Machiavelli - revisited
Il Principe
GLIEDERUNG
Seite
1. Einleitung 3
2. Geschichtlicher Hintergrund 4
3. Menschenbild Machiavellis 5
4. Herrschaftsbild Machiavellis 6
5. Politische Kommunikation als Marketing 8
Literaturnachweis 12
2
1. EINLEITUNG
Il Principe ist ein Werk das über die Jahrhunderte breite Wirkungsgeschichte erfuhr - oft aber missverstanden und fehlinterpretiert. Machiavellis Anleitung und Forderungen erlangte in Italien selbst erst im 19. Jahrhundert mit der nationalen Einigungsbewegung, das Risorgimento, seine Würdigung. Später im 20. Jahrhundert übernehmen die italienischen Faschisten die nationalistisch gewendeten Forderungen nach einem gefestigten Machtsstaat für sich in Anspruch, und auch im 21.Jahrhundert gibt es genügend Bücher mit dem Titel: „Machiavelli für Manager“. Machiavellis Il Principe scheint allumfassend anwendbar - auf alles und jeden!
Aber ist nun Machiavellis Il Principe wirklich zeitlose Gültigkeit zuzubilligen oder hat das Werk nur eine begrenzte Legitimität, beziehend auf die besondere Krisensituation Italiens am Anfang des 16. Jahrhunderts?
Il Principe ist ein Buch für „Eure Hoheit“, obwohl dieser, laut Machiavelli, eigentlich nicht würdig genug dafür ist, gibt er Fürsten eine Anleitung, um entsprechende Größe, durch die speziellen Techniken des Machterwerbs und Erhalts, zu erlangen. Das Ziel Machiavellis mit diesem Buch war zum einen ein politisches, gründend auf den damaligen Verhältnisse in Italien und Florenz und zwar die Selbsterhaltung des Staates zu ermöglichen. Seine Gründe und Absichten des Schreibens von „Il Principe“ sind daneben aber auch persönliche 1 , vordergründig die Hoffnung auf das Finden eines Retters für sein zerrissenes italienisches Vaterland, gewesen. Er zeigt sich als Nationalist, scharfsinniger Analytiker und beeindruckt durch einen illusionslosen Wirklichkeitssinn. Der Aufbau des „Il Principe“ lässt sich in vier Haupteile untergliedern. In den ersten Kapiteln nimmt Machiavelli eine Klassifikation der verschiedenen Arten der Fürstenherrschaft und deren Erwerbsmöglichkeiten vor; in den nächsten analysiert er kritisch die im damaligen Heerwesen angewandten Organisations- und Rekrutierungsformen, um dann weiters in einem Teil aus mehreren Kapiteln bestehend, amoralische Methoden im Dienst politischer Krisenbewältigung zu erörtern. Im letzten großen Hauptteil gibt er Ratschläge wie man die Gunst der Umstände nutzen sollte und wie man Ansehen bei den Untertanen gewinnen kann.
1 vgl.: Braun/ Heine/Opolka 1996: 92 / 93
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2. GESCHICHTLICHER HINTERGRUND 2
Mitte des 15. Jahrhunderts verändern mehrere Ereignisse das Denken sowie die soziale Realität der Menschen nachhaltig. Das unübertreffliche Leiden und die negative Grundhaltung der Menschen des Mittelalters sollte ein Ende haben. Durch die Erfindung des Buchdrucks wird der Transport von Ideen in einer Geschwindigkeit und Weise ermöglicht, der die Herrschenden kaum Herr werden. Erfindungen wie die der Taschenuhr und des Globus vermögen auch die mathematischen, biologischen und medizinischen Forschungen voranzutreiben und eine rationale Denkweise zu fördern. Des weiteren revolutionieren die verbesserten Navigationsgeräte und Waffen die Kriegsführung und mit den Entdeckungen anderer Kontinente verlagert sich nicht nur die Macht aus Zentraleuropa in die peripheren Länder, sondern auch das hereinströmende Gold führte zu einer Akkumulation der Vermögen. 3
Durch all diese Einflüsse beginnt sich auch ein neues Verständnis von Staat und Politik herauszubilden. „Die mittelalterliche Idee der Monarchie, die für die christliche Tugend ihrer Glieder zu sorgen hat, weil sie irdischer Widerschein der himmlischen Monarchie ist, verblasst in dem Maße, wie das Christentum seine allein verbindliche moralische Macht einbüßt.“ 4
Politik versteht man instrumentalistisch - stützt sich der moderne Staat doch auf ein bezahltes Beamtentum und Steuern als Einnahmequelle. Nicht mehr das gute und tugendhafte Leben der Bürger ist das Ziel des Staates, sondern die Sicherung der materiellen Wohlfahrt seiner Bürger.
Die Renaissance knüpft dabei bewusst an die Antike an und entfaltet eine weltbejahende Lebenshaltung und eine diesseitsorientierte Kultur.
Einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung dieser neuen politischen Anschauungen hat auch Machiavelli geleistet. Mit seinem theoretischen Werk beginnt das politische Denken der Neuzeit in Form der Krisenwissenschaft. Er schreibt nicht mehr über einem im Sinne antiker und christlicher Tugenden idealen Herrscher, sondern beschäftigt sich, erfahrend aus der Praxis der Politik, mit realhistorischen Möglichkeiten der Rettung Italiens aus Korruption, Zersplitterung und Fremdherrschaft. Herrschaft versteht sich für ihn nicht mehr als
2 vgl.: Münkler 1995:10 ff siehe auch Braun/Heine/Opolka 1996: 89 f
3 vgl.: Braun/Heine/Opolka 1996: 89 ff
4 Braun/Heine/Opolka 1996: 91
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Arbeit zitieren:
Christine Frenkenberger, 2001, Machiavelli: Il Principe: politische Kommunikation als Marketing, München, GRIN Verlag GmbH
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