Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
0. Vorwort 3
1. Einleitung 4
2. Begriffsklärung und Definition 5
3. Unterschiede zwischen der Borderline-Persönlichkeitsstörung und psychischen und
neurotischen Persönlichkeiten im Kindes und Jugendalter 6
4. Borderline-Ansgt 8
5. Regulationsstörungen der affektiven Entwicklung 10
5.1 Die Unfähigkeit, Wut zu kontrollieren 11
5.2 Impulsives Verhalten und deren Folgen 12
5.3 Affektive Instabilität 13
6 . reflexiv-emotionale Regulationsstörung 14
6.1 Spaltung 14
6.2 Primitive Idealisierung 15
6.3 Entwertung 15
6.4 Omnipotenz 16
6.5 Projektive Identifizierung und Identifizierung mit dem Angreifer 16
7. Regulationsdefizite in der Realitätsorientierung 18
7.1 Selbstwerterleben 18
7.2 Beziehungsgestaltung 19
7.3 Pseudologia phantastica und Münchhausen-Syndrom 19
7.4 Realitätsverlust und präpsychotische Episoden 20
7.5 Realitätsinadäquate Phantasien und Substanzenmissbrauch 20
8. Selbstwertzerstörung 22
9. Resümee 23
10. Literaturverzeichnis 25
11. Anhang 26
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0. Vorwort
Mit dem Begriff Borderline bin ich das erste Mal durch eine Bekannte in Berührung gekommen. Sie erzählte mir von ihrer Nachbarin, zu der sie eine enge, freundschaftliche Beziehung habe und benannte in diesem Zusammenhang die These, sie glaube ihre Nachbarin habe das Borderline-Syndrom. Da ich nicht wusste, worum es sich dabei handelt, definierte sie mir diese Persönlichkeit als einen „schwarz-weiß“ denkenden Menschen. Entweder ist man Freund oder Feind. Des Weiteren tauchte diese Begrifflichkeit im Rahmen der AZO Werkstatt auf. Bei einem Seminarexkurs in die Treberhilfe Schöneberg wurde ebenfalls die Problematik der Borderline-Klienten thematisiert. Daraus entwickelte sich mein Interesse an dieser Störung und ich begann zu recherchieren.
Da ich bereits 1 ½ Jahre mit Kindern und Jugendlichen zusammen in einem Jugendclub gearbeitet hatte, legte ich meinen Schwerpunkt auf die Borderline-Störung im Kindes und Jugendalter. Für mich stellte sich die Frage, woran man die Borderline-Persönlichkeit erkennt? Welche Merkmale weisen daraufhin, dass ein Kind oder Jugendlicher daran erkrankt ist und für meine Praxisarbeit im Jugendclub, wollte ich herausfinden, welche Verhaltensweisen jemand zeigen muss, um den Kriterien einer Borderline-Störung zu entsprechen?
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1. Einleitung
„Vielen Kinderpsychotherapeuten und Kinderpsychiatern sind Kinder bekannt, die extreme Ängste haben, bei Frustrationen altersunangemessen reagieren, impulsiv, aggressiv und häufig selbstschädigend agieren, zwischen Größenphantasien und Selbstwertproblemen schwanken, Schwierigkeiten im Umgang mit der Realität haben und zwischen verschiedenen Entwicklungsniveaus pendeln. [Sie] inszenieren […] ihre Störungen durch Impulshandlungen, Aktionen oder Somatisierungen. […] Häufig bekommen sie die Diagnose ‚Borderline‘.“ 1 Diese Persönlichkeitsstörung wird wohl immer öfter diagnostiziert werden, da Vernachlässigung, Misshandlung, körperliche Gewalt und Verwahrlosung in unserer heutigen Gesellschaft schon fast an der Tagesordnung stehen. Immer öfter hört man in den Medien von Kindern die alleingelassen worden sind, die Eltern weggegangen sind, da es ihnen zu viel mit dem Kind wurde. Dies sind alles begünstigende Faktoren zur Entwicklung des Borderline-Syndroms.
Die vorliegende Hausarbeit thematisiert die Borderline-Persönlichkeitsstörung im Kindes-und Jugendalter. Dabei sollen vor allem die Erscheinungsformen dieser Störungen näher erläutert werden. Einleitend erhält man eine kurze Begrifflichkeitsdefinition. Um in die Problematik der Borderlineklienten einzusteigen, werden im folgendem Abschnitt die Unterschiede zwischen psychotischen, neurotischen und der Borderline-Persönlichkeit benannt. Danach wird die so genannte „Borderline-Angst“ beschrieben, um ein umfassendes Bild dieser Störung zu vermitteln. Die nachfolgenden Kapitel umfassen die Regulationsstörungen in verschiedenen Bereichen der affektiven Entwicklung, der reflexivemotionalen Ebene, der Realitätsorientierung und der Selbstwertstörung. Schließlich wird in der Zusammenfassung noch ein kurzer persönlicher Ausblick über die Thematik der borderlinegestörten Kinder und Jugendlichen gegeben.
1 Vgl. Dieplod 1994, S. 1
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2. Begriffsklärung und Definition
Borderline stammt aus dem Englischen und bedeutet Grenzlinie. Dabei handelt sich um eine Persönlichkeitsstörung, welche zwischen den Grenzen von Neurose und Psychose eingeordnet werden kann. 2
Das Borderline-Syndrom ist eine „relativ überdauernde Beeinträchtigung des Selbstbildes, der Stimmung und zwischenmenschlicher Beziehungen, die sich in beruflichen und/oder privaten Lebensbereichen nachteilig auswirken. Das Borderline-Syndrom umfasst Unsicherheiten, Schwierigkeiten der Orientierung an langfristigen Leistungs- und Zielvorstellungen, Schwankungen zwischen Überbewertung und Abwertung, erhöhte Reizbarkeit und Aggressivität im Wechsel mit Angstmanifestationen und - in Extremfällen - Selbstmorddrohungen“. 3
„Borderliner“ führen ein chaotisches und rücksichtsloses Leben, dass gekennzeichnet ist durch instabile, aber trotzdem intensiven Beziehungen, Impulsivität, Wut, Ärger, Identitätsstörungen und suizidales Verhalten. 4 Die Klassifikationssysteme ICD-10 und DSM-IV versuchen dieses Krankheitsbild mit entsprechenden Merkmalen von anderen Persönlichkeitsstörungen abzugrenzen (siehe Anhang).
2 Aus: http://kdo-mg.medical-guide.net/deutsch/P/Psychiatrie/BorderlineSyndrom/WasistdasBorderlineSyndrom/ index_1.html
3 Vgl. Fröhlich (2002), Stichwort: Borderline-Syndrom
4 Vgl. Kernberg, Weiner, Bardenstein (2001), S. 147
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3. Unterschiede zwischen der Borderline-Persönlichkeitsstörung
und psychischen und neurotischen Persönlichkeiten im Kindes
und Jugendalter
Bereits jetzt wird deutlich wie komplex diese Störung ist und die Diagnostik nach ICD-10 oder DSM-IV nicht gerade einfach ist. Besonders da es sich nicht um ein konkretes spezifisches Merkmal handelt, nachdem man in einer Persönlichkeit sucht, sondern um viele Merkmale, die nur durch ihr Zusammenspiel das Gesamtbild der Borderline-Persönlichkeitsstörung ergeben. Daher möchte ich auf die Unterschiede zu anderen Persönlichkeitsstörungen eingehen, um die Borderline-Symptomatik näher zu erläutern. Besonders bei Kindern ist das Fortbestehen neurotischer Verhaltensweisen, die einer früheren Entwicklungsphase angehören, sichtbar. Die Problematik liegt dabei darin, die normalen, alterstypischen Entwicklungsschwierigkeiten von den borderline Symptomen zu unterscheiden. In der Adoleszenzphase, welche besonders durch Depressionen, Angst, Identitätskrisen und neurotischen Konflikten mit Autoritäten geprägt ist, sind diese Verhaltensweisen deutlich schwerer und chronisch bei borderlinegestörten Jugendlichen als bei normalen Teenagern in dieser Phase. 5
Die Borderline-Persönlichkeitsstörung tritt in verschiedenen Bereichen auf und zeigt sich deutlich in schlechten Beziehungen zu Gleichaltrigen oder Geschwistern, durch eine ungleichmäßig frühe Entwicklung und Defiziten bei schulischen Leistungen. Ebenso bilden eine unsichere Identität und ein instabiles Selbstkonzept ein Indiz für eine Borderline-Störung. Oft ist mit einer Borderline-Störung auch eine organische Beeinträchtigung verbunden, die die Behandlung und Diagnose erschwert. 6
F.C. Verhulst versuchte die Unterschiede zwischen Borderline-Kindern und psychisch und neurotisch gestörten Kindern zu erforschen. Dabei entstand folgendes Bild vom borderline Typus: „Das Kennzeichen der Borderline-Kinder war die völlige Ausschaltung der Angst, Primärprozessdenken, wechselnde Ebenen der Ich-Funktion, Identitätsstörung, primitive Abwehrmechanismen, mikropsychotische Zustände, unzureichend funktionierendes Über-Ich, motorische Auffälligkeiten, auffällige Aktivität der Phantasie und Diskrepanz zwischen Interessen bzw. Begabung und der tatsächlichen Funktionsfähigkeit“. 7
5 Vgl. Kernberg, Weiner, Bardenstein (2001), S. 149
6 Vgl. Kernberg, Weiner, Bardenstein (2001), S. 152 f
7 Kernberg, Weiner, Bardenstein (2001), S. 154
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Das Beziehungsmuster ist gekennzeichnet von „Rückzug und [dem] Gegenteil davon -Fordern, Anklammern und das Herstellen von nicht vorhersehbaren Beziehungen“. Ein signifikanter Unterschied lag noch in der Identitätsstörung, welche bei borderlinegestörten Kindern und Jugendlichen vorlag, jedoch nicht bei der neurotischen Persönlichkeitsstörung. 8 Im Gegensatz zu psychotischen Kindern und Jugendlichen sind „Bedürftigkeit, Anklammern und unvorhersehbare Beziehungen, primitive Abwehrmechanismen, wechselnde Ebenen der Ich-Funktion, mikropsychotische Zustände und Einsamkeitsgefühle, sowie eine von paranoidem Misstrauen geprägte Phantasieaktivität“ Kennzeichen der Borderline-Störung. Psychotische Kinder zeigen dagegen häufiger Rückzugsverhalten und Zurückhaltung im Kontakt mit anderen Menschen. 9
Borderlinegestörte Kinder und Jugendliche zeigen demnach eine Bandbreite an Symptomen aus sämtlichen Bereichen der psychischen Funktionen, aber auch Störungen in der Motorik gehören zum Störungsbild der Borderliner. Das eigentliche Ausmaß der Krankheit wird erst nach ausführlicher diagnostischer Evaluation und Psychotherapie festgestellt, da es zunächst nur nach einer leichten oder mittelstarken Störung aussieht. 10
„Bei Kindern mit ADS/ ADHS, Störungen des Sozialverhaltens mit Aggressivität bei unzulänglicher Sozialisation, bei Störungen des Sozialverhaltens ohne Aggressivität bei unzureichender Sozialisation, sowie bei Störungen des Sozialverhaltens mit Aggression bei ausreichender Sozialisation [wird] eine Borderline- Persönlichkeits [-störung] vermutet“. 11 Aber auch „Trennungsstörungen, Überängstlichkeitsstörungen, schizoider Störung in der Kindheit, elektivem Mutismus, Identitätsproblemen, dissoziativen Störungen und Essstörungen, wie Anorexia nervosa und Bulimie“ sind Anzeichen für eine Borderline-Störung. Häufig sind auch Entwicklungsstörungen, wie Lese-Rechtschreib-Schwächen und Sprachentwicklingsstörungen mit oder ohne ADS/ADHS Indizien für eine Borderline-Erkrankung. 12
Jedoch wird Borderline nicht oft bei Kindern diagnostiziert, weil die Wissenschaft der Auffassung ist, es gäbe keine Persönlichkeitsstörung zwischen dem 6. und 12. Lebensjahr, da sich die Persönlichkeit erst in der Adoleszenz entwickeln würde. Aber das DSM-IV sieht vor, dass sobald alle Kriterien einer Borderline-Störung auf eine Person zu treffen, es auch bei ihm diagnostiziert werden kann, unabhängig vom Alter dieser Person. 13
8 Vgl. Kernberg, Weiner, Bardenstein (2001), S. 154
9 Vgl. Kernberg, Weiner, Bardenstein (2001), S. 154 f
10 Vgl. Kernberg, Weiner, Bardenstein (2001), S. 155
11 Kernberg, Weiner, Bardenstein (2001), S. 155
12 Vgl. Kernberg, Weiner, Bardenstein (2001), S. 156
13 Vgl. Kernberg, Weiner, Bardenstein (2001), S. 156
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4. Borderline-Ansgt
„Wer kennt sie nicht - Kinder und besonders Jugendliche mit unerklärlichem Verhalten: In Worten und Handlungen geben sie sich aggressiv, fügen sich selbst mutwillig Verletzungen zu, konsumieren Drogen, begehen Diebstähle und Körperverletzungen, und sie zeigen bedrohlich-erpresserisch anmutende Symptome oder Erkrankungen [...]“. 14
Diese genannten Erscheinungsbilder der Borderline-Persönlichkeitsstörung sind auf die Borderline-Angst zurück zu führen. Es handelt sich dabei um eine zweifache Angst, die zum einem das Verlassensein und zum anderen das Verlassenwerden impliziert. Nach dem DSM-IV ist dies ein wesentliches Kriterium: tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden. 15
Die Ursachen für diese Entwicklung beruhen auf verschiedenen Erklärungsansätzen, die jedoch alle auf die Säuglingsforschung zurückgehen. Dabei wurde festgestellt, dass eine frühe Angstentwicklung bei Borderline-Patienten nicht entscheidend ist und daher nicht zwingend traumatische Erlebnisse in der Kindheit vorkommen müssen, sondern diese Angst eher durch eine Disharmonie in der Interaktion von Bezugspersonen und Kind hervorgerufen wird. Diese findet sich meist in einer traumatisierenden Disharmonie in der Mutter-Kind-Interaktion wieder, zum Beispiel eine mangelhafte, emotionale Begleitung des Kindes durch die Mutter.
16
Aber auch eine Disharmonie des intuitiven Elternverhaltens in den ersten Wochen und Monaten kann zu einer Nicht-Entstehung der Affektkontinuität, beim Säugling, führen und damit zu einer Borderline-Angst. Die reale Trennungsangst kann erst mit dem Beginn der Lokomotion und Bindungsentwicklung (6. bis 8. Monat) entstehen. Die phantasierte Verlassensangst kann sich ab dem 10. Monat entwickeln und setzt eine frühe Lernerfahrung und subjektive Verarbeitungsqualität voraus, die einer realen Trennungsangst vorausgeht. Beide Ängste führen zu einer gesteigerten Empfindsamkeit des Kindes. 17 Die Folge aus den erlebten Gefühlen, ist eine frühe Entwicklung einer Bindungsorganisation und einer unsicheren Bindungsentwicklung, die eine emotionale Regulationsstörung nach sich zieht. Diese Regulationsstörung hat Einfluss auf eine spätere Beziehungsgestaltung, auf die Wahrnehmung anderer Personen und das Erleben der eigenen Person. 18 Durch die Erwartungsangst verlassen zu werden oder zu sein, wird beim Kind mit ständiger Einsamkeit, Schutzlosigkeit, Bedrohung, Verlassenheit, Vernachlässigung und Missachtung
14 Hofmann 2002, S. 25
15 Vgl. Hofmann 2002, S. 28
16 Vgl. Hofmann 2002, S. 28 ff
17 Vgl. Hofmann 2002, S. 30
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gerechnet, dabei ist die Angstentwicklung nicht kontinuierlich steigend, sondern diffus und ungerichtet. Diese beschriebene Gefühlswelt wird auch als Borderline-Angst bezeichnet und ist ein zentraler Affekt der Borderline-Störung. 19
Wie bereits oben erwähnt, ist die Borderline-Angst nicht zwingend an Realtrauma gebunden, jedoch provozieren Vernachlässigung, emotionale Nichtverfügbarkeit von Bezugs- oder Schutzpersonen, Androhung von Weggabe, körperliche Sanktionen und familiäre Tabuisierung diese Angst. Dabei fühlt sich das Kind hilflos und kann aggressive Mechanismen, als emotionale Regulation, auslösen. 20 Wut und Hass prägen die Borderline-Angst in der Beziehungsgestaltung. Das Erscheinungsbild im Kindes und Jugendalter ist meist durch aggressiv-destruktive, selbstdestruktive, klammernde und manipulativ-intrigierende Verhaltensweisen
gekennzeichnet. Dies steht eng im Zusammenhang mit einer Selbstwertstörung und Gefühlsdefiziten. Im weiteren Verlauf löst die Borderline-Angst soziale Untauglichkeit, missglückte Anpassungs- und Kompensationsversuche in der Beziehungsgestaltung aus. Diese Angst wird durch Unstetigkeit und Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen sichtbar und ist zum einem geprägt durch die Suche nach Nähe, Bestätigung, Schutz und Halt und zum anderem durch die Angst vor Nähe, Enttäuschung, vor dem Gefühl abgelehnt und zurückgestoßen zu werden. Besonders auffällig ist, dass soziale Kontakte nicht lange ausgehalten werden können und demzufolge eine Integration kaum möglich ist. Daher ist es nicht wunderlich, dass das Wort „Gruppenunfähigkeit“ mit dem Beginn des 3./4. Lebensjahres oft in Beurteilungen vorkommt. 21
Die Borderline-Angst repräsentiert die innere Welt der Betroffenen. Kinder und Jugendliche können jedoch nicht direkt und verbal ihre Angst äußern. Dies hat Auswirkungen auf die Wahrnehmung, das Erkennen und Ausdrücken von Gefühlen gegenüber anderen Personen. Daraus folgt eine Produktion von Symptomen mit denen das Selbstempfinden und die Beziehungsgestaltung reguliert werden kann. 22
Im folgendem werden die Regulationsstörungen der affektiven, reflexiv-emotionalen Ebene näher erläutert, sowie Regulationsdefizite in der Realitätsorientierung und die borderlinetypische Selbstwertstörung beschrieben.
18 Vgl. Hofmann 2002, S. 31 f
19 Vgl. Hofmann 2002, S. 32
20 Vgl. Hofmann 2002, S. 32
21 Vgl. Hofmann 2002, S. 32 ff
22 Vgl. Hofmann 2002, S. 34
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5. Regulationsstörungen der affektiven Entwicklung
Das Verhalten von borderlinegestörten Kindern und Jugendlichen hat ihre Ursache in der Borderline-Angst, welche sich in extrovertierten Verhaltensstrategien widerspiegelt, zur Übertragung der inneren Konflikte auf die Beziehungswelt. Die Borderline-Angst wird dann aktiv, wenn Verlassenheits-, Trennungs- und Bedrohungsängste phantasiert oder real erlebt werden. Die Verhaltens- und Reaktionsweisen auf diese Angst sind unterschiedlich und variieren in ihrer Intensität. 23
Bei Regulationsstörungen in der affektiven Entwicklung werden zwei verschiedene Verhaltenstrategien beobachtbar. Zum einem können dies aggressive, impulsive Verhaltensweisen sein, die unkontrolliert-destruktiv, selbst- und fremdgefährdenden sind. Sie wirken meist inadäquat, unreif und stark regressiv. Dabei handelt es sich um Störungen in der Wahrnehmung und im Ausdruck von Gefühlen, sowie der Realitätsprüfung. Die Realität ist stark subjektiv und deshalb von den jeweiligen Gefühlen in einer Situation bestimmt. Daher ist der Grad der sozialen Anpassungsfähigkeit und Integration nur sehr gering. 24 Zum anderen können manipulative und intrigierte Verhaltenweise beobachtet werden. Dabei werden Personen bewertet und eingesetzt (manipuliert), um die Borderline-Angst zu verringern. Dies erfordert eine bessere Realitätsorientierung, da die Person in der Lage sein muss, seine Situation zu erkennen und nach seinen Bedürfnissen zu handeln. Wahrnehmung, Bewertung und die Fähigkeit, seine Gefühle auszudrücken, basieren auf einer Fehlregulation des Emotionsbereichs der pathologischen Ausprägung. 25
Im Verlauf der Entwicklung setzt sich irgendwann eine Strategie durch, dagegen findet im Kindes- und Jugendalter ein ständiger Wechsel statt. Die Erklärungsansätze für dieses Phänomen gehen jedoch auseinander, während die eine Theorie darauf beruht, dass die Kinder aufgrund ihrer Instabilität einmal altersentsprechend, ein anderes Mal kleinkindhaftregressiv und dann wieder frühreif reagieren, meinen andere Forscher, es diene der Erprobung der verschiedenen Wirkungsweisen der Strategien. Unabhängig welche Methode bevorzugt wird, sind borderlinegestörte Kinder und Jugendliche gekennzeichnet durch ihr inneres subjektives Erleben, welches sich im Entwicklungsverlauf durch Intensität und Qualität des Gefühls einer Strategie anschließt. 26
23 Vgl. Hofmann 2002, S. 39
24 Vgl. Hofmann 2002, S. 40
25 Vgl. Hofmann 2002, S. 40
26 Vgl. Hofmann 2002, S. 40 f
10
Weiterhin verändert die Borderline-Angst die affektive Steuerung, die mentale Reflexion und die emotionale Bewertung der eigenen Person, sowie gegenüber anderen Personen. Aber auch die Ausdrucksfähigkeit und Konfliktregulation werden durch die Borderline-Angst beeinflusst. 27
Ebenso frühzeitig in der Entwicklung der Borderline-Angst, entstehen Regulationsmechanismen, die der Kompensation dieser Angst und dem Spannungsabbau dienen. Im Folgenden werden die verschiedenen Ebenen dieser affektiven Regulationsstörungen erläutert, um die Erlebniswelt der borderlinegestörten Kinder und Jugendlichen zu verdeutlichen.
5.1 Die Unfähigkeit, Wut zu kontrollieren
Hierbei handelt es sich um eine Folge der Borderline-Angst, die zur Unfähigkeit über die Kontrolle der Wut beiträgt. Aus psychologischer Sicht wird auch von einer Frustrationsintoleranz gesprochen, was bedeutet, innere Spannungen über eine längere Zeit nicht aushalten zu können. Im Jugendalter spricht man auch von einer Ambiguitätstoleranz, welche die Fähigkeit, Vieldeutigkeit und Unsicherheit zur Kenntnis zu nehmen und zu ertragen, meint. Diese Intoleranz trägt dazu bei, dass eine Störung im reflektieren der Gefühle entsteht. 28
Bei Kindern zeigt sich diese Unfähigkeit in trotzigen Verhaltensweisen wieder, die auffällig im 6. bis 10. Lebensjahr kleinkindhaft und regressiv, dementsprechend nicht altersgerecht, geäußert werden. Dies bedeutet nicht, dass jedes trotzige Kind eine Borderline-Störung hat, sondern vielmehr, dass das Ausmaß der Trotzreaktion eine tragende Bedeutung hat. Dabei handelt es sich um extreme und unangemessene zornige Reaktionen der Kinder, die bereits seit frühester Kindheit existieren. 29
„Diese Kinder rasten völlig aus“ 30 . Besonders dann, wenn Begrenzungen, Konsequenzen und Verbindlichkeiten verlangt werden, kommt es oft zu falschverstandenen Beziehungsbotschaften, wobei sich die Eltern dieser nicht bewusst sind, doch beim Kind kommt nur an: „Du tust dies, weil du mich nicht mehr liebst“ 31 . Im Jugendalter wird durch den pubertätsbedingten Abnabelungsprozess vom Elternhaus, eine Auslösesituation
27 Vgl. Hofmann 2002, S. 42
28 Vgl. Hofmann 2002, S. 44
29 Vgl. Hofmann 2002, S. 44
30 Hofmann 2002, S. 45
11
geschaffen, die zu massiven Gefühlsausbrüchen führt und meist mit einer angedachten Fremdbetreuung in Verbindung steht. 32
5.2 Impulsives Verhalten und deren Folgen
„Impulsivität oder [der] Verlust von Impulskontrolle bilden ein […] komplexes Störungsmuster, das sich in unterschiedlichen Bereichen zeigt“. 33 Diese Bereiche umfassen vor allem autoaggressive und selbstdestruktive Verhaltensentwicklungen, sowie fremdaggressive Äußerungen und aggressiv-delinquente Entwicklungen. Bei der autoaggressiven und selbstdestruktiven Impulsivität handelt es sich um selbstentwertende und selbstbeschuldigende Mechanismen, die auf einer vorangegangenen Traumatisierung beruhen (z.B. Misshandlung, Vernachlässigung, unsichere oder desorganisierte Bindungen). Folgen dieser emotionalen Beeinträchtigung ist eine Entwicklung eines subjektiven Bildes des Selbstbezugs und der Selbstbeschuldigung. Weiterhin kann dies zu einer Bindungsstörung mit Rollenumkehr führen, in dem z.B. ein Kind, motiviert durch Trennungsängste, eine überführsorgliche Haltung gegenüber der Mutter oder Geschwistern entwickelt, demzufolge eine Umkehrung der Eltern-Kind-Beziehung beinhaltet. Diese Impulsivität wie eben beschrieben, ist Ausdruck von selbstschädigendem Verhalten und variiert in Qualität und Intensität und ist immer mit negativen bzw. ungünstigen Folgen verbunden. Daher sind körperliche Autoaggression und Selbstmord eher ein Extremfall. Die Ursachen sind vielfältig, nicht eindeutig definierbar und Situationsgebunden. Doch steht diese Selbstzerstörung mit der Überzeugung „böse und nichts wert zu sein“ im Zusammenhang. 34 „Unter autoaggressiven Verhaltensweisen versteht man ein soziales Agieren“ 35 . Bei borderlinegestörten Kindern und Jugendlichen erfolgt die Ankündigung eher auf einer nonverbalen Ebene durch Verhaltensänderungen. Das Besondere beim suizidalen Agieren der Borderliner, ist die Inszenierung des suizidalen Handelns. Auslöser sind meist negative Bindungserinnerungen die zum autoaggressiven Verhalten drängen, die zum Teil auch lebensgefährlich Qualitäten erreichen können. 36
Selbstdestruktives Verhalten umfasst impulsive und selbstschädigende Verhaltensstrategien, die auf der borderlinetypischen Selbstwertzerstörung basieren, mit der Annahme „ich bin böse und wertlos“.
31 Hofmann 2002, S. 45
32 Vgl. Hofmann 2002, S. 45
33 Hofmann 2002, S. 46
34 Vgl. Hofmann 2002, S.49 f
35 Hofmann 2002, S.50
36 Vgl. Hofmann 2002, S.50 f
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Dazu zählen unter anderem Verhaltensweisen, die zum persönlichen Nachteil führen, das bewusste Aussuchen ungünstiger sozialer Kontakte, Weglaufen oder Ausreißen, körperbezogene, selbstdestruktive Verhaltensweisen, Fressanfälle, Störungen der Sexualität und Substanzenmissbrauch. 37
5.3 Affektive Instabilität
Borderlinegestörte Kinder und Jugendliche können unter Stimmungsschwankungen leiden, die abrupt und innerhalb weniger Minuten oder Stunden wechseln. Diese Stimmungen vermitteln einen Eindruck der innerlichen Befindlichkeit und sind oft nicht nachvollziehbar für Außenstehende. Es sind Zustände zwischen Reizbarkeit, Depression, Angst, Euphorie und Gefühlslosigkeit. 38
Die Reizbarkeit ist zurück zu führen auf nicht mehr zu unterdrückende Spannungen, die sich in motorischer Unruhe und verbalen Abreaktionen, die ungehörig, distanzlos-spontan erscheinen, äußert. Eine Depression kann von unterschiedlicher Intensität sein und ist durch das Gefühl der inneren Leere geprägt, die eng mit einer Selbstwertstörung in Verbindung steht. Aggressive oder quälende Schuldzuweisungen und selbstdestruktive Handlungen sind Folgen dieser Stimmungsqualität. Angstzustände drücken sich in körperlichen und psychischen Symptomen aus, welche auf der Borderline-Angst beruhen. Diese Symptome können von einer sozialen Ängstlichkeit bis hin zur zeitlich instabilen Phobien reichen. Ebenso kann diese Angst zu Zwängen bzw. Zwangshandlungen führen, mit dem Versuch sie so zu kompensieren. 39
37 Vgl. Hofmann 2002, S.52
38 Vgl. Hofmann 2002, S. 105
39 Vgl. Hofmann 2002, S. 105 ff
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6. reflexiv-emotionale Regulationsstörung
Diese zweite Ebene der Regulationsstörungen umfasst die Entwicklung des Selbstempfindens, des Selbstgefühl oder des Identitätsgefühls. Dabei wird überprüft, ob Handlungen oder Erfahrungen zu einem selbst oder in den Bezugsrahmen zu anderen passen. Bei der reflexivemotionalen Regulation entsteht das Verhältnis von Bindung und Autonomie und trägt zur Nähe-Distanz-Regulation bei. 40
„Die Identitätsentwicklung umfasst Prozesse der mentalen Reflexion der eigenen Person in ihrem Verhältnis zu anderen und das entsprechende emotionale Erleben, die Erwartung, das Bedürfnisse und Wünsche“ . 41 Aus psychodynamisch-analytischer Sicht werden reflexivemotionale Regulationsstörungen als Abwehrmechanismen bezeichnet, die der Trieb- und Affektabwehr dienen.
6.1 Spaltung
Hierbei handelt es sich um eine Störung in der bindungsspezifischen Identitätsorganisation, welche durch die innere Befindlichkeit und dem subjektivem Erleben gekennzeichnet ist. Dabei wird eine innere Struktur erbaut, die auf der Bewertung früherer Bindungsentwicklung basiert und durch die Borderline-Angst geprägt ist. Im Wechselverhältnis zu dieser Form, ist das Reflektieren über emotionale und mentale Zustände kaum bzw. gar nicht möglich. Daraus folgen innere chaotische Verhältnisse, die zu einer selbststabilisierenden und entängstigenden subjektiven Realität des Selbsterlebens und des Erlebens Anderer führen kann. 42 Die Spaltung ist Grundbaustein aller reflexiv-emotionalen Regulationsstörungen und andere Abwehrmechanismen sind daher nur Spielformen der Spaltung, die die Selbstrealität, die Realität der anderen Personen und die Realität der Interaktion bestimmen. Eine Spaltung ist immer absolut, dass heißt, es gibt keinen Abstufungen, auch nicht situative. Dabei führt die Spaltung zum Erleben von extremen Gefühlszuständen, die nur zwischen gute und böse unterschieden werden können. Dies äußert sich in Selbstverachtung, Selbstbestrafung, Selbstverherrlichung, Selbstbewunderung und Allmachtsgefühlen, die zu einer Störung der Nähe-Distanz-Regulation führen. Auf der Beziehungsebene werden durch die fehlende oder
40 Vgl. Hofmann 2002, S.110 f
41 Vgl. Hofmann 2002, S.111
42 Vgl. Hofmann 2002, S.132 f
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unmögliche Integration reflexiv-emotionaler Bilder, die Beziehung zu anderen erschwert und wirken chaotisch. Daher sind Bezugspersonen entweder gut oder böse. 43
6.2 Primitive Idealisierung
Dieser Abwehrmechanismus hat zwei konstitutive Funktionen. Zum einem werden die verantwortlichen Bezugspersonen, die sonst als eher subjektiv gefährlich wahrgenommen werden, hochgradig idealisiert. Zum anderen wird „bei pathologisch, unsicher- ambivalenten (ängstlichen) Bindungsqualitäten und der Bindungsdesorganisation die ängstlich klammernde Qualität als pathologisch reflexiv-emotionale Realität komplettiert“ 44 . Das heißt, die primitive Idealisierung ist mit Veränderungen in der Beziehungsgestaltung, in der Realitätsorientierung und mit der Realitätsprüfung verbunden. Dabei werden insbesondere zwei Strategien von borderlinegestörten Kindern und Jugendlichen verfolgt. Einerseits entsteht durch die Verführung und andererseits durch die Bindung an Bezugspersonen eine Schutzkompetenz über den „Affekt der Besorgnis“, welche die Borderline-Angst Verlassenzuwerden auflösen kann. Durch die dadurch aufkommenden idealisierten Erwartungsmuster werden innere angstreduzierende Verhältnisse der Entspannung, des Genießens und des Verbundenseins aktiviert. Aber durch diese Nähe wird auch wieder Angst ausgelöst, die zur Verlustangst oder Enttäuschung führt. Häufige Bindungsabbrüche oder Beziehungsprobleme, die durch Spannungen und Konflikte provoziert werden, sind Folgen des Abwehrmechanismus. 45
6.3 Entwertung
Das Prinzip der Entwertung ist das Hilflosmachen der Bezugspersonen. Dabei spielt die starke Sensibilität gegenüber anderen Personen bezüglich ihrer Defizite und Schwächen eine große Rolle. Die Entwertung wird meist subjektiv und gezielt eingesetzt, um Bezugspersonen zu bedrohen, ihnen Angst zu machen bzw. organisatorische Fehler zu unterstellen. Besonders oft wird bei Professionellen diese hilflosmachende Strategie eingesetzt, daher sind gerade dann die individuelle Stabilität des Einzelnen und das gesamte Betreuungssystem wichtig, um dem Borderlinegestörten keine Angriffspunkte zu geben. 46
43 Vgl. Hofmann 2002, S. 133 f
44 Hofmann 2002, S. 136
45 Vgl. Hofmann 2002, S. 137 ff
46 Vgl. Hofmann 2002, S. 139 ff
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Die Entwertung ist im Wesentlichen durch die Beziehungsstörung gekennzeichnet und wirkt als Verstärker der negativen Erfahrungen, die die Kinder und Jugendlichen durch Bindungsabbrüche erlebt haben. Dabei werden Verlust und Ausgrenzung real empfunden und führen zur Aktivierung der Borderline-Angst des Verlassenwerdens. 47
6.4 Omnipotenz
Hierbei handelt es sich um einen Abwehrmechanismus, der den inneren und schützenden Rückzug in die eigene Welt von Größen- und Allmachtsphantasien umfasst. Dieser entwickelt sich bereits im Kindesalter durch die Veränderung der selbsterhöhenden Phantasietätigkeit. Im Jugendalter ist die Trennung zwischen dem borderlinetypischen Omnipotenzerleben und den Phänomenen der Pubertätskrise sehr schwer benennen. Arrogant, aufgesetzt, von oben herab und für die Bezugspersonen abwertend sind einige Verhaltensweisen, die borderlinegestörte Jugendliche zeigen. Im Unterschied zu Identitätsproblemen in der Pubertät, sind bei Borderline-Störungen im Jugendalter instabile Muster der Selbsterlebensweisen von Stärke und Verletzung bzw. Macht und Ohnmacht, Auslöser für das Bemühen der eigenen Unabhängigkeit von anderen bedrohlich erlebten Personen. 48
Motivation für ein solches Verhalten liegt in der Instabilität zwischen Bindungsbemühen und Autonomiestreben. Omnipotenz schützt daher vor Trennungsängsten und ist ein präventiver Abwehrmechanismus, der bei den Helfern zu psychischen Verletzungen führen kann, da eine allgemeine Dankbarkeitserwartung des Helfenden nicht erfüllt wird durch das starke Unabgängigkeitsbestreben. 49
6.5 Projektive Identifizierung und Identifizierung mit dem Angreifer
Der projektive Identifizierungsprozess „äußert sich in einer Objektbeziehungsgestaltung, die von Defiziten in der selbstreflexiven Fähigkeit und in der Reflexion über andere Menschen geprägt ist“. 50 Dabei werden innerseelische Anteile aus der eigenen Psyche gelöscht und auf andere Personen projiziert. Besonders häufig ist zu beobachten, dass eigene Aggressionsinhalte der Bezugsperson zugeschrieben werden, mit dem sie dann ihre eigenen aggressiven Entladungen begründen.
47 Hofmann 2002, S. 141
48 Vgl. Hofmann 2002, S. 141 f
49 Vgl. Hofmann 2002, S. 143
50 Hofmann 2002, S. 143
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Dieses Verhalten ist daher ein Ausdruck für den Wunsch nach einer grenzenlosen Verschmelzung mit der Bezugsperson und führt ebenso zu Ablehnung und Bindungsabbrüchen. 51
Es gibt aber auch Formen der projektiven Identifizierung mit indirekten und vermittelnden aggressiven Gegenübertragungen auf andere Menschen. Dieses Verhalten kann soweit gehen, dass Borderlinegestörte die Rolle eines machtausführenden Organs übernehmen und somit andere Kinder unterdrücken und disziplinieren mit ihren eigenen Kompensationswerten. 52
51 Vgl. Hofmann 2002, S. 144 ff
52 Vgl. Hofmann 2002, S. 146
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7. Regulationsdefizite in der Realitätsorientierung
Diese Defizite sind Ausdruck einer gestörten Dialogfähigkeit und beinhaltet, dass defensivvermeidende Ausweichen vor der Realität. Dabei findet ein Bedeutungswandel in der Wahrnehmung und Deutung von Realitätserlebnissen statt, der zu unterschiedlichen Qualitäten von Identitätserleben und Selbstzuständen führt. Dies können dissoziative Phänomene, Veränderungen der Urheberschaft von Handlungen oder der Kohärenz des Selbsterlebens sein. Folgen sind Autoaggression und Selbstdestruktion, sowie Realitätsbeeinträchtigungen die bis hin zum zeitweiligen Realitätsverlust führen können. Aus dieser massiven Realitätsbeeinträchtigung resultiert, dass der Realitätsbezug und damit die Fähigkeit angemessen Handeln zu können kaum mehr möglich ist. 53
Jedoch bleibt bei dieser Störung ein Minimum an Realitätsprüfung erhalten bzw. besteht der Realitätsverlust nur über einen kurzen Zeitraum. Zumeist findet diese Störung in der Ebene der interpersonellen Wahrnehmung und der Wahrnehmung der eigenen Person statt, welche durch unterschiedliche Intensität gekennzeichnet ist. Diese Intensität bestimmt die Qualität der Reaktion, die intrigant idealisierenden und verführenden Autoaggressionshandlungen umfasst. 54
Speziell die sozialen Strukturunterschiede sind entscheidend für die Realitätsprüfung. „Soziale Räume von vermittelnden Trennungs- oder Bedrohungsqualitäten oder das Maß der Integration, Toleranz und Akzeptanz können als Ausdrucksformen solcher Strukturunterschiede angesehen werden“ 55 . Dies kann zu Unterschieden in der Fähigkeit der Realitätsprüfung führen.
7.1 Selbstwerterleben
Bei Realitätsdefiziten bezüglich des Selbstwerterlebens handelt es sich um Größen- und Machtphantasien, welche Realitätsfern oder -fremd sind und das Gefühl, böse, ungeliebt und unwert zu sein reduzieren. Im Gegensatz zu alterstypischem Phantasieerleben, ist bei der Borderline-Störung das Erleben und Fühlen der Phantasie stabil und zeitüberdauernd. „Diese Phantasien werden expansiv mit inadäquatem Darstellungsstreben ausgelebt“.
53 Vgl. Hofmann 2002, S. 147
54 Vgl. Hofmann 2002, S. 148
55 Hofmann 2002, S. 148
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Kinder und Jugendliche werden oft als lächerlich oder bedrohlich wahrgenommen während sie in ihrer Phantasiewelt agieren. 56
Bei realitätsfremden Phantasien erleben sie sich als schuldig und unwert. Häufig sind sie Opfer von Gewalt oder sexuellem Missbrauch. Selbstdestruktive Handlungen werden zelebriert und als Akt der Selbstbestrafung offenbar genossen. Dabei ist die Kernhandlung, das Erleben des fließenden Blutes bei scheinbarer Schmerzlosigkeit. 57
7.2 Beziehungsgestaltung
Hierbei erzeugen realitätsfremde oder realitätsferne Phantasien zeitüberdauernd ein Bild von bestimmten Bezugspersonen. „Meist beinhalten diese stabilen, realitätsinadäquaten, pathogenen Phantasien Wunschbilder von positiven Bindungserinnerungen aus der Vergangenheit oder Bindungswünsche für die zukünftige Entwicklung“ . Im Mittelpunkt der Beziehungsphantasien stehen meist andere Kinder und Jugendliche, aber auch Eltern bzw. Verwandte. Negative Erlebnisse werden gänzlich ausgeblendet und die Realität kaum noch wahrgenommen. 58
7.3 Pseudologia phantastica und Münchhausen-Syndrom
Unter Pseudologia phantastica wird das phantastische, zwanghafte und unkontrollierte Lügen verstanden. Die Betroffenen verspüren dabei einen Drang nach einer lügenhaften Selbstdarstellung, an dem sie schlussendliche selbst dran glauben. Teilweise werden ganze Lebensgeschichten phantasiert, Bilder mit eigener Dramaturgie entwickelt und voller überzeugender, emotionaler Leidenschaft vorgetragen. 59
Beim Münchhausen Syndrom geht es um Selbstmanipulation von Krankheitssyndromen und steht eng im Zusammenhang mit der Pseudologia phantastica. Dabei werden körperliche und psychische Krankheitssymptome vorgetäuscht, übertrieben und künstlerisch erzeugt, um eine Aufnahme oder Behandlung im Krankenhaus zu erreichen. Diese manipulative Absicht setzt eine gewisse Planung voraus, ebenso auch Kenntnisse über Krankheitsbilder, deren Verläufe und Komplikationen. 60
56 Vgl. Hofmann 2002, S. 149
57 Vgl. Hofmann 2002, S. 149
58 Vgl. Hofmann 2002, S. 150 f
59 Vgl. Hofmann 2002, S. 157 f
60 Vgl. Hofmann 2002, S. 159
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Beide Syndrome haben einen psychodynamischen Hintergrund und sind Merkmal für eine gestörte Entwicklung in der Kindheit. Sie wirken selbstwertstabilisierend und die Betroffenen erhalten durch ihr Erscheinungsbild mehr Beachtung. Durch die Phantasiewelt von real erlebten Lügen, von Träumen und Illusionen entsteht eine bestimmte Befriedigung eigener Wünschen und Bedürfnissen. Bedeutend hierbei ist, dass es sich nicht um Störungen in der Wahrnehmung, des Denkens und der Affekte handelt, sondern um die Entwicklung von Lügengebäuden und Simulationsmechanismen. 61
7.4 Realitätsverlust und präpsychotische Episoden
Hierbei handelt es sich um Störungen in der Wahrnehmung, des Denkens und der Affekte. Es sind zeitlich begrenzte Zustände, in denen ein eigentümliches oder exzentrisches Verhalten gezeigt wird. Diese Denkstörungen sind meist umständlich, zähflüssig, stereotyp, gekünstelt, zerfahren oder bizarr. Aber auch Zwangsdenken gehört zu den präpsychotischen Episoden und äußert sich in Aussagen, die nicht dem situativen Inhalt entsprechen. Diese Gedanken sind beeinflusst von unrealistischen Ideen und Inhalten, die affektiv besetzt sind. 62 „Die Wahrnehmung ist geprägt von Illusionen, mit Umdeutungen wirklich vorhandener Sinneseindrücke und der intensiveren Form der Wahrnehmungs- oder Sinnestäuschung, Halluzination, der eine Wahrnehmungsveränderung ohne reale Sinnesreize zugrunde liegt “. 63 Aus affektiver Sicht wird besonders eine Gefühlslosigkeit sichtbar, die einen Mangel an situationsadäquaten Gefühlsrektionen nach sich zieht. Wesentlich ist das es sich bei borderlinegestörten Kindern und Jugendliche, bei denen eine schwere Form der Realitätsprüfung vorliegt, um eine grenzwertige Annäherung an die Schizophrenie handelt, jedoch wird diese Form nicht oft diagnostiziert. 64
7.5 Realitätsinadäquate Phantasien und Substanzenmissbrauch
Bei unreifen, regressiven, aggressiv-impulsiven und narzisstischen borderlinegestörten Kindern und Jugendlichen wird ein hoher Suchtmittelgebrauch verzeichnet. Ziel des Konsums ist die Angst- und Spannungsreduktion der Borderline-Angst.
61 Vgl. Hofmann 2002, S. 162 f
62 Vgl. Hofmann 2002, S. 163
63 Vgl. Hofmann 2002, S. 164
64 Vgl. Hofmann 2002, S. 165
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Solche starken Defizite sind ebenso in der Realitätsorientierung, der Realitätsprüfung und der Selbstreflexivität wieder zu finden. Der Missbrauch soll helfen die inneren Spannungszustände zu unterdrücken. Reifere Borderlinegestörte nutzen die berauschenden, euphorisierenden und stimulierenden Wirkungen zur Verstärkung der realitätsadäquaten Phantasien. Hofmann geht davon aus, dass 80 % der borderlinegestörten Jugendlichen zu Suchtmitteln greifen, um das Selbstwertgefühl zu stabilisieren und die Beziehungsgestaltung zu verbessern. 65
65 Vgl. Hofmann 2002, S. 169 f
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8. Selbstwertzerstörung
Bei der Selbstwertstörung handelt es sich um die Entwicklung eines frühzeitigen Bildes von sich selbst. Dieses Bild umfasst Grundüberzeugungen von denen der Betroffene nicht ins Gegenteilige überzeugt werden kann. Dabei wird davon ausgegangen, dass es sich bei dieser tief empfundenen Wertlosigkeit, um ein traumatisches Erlebnis in der Bindungserfahrung handelt, die die Erfahrung von Einsamkeit, Enttäuschung, Verlassenheit, Mangel an Schutz und Geborgenheit beinhaltet. Bei Kindern und Jugendlichen ist die emotionale Erlebniswelt von Ohnmacht, Ratlosigkeit, Resignation und Verlassenheitsüberzeugungen, die mit einer scheinbaren Gefühlsarmut geäußert wird und als Selbstschutz dient, gekennzeichnet. 66
66 Vgl. Hofmann 2002, S. 177 f
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9. Resümee
„Man bezeichnet sie fast abfällig als ‚Pendelkinder‘ [...]. Mit aggressiven, selbstdestruktiven und delinquenten Verhaltensweisen [...] werden [sie] oft frühzeitig zu ‚Wanderern‘ zwischen Elternhaus, Jugendhilfe, Psychiatrie und Strafsystem“ mit diesem Titel wird das Buch von Roland Hofmann auf der Rückseite umschrieben. Es umfasst genau jenes Verhalten das Kinder und Jugendliche mit einer Borderline-Störung haben. Jedoch muss man sich bewusst machen, dass dies nur die Symptomatik beschreibt und nicht das ganze Ausmaß dessen Verhalten, welches in der Realität gezeigt wird. Dies ist der Punkt an dem ich mich befinde. Ich habe mich gründlich mit dem theoretischen Hintergrundwissen über Borderline-Persönlichkeiten befasst, aber ich würde nicht behaupten können nun einen Jugendlichen danach einschätzen zu können.
Die Symptome der Borderline-Persönlichkeit sind so vielfältig und unterschiedlich in ihrer Intensität bzw. Ausprägung, dass es mir nicht leicht fällt in einem Satz zu umschreiben, was diese Störung nun ausmacht.
In den 6 Wochen in denen ich mich mit der Borderline Problematik beschäftigt habe, ist mir eines bewusst geworden, sobald man sich mit Krankheitsbildern auseinandersetzt, beginnt man sich selbst zu analysieren, ob nicht das ein oder andere Merkmal auf einen selbst zu trifft. Manchmal konnte ich genau dieses Verhalten bei mir beobachten, dabei überlegte ich, ob ich während meiner Kindheit und Jugendzeit borderlinetypische Verhaltensweisen zeigte, kam jedoch zum Schluss, dass bei mir schon ähnliches Verhalten beobachtbar war, jedoch dies immer noch im Rahmen der gesellschaftlichen Norm blieb.
Oft dachte ich auch an meine Jugendclubzeit als ich Praktikantin war. Dann versuchte ich manche Situationen zu untersuchen und auseinander zunehmen, kam aber immer zum Schluss, dass ein borderlinegestörter Jugendlicher noch viel massiver und extremer reagiert hätte als es meine damaligen Jugendlichen gemacht haben.
Dies ist ein wichtiger Aspekt in meiner Überlegung, denn bis jetzt besteht nur ein fiktives Bild einer Borderline-Persönlichkeit in meinen Gedanken, es fehlt die praktische Erfahrung und Erlebnisse mit diesem Personenkreis.
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Daher werde ich bezüglich meiner beruflichen Entwicklung ein Praktikum mit psychisch Kranken anstreben, um herauszufinden, ob ich mit diesem Klientel, welches ich bereits ausführlich in der Theorie kenn gelernt habe, zusammen arbeiten könnte. Ich stelle mir dieses Arbeitsfeld als eines mit vielen Herausforderungen vor, besonders in Bezug auf borderlinegestörte Personen. Der Wechsel zwischen den extremen Stimmungslagen stellt nicht nur eine nervliche Belastung dar, sondern ist auch eine Gefahr an seiner Profession zu zweifeln und letztendlich vielleicht sogar an Burnout zu erkranken. Daher will ich herausfinden, ob ich diesem emotionalem Druck gewachsen bin. Bezüglich meines Studiums hat diese Thematik meine Aufmerksamkeit gewonnen, um mich verstärkt mit psychischen Störungen auseinander zusetzten und eventuell meinen Studienschwerpunkt danach auszurichten.
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10. Literaturverzeichnis
DIEPOLD, Barbara (1994): Borderline-Kinder. Zwischenergebnisse einer empirischen Untersuchung. http://www.diepold.de/barbara/diss/preisarb.pdf; [letzter Zugriff: 4.05.07]
FRÖHLICH, Werner D.(2002): Digitale Bibliothek Band 83: Wörterbuch Psychologie. München: Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH und Co. KG, Stichwort: Borderline-Syndrom
HOFMANN, Ronald (2002):Bindungsgestörte Kinder und Jugendliche mit einer Borderline-Störung : ein Praxishandbuch für Therapie, Betreuung und Beratung. Stuttgart: Klett-Cotta
KERNBERG, Paulina F.; WEINER, Alan S.; BARDENSTEIN, Karen K. (2002): Persönlichkeitsstörungen bei Kindern und Jugendlichen. Stuttgart: Klett-Cotta
WIKIPEDIA: http://de.wikipedia.org/wiki/Borderline-Pers%C3%B6nlichkeitsst%C3 %B6rung, [letzter Zugriff: 4.05.07]
MEDICAL GUIDE: http://kdo-mg.medical-guide.net/deutsch/P/Psychiatrie/Borderline Syndrom/WasistdasBorderlineSyndrom/index_1.html, [letzter Zugriff: 4.05.07]
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11. Anhang
Zu Kapitel: 2. Begriffklärung und Definition
ICD-10
Nach der International Classification of Diseases and Related Health Problems 10 (ICD-10), welche eine internationale Klassifikation von Krankheiten erstellt, enthält die Borderline-Störung Merkmale des F60.30 impulsiven Typus und des F60.31 borderline Typus. Um der Borderline- Störung zu entsprechen, müssen drei der folgenden fünf Kriterien des impulsiven Typus zutreffen: 67
„1. unerwartet und ohne Berücksichtigung der Konsequenzen zu handeln
2. Streitereien und Konflikten mit anderen, vor allem dann, wenn impulsive Handlungen unterbunden oder getadelt werden
3. Neigung zu Ausbrüchen von Wut oder Gewalt mit Unfähigkeit zur Kontrolle explosiven Verhaltens
4. Schwierigkeiten in der Beibehaltung von Handlungen, die nicht unmittelbar belohnt werden
5. unbeständige und unberechenbare Stimmung“ 68
Zusätzlich zu diesen drei Kennzeichen des impulsiven Typus muss die Borderline-Störung mindestens zwei der folgenden Eigenschaften und Verhaltensweisen aufweisen: „1. Störungen und Unsicherheit bezüglich Selbstbild, Zielen und „inneren Präferenzen“ (einschließlich sexueller)
2. Neigung, sich in intensive aber instabile Beziehungen einzulassen, oft mit der Folge von emotionalen Krisen
3. übertriebene Bemühungen, das Verlassenwerden zu vermeiden
4. wiederholt Drohungen oder Handlungen mit Selbstbeschädigung
5. anhaltende Gefühle von Leere“ 69
67 Aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Borderline-Pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rung
68 Aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Borderline-Pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rung
69 Aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Borderline-Pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rung
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DSM- IV
DSM-IV ist die Abkürzung für Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders. Dieses Klassifikationssystem beschreibt die Borderline-Störung „als ein tiefgreifendes Muster von Instabilitäten in zwischenmenschlichen Beziehungen, im Selbstbild und in den Affekten sowie von deutlicher Impulsivität. Der Beginn liegt im frühen Erwachsenenalter und manifestiert sich in verschiedenen Lebensbereichen. Mindestens fünf der folgenden Kriterien müssen erfüllt sein:
1. Verzweifeltes Bemühen, tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden.
2. Ein Muster instabiler, aber intensiver zwischenmenschlicher Beziehungen, das durch einen Wechsel zwischen den Extremen der Idealisierung und Entwertung gekennzeichnet ist.
3. Identitätsstörung: ausgeprägte und andauernde Instabilität des Selbstbildes oder der Selbstwahrnehmung.
4. Impulsivität in mindestens zwei potentiell selbstschädigenden Bereichen (Geldausgaben, Sexualität, Substanzmissbrauch, rücksichtsloses Fahren, „Freßanfälle“).
5. Wiederholte suizidale Handlungen, Selbstmordandeutungen oder -drohungen oder Selbstverletzungsverhalten.
6. Affektive Instabilität infolge einer ausgeprägten Reaktivität der Stimmung
7. Chronische Gefühle von Leere.
8. Unangemessene, heftige Wut oder Schwierigkeiten, die Wut zu kontrollieren, (z. B. häufige Wutausbrüche, andauernde Wut, wiederholte körperliche Auseinandersetzungen).
9. Vorübergehende, durch Belastungen ausgelöste paranoide Vorstellungen oder schwere dissoziative Symptome“ 70
70 Kernberg, Weiner, Bardenstein (2001), S. 148 f
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Arbeit zitieren:
Susanne Forster, 2007, Die Borderline-Persönlichkeitsstörung im Kindes- und Jugendalter, München, GRIN Verlag GmbH
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