID-Subskalen berichten Gunderson et al. (1994) ähnliche Werte für die Originalversion des DID.
Hinsichtlich der Validierung des DID mit Hilfe des SKID-II fand sich eine höhere Korrelation zwischen beiden Interviews für die depressive Persönlichkeitsstörung, als beider mit dem BDI. Dies bedeutet, dass beide Interviews etwas Ähnlicheres erfassen; die depressive Persönlichkeitsstörung, als das BDI, das Depressionen misst.
Das Korrelationsmuster des DID sowie das seiner Subskalen in Bezug zum SKID-II spricht dafür, dass das SKID-II in erster Linie die Dimension „Negativistisch“ des DID abbildet. Betrachtet man die anderen drei Skalen des DID, so bestehen dort weniger Überlappungen zum SKID-II. Um das DID weiter zu validieren, wurde die depressive Persönlichkeitsstörung in Beziehung zu den übrigen Persönlichkeitsstörungen untersucht. Demnach konnte die Hypothese empirisch gestützt werden, dass sich die depressive Persönlichkeitsstörung eher zu den Persönlichkeitsstörungen des Clusters C des DSM-IV zuordnen lässt (vgl. von Zerssen, 2002). Weiterhin scheint sie dem Cluster B relativ nah zu stehen (Fiedler, 2001).
Einschränkend zu den Ergebnissen ist zu sagen, dass die Stichprobe nur aus stationär behandelten Patienten mit Major Depression bestand. Sie können daher nicht verallgemeinert werden. Insgesamt betrachtet, zeigen die Ergebnisse, dass mit dem DID, neben dem SKID-II, ein weiteres Instrument zur Erfassung der depressiven Persönlichkeitsstörung vorliegt. Gemäß der Studienbefunde zeichnet sich das DID durch gute Reliabilität und Validität aus. Im Unterschied zum SKID-II verfügt es über eine längere Interview-Dauer und eine mehrdimensionale Erfassung des Konzeptes. Das bedeutet, dass die Interviews nach Zweck und Fragestellung der Untersuchung gewählt werden können.
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11 Ausblick für zukünftige Forschungsarbeiten
Die zukünftige Forschung sollte sich damit befassen, eine Möglchkeit zu finden, damit das Konzept der depressiven Persönlichkeitsstörung von anderen verwandten Konzepten, wie dem Typus Melancholicus , der Dysthymie und anderen subsyndromalen Depressionsformen abgegrenzt werden kann.
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Literaturverzeichnis
Fiedler, P. (1995). Persönlichkeitsstörungen (S.329-347). Weinheim: Beltz. Fiedler, P. (2000). Integrative Psychotherapie bei Persönlichkeitsstörungen (S.22- 54). Göttingen: Hogrefe.
Fiedler, P. (2006). Persönlichkeitsstörungen. In: Wittchen & Hoyer (Hrsg.). Klinische Psychologie & Psychotherapie (S. 927 - 945)
Victor, D. (2004). Persönlichkeit und Persönlichkeitsstörungen und der Verlauf depressiver Erkrankungen. Inauguraldissertation. Fakultät für Verhaltens- und Empirische Kulturwissenschaften der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Victor, D. Et al. (2006). Zur Erfassung der depressiven Persönlichkeitsstörung. Zeitschrift für Psychatrie, Psychologie und Psychotherapie, 54 (3), 199 - 207.
I
Arbeit zitieren:
Stefanie Kowalczyk, 2008, Depressive Persönlichkeitsstörung, München, GRIN Verlag GmbH
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Die Borderline-Persönlichkeitsstörung im Kindes- und Jugendalter
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