Gliederung
1. Chronologie der Planung und Realisierung des Mahnmals für die ermordeten Juden
Europas 3
2. Die Entscheidung für einen Ort der Information 4
3. Die Ausstellungsdesignerin Dagmar von Wilcken 5
3.1. Tabellarische Kurzbiografie 5
3.2. Dagmar von Wilckens Referenzprojekt Juden in Berlin 1938 1945 5
4. Der Ort der Information 6
4.1. Die konzeptionelle Grundidee 6
4.2. Die Einbindung in den Mahnmal-Entwurf des Architekten Peter Eisenman 8
5. Die Räume des Ortes der Information 9
5.1. Der Grundriss 9
5.2. Allgemeine Informationen 9
5.3. Strukturelle und organisatorische Gesamtübersicht 9
5.4. Die Foyers 10
5.5. Der Raum der Stille (Raum 1) 11
5.6. Der Raum der Schicksale (Raum 2) 12
5.7. Der Raum der Namen (Raum 3) 13
5.8. Der Raum der Orte (Raum 4) 13
6. Didaktischer Kommentar 14
7. Fazit 17
Literaturverzeichnis 18
1. Chronologie der Planung und Realisierung des„Mahnmals für die
ermordeten Juden Europas“
1989
Die Publizistin Lea Rosh und der Historiker Eberhard Jäckel veröffentlichen den ersten Aufruf der Bürgerinitiative "Perspektive Berlin" für die Errichtung eines Denkmals für die ermordeten Juden.
1990
Der aus der Bürgerinitiative hervorgegangene "Förderkreis" schlägt einen Standort in den ehemaligen Ministergärten vor.
1992
Die CDU/CSU-FDP-geführte Bundesregierung erklärt sich bereit, einen Teil der Ministergärten zur Verfügung zu stellen.
1995
528 Arbeiten nehmen am Wettbewerb für das Denkmal teil. Zwei erste Preise gehen an Simon Ungers und an Christine Jackob-Marks, Hella Rolfes, Hans Scheib und Reinhard Stangl. Deren Entwurf zu realisieren, wie die Auslober empfehlen, scheitert am Widerstand von Bundeskanzler Helmut Kohl.
1997
Nach einem dreistufigem Colloquium werden die Ministergärten als Ort bestätigt und 25 Architekten und Bildhauer zu einem neuen Wettbewerb eingeladen. Im November empfiehlt die Findungskommission die Entwürfe von Peter Eisenman/Richard Serra und Gesine Weinmiller. Die Auslober ergänzen dies durch die Vorschläge von Jochen Gerz und Daniel Libeskind.
1998
Auf Anregung von Bundeskanzler Kohl wird der Entwurf von Eisenman/Serra überarbeitet. Serra zieht sich zurück. Die neugewählte Bundesregierung aus SPD und Grünen vereinbart im Herbst, die Entscheidung über das Denkmal vom Bundestag fällen zu lassen.
1999
Nach mehreren Anhörungen beschließt der Bundestag am 25. Juni, Eisenmans Entwurf, erweitert um einen "Ort der Information" über die Opfer und die Stätten des Gedenkens, in den Ministergärten zu errichten.
2000
Am 27. Januar wird symbolisch mit dem Bau begonnen. Gründung der "Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas". Im November bewillig der Bundestag 27,6 Millionen Euro für Bauten und Erstausstattung.
2001
Die Ausstellungsmacherin Dagmar von Wilcken erhält den Auftrag für das Gestaltungskonzepts.
2003
Baubeginn. Im Herbst führt die Verwendung von Produkten der Firma Degussa zu einer Diskussion über deren Rolle im Dritten Reich. Das Kuratorium entscheidet, den Bau mit Degussa-Produkten fortzuführen.
2004
Im Dezember steht die letzte der 2711 Stelen.
3
2005 Anlässlich des 60. Jahrestags der Befreiung vom NS-Regime ist „...am 10. Mai die feierliche Eröffnung. Zwei Tage später werden das Denkmal und der "Ort der Information" der Öffentlichkeit übergeben. 1
2. Die Entscheidung für einen „Ort der Information“
Michael Naumann, Kulturbeauftragter der Bundesregierung ergänzt im Januar den sog. „Eisenman I“-Entwurf, durch ein großes, an der Nordseite des Stelenfeldes platziertes „Haus der Erinnerung“. „Für das mit 13000 m 2 und sieben Geschossen sehr voluminöse „Haus der Erinnerung“ schlug er ein Museum, eine Bibliothek, eine Forschungsabteilung und so illustre Nutzer wie das Leo-Baeck-Institut, die Shoah-Foundation oder das Genocide-Watch-Institut vor.“ 2 Das Stelenfeld selbst soll um mehrere hundert Stelen verkleinert werden.
Dagegen beschließt der Bundestag am 25.06.1999 die Realisierung des sogenannten „Eisenman II“-Entwurfs. Gleichzeitig legte der Beschluss fest, das Mahnmal um einen „Ort der Information“ zu ergänzen. „Die Idee eines die kognitiven Fähigkeiten ansprechenden, über Anlass und Widmung aufklärenden Zusatzelements“ findet breite Unterstützung. 3
„Eine Historikerarbeitsgruppe bestehend aus Eberhard Jäckel, Andreas Nachama, Reinhard Rürup und der Stiftungsgeschäftsführerin Sibylle Quack hatte dem Kuratorium der Stiftung im Juli 2000 ein Grundkonzept für den „Ort der Information“ vorgelegt.
Die Ausstellung im „Ort der Information“ soll demzufolge drei Aufgaben erfüllen:
• sie soll das künstlerisch gestaltete Denkmal durch historische Inhalte ergänzen,
• eine „Personalisierung und Individualisierung“ der Thematik leisten,
• sowie auf sonstige Institutionen des Gedenkens verweisen.
Angeregt wurden ein Foyer und vier weitere Bereiche:
• ein „Raum der Stille“ mit knappen Basisinformationen zur Ermordung der Juden,
• ein „Raum der Schicksale“ mit „ausgewählten Familiengeschichten oder Biographien“,
• ein „Raum der Namen“ mit einer Datenbank aller ermittelbaren Opfer und
• ein „Raum der Orte“ mit näheren Angaben zur europäischen Dimension der Verbrechen.
Das Kuratorium stimmte diesem Ansatz zu und beschließt gleichzeitig, aus architektonischen und Platzgründen (Anm.d.V.), den „Ort der Information“ unterirdisch zu realisieren (an der südöstlichen Ecke des Stelenfeldes).“ 4
1 N.N., 16 Jahre Planung, in: Die Welt v. 10.05.2005
2 Schlusche, Günter, Ein Denkmal wird gebaut, in: Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Materialien zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin, 2005, S. 24 3 ebd., S. 24 4 Kirsch, Jan-Holger, Auf dem Weg zur Realisierung. Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Ort der Information. Architektur und historisches Konzept, in: Quack, Sibylle, Das Denkmal für die ermordeten Juden, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart, 2002, S. 249 ff
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3. Die Ausstellungsdesignerin Dagmar von Wilcken
3.1. Tabellarische Kurzbiografie
- Dagmar von Wilcken, geb. 1958:
- Studium des Objektdesigns und der visuellen Kommunikation
- 1987 Diplom an der Hochschule der Künste in Berlin
- freiberufliche Ausstellungsgestalterin
- Ausstellungsgestaltungen für das Bauhaus-Archiv in Berlin
- 1995-2004: „Spuren des Unrechts“: Gestaltung der Dauerausstellung des DIZ (Dokumentations- und Informationszentrums) in Torgau
- Ausstellungsgestalterin für die Stiftung Neue Synagoge - Centrum Judaicum Berlin 2001-2005 gestalterisches Gesamtkonzept des Ortes der Information zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas 5
3.2. Dagmar von Wilckens „Referenzprojekt“ ‚Juden in Berlin 1938-1945’
Zum 55. Jahrestag der Befreiung eröffnete die Stiftung »Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum« am 8. Mai 2000 eine Sonderausstellung über Politik und Praxis des Judenmords im Zeitraum 1938 bis 1945.
Berlin steht im Mittelpunkt dieser sehr persönlichen und vor allem durch ihre Details wirkenden Präsentation. Aus der Perspektive von Juden selbst erlebt der Besucher am authentischen Ort des Geschehens das Grauen der Jahre von 1938 bis zum Mai 1945. „Das heißt, dass in der Ausstellung individuelle Schicksale vorgestellt werden, dass nur solche Geschichten erzählt und durch Exponate veranschaulicht werden, die in irgendeiner Form persönlich überliefert sind.“ 6
Die intensive Wirkung der Ausstellung auf den Betrachter entsteht hier nicht aus den Zahlen oder Begleittexten. „Sie entsteht aus den kleinen Originalen: aus Schulheften, Einkaufsscheinen, Zeugnissen aller Art, den 6 x 6-Fotos mit gezacktem Rand, den Pässen und amtlichen Dokumenten, den Poesiealben der Kinder, Lebensmittelkarten, Einkaufsscheine, Hörerkarten von Schulen, den Arbeitsbüchern, handgeschriebenen Lebensläufen, Gestapo- Akten.“ 7
Wie die verschiedenen Räume in der späteren Gestaltung des „Ortes der Information“ entwirft Dagmar von Wilcken in dieser Ausstellung verschiedene sog. Stationen. Auch hier wird man nicht „genötigt, dem Ablauf der Stationen zu folgen. Das »Seiteneinsteigen« nach Raumgefühl bringt keine Nachteile, ist sogar hilfreich bei der Fülle der Exponate und Assoziationen. Jederzeit ist es möglich, mittels der handlichen und bedienerfreundlichen Elektronik relevante Hörtexte und Begleitinformationen abzurufen.“ 8
Von den Kritikern wird als überaus positiv gewürdigt, dass die aufbauende Wirkung der Stationen zur sukzessiven Personalisierung des Geschehens unmittelbar beiträgt.
5 aus: Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Hrsg.), Materialien zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin, 2005, S. 176 6 Thieme, Bernhard, Sie hatten alle einen Namen, Ausstellung »Juden in Berlin 1938-1945«, Berlinische Monatsschrift Heft 7/2000 7 ebd.
8 ebd.
5
Station 1 Das Jahr 1938 - das Jahr der »Juni-Aktion«, das Jahr der »Polen-Aktion« und das Jahr des November-Pogroms.
Station 2
Rechtzeitige Emigration Station 3 Schicksal der jüdische Fabrikantenfamilie Garbàty Station 4/5 Die systematischen Maßnahmen zur Entrechtung, Ausplünderung und Kennzeichnung der Berliner Juden Station 6 Das Wirken der zionistischen Organisationen und Einrichtungen in Berlin am Beispiel der Familie Levin aus Berlin Station 7 Zwangsarbeit und geschlossener Arbeitseinsatz Station 8 Der Massenprotest von Berliner Frauen in der Rosenstraße im März 1943 Station 9 Schicksale der Deportierten Station 10 Die jüdischen »Greifer« Station 11 Das versteckte Überleben
4. Der „Ort der Information“
4.1. Die konzeptionelle Grundidee
Im März 2001 billigte das Stiftungskuratorium einen Gestaltungsentwurf von Wilkens. „Erwarten Sie kein Holocaust-Museum! Wir haben keine Originale, wir stellen nichts aus, sondern stellen nur dar, um mit Bildern und Texten das Mahnmal zu ergänzen.“ 9 „Das Mahnmal sei eben kein authentischer Ort, nicht vergleichbar mit einer Gedenkstätte auf dem Gelände eines früheren Konzentrationslagers. Weder von Opfern noch von Tätern wurden deshalb Gegenstände zusammengetragen. Stattdessen setzen die Macher auf die Raum.“ 10 Wirkung von Bild, Schrift, Sprache, Licht und
Drei miteinander zu verbindende Bereiche bilden das Grundgerüst zur Konzeptionalisierung des „Ortes der Information“:
Architektur und Kunstgeschichte
Geschichte und historische Konzeption Rezeption und Vermittlung
Dagmar von Wilcken hofft, dass dieser Ort "bei den Menschen etwas in Bewegung setzt und sie ihn anders verlassen, als sie gekommen sind.“ 11
Um eine „Konkurrenz“ zu vorhandenen Gedenkstätten zu vermeiden stellen Wolfgang Thierse als Kuratoriumsvorsitzender und Kulturstaatsministers Julian Nida-Rümelin klar,
9 Dagmar von Wilken, in: Peter von Becker, Im Labyrinth der rechten Winkel, Der Tagesspiegel (06.05.2005 ) 10 Berg, Stefan/Emcke, Carolin, Sinn aus der Tiefe, DER SPIEGEL 18/2005, 02. Mai 2005 11 Müller, Volker, An den Wurzeln der Eisenmanschen Stelen, Berliner Zeitung vom 31.03.2001
6
dass der „Ort der Information“ als „Portal“ dient. Im sog. „Drehbuchentwurf“ zur Grundkonzeption der Stiftungsgeschäftsstelle wird die „konsequente inhaltliche Fokussierung auf die Perspektive der Opfer“ festgelegt, aber auch vorgeschlagen, „Täter und Zuschauer im Hintergrund einzubeziehen“. 12
Zum Konzeptbereich ‚Architektur und Kunstgeschichte’ wird verdeutlicht, dass der „Ort der Information“ „als neutraler Hintergrund für die Sprache der Dokumente“ dienen soll. Eine ‘reine’ Dokumentation ohne jeden Inszenierungscharakter kann und wird es allerdings nicht geben. Zu empfehlen sei eine möglichst zurückhaltende Art der Gestaltung. Eine „Gefühlsüberwältigung“ und die „Nähe zu sakraler Architektur“ werden abgelehnt. 13
Zum Konzeptbereich‚ ‚Geschichte und historische Konzeption’ werden drei „Kernelemente vorgeschlagen:
Darstellung der ermordeten Juden selbst, d.h. ihres Lebens vor dem Zweiten Weltkrieg, ihres Leidens und Sterbens während der Kriegsjahre sowie – im Fall des Überlebens – ihres Umgangs mit der Erinnerung Veranschaulichung der europäischen Dimension des Judenmords Einbeziehung der nationalsozialistischen Politik und der deutschen Tätergesellschaft Durch den dritten Aspekt sei es möglich, die Verfolgung und Ermordung nichtjüdischer Gruppen ebenfalls in den Blick zu bringen.“ 14 Der Historiker Eberhard Jäckel stimmt als Kommentator weitgehend zu, will die Präsentation der Opfernamen im Sinne einer symbolischen, virtuellen Grabinschrift aber aufgewertet sehen. Dieser Gedanke wird vom von Jäckel mitbegründete Förderkreis seit den Anfängen des Projekts verfolgt, immer mit dem Hinweis auf Yad Vashem als Vorbild. Das Kuratorium entscheidet, die Namenssammlung in den „Ort der Information“ aufzunehmen; sie soll jedoch nicht sein alleiniges Zentrum bilden.
Im Konzeptbereich ‚Rezeption und Vermittlung’ wird der Stellenwert des „Orts der Information“ für die deutsche Erinnerungslandschaft beschrieben. Die Autoren würdigen die dezentrale Erinnerungskultur und hoffen, dass das Denkmal für die ermordeten Juden Europas die Gedenkstätten an den historischen Orten eher stärken als schwächen wird. Der „Ort der Information“ soll zu keiner „Theologisierung des Holocaust“ führen, sondern als „Denkstätte“ wirken, als „Ort der Artikulation und Präzisierung von Fragen“. Die Besucher und ihre mitgebrachten „Imaginationen“ seien ernst zu nehmen.
„So lückenhaft das Wissen um den Holocaust bei großen Teilen der potentiellen Besucher sein mag, so sicher kann davon ausgegangen werden, dass die Besucher schon eine Geschichte der Auseinandersetzung mit dem Holocaust mitbringen.“ Deshalb sei es sinnvoll, im Sinne einer „flexibilisierten Formen der Informationsvermittlung“ einen der vier Räume für Wechselausstellungen zu nutzen, „um auf veränderte Orientierungsbedürfnisse der Besucher reagieren zu können“. 15 Im Kuratorium rechnet man damit, dass jährlich von 300000 bis zu einer Million Besucher kommen.
12 Kirsch, Jan-Holger, Architektur und historisches Konzept, in: Quack, Sibylle (Hrsg.): Auf dem Weg zur Realisierung. Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Ort der Information. Stuttgart 2002.
13 Winfried Nerdinger, Architektur und Kunstgeschichte, in: Quack, Sibylle (Hrsg.): Auf dem Weg zur Realisierung. Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Ort der Information, Stuttgart 2002, S. 67 14 Ulrich Herbert, Geschichte und historische Konzeption, in: Quack, Sibylle (Hrsg.): Auf dem Weg zur Realisierung. Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Ort der Information, Stuttgart 2002, S. 78ff 15 Peter Steinbach / Reinhard Rürup, Rezeption und Vermittlung, in: Quack, Sibylle (Hrsg.): Auf dem Weg zur Realisierung. Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Ort der Information, Stuttgart 2002, S. 122ff
7
4.2. Die Einbindung in den Mahnmal-Entwurf des Architekten Peter Eisenman
„Wenn die Treppe hinab nicht so breit wäre, könnte man meinen, es ginge in eine Gruft aus Beton. Links und rechts ragen die Stelen des neuen Mahnmals auf. Um die Aura des Feldes als einem "symbolischen Friedhof" für die ermordeten sechs Millionen Juden Europas nicht zu stören, wurde der "Ort der Information" in den Untergrund verlegt. Das, was oben an Erklärung fehlt, soll unten nachgeliefert werden.“ 16
„Wie der Bundestagspräsident und Kuratoriumsvorsitzende Wolfgang Thierse erläuterte, war eine unverwechselbare Informationsstätte gefordert, die die Eisenmansche Ästhetik nicht nur nicht stört, sondern sich unaufdringlich in deren Dienst stellt. Es sei nicht leicht gewesen, jenen "kritischen Pfad" zu finden, der zwischen den inhaltlichen Vorgaben der beauftragten Historiker einerseits und den strengen architektonischen Strukturen Eisenmans andererseits vermittelt, fügte der im Kuratorium mitwirkende Architekt Salomon Korn an. Dagmar von Wilcken „... fächert Peter Eisenmans Grundeinfall auf, das Stelenfeld unter der Erde fortzusetzen.“ 17
Für die Ausstellungsmacher war die Verbindung der «außergewöhnlichen Architektur» des Denkmals und der «schwierigen Inhalte» eine besondere Herausforderung, wie Dagmar von Wilcken am Freitag bei der Vorstellung des Konzepts sagte.“ 18 „Ich glaube, das Besondere ist die Ergänzung von dem Denkmal mit dem Informationsort - das ist schon in dieser Form einmalig. Mir lag es am Herzen, den "Ort der Information" mit der Architektur des Denkmals korrespondieren und eine Einheit entstehen zu lassen.“ 19
„Die Spannung zwischen >oben< und >unten< besteht darin, dass das Denkmal als abstraktes Kunstwerk vom Besucher körperlich und emotional erfahren wird, während die Ausstellung die Zusammenhänge und Hintergründe des Holocaust darstellt. Dieser Spannungsbogen kommt in der Ausstellungsarchitektur zum Ausdruck.“ 20 Auffällig und gewollt erscheint der Wechsel zwischen meditativer Wirkung und dargestellter Information in den vier eigentlichen Ausstellungsräumen (siehe unten).
„...während das historisch-didaktische Konzept ... grundsätzliche Zustimmung fand, stieß die gestalterische Seite auf erhebliche Kritik. Die Ausstellungsdesignerin Dagmar von Wilcken hatte eine „Fortsetzung des Stelenfeldes in überdachter Form“ entwickelt. Im Raum der Stille sollten beleuchtete Bodenplatten die Breite und Länge der oberirdischen Stelen wieder aufnehmen; im Raum der Schicksale sollten Stelenelemente „wie Stalaktiten“ von der Decke hängen und als Informationsträger dienen; im Raum der Namen waren stelenförmige Pulte, im Raum der Orte ähnlich abgemessene Sitzbänke vorgesehen“. 21 22
Als Kritiker plädiert Winfried Nerdinger dafür, zwischen dem oberirdischen und dem unterirdischen Denkmalsteil eine entschiedene Trennung vorzunehmen. „Beim steinernen Grab- und Denkmalfeld mag eine gewisse Assoziationsbreite angemessen sein, aber an einem „Ort der Information“, wo das konkrete Leid vermittelt und erfahrbar werden soll, sind
16 N.N., Den Opfern ein Gesicht geben, Bönningheimer Zeitung vom 11.05.2005
17 Müller, Volker, An den Wurzeln der Eisenmanschen Stelen, Berliner Zeitung vom 31.03.2001 18 ddp Berlin, Meldung vom 06.05.2005: «Ort der Information» vorgestellt, unter:
http://www.freiepresse.de/TEXTE/NACHRICHTEN/KULTUR/TEXTE/220431.html, Berlin, 06.05.2005 19 von Wilcken, Dagmar, Ein Ausschnitt des Leids, Interview in „Die Tageszeitung“, Berlin 03.05.05 20 von Wilcken, Dagmar, Den Opfern ein Gesicht geben. Das gestalterische Konzept der Ausstellung, in: Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Hrsg.), Materialien zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin, 2005, S. 45 21 Vgl. Endlich, Stefanie, Die Stele als Design-Prinzip, in: kunststadt stadtkunst 48 (2001), S. 11 22 Kirsch, Jan-Holger, Architektur und historisches Konzept, in: Quack, Sibylle (Hrsg.): Auf dem Weg zur Realisierung. Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Ort der Information. Stuttgart 2002, S. 81ff
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weder Undeutlichkeit noch Mehrdeutigkeit, sondern Rationalität und Aufklärung angebracht. Natürlich muss eine architektonische Vermittlung zwischen Gedenkfeld und „Ort der Information“ stattfinden, aber ich halte eine Durchdringung für falsch, denn dadurch würden auch zwei völlig verschiedene Formen des Gedenkens vermengt und gegenseitig beeinträchtigt. Wird das ‘Stelenfeld’ in die Tiefe ‘durchgedrückt’ oder gar fortgesetzt, entsteht fast zwangsläufig die Assoziation eines Hinabsteigens zu den Gräbern und dann ist natürlich die fatale Assoziation zu Gruft, Krypta und Reliquien nicht mehr weit.“ 23
5. Die Räume des „Ortes der Information“
5.1. Der Grundriss
Der Grundriss zeigt folgende Flächenaufteilungen: 778 m² Ausstellungsräume, 106 m² Vortragsräume, 46 m² Buchladen.
5.2. Allgemeine Informationen
Öffnungszeiten:
täglich von 10 bis 20 Uhr, letzter Einlass um 19.30 Uhr Geschlossen ist jeweils vom 24. bis 26. Dezember, am 31. Dezember und am 1. Januar. Service:
Die Mahnmalstiftung bietet Gruppenführungen ab 15 oder 20 Teilnehmern an. Kosten: 30 Euro für 90 Minuten; 40 Euro für 180 Minuten. Führungen sind auf Deutsch, Englisch, Polnisch, Russisch, Französisch, Italienisch, Hebräisch und in Gebärdensprache. Buchungen:
unter der Telefonnummer 030-74072929.
Ein Katalog zum Mahnmal kostet im „Ort der Information“ 9,90 €, im Buchhandel 24,90 €. 24
5.3. Strukturelle und organisatorische Gesamtübersicht
Nach von Wilckens Vorschlag gliedert sich der "Ort der Information" in ein Foyer und vier 150 Quadratmeter große Räume, in denen Konturen und Strukturen des überirdischen Denkmals fortgeschrieben werden.“ 25
„Die vier unterirdischen Räume wirken zurückhaltend, nüchtern, und in ihrer sachlichen Ästhetik bescheiden...Das Maß und der Schnitt der Räume war von Eisenman vorgegeben", sagt Frau von Wilcken, die mit ihrem Konzept der Ausstellungsgestaltung den Förderkreis Denkmal für die ermordeten Juden Europas überzeugte. Eisenman habe die Beton- Kassettendecken entworfen, in der jede Kassette in Größe und Form der darüber
23 Nerdinger, Winfried, Architektur und Kunstgeschichte, in Quack, Sibylle (Hrsg.): Auf dem Weg zur Realisierung. Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Ort der Information, Stuttgart 2002, S. 49ff 24 Aus: Besucherservice der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Flyer, Berlin, 2005 25 Gundlach, Sabine, Bescheidene Sachlichkeit im "Ort der Information", Ressort Berlin, Berliner Morgenpost vom 01.05.2005
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positionierten Stele entspreche.“ Von Wilcken lässt in ihrer Gestaltung die von Historikern erarbeiteten Ausstellung mit Eisenmans Stelen korrespondieren. "Ich wollte eine Einheit zwischen dem Denkmal und der Exposition schaffen", begründet die Designerin, daß auch die einzelnen Ausstellungsflächen in ihrer Form den darüber liegenden Betonquadern entsprechen.“ 26 „Die tägliche Besucherzahl der Ausstellung wird auf etwa 3.000 Personen geschätzt; angesichts der vorgesehenen Fläche von etwa 800 Quadratmeter sei dieser Andrang nur bei sehr kurzer Verweildauer und entsprechend komprimierten Informationsangeboten zu bewältigen. Für das heterogene Publikum aus Deutschen und Ausländern, alten und jungen Menschen müsse das Material gleichermaßen
5.4. Die Foyers
„Der Zugang zur Ausstellung ist im Stein-
Labyrinth nicht sofort zu finden. Das ist gewollt. Jeder soll erst mal die Beklemmung zwischen den Stelen erfahren.“ 28 Im Eingangsfoyer (Foyer 1 und 2) erzählt ein Text- und Bildfries die Geschichte des Holocaust und die Eskalation des Verbrechens. Sechs große Porträts von Opfern an der Stirnwand, vom Kind bis zum Greis, jeweils versehen mit Namen und biografischen Kurzdaten, sollen die sechs Millionen getöteten Juden symbolisieren.
Das Ausgangsfoyer präsentiert sich, im Gegensatz zur vorwiegenden schwarz-weiß Gestaltung der vier Ausstellungsräume, in intensiven Farben und soll „den Bezug zur Gegenwart“ verdeutlichen. Hier wird auch anderer Opfergruppen gedacht und auf andere Gedenkstätten verwiesen. (Foyer 3 und 4). Auch Forschungseinrichtungen in Berlin, Deutschland und ganz Europa werden genannt. Hier stehen auch über Terminals die Datenbank der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem mit drei Millionen Einträgen für Interessierte zur Verfügung.
Zwei Seminarräume und ein sog. Bookshop ergänzen den unterirdischen Trakt. In einem der Seminarräume soll eine große Auswahl von Porträts Überlebender zugänglich gemacht werden. Durch eine Kooperation mit dem Fortunoff-Video-Archiv der Yale- Universität (USA) gelang es, umfangreiche Interviewdokumente nach Berlin zu holen, von denen die ersten bereits Ende der siebziger Jahre entstanden. Das Besondere dieses Archivs besteht in seinem systematischen Stichwortverzeichnis, in dem sämtliche Videos nach Themen, Orten und Namen katalogisiert sind. So können Besucher des Holocaust-Mahnmals ihre eigene Familiengeschichte recherchieren oder Schüler einen ganz besonderen Geschichtsunterricht erleben
26 ebd.
27 Kirsch, Jan-Holger, Architektur und historisches Konzept, in Quack, Sibylle (Hrsg.): Auf dem Weg zur Realisierung. Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Ort der Information, Stuttgart 2002, S. 87f 28 Gärtner, Peter, Raum für einzelne Schicksale, Bremer Tageszeitung vom 30.05.2005
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5.5. Der „Raum der Stille“ (Raum 1)
Im „Raum der Stille“ soll das
gesamteuropäische Holocaust aufgezeigt werden.
Ein Schriftenfries an den hellgrauen Wänden erwähnt die 20 europäischen Länder in denen die Vernichtung der Juden betrieben wurde und benennt die jeweiligen Opferzahlen, z.B. zwischen 76100 und 77100 Juden aus Frankreich, zwischen 270 000 und 300 000 aus Ungarn, „Polen 2 900 000 bis 3 100 000“, „Rumänien 210 000 bis 215 000“, „Österreich 60 000 bis 70 000“. Und so weiter. Muss man mehr wissen, um berührt zu sein? Wer mehr wissen will, kann die in den Boden eingelassenen Leuchttafeln lesen und wird schnell merken, dass dies nur in gebückter Haltung möglich ist. 29
Bis auf drei massive, quaderförmige Bänke, positioniert in der gedachten Fortführungslinie der oberirdischen Stelen, ist der Raum leer.
Die 15 von unten beleuchtete Glasplatten im Boden des Raumes erscheinen in Größe, Fläche und Positionierung ebenfalls als Grundrisse der oberirdischen Stelen. Die Glasflächen sind Lichtquellen für den Raum und informative Texttafeln zugleich. Die Glasflächen erleuchten exemplarisch, quasi als Schlaglichter, die Dimensionen des persönlichen Leidens der Opfer, die hier mit Zitaten aus Tagebüchern oder Briefen zu Wort kommen.
Diese letzten Erinnerungen jüdischer Männer und Frauen, „die in großer Not entstandenen Briefe oder Tagebuchnotizen sind in den Boden eingelassen. Zum Beispiel: "Lieber Vater. Vor dem Tod nehme ich Abschied von dir. Wir möchten so gern leben, doch man lässt uns nicht. Wir werden umkommen", ist von der zwölfjährigen Judith Wischnjatskaja zu lesen. Eine Frau mit Vornamen Fela aus dem polnischen Kutno schreibt am 27. Januar 1942: "Ich habe keine Lebenskraft mehr. Das Gemetzel geht weiter. Ich grüße euch herzlich." 30 Oder: "Ich sitze auf meinem Rucksack mitten in einem vollen Güterwaggon" steht auf der Postkarte von Etty Hillesum, die die 29jährige bei ihrer Deportation nach Auschwitz am 7. September 1943 aus dem Zug warf. 31
"Durch die äußerlich distanzierte und eher nüchterne Form können die Inhalte stärker wirken", sagt Dagmar von Wilcken. 32 Der lesende Blick nach unten ist von der Ausstellungsgestalterin beabsichtigt. Diese Haltung „erlaubt...auch einen reflektierenden Blick nach innen.“ 33 Der „Raum der Stille“ ist bewusst als Raum mit „kontemplativer Atmosphäre“ inszeniert. 34 „Weil die Opfer hier persönlich zu Wort kommen, würde ich es als Diffamierung empfinden, wenn hier etwa ein Zitat beschmiert würde. Das Personal, das hier unten im "Ort der Information" tätig ist, wird genau diesbezüglich geschult, um darauf zu reagieren und zu deeskalieren.“ 35
29 Zimmermann, Monika, Treppab in das Reich der Toten, Berliner Morgenpost vom 10.05.2005 30 Emmerich, Marlies, Letzte Grüße an den Vater, Berliner Zeitung vom 10.05.2005 31 Gundlach, Sabine, Bescheidene Sachlichkeit im "Ort der Information", Ressort Berlin, Berliner Morgenpost vom 01.05.2005 32 Müller, Volker, An den Wurzeln der Eisenmanschen Stelen, Berliner Zeitung vom 31.03.2001 33 von Wilcken, Dagmar, Den Opfern ein Gesicht geben. Das gestalterische Konzept der Ausstellung, in: Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Hrsg.), Materialien zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin, 2005, S. 47 34 ebd., S. 46 35 von Wilcken, Dagmar, Ein Ausschnitt des Leids, Interview in „Die Tageszeitung“, Berlin 03.05.05
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5.6. Der „Raum der Schicksale“ (Raum 2)
"Die Informationen über die Opfer zu personalisieren, ist eine wesentliche Herangehensweise Information“", sagt Dagmar von Wilcken. 36 Im „Raum der Schicksale“ wird an Hand des Schicksals von 15 jüdischen Familien aus europäischen Ländern über die verschiedenen jüdischen Lebenswelten ausführlich berichtet. Hier „wachsen dunkle Ausstellungsstelen von oben in den Raum hinein und bieten Einblicke in die Lebenswelten jüdischer Familien vor, während und nach der Verfolgung.“ 37 Diese „stalaktitisch "herabwachsende" Stelen sind die Ausstellungsträger“ 38 Aus den beleuchteten Öffnungen der durchbrochenen Kuben scheinen die Fotografien, Dokumente und biografischen Daten der 15 Familien.
Zum Beispiel: „Die Mitglieder der Familie Aig aus der UdSSR werden fast alle bei Massenerschießungen im März 1942 ermordet. Der Sohn der polnischen Familie Grossmann hat die Folgen der deutschen Besatzungspolitik in Fotos festgehalten. Als einzige der Grossmanns überlebt die Schwester. Aus Nitra in den Karpaten stammt die ermordete Familie Antman, Vater Adolf und Mutter Berta mit fünf Söhnen. In der Familie Haberman aus Galizien stirbt die Mutter im Lager Belzec, Vater und Kinder werden interniert. Kurz vor der Befreiung lässt der SS-Lagerkommandant Vater Haberman und den Sohn Joseph erschießen.“ 39 Gequälte oder ausgemergelte Menschen sieht man nur im Kleinformat, denn „Wir wollten keine voyeuristische Perspektive einnehmen, um die Opfer nicht über den Tod hinaus zu entwürdigen“ 40 sagt die an der Planung beteiligte Museumspädagogin Fischer.
Rechteckige Lichtfelder vor den Informationsstelen symbolisieren wiederum in Größe, Form und Platzierung die oberirdischen Stelen.
36 Gundlach, Sabine, Bescheidene Sachlichkeit im "Ort der Information", Ressort Berlin, Berliner Morgenpost vom 01.05.2005 37 Gundlach, Sabine, Bescheidene Sachlichkeit im "Ort der Information", Ressort Berlin, Berliner Morgenpost vom 01.05.2005 38 Müller, Volker, An den Wurzeln der Eisenmanschen Stelen, Berliner Zeitung vom 31.03.2001 39 Emmerich, Marlies, Letzte Grüße an den Vater, Berliner Zeitung vom 10.05.2005 40 Fischer, Stefanie, in: Emmerich, Marlies, Letzte Grüße an den Vater, Berliner Zeitung vom 10.05.2005
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5.7. Der „Raum der Namen“ (Raum 3)
Die Namen sagen aus, dass es sich hier um Menschen, um Individuen handelt und nicht um anonyme Zahlen. Sechs Millionen ist eine abstrakte Zahl. In dem Moment, in dem einzelne Individuen mit ihren Namen und kurzen Lebensdaten - also Alter, Beruf, Familienstand, Todesumstände - erwähnt werden, heben sich die Menschen aus der anonymen Masse heraus. Wenn man dann noch mitbekommt, dass jedes vierte Opfer ein Kind war, dann, denke ich, wird es schon seine Wirkung haben...
Formal äußerst reduziert, in der Wirkung jedoch besonders eindringlich...zur Zeit werden die Namen von 800 der bislang 3,5 Millionen in Yad Vashem erfaßten Opfer auf die Wände projiziert“. 41 Ein einziger Name wird jeweils, nur ergänzt durch Geburts- und Sterbedatum, auf die Wände projiziert. Dazu wird in Deutsch und Englisch verlesen, gesprochen jeweils von Bürgern des Landes, in dem sie zu Hause waren, was man von diesem Leben noch weiß. Zum Beispiel: "Manfred Frank wurde am 12. November 1936 im westfälischen Weseke geboren. Am 13. Dezember 1941 wurde Manfred ins Rigaer Getto deportiert. Die genauen Todesumstände sind nicht bekannt. Manfred Frank wurde sechs Jahre alt." 42 Minuten später erscheint der nächste Name. „Die Namen aller Opfer zu verlesen würde sechs Jahre, sieben Monate und 27 Tage dauern. Bislang sind aber von rund sechs Millionen Namen überhaupt erst 3,5 Millionen bekannt.
Beim Zuhören wird man sich dabei zwischen flachen Stelen bewegen oder auf ihnen sitzen oder sie...auch als Computerpult vorfinden, an dem man zusätzliche biografische Daten abrufen kann. 3,5 Millionen Namen sind erfasst, in zwei Jahren könnten es fünf Millionen sein“. 43
5.8. Der „Raum der Orte“ (Raum 4)
Der "Raum der Orte" verdeutlicht die
geographische Dimension des Holocausts.
Hier werden 230 Konzentrations- und Arbeitslager stellvertretend für Tausende von Stätten des Schreckens dokumentiert.
"Wir zeigen hier auch die vielen kleinen Orte der Erschießungen", erläutert Frau von Wilcken." 44 „Der «Raum der Orte» informiert mit historischem Film- und Fotomaterial über 200 europäische Stätten der Verfolgung und Vernichtung von Juden und anderen Opfergruppen.“ 45 Den sieben größten Vernichtungslagern und dem Massaker von Babij Jar wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Über Audiostationen kommen Zeitzeugen zu Wort. Der Besucher hört Berichte und Erinnerungen, die sich auf diese acht Orte beziehen.
41 Gundlach, Sabine, Bescheidene Sachlichkeit im "Ort der Information", Ressort Berlin, Berliner Morgenpost vom 01.05.2005 42 Emmerich, Marlies, Letzte Grüße an den Vater, Berliner Zeitung vom 10.05.2005 43 Müller, Volker, An den Wurzeln der Eisenmanschen Stelen, Berliner Zeitung vom 31.03.2001 44 Gundlach, Sabine, Bescheidene Sachlichkeit im "Ort der Information", Ressort Berlin, Berliner Morgenpost vom 01.05.2005 45 ddp Berlin, Meldung vom 06.05.2005: «Ort der Information» vorgestellt, unter: http://www.freiepresse.de/TEXTE/NACHRICHTEN/KULTUR/TEXTE/220431.html, Berlin, 06.05.2005
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Die Zuhörer können so in eine Art Dialog mit Zeitzeugen treten und gewinnen einen Eindruck von den individuellen Erfahrungen der Opfer mit Gewalt und Tod.
6. Didaktischer Kommentar
Die Fragestellung ist für mich, ob das Holocaust-Mahnmal und hier vor allem der „Ort der Information“ helfen kann, schulische „Erziehung nach Auschwitz“ 46 angemessen und überzeugend zu gestalten.
In den Rahmenrichtlinien für die Schule für Lernhilfe steht unter Themenbereiche der Schuljahrgänge 7 – 9, Demokratie und Diktatur, Gewaltherrschaft und Krieg: „Die Beschäftigung mit der Zeit des Nationalsozialismus zeigt den Schülerinnen und Schülern, daß die Errichtung einer Gewaltherrschaft Auswirkungen auf alle Lebensbereiche hat. Für die unterrichtliche Behandlung dieses Themenbereiches wird zunächst die Thematik „Kindheit und Jugend“ herausgegriffen. Diese Beschränkung ermöglicht durch den Vergleich mit vertrauten Lebensbedingungen eine besondere Betroffenheit der Schülerinnen und Schüler (Unterstreichung durch Verf.) herzustellen...Durch die Auseinandersetzung mit der Entrechtung, Verfolgung und Vernichtung jüdischer Kinder und Jugendlicher sollen mögliche Folgen von Diskriminierung bewußt werden.“ 47
Als Inhalte im Mindestkanon sind vorgeschrieben:
Gleichschaltung der Jugend
Verfolgung und Vernichtung jüdischer Kinder und Jugendlicher Widerstand Elend im Krieg Gleichschaltung der Gesellschaft Motive für den Widerstand Formen des Widerstandes Methoden der Massenbeeinflussung
In den unterrichtlichen Hinweisen zum Inhalt Verfolgung und Vernichtung jüdischer Kinder und Jugendlicher heißt es weiter:
„Schilderung der fortschreitenden Diskriminierung jüdischer Schülerinnen und Schüler im Alltag Berichte über das Leben im Ghetto und im Konzentrationslager Besuch eines Museums, eines Mahnmals, eines Konzentrationslagers in der Umgebung Gespräche mit Zeitzeugen Jugendbuchlektüre, Film- und Bildmaterial“ 48
Als sog. „Zeitrichtwert“ für den gesamten Themenbereich Gewaltherrschaft und Krieg sind 12 Unterrichtsstunden ausgewiesen 49 . (Genau so viel wie für den Themenbereich Die industrielle Revolution und ihre Folgen) Ich hoffe nicht, dass viele Lehrerinnen und Lehrer immer noch so arbeiten, wie es die Rahmenrichtlinien fordern: in einer Art „Betroffenheitspädagogik“. Der Leiter der Pädagogischen Dienste an der Internationalen Begegnungsstätte im ehemaligen Konzentrationslager Ravensbrück Matthias Heyl hat andere Erfahrungen mit der schulischen Bearbeitung des Themas:
46 Adorno, Theodor, W., Erziehung nach Auschwitz, in: Abram, Ido, Holocaust, Erziehung und Unterricht, Amsterdam, 1998, S. 2 47 Niedersächsisches Kultusministerium, Rahmenrichtlinien für die Schule für Lernhilfe, Geschichte/Sozialkunde, Schroedel, Hannover, 1995, S. 75 48 ebd., S. 75 49 Niedersächsisches Kultusministerium, Rahmenrichtlinien für die Schule für Lernhilfe, Geschichte/Sozialkunde, Schroedel, Hannover, 1995, S. 18
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Lehrkräfte messen den Erfolg „...ihrer Arbeit in den Tränen der Jugendlichen. Manche erwarten, dass eine doppelstündige sonderpädagogische Maßnahme gepaart mit einer gedenkstättenpädagogischen Marienerscheinung aus extrem fremdenfeindlichen kurzhaarigen Jungens gute, weltoffene Demokraten macht. Jugendliche sperren sich gegen derlei Formen einer "Choreographie" ihrer Emotionen... 50 Die Kritik an dieser Betroffenheitspädagogik ist angemessen und überfällig.
Es gibt auch „die Geschichte von den Berliner Jugendlichen, die vor drei Jahren von ihrem Lehrer in die Holocaust-Ausstellung im Deutschen Historischen Museum geschleppt werden
- und beim Anblick des Modells der Gaskammern von Auschwitz klatschen. Es gibt den Bericht eines Lehrers in der Hauptstadt, der seinen Schülern den Film "Schindlers Liste" auf Video vorspielte - und geschockt feststellen musste, dass manche den KZ-Chef bei weitem toller fanden als die KZ-Insassen, die er abknallte. Und da ist schließlich das Erlebnis einer Pädagogin, die von einem rechten jugendlichen Berliner erzählt, der zur Gedenkstätte Auschwitz reisen durfte, intensiven Kontakt zu einem Holocaust-Überlebenden bekam - und dennoch weiter in seiner rechten Clique den Judenmord insgesamt für richtig erklärte und alle Juden bis auf den einen verachtete...Was bringt die so genannte Holocaust-Erziehung? ...Offenbar manchmal wenig bis nichts - und gegen Antisemitismus, darin sind sich die Experten weitgehend einig, immunisiert sie oft nicht.“ 51
Dabei ist m.E. die Geschichtsdidaktik wesentlich weiter als es die Rahmenrichtlinien vermuten lassen!
Die elementaren Kernpunkte basieren auf dem berühmten Aufsatz von Theodor Adorno von 1966: Erziehung nach Auschwitz.
Ido Abram folgert weiter, die Erziehung nach Auschwitz sei zweierlei, einmal die unterrichtliche Arbeit über den Holocaust und zum zweiten, die Erziehung von Kindern und Jugendlichen im allgemeinen. 52
Erreicht der „Ort der Information“ seine vorrangige „Zielgruppe“: Jugendliche und junge Erwachsene, die in der 3. Nach-Holocaust-Generation in einer „vielkulturellen“ Gesellschaft leben? Erreicht der „Ort der Information“ migrantische Jugendliche, deren Familien selbst eine große Leidenserfahrung erlebt haben? Häufig „können diese gar nicht anders, als das eigene Erleben mit dem Holocaust zu vergleichen. Dies tun sie allerdings meist nicht, um den Holocaust zu relativieren, sondern, weil sie auch mit ihrer Geschichte wahrgenommen werden wollen.“ 53 Abram schildert Auschwitz als Barbarei und Barbarei sei „das Ergebnis des Fehlens von Liebe und Wärme...das Unvermögen, sich in jemanden anderes und in andere Situationen hineinzuversetzen...Barbarei ist das Unvermögen zur Empathie“ 54 Abram fordert weiter, „um den Holocaust zu verstehen, müssen sich Jugendliche in alle hineinversetzen: sowohl in die Täter, als auch in die Opfer und die Zuschauer...keinem Kind ist eine dieser Rollen fremd.“ 55
Das Ausstellungskonzept des „Ortes der Information“ stützt m.E. nachdrücklich durch konsequente Individualisierung und Personalisierung des Holocaust den Gedanken der Empathieanbahnung und –unterstützung.
50
Heyl, Matthias, Erziehung nach Auschwitz, Interview mit www.arte-tv.com/de/geschichte- gesellschaft/Holocaust/750016,CmC=753926.html 51 Gessler, Philipp, Weil Fahrten nach Auschwitz wenig bringen, taz Berlin lokal vom 9.3.2005 52 Abram, Ido, Holocaust, Erziehung und Unterricht, Vortrag anlässlich der Gründung der Forschungs- und Arbeitsstelle (FAS) „Erziehung nach/über Auschwitz“, Amsterdam, 1998, S. 1 53 Rafael, Simone, Versagt die Schule bei der Arbeit gegen Judenhass?, in: mut-gegen-rechte- gewalt.de, 19.05.2004, S. 4 54 Abram, Ido, Holocaust, Erziehung und Unterricht, Vortrag anlässlich der Gründung der Forschungs- und Arbeitsstelle (FAS) „Erziehung nach/über Auschwitz“, Amsterdam, 1998, S. 1 55 ebd., S. 2/3
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Der ‚Raum der Stille’, der ‚Raum der Namen’ und der ‚Raum der Schicksale’ konzentrieren sich ganz und gar auf die Personalisierung der Opfer, ohne sie in herabwürdigenden Tötungsposen darzustellen (s.o.).
Bilder und Texte sprechen in der reduzierten Formensprache der Ausstellung für sich. Selbst das individuelle Vorlesen der Opfernamen durch jeweils verschiedenen Vorleserstimmen fördert den Eindruck von Individualität, selbst bei der fast monotonen Verlesung von Namen und Kurzbiografien.
Im ‚Raum der Orte’ schildern Überlebende ihre subjektiven Erfahrungen und Eindrücke aus den jeweiligen Vernichtungszentren. Die sog. Audiostationen sind so konstruiert, dass der Besucher in ein fast „intimes“ Zwiegespräch mit den Zeitzeugen treten kann. Wer sich auf die Audiostationen einlässt und zuhören kann, ist unmittelbar und direkt mit dem Holocaust beschäftigt.
Die Empathie, das Hineinversetzen in die Täter und Zuschauer, die unersetzliche und nicht abzulösende Frage nach dem ‚Wie ist ein Mensch, wie wird ein Mensch, dass er Menschen so etwas antun kann’, („weder Eichmann noch jemand anderes wurden in SS-Uniform geboren“ 56 ), dieser berechtigten Forderung Abrams wird der „Ort der Information“ m.E. nur andeutungsweise im Eingangsfoyer gerecht, in dem insgesamt die Eskalation der Verbrechen, die Geschichte des Holocaust dargestellt wird.
Demnach unterstützt der „Ort der Information“ nicht „die Einsicht in Mechanismen und Umstände, die Menschen zu Aggressoren und Mördern machen...“ 57
Das Mahnmal ist ein Mahnmal für die ermordeten Juden Europas und der „Ort der Information“ fügt sich dieser Funktion. Die Informationen über eskalierende oder eruptive Biografien von Tätern und Zuschauern fehlen.
Bei der offiziellen Eröffnung des Mahnmals kritisierte Paul Spiegel, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland, das Mahnmal und der „Ort der Information“ „ehre zwar die Opfer, verweise aber nicht auf die Täter: Die Täter und Mitläufer von einst und deren heutige Gesinnungsgenossen müssen sich beim Besuch des Denkmals nicht unmittelbar angesprochen fühlen." 58
Neben der Schlüsselqualifikation zum Umgang mit dem Holocaust, der Empathie, gilt die Förderung der kindlichen und jugendlichen Autonomie als weitere Basis.
Autonomie übersetzt Abram mit der „Fähigkeit zum Nachdenken, zur Selbstbestimmung, zum Nonkonformismus“. 59 Kinder und Jugendliche sollen sich mit anderen Menschen beschäftigen, andere Lebenssituationen reflektieren und bedenken; eigenen Hass und Aggressionen nicht an anderen Menschen ausleben, sich selbst verwirklichen und nicht ungefragt Mehrheitsmeinungen folgen.
Unterstützt der „Ort der Information“ die Idee von der Autonomie? Wie autonom muss man sein, um den „Ort der Information“ zu besuchen.
Ausstellungsdesign und -methodik sind m.E. auf eine besondere Art „anspruchsvoll“. Aus guter Rücksicht auf die Würde der Opfer wird bewusst auf eine mediale Überfrachtung oder gar „Show“ verzichtet.
Die Präsentation von Originaltexten und –zitaten verlangt jedoch nicht nur die vielzitierte sinnentnehmende Lesefertigkeit von jugendlichen Besuchern.
Die Frage stellt sich, ob die gut gelungene didaktische Reduktion von Bildern und Texten ausreicht in diesen Zeiten medialer Abstumpfung und konsumorientierten Egoismen, in Zeiten von internet-vernetzten Ego-Shootern?
56 Heyl, Matthias, Erziehung nach Auschwitz, Interview mit www.arte-tv.com/de/geschichte- gesellschaft/Holocaust/750016,CmC=753926.html 57 Abram, Ido, Holocaust, Erziehung und Unterricht, Vortrag anlässlich der Gründung der Forschungs- und Arbeitsstelle (FAS) „Erziehung nach/über Auschwitz“, Amsterdam, 1998, S. 3 58 Weiland, Severin, 2711 Stelen gegen das Vergessen, in: http://www.spiegel.de/politik/ deutschland/0,1518,355437,00.html vom 12.05.05, S.3 59 Abram, Ido, Holocaust, Erziehung und Unterricht, Vortrag anlässlich der Gründung der Forschungs- und Arbeitsstelle (FAS) „Erziehung nach/über Auschwitz“, Amsterdam, 1998, S. 2
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Wie (vor-)gebildet muss man sein, um den „Ort der Information“ für sich zu nutzen? Mit der Personalisierung der Opfer und Opfergeschichten, mit der exemplarischen Darstellung des Holocaust an einzelnen Leben, kann jeder Besucher unabhängig vom Bildungsniveau eine universelle und sehr persönliche Botschaft mitnehmen. Allerdings glaube ich mit Annegret Ehmann, dass Aufklärung und Information ein „Klima" verändern bzw. beeinflussen kann. Nicht einen Einzelnen ändern. 60
7. Fazit
Der Besuch des Mahnmals muss verbunden sein mit einem Besuch des „Ortes der Information“.
Diese gelungene Ergänzung des Mahnmals ist genau das, was sein Titel verspricht: ein Ort, an dem die Informationen zum Holocaust im direkten Kontakt zum oberirdischen, architektonischen Mahnmal stehen und fast körperlich zu begreifen sind; denn „ohne die historische Erinnerung...wird auf Dauer jedes abstrakte Denkmal seine Wirkung als Zeichen gegen das Vergessen verlieren“ 61 .
Und, „dass das Mahnmal nicht völlig dem Grauen enthoben ist, an das es erinnern soll, ist vor allem dem - nachträglich - eingefügten "Ort der Information" zu verdanken“. 62
Allerdings kann und darf der „Ort der Information“ nicht als Ersatz für die o.g. erzieherischen und inhaltlichen Arbeiten im schulischen Geschichtsunterricht dienen. Er soll m.E. die kongeniale Ergänzung sein, denn
„Wenn man aus dem „Ort der Information“ wieder an die Oberfläche tritt
über eine andere Stiege, die wieder mitten hineinführt ins Stelenfeld,
dann hat sich dieses Stelenfeld verändert.
Das ist nicht mehr bloß Beton, der hier verbaut wurde.
Mit den Stelen treten Geschichten an die Oberfläche,
die zu erzählen längst überfällig waren.“ 63
60 vgl. Ehmann, Annegret, Erziehung nach Auschwitz" oder „Holocaust Education". Entwicklungen, Möglichkeiten und Grenzen, in: polis 4/2001, S. 7-9 61 Paul Spiegel, Vorsitzender des Zentralrats der Juden, Rede zur Eröffnung des Mahnmals, Berlin, 10.05.2005 62 Severin Weiland, 2711 Stelen gegen das Vergessen, www.spiegel.de/politik/deutschland/, v. 12.05.05, S. 2 63 Oliver Elser, Geschichten in Beton, in: Architektur: Profil.at 21/05 das online-magazin österreichs
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Literaturverzeichnis
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ddp Berlin, Meldung vom 06.05.2005: «Ort der Information» vorgestellt, unter: http://www.freiepresse.de/Texte/Nachrichten/Kultur/Texte/220431.html, Besucherservice der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Flyer, Berlin 2005
N.N., 16 Jahre Planung, in: Die Welt v. 10.05.2005
N.N., Den Opfern ein Gesicht geben, Bönningheimer Zeitung vom 11.05.2005
Titelfoto
aus: Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Hrsg.), Materialien zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin, 2005
alle übrigen Fotos
Lepkowski, aus: Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas (Hrsg.), Materialien zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin,
2005
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Arbeit zitieren:
Frieda Fredeweß Hagemann, 2006, "Tropfsteinhöhle der Erinnerung", München, GRIN Verlag GmbH
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Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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