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Facharbeit (Schule), 2006, 18 Seiten
Autor: Jan Stellet
Fach: Mathematik - Zahlentheorie
Details
Jahr: 2006
Seiten: 18
Note: 14 Punkte
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-640-08235-3
Dateigröße: 246 KB
Es wird das Auffinden von Lösungen aus den ganzen und den natürlichen Zahlen zu linearen diophantischen Gleichungen behandelt. Hierzu werden der Euklidische Algorithmus, das Lemma von Bachet sowie der Berlekamp-Algorithmus vorgestellt.
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Zusammenfassung / Abstract
Seit mehr als 2.500 Jahren befassen sich Mathematiker mit dem Problem des Findens von Lösungen zu einer Gleichung, welche nur aus einer bestimmten Zahlenmenge stammen. Diese Facharbeit soll einen Teil hiervon, die linearen diophantischen Gleichungen, behandeln und zugehörige Aspekte beleuchten. Dies soll mit dem Ziel geschehen, Auflösungsstrategien nicht nur vorzustellen, sondern ihre Herkunft zu ergründen. Aus diesem Grund liegt der Fokus des ersten der beiden Hauptkapitel auf theoretischen Grundlagen der Teilbarkeitslehre, im zweiten auf ihrer Anwendung. Zunächst soll jedoch kurz auf die für das Thema prägenden Namen Diophant und Euklid eingegangen werden.
Volltext (computergeneriert)
GYMNASIUM KLEINE BURG
FACHARBEIT
im Leistungskurs:
Mathematik
Thema:
Lineare diophantische Gleichungen
Verfasser: Jan Stellet
Themenausgabe: 08.02.2006
Abgabetermin: 22.03.2006
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Historische Gesichtspunkte 3
3 Der euklidische Algorithmus 5
3.1 Division mit Rest 5
3.2 Der euklidische Algorithmus 6
3.3 Das Lemma von Bachet 8
3.4 Die Darstellung des ggT als Linearkombination 9
4 Lineare diophantische Gleichungen 11
4.1 Gleichungen mit einer Unbekannten 11
4.2 Gleichungen mit zwei Unbekannten 12
4.2.1 Kriterium für die Existenz ganzzahliger Lösungen 12
4.2.2 Auffinden einzelner Lösungen 12
4.2.3 Bestimmung aller Lösungen 13
4.2.4 Lösungen in den natürlichen Zahlen 14
4.3 Gleichungen mit mehr als zwei Unbekannten 15
5 Ergebnisse 16
Literaturverzeichnis 17
- 2 -
1 Einleitung
Seit mehr als 2.500 Jahren befassen sich Mathematiker mit dem Problem
des Findens von Lösungen zu einer Gleichung, welche nur aus einer be-
stimmten Zahlenmengen stammen. Diese Facharbeit soll einen Teil hiervon,
die linearen diophantischen Gleichungen, behandeln und zugehörige Aspek-
te beleuchten. Dies soll mit dem Ziel geschehen, Auflösungsstrategien nicht
nur vorzustellen, sondern ihre Herkunft zu ergründen. Aus diesem Grund
liegt der Fokus des ersten der beiden Hauptkapitel auf theoretischen Grund-
lagen der Teilbarkeitslehre, im zweiten auf ihrer Anwendung. Zunächst soll
jedoch kurz auf die für das Thema prägenden Namen Diophant und Euklid
eingegangen werden. Persönlicher Reiz der Themenstellung ist das niedrige
Einstiegsniveau durch die einfache Struktur der Gleichungen verbunden mit
der beliebig steigerbaren Komplexität der Vertiefungen. Die Grenze soll
hierbei nach dem Auffinden einzelner Lösungen zu Gleichungen mit belie-
big vielen Unbekannten gezogen werden, die Beschreibung der Gesamtheit
aller Lösungen in den ganzen oder natürlichen Zahlen entfällt.
2 Historische Gesichtspunkte
Diophantos von Alexandria ist einer der bedeutendsten Mathematiker der
Antike. Zwar ist nur wenig über das Leben des griechischen Mathematikers
bekannt und die Schätzung seiner Lebensdaten von ca. 200-280 v. Chr. ba-
siert auf der Erwähnung älterer Mathematiker in seinen Arbeiten und nach-
folgenden Zitaten dieser, doch prägen seine Erkenntnisse die Geschichte der
Mathematik in hohem Maße. Diophant lebte im ägyptischen Alexandria,
jahrhundertelang das wissenschaftliche Zentrum der Antike.1
Die ,,Arithmetik" (griech.: ist sein Hauptwerk und markiert eine
bedeutende Entwicklung der Algebra, jenem Teilgebiet der Mathematik, un-
ter welchem man die formale Auflösung algebraischer Gleichungen ver-
steht. Diophant schlug dort ein neues Kapitel in der griechischen Mathema-
tik auf, indem er sich darauf konzentrierte bestimmte und unbestimmte Glei-
chungen mit bis zu sechs Unbekannten ohne Rückgriff auf geometrische
1 Informationen entnommen aus: Bundschuh, Peter: Einführung in die Zahlentheorie S. 28.
- 3 -
Überlegungen zu lösen. Statt geometrischer Algebra wird dies auch als ech-
te Algebra bezeichnet. Die von ihm benutzte algebraische Bezeichnungs-
weise wird als synkopiert (verkürzt) bezeichnet und gilt als Zwischenschritt
von einer rein verbalen zu einer vollständig symbolischen Algebra. Die
,,Arithmetik" ist der einzige bekannte umfassende Text zur Algebra und
Arithmetik aus der griechischen Antike und stellt gleichzeitig das erste
große, ausschließlich zahlentheoretischen Problemen gewidmete Werk dar.
Von den dreizehn Büchern der in griechischer Sprache verfassten ,,Arithme-
tik" waren bis vor einigen Jahrzehnten nur sechs2 bekannt, in den 70er Jah-
ren fand man vier3 weitere, in arabische Sprache übersetzte Bände.4
Euklid von Alexandria (ca. 365-300 v. Chr.) war ebenfalls ein bedeutender
griechischer Mathematiker, welcher auch heute die Sprache der modernen
Mathematik prägt (Bsp.: euklidische Ringe, euklidische Räume u. v. m.). In
seinem berühmten Hauptwerk ,,Elemente" (griech.: ) fasste er ma-
thematisches Wissen seiner Zeit zusammen, damit es als Lehrwerk an der
Akademie des Platon verwendet werden konnte. Auch dienten die
,,Elemente" Euklid als Fundament für tiefer gehende mathematische Unter-
suchungen. Mindestens drei vorherige Verfasser ähnlicher Werke sind be-
kannt, diese sind jedoch nicht erhalten. Euklid wird nachgesagt sie als
Grundlage genommen und erweitert sowie verbessert zu haben. Insgesamt
setzen sich die ,,Elemente" aus dreizehn Büchern zusammen. In den ersten
sechs Bänden werden Erkenntnisse aus dem Bereich der Geometrie, in den
Büchern sieben bis neun der Zahlentheorie und in Kapitel elf bis dreizehn
der Stereometrie behandelt.5
Euklid führte Eigenschaften von ganzen Zahlen und geometrischen Objek-
ten auf eine Menge von Elementaraussagen (Axiome) zurück, was der
Axiomatisierung in der modernen Mathematik ähnelt.
2 Übersetzung und Kommentierung: Czwalina, A.: Arithmetik des Diophant aus Alexan-
dria. Göttingen: Vandenhoeck-Ruprecht 1952.
3 Sesiano, J.: Books IV to VII of Diophantus′ Arithmetica: In the Arabic Translation At-
tributed to Qusta Ibn Luqa. New York: Springer 1982.
4 Informationen entnommen aus: Mankiewicz, Richard: Zeitreise der Mathematik S. 46.
5 Informationen entnommen aus: Schreiber, Peter: Euklid S. 5; 32-37.
- 4 -
3 Der euklidische Algorithmus
Der euklidische Algorithmus ist ein Verfahren zur Bestimmung des größten
gemeinsamen Teilers (ggT) zweier Zahlen. Er wird von Euklid von Alexan-
dria im Buch VII seines Hauptwerks ,,Elemente" vollkommen allgemein be-
schrieben. Der französische Mathematiker Bachet de Mézinac (1581-1638)
führte das Verfahren erstmals in Europa ein.6 Auf seine bedeutende Folge-
rung hinsichtlich des euklidischen Algorithmus, das Lemma von Bachet,
wird in Kapitel 3.3 eingegangen. Da der euklidische Algorithmus eine
wiederholte Division mit Rest darstellt, soll zunächst diese erläutert werden.
3.1 Division mit Rest
Geht die Division zweier ganzer Zahlen
a ,b
mit
b
0 nicht mit Rest 0
auf (man schreibt auch
a
b
im Gegensatz zu
a
b
für aufgehende Divisi-
on), lautet sie in der Schreibweise7 des Divisionsalgorithmus wie folgt:
a
=
qb
r ; q , r
,
0
r
b
.
Beispiel:
15
:
4 entspricht 15=343 .
Hierbei ist
q
ein ganzer Quotient von
a
und
r
der auftretende Rest.8 Es
sollen nun Existenz und Eindeutigkeit dieser Darstellung bewiesen werden.
Beweis der Existenz:
9 Der Rest von
a :b
ist die kleinstmögliche natürliche
Zahl
r
=
a
-
qb
0
; q
. Für
a
0 und
q
=0 ist die Forderung
a
-
qb
0 erfüllt. Ist hingegen
a
0 , so kann man ein
m
0 mit
m
b
a
bestimmen, damit für
q
=-
m
gilt: -
q
b
a
=-
a
, woraus
a
-
qb
0
folgt. Die Menge aller Reste
R
={
z
z
=
a
-
qb
0
; q
} ist damit nicht
leer und es existiert ein kleinstes Element
r
aus dieser Menge. Um zu
zeigen, dass
r
b
gilt, formt man
r
-
b
durch Einsetzen von
r
=
a
-
qb
um
zu
a
-
qb
-
b
und damit
a
-
b
q
1 . Da
b
0 ist, muss
a
-
b
q
1
a
-
qb
sein, denn für
b
0 ist
b
q
1
qb
. Weil
r
jedoch
das durch ein bestimmtes ganzzahliges
q
mittels
r
=
a
-
qb
definierte
kleinstes positives Element aus der Menge ist, kann
a
-
b
q
10 nicht
gelten. Denn andernfalls würde ein kleineres Element aus
R
als
r
existie-
ren. Somit resultiert, dass
r
-
b
0 ist und damit
r
b
.
6 Informationen entnommen aus: Bundschuh, Peter: Einführung in die Zahlentheorie S. 23.
7 Dies entspricht in der aus der Schule bekannten Notation: ,,a geteilt durch b = q Rest r".
8 Vgl. für diesen Abschnitt: Rose, H. E.: A Course in Number Theory S. 2.
9 Vgl.: Schreiber, A.: Einführung in die Mathematik, Kapitel 4 ,,Teilbarkeit" S. 1-4.
- 5 -
Beweis der Eindeutigkeit:
10
Um die Eindeutigkeit zu
beweisen, wählt man
je zwei verschiedene
q
und
r
:
a
=
q b
r
b
r
1
1 und
a
=
q
2
2 mit
0
r
b
=
q
=
r
1,2
. Es soll gezeigt werden, dass
q
1
2 und
r
1
2 gilt, wobei
man annimmt, dass
r
r
1
2 ist. Denn dann gäbe es für dasselbe Zahlenpaar
a ,b
nur eine Möglichkeit der Darstellung und die Eindeutigkeit wäre be-
wiesen. Man subtrahiert beide Gleichungen voneinander und erhält:
a
-
a
=
q b
-
q b
r
-
r
1
2
1
2
0=
b
q
-
q
r
-
r
1
2
1
2
b
q
-
q
=
r
-
r
2
1
1
2 .
Es folgt damit, dass die Differenz
r
-
r
1
2 ein Vielfaches von
b
ist. Auf-
grund der Voraussetzung 0
r
-
r
b
1
2
schließt man weiterhin, dass
r
-
r
=0
-
q
=0
1
2
sein muss und erhält wegen
b
0 zudem, dass
q
2
1
ist.
Im Folgenden wird die Verwendung der auch als Divisionsalgorithmus be-
zeichneten Darstellung anhand des euklidischen Algorithmus demonstriert.
3.2 Der euklidische Algorithmus
Der euklidische Algorithmus ist ein Verfahren der Wechselwegnahme und
gehört zu den ältesten und wichtigsten Algorithmen der Mathematik. Er
dient der Bestimmung des gemeinsamen Maß zweier Größen, d. h. einer
Größe
d
,11 welche in beiden Größen aufgeht. Prinzipiell handelt es sich um
eine sukzessiv wiederholte Division mit Rest, bei der als Divisor der jeweils
aktuelle Rest und als Dividend der vorherige Rest gewählt werden.12 Die k-
te Zeile entspricht dann der Form:
r
=
q
r
r
; k
=0,1 ,2
,
...
n
k
k
1
k
1
k
2
.
Das Erreichen des Restes
r
=0
n
1
in der (n-1)ten Gleichung ist die Ab-
bruchbedingung des Algorithmus, der vorhergegangene Rest
rn
der ge-
suchte größte gemeinsame Teiler. Die Bestimmung des ggT mithilfe des eu-
klidischen Algorithmus soll nun im allgemeinen Fall für zwei natürliche
Zahlen
a ,b
a
b
13 und für das Beispiel 123, 90 gezeigt werden.
10 Vgl.: Schreiber, A.: Einführung in die Mathematik, Kapitel 4 ,,Teilbarkeit" S. 1-4.
11 Eine weitere gängige Schreibweise für d=ggT(a,b) ist: (a,b).
12 Schreiber, A.: Einführung in die Mathematik, Kapitel 4 ,,Teilbarkeit" S. 5.
13 Da ggT(a,b)=ggT(|a|,|b|) und ggT(a,a)=a ist, genügt die Betrachtung von a>b>0.
- 6 -
r
=
a
=
q b
r
0
1
2
123=19033
r
=
b
=
q r
r
90=23324
1
2 2
3
r
=
q r
r
33=1249
2
3 3
4
24=296
r
=
q
r
r
n
-2
n
-1
n
-1
n
9=163
r
=
q r
n
-1
n n
6=23
Hierbei entspricht der letzte nicht verschwindende Rest
r n
bzw. 3 dem
größten gemeinsamen Teiler beider Zahlen.
Beweis:14
Der Beweis gliedert sich in drei Abschnitte, in denen die Aspekte der Mono-
tonie von der Folge der Reste, die gemeinsamen Teiler zweier aufeinander
folgender Paare von Resten wie z. B.
r , r
, r
2
3 und
r
3
4 sowie die Frage, ob
der letzte nicht verschwindende Rest
r n
der
ggT
a , b
ist, getrennt be-
handelt werden.
a)
Monotonie der Folge von Resten:
Die auftretenden Folge der Reste
r , r , r ,
...
, r
0
1
2
n
ist streng monoton fallend, da der Divisor
r k
1 in der
k-ten Zeile des Verfahrens kleiner ist als der Dividend
r k
. Für
k
=0 ist
das die vorausgesetzte Ungleichung
b
a
. Ist
k
0 , ergibt sich dies di-
rekt aus der Division mit Rest:
a
=
qb
r ; b
r
0 . Das heißt, dass der
entstehende Rest immer kleiner ist als der Divisor. Damit besitzt die
streng monoton fallende Folge natürlicher Zahlen nur endlich viele von
0 verschiedene Glieder:
r
r
r
...
r
r
=0
0
1
2
n
n
1
.
b)
Gemeinsame Teiler von Restepaaren:
Bei Betrachtung der k-ten Zeile
r
=
q
r
r
k
k
1
k
1
k
2 stellt man fest, dass offensichtlich für eine beliebige
Zahl
t
t
r
t
r
t
r
k
k
1 nur dann gilt, wenn
t
rk
1
k
2 . Dies bedeu-
tet, dass ein gemeinsamer Teiler
t
von
r , r
k
k
1 nur dann existiert,
wenn er auch gemeinsamer Teiler von
r
, r
k
1
k
ist. Ausgehend von
k
=0 bis
k
=
n
1 kann somit gefolgert werden, dass
a ,b
und
r , r
n
n
1 dieselben gemeinsamen Teiler besitzen. Da nach a) jedoch
r
=0
n
1
ist, sind alle Teiler von
r n
die gemeinsamen Teiler von
a ,b
.
14 Vgl.: Schreiber, A.: Einführung in die Mathematik, Kapitel 4 ,,Teilbarkeit" S. 5-6.
- 7 -
c)
Größter gemeinsamer Teiler:
Sei
t
irgendein gemeinsamer Teiler von
a ,b
, so ist
t
auch Teiler von
r
t
n
. Daraus folgt, dass
r n
ist und so-
mit
r n
der größte aller gemeinsamen Teiler von
a ,b
ist.
Die Bestimmung des ggT mithilfe des euklidischen Algorithmus ist ins-
besondere bei großen Zahlen ein deutlich schnelleres Verfahren als die Me-
thode der Primfaktorzerlegung. Die Anzahl
l
der dabei durchzuführenden
Divisionsgleichungen ist gegeben durch:
l
log
a ,
= 15 1,61 .15
2
3.3 Das Lemma von Bachet
Der französische Mathematiker Bachet de Mézinac folgerte 1624 in der 2.
Ausgabe seines Werkes ,,Problèmes plaisants et délectables" über den ggT:
Der größte gemeinsame Teiler d zweier natürlicher Zahlen a und b
ist als Vielfachensumme (Linearkombination) von a und b darstellbar,
d. h. es gibt ganze Zahlen x , y für die gilt: d
=
ax
by .16
Beweis:17
Um Bachets Satz zu beweisen, betrachtet man zunächst alle für
beliebige
x , y
möglichen Linearkombinationen. Diese Menge
{
ax
by
} enthält sowohl positive als auch negative ganzzahlige Werte. Nun
sei das kleinste positive Element
k
der Menge bestimmt durch:
k
=
ax
by
0
0 . Zu zeigen ist nun, dass
k
sowohl
a
als auch
b
teilt. Für
ersteres wird dies durch einen indirekten Beweis (d. h.: man nimmt an, dass
k
a
gilt und ein Widerspruch ergibt sich) erledigt, der zweite Fall kann
analog dazu erfolgen. Nach der Annahme geht
k
in
a
nicht auf, weshalb
man die Darstellung der Division mit Rest anwenden kann:
a
=
qk
r ; q , r
,
0
r
k
.
r
=
a
-
qk
. Setzt man
ax
by
0
0 für
k
ein, so erhält man:
r
=
a
-
q
ax
by
0
0
r
=
a
-
qax
-
qby
0
0
r
=
a
1-
qx
b
-
qy
0
0
.
x
y
1
1
Nun ist erkennbar, dass der Rest
r
Element der Menge {
ax
by
} ist, ge-
15 Vgl.: Wiesenbauer, Johann: AKDIS Zahlentheorie und Anwendung S. 4 Satz 1.8.
16 Aus: Schreiber, A.: Einführung in die Mathematik, Kapitel 4 ,,Teilbarkeit" S. 6.
17 Vgl.: Niven, I.; Zuckermann, H. S.: Einführung in die Zahlentheorie S. 6 Satz 1.3.
- 8 -
bildet mit den gekennzeichneten
x , y
1
1 . Da der Rest
r
jedoch kleiner als
der Divisor
k
ist, ergibt sich ein Widerspruch, denn
k
ist per Voraus-
setzung das kleinste Element der Menge. Des Weiteren können, sofern
d
der größte gemeinsame Teiler von
a
und
b
ist, diese mit
A , B
in der
Form
a
=
Ad
und
b
=
Bd
geschrieben werden, womit für
k
folgt:
k
=
ax
by
=
Adx
Bdy
=
d
Ax
By
0
0
0
0
0
0 .
Man erkennt sofort, dass
d
k
gelten muss, da der Inhalt der Klammer in je-
dem Fall einen ganzzahligen Wert annimmt. Aus der Division zweier natür-
licher Zahlen geht weiterhin hervor, dass der Divisor immer kleiner oder
gleich dem Dividenden ist. Überträgt man dies auf
k :d
, so folgt:
k
d
.
Weil
d
aber der größte gemeinsame Teiler ist, ist der Fall
k
d
unmöglich
und es gilt:
k
=
d
=
ax
by
0
0 .
3.4 Die Darstellung des ggT als Linearkombination
Der ggT als letzter positiver Rest im euklidischen Algorithmus soll nun ent-
sprechend dem Lemma von Bachet als Linearkombination geschrieben
werden. Hierzu eliminiert man die Reste
r , r ,
..
, r
, r
2
3
n
-2
n
-1 aus der Glei-
chungskette des Algorithmus. Für
r
=
a
=
b
0
und
r
1
ist sofort ersichtlich:
r
=1
a
0
b
0
r
=0
a
1
b
1
Die weiteren Reste können nun folgendermaßen geschrieben werden:
r
=
a
b
-
q
=
q b
r
2
1 , denn
a
=
r
0
1
2 ;
r
=
a
-
q
b
1
q q
=
r
-
q r
=
a
-
q b
=
b
3
2
1
2 , da
r
3
1
2 2 sowie
r
2
1
und
r
1
.
Dieses Vorgehen kann sukzessive für die folgenden
r , r ,
...
, r
, r
4
5
n
-1
n
fort-
gesetzt werden, so dass man letztendlich erhält:
r
=
d
=
a
...
b
...
n
Der Inhalt der Klammern stellt hierbei eine Lösung der Gleichung
d
=
ax
by
dar und erlaubt somit eine Darstellung von
d
=
ggT
a , b
als
Linearkombination von
a
und
b
. 18
Im Folgenden soll eine weitere Möglichkeit, der erweiterte euklidische Al-
gorithmus (auch Berlekamp-Algorithmus genannt), gezeigt werden, um die
18 Vgl.: Niven, I.; Zuckermann, H. S.: Einführung in die Zahlentheorie S. 11-12 Satz 1.11.
- 9 -
Linearkombination effektiv zu bestimmen. Aus dem Verlauf des eu-
klidischen Algorithmus stammen hierbei die auftretenden
qi
, sowie der In-
dex
n
des letzten positiven Rests
r n
. Gesucht werden nun die
n
-1
,
n
-1 ,
welche als Koeffizienten von
a
und
b
die Linearkombination bilden.
Diese
i ,
i
werden dabei durch zwei rekursiv definierte Folgen gebildet:
0=0,
i
1=
i ,
0=1,
i
1=
i
-
qn
-1-
i
i ; i
=0,1,2
,
...
,n
-2,
n
-1 . Ein-
gesetzt wird nach der Formel
i
rn
-1-
i
i
rn
-
i
=
rn
, was im Folgenden für
die ersten Werte für
i
getan wird.
i
=0 :
0
rn
-10
rn
=
rn
0
r
1
r
=
r
n
-1
n
n
i
=1 :
1
rn
-21
rn
-1=
rn
0
rn
-20-
qn
-1 0
rn
-1=
rn
1
r
-
q
r
=
r
n
-2
n
-1
n
-1
n
i
=2 :
2
rn
-32
rn
-2=
rn
1
rn
-31-
qn
-2 1
rn
-2=
rn
0-
qn
-1 0
rn
-3 0-
qn
-2 1
rn
-2=
rn
-
qn
-1
rn
-31-
qn
-2 1
rn
-2=
rn
Die Richtigkeit der ersten beiden Fälle ist sofort offensichtlich. Man kann so
bis
i
=
n
-1 weiter fortfahren und erhält dann die Linearkombination mit
n
-1
r
0
n
-1
r
1=
n
-1
a
n
-1
b
=
rn
=
d
.19
Diese Methode findet vor allem in Computer-Programmen20 z. B. für die
Kryptographie21 Anwendung, wo sie zur Verschlüsselung von Daten dient.
Ein weiterer Aspekt, welcher beim Umformen der Gleichungskette des eu-
klidischen Algorithmus auftritt und ebenfalls die Bildung der Linearkombi-
nation ermöglicht, sind endliche Kettenbrüche. Sie entstehen, wenn man die
a
erste Gleichung im euklidischen Algorithmus nach
umformt und die
b
r
a
=
q
1
Brüche der Form
k
-1 , welche im Nenner des Ausdrucks
b
1
b
vor-
r k
r
2
19 Vgl. für diesen Abschnitt: Bundschuh, Peter: Einführung in die Zahlentheorie S. 31-32;
Wiesenbauer, Johann: AKDIS Zahlentheorie und Anwendung S. 3-4
20 Siehe für eine Umsetzung in der Programmiersprache C:
http://www.lexiwise.de/info_skripte/quellcodes/erweiterter_euklid.c.
21 Siehe auch zur Verwendung in der Kryptographie: http://www.wiwi.uni-
bielefeld.de/StatCompSci/lehre/material_spezifisch/statalg00/rsa/rsa.html.
- 10 -
liegen, jeweils durch die entsprechend umgeformte folgende Gleichung im
euklidischen Algorithmus ersetzt. Aufgrund der Komplexität dieses Themas
sei hier anstatt einer genaueren Betrachtung nur der Verweis auf 22 gegeben.
4 Lineare diophantische Gleichungen
Unter diophantischen Gleichungen versteht man algebraische Gleichungen,
von denen ausschließlich Lösungen in einer bestimmten Zahlenmenge wie
z. B. den ganzen Zahlen gesucht werden.23 Viele bedeutende Mathema-
tiker wie Euklid, Pythagoras, oder Pierre de Fermat befassten sich mit
diesem Thema der Zahlentheorie . Benannt werden sie zu Ehren des grie-
chischen Mathematikers Diophant von Alexandria, welcher sich um 250 v.
Chr. in seinem Werk ,,Arithmetika" mit ihnen befasste. Vollständig geklärt
ist das Problem nur für Gleichungen bis zum zweiten Grad und somit fehlen
allgemeine Methoden.24 Abgesehen von theoretischen Interessen kommen
solche Gleichungen bisweilen auch in physikalischen und chemischen Zu-
sammenhängen vor.25 Hier sollen nun lineare diophantische Gleichungen
mit ganzzahligen Koeffizienten ungleich Null behandelt werden. Da eine
solche Gleichung in jedem Fall unendlich viele Lösungen in den rationalen
Zahlen hat, werden nur Lösungen in den Mengen der ganzen Zahlen
und der natürlichen Zahlen betrachtet. Die allgemeine Form einer sol-
chen Gleichung lautet:
a
1
x
1
a
2
x
2...
ak
-1
xk
-1
ak xk
=
c ; ai , c
4.1 Gleichungen mit einer Unbekannten
Jede lineare Gleichung mit nur einer Variablen und ganzzahligem Koeffizi-
enten lässt sich durch Äquivalenzumformung in die Form
a
1
x
1=
c ; c
bringen. Stellt man dies nach
x
=
c
1 um, so erhält man
x
1
a
. Es ist sofort
1
ersichtlich, dass nur dann eine ganzzahlige Lösung für
x
1 existieren kann,
wenn
a
1 in
c
restlos aufgeht. Ist das der Fall, so hat man die einzige Lö-
sung der Gleichung bereits durch den entsprechenden Quotienten gefunden.
22 Gelfond, A. O.: Die Auflösung von Gleichungen in ganzen Zahlen S. 11-17.
23 Informationen entnommen aus: Rose, H. E.: A Course in Number Theory S. 4.
24 Hilberts zehntes Problem - Wie kann man entscheiden, ob eine beliebige diophantische
Gleichung lösbar ist? 1970 zeigte Juri W. Matijassewitsch, dass dies nicht möglich ist.
25 Informationen aus: Gelfond, A. O.: Die Auflösung von Gleichungen in ganzen Zahlen S. 5-6.
- 11 -
Auch die Bedingung für die Existenz einer Lösung in den natürlichen Zah-
len ist offensichtlich: Sowohl
c
als auch
a
1 müssen entweder positive oder
negative ganze Zahlen sein, nur dann ist ihr Quotient größer als Null.26
4.2 Gleichungen mit zwei Unbekannten
Hierbei handelt es sich um den wichtigsten Fall, denn das Lösen aller wei-
teren Gleichungen mit mehr als zwei Variablen basiert auf der Zurück-
führung auf eine Gleichung mit zwei Unbestimmten.
4.2.1 Kriterium für die Existenz ganzzahliger Lösungen
Gegeben sei die lineare diophantische Gleichung
a
1
x
1
a
2
x
2=
c ; a
1
, a
2
, c
(1),
für welche ermittelt werden soll, ob ganzzahlige Lösungen existieren. Der
größte gemeinsame Teiler
d
=
ggT
a , a
1
2 teilt naturgemäß beide Koeffi-
zienten
a , a
1
2 . Dividiert man die gesamte Gleichung durch
d
, so können
ganzzahlige Werte für
x , x
1
2 nur dann existieren, wenn
c
d
gilt. Die An-
zahl aller möglichen Lösungen in ist dann unendlich groß. Angemerkt
sei, dass
c : d
bei
c
=0 immer Null ergibt und entsprechend jede Glei-
chung der Form
a x
a x
=0
1
1
2
2
in ganzen Zahlen lösbar ist.27
4.2.2 Auffinden einzelner Lösungen
Für das Finden von Zahlenpaaren
x
0
, y
0 , welche die Gleichung (1) auf-
lösen, bieten sich verschiedene Möglichkeiten an. Der triviale Fall liegt für
c
=0 vor: Man erkennt sofort, dass
x
=0,
y
=0
0
0
eine Lösung ist. Ist je-
doch
c
0 , eröffnen sich verschiedene Möglichkeiten:
Zum einen das systematische Einsetzen verschiedener ganzzahliger Zahlen-
paare, um so durch Ausprobieren bzw. ,,Ablesen" eine Lösung zu finden.
Beispiel:
Bei der Gleichung 11x -2x =1
=1,
y
=5
1
2
ist
x
0
0
offensichtlich.
Eine andere und insbesondere bei großen Zahlenwerten deutlich effektivere
Methode, die in jedem Fall eine ganzzahlige Lösung der Gleichung liefert,
soll nun gezeigt werden. Nach dem Lemma von Bachet gibt es zur Darstel-
lung des
ggT
a , a
1
2 die Linearkombination
a
1
x
a
2
y
=
d ;
x , y
.
26 Vgl. für diesen Abschnitt: Gelfond, A. O.: Die Auflösung von Gleichungen in ganzen Zahlen S. 7.
27 Vgl. für diesen Abschnitt: Bundschuh, Peter: Einführung in die Zahlentheorie S. 30.
- 12 -
Die Ähnlichkeit zur Gleichung (1) springt sofort ins Auge und nach Multi-
c
c
c
plikation mit
erhält man:
a
x
a
y
=
c
. So ist
x
=
c x , y
=
c y
d
1
d
2
d
0
d
0
d
eine Lösung der Gleichung (1).28 Es handelt sich aber nur um eine einzelne
(partikuläre) Lösung. Die Gesamtheit der unendlich vielen möglichen Lö-
sungen beschreibt man mit einem Parameter.
4.2.3 Bestimmung aller Lösungen
Voraussetzung für die Darstellung aller Lösungen ist zunächst die Kenntnis
einer einzelnen Lösung. Im weiteren Verlauf sei
r , s
eine beliebige und
x , y
0
0 eine bekannte Lösung zu (1). Es resultiert somit die Gleichung:
a r
a s
=
c
=
a x
a y
-
a x
-
a s
1
2
1 0
2
0
1
0
2
a r
-
a x
=-
a s
a y
1
1 0
2
2
0
a
r
-
x
=-
a
s
-
y
:d
=
ggT
a , b
1
0
2
0
a
a
1
r
-
x
=- 2
s
-
y
(2).
d
0
d
0
a
a
Da 1 sowie 2 teilerfremd29 sind und
s
-
y
d
d
0 einen ganzzahligen Wert
annimmt (denn per Voraussetzung sind
s , y
0 ), ist
r
-
x
0 ein Vielfaches
a
a
von 2 und
s
-
y
1 . Das führt zu der Darstellung
d
0 ein solches von
d
a
a
r
-
x
= 2
t ; t
sowie
s
-
y
= 1
u ; u
. Setzt man dies in (2) ein,
0
d
0
d
a
a
ergibt sich
u
=-
t
und man erhält damit
r
=
x
2
t
sowie
s
=
y
- 1
t
.30
0
d
0
d
Nun bleibt noch zu zeigen, dass jedes so mit einem beliebigen
t
0 erhal-
tene Zahlenpaar
r , s
0
0 auch eine Lösung der diophantischen Gleichung ist.
a
a
Beweis:31
Man setzt diese Lösung
r
=
x
2
t , s
=
y
- 1
t
in (1) ein:
0
0
d
0
0
0
d
0
a r
a s
=
c
1 0
2 0
a
a
a
x
2
t
a
y
- 1
t
=
c
1
0
d
0
2
0
d
0
a a
a a
a x
1 2
t
a y
- 1 2
t
=
c
1
0
d
0
2
0
d
0
a x
a y
=
c
1
0
2
0
.
Da
x , y
0
0 eine bekannte Lösung ist, wird die Gleichung gelöst. Damit ist
28 Vgl. für diesen Abschnitt: Bundschuh, Peter: Einführung in die Zahlentheorie S. 30.
29 Vgl.: Niven, I.; Zuckermann, H. S.: Einführung in die Zahlentheorie S. 8 Satz 1.7.
30 Vgl. für diesen Abschnitt: Niven, I.; Zuckermann, H. S.: Einführung in die Zahlentheorie S. 134.
31 Vgl.: Gelfond, A. O.: Die Auflösung von Gleichungen in ganzen Zahlen S. 10.
- 13 -
die Gesamtheit aller ganzzahligen Lösungen
r , s
der linearen diophantisch-
en Gleichung (1) mit dem als Lösung bekannten Zahlenpaar
x , y
0
0 und
a
a
dem Parameter
t
in der Form
r
=
x
2
t , s
=
y
- 1
t
gegeben. Für
0
d
0
d
den Fall
c
=0 folgt analog hierzu, dass alle Lösungen
r , s
durch
a
a
r
= 2
t , s
=- 1
t
gebildet werden, da
x
=0,
y
=0 bekanntermaßen eine
d
d
0
0
Lösung einer Gleichung der Form
a x
a x
=0
1 1
2
2
ist.
4.2.4 Lösungen in den natürlichen Zahlen32
Neben den ganzzahligen Lösungen in können auch die Lösungen in den
natürlichen Zahlen bestimmt werden. Vorausgesetzt wird für die zu be-
trachtende Gleichung (1), dass
a
1
, a
2
, c
sind. Um nur positive Werte
für die allgemeine ganzzahlige Lösung
r , s
zu erhalten, beschränkt man
t
.
a
a
r
=
x
2
t
0
s
=
y
- 1
t
0
0
d
0
d
a
a
2
t
-
x
y
1
t
d
0
0
d
d
t
-
d x
y
t
a
0
a
0
2
1
Da die Ungleichung -
d x
t
d y
a
0
a
0 auch für ein
t
erfüllt wird, ver-
2
1
wendet man die Gaußsche Klammerfunktion,33 um einen Wert für das größt-
und kleinstmögliche ganzzahlige
t
zu finden. Diese Funktion
f
x
=[
x
]
gibt für ein
x
die nächste ganze Zahl kleiner oder gleich
x
an. Zur Be-
stimmung von
tmin
muss der Wert dementsprechend zuvor um eins erhöht
werden und es resultiert:
t
=[-
d x
1]
, t
=[
d y
]=-[-
d y
1]
min
a
0
max
a
0
a
0
.
2
1
1
Die Tatsache, dass sowohl eine obere als auch eine untere Grenze für
t
be-
steht, legt nahe, dass es im Gegensatz zu den unendlich vielen Lösungen in
nur eine endliche Zahl hiervon in gibt. Um diese Anzahl
n
zu be-
stimmen, bildet man die Differenz von
tmax
und
tmin
und erhöht um eins:
n
=
t
t
1=-[-
d y
1]-[-
d x
1]1=-[-
d y
][-
d x
]1 .
max
min
a
0
a
0
a
0
a
0
1
2
1
2
Die letzte Umformung beruht auf der Tatsache,34 dass für
x
, y
32 Aus: Niven, I.; Zuckermann, H. S.: Einführung in die Zahlentheorie S. 135-136.
33 Vgl.: Niven, I.; Zuckermann, H. S.: Einführung in die Zahlentheorie S. 102-109.
34 Vgl.: Niven, I.; Zuckermann, H. S.: Einführung in die Zahlentheorie S. 102 Satz 4.1c.
- 14 -
[
x
y
]=[
x
]
y
ist. Da ferner gilt,35 dass [
x
][
y
][
x
y
][
x
][
y
]1
mit
x , y
ist, ergibt sich die folgende Ungleichung für
n
:
-[-
d y
-
d x
]1
n
-[-
d y
-
d x
]
a
0
a
0
a
0
a
0
1
2
1
2
-[-
d y a
-
d x a
]1
n
-[-
d y a
-
d x a
]
a a
0
2
a a
0
1
a a
0
2
a a
0
1
1 2
1
2
1
2
1
2
-[-
d
y a
x a
]1
n
-[-
d
y a
x a
]
a a
0 2
0
1
a a
0
2
0 1
.
1
2
1
2
Und da
x , y
x
a x
=
c
0
0 eine Lösung zu
a
1 1
2
2
ist:
-[-
dc
]-1
n
-[-
dc
]
a a
a a
.
1
2
1
2
Dies liefert zwei aufeinander folgende Werte für
n
, von denen eine der ge-
nauen Anzahl aller Lösungen der Gleichung in den natürlichen Zahlen ent-
spricht. Ferner folgt, dass, sofern das Lösbarkeitskriterium
c
d
erfüllt ist,
mindestens eine Lösung in existiert, wenn
dc
a a
1
2 ist, da andernfalls
0
dc
1
]0
a a
und somit
n
[
dc
a a
wäre.
1
2
1
2
4.3 Gleichungen mit mehr als zwei Unbekannten
Viele Aspekte des Lösens einer linearen diophantischen Gleichung mit den
k
2 Unbekannten
x , x ,
...
, x
, x
1
2
k
-1
k
, welche die allgemeine Form
a
1
x
1
a
2
x
2...
ak
-1
xk
-1
ak xk
=
c ai ,c
(3)
hat, lassen sich durch Zurückgriff auf die Gleichungen des Typs (1) mit
zwei Unbestimmten gewinnen. So erweitert man das Kriterium für die
Existenz ganzzahliger Lösungen auf
ggT
a , a ,
...
, a
, a
c
1
2
k
-1
k
, wobei die
Begründung analog zu 4.2.1 erfolgt.36
Um eine einzelne Lösung der Gleichung zu finden, verfährt man wie folgt:37
a) Man reduziert die Ausgangsgleichung (3) mit
k
Unbekannten auf
a x
a x
...
a
x
b y
=
c
, x ,
...
, x
, y
1
1
2
2
k
-2
k
-2
1
1
mit
k
-1 Variablen
x
1 2
k
-2
1 .
Hierzu setzt man
a
x
a x
=
b y
=
ggT
a
, a
k
-1
k
-1
k
k
1
1 und
b
1
k
-1
k
.
Dieses Vorgehen führt man weiter fort und es resultiert die Gleichung
a x
a x
...
a
x
b y
=
c
1
1
2
2
k
-3
k
-3
2
2
mit
k
-2 Unbestimmten, wobei
a
x
b y
=
b y
=
ggT
a
,b
k
-2
k
-2
1
1
2
2 und
b
2
k
-2
1 gesetzt werden.
35 Vgl.: Niven, I.; Zuckermann, H. S.: Einführung in die Zahlentheorie S. 102 Satz 4.1d.
36 Vgl.: Niven, I.; Zuckermann, H. S.: Einführung in die Zahlentheorie S. 137.
37 Vgl.: Bundschuh, Peter: Einführung in die Zahlentheorie S. 33.
- 15 -
b) Nach
k
-2 Schritten erhält man schließlich die Reduktion von (3) auf
a x
b
y
=
c
, y
1 1
k
-2
k
-2
(4) mit den zwei Unbekannten
x
1
k
-2 , indem man
a x
b
y
=
b
y
=
ggT
a , b
2
2
k
-3
k
-3
k
-2
k
-2 (5) sowie
bk
-2
2
k
-3 setzt.
c) Durch die von Gleichung (4) auf bekannte Weise erhaltenen Werte für
x , y
1
k
-2 hat man nun zum einen bereits eine Lösung für
x
1 der Aus-
gangsgleichung (3), zum anderen kann man jedoch mit dem erlangten
Wert für
yk
-2 Gleichung (5) komplettieren und auflösen.
d) So ermöglicht die letzte Komponente
y
jeder nach diesem Schema
erhaltenen Lösung
x , y
i
k
-1-
i
die vollständige Aufstellung und Auflö-
sung der vorhergegangenen Gleichung der Form (5). Letztendlich erhält
man auf diese Weise Werte für alle
xi
der Ursprungsgleichung (3).
Die Darstellung der Gesamtheit aller Lösungen über eine gewisse Anzahl an
Parametern betreffend folgt an dieser Stelle aufgrund des Umfangs des The-
mas nur der Verweis auf 38 und 39.
5 Ergebnisse
Zusammengefasst wurden im Hauptteil folgende Inhalte behandelt: Ge-
schichtliche Hintergründe wurden kurz vorgestellt, elementare Aspekte der
Teilbarkeitslehre wurden aufgerollt und in Zusammenhängen zu wichtigen
Erkenntnissen wie dem Lemma von Bachet entwickelt. Anhand des Themas
der linearen diophantischen Gleichungen, welches durch Unterteilung in
Gleichungen mit einer, zwei und beliebig vielen Unbekannten logisch auf-
einander aufbaut, wurden die gewonnenen Methoden zu konkreten Werk-
zeugen. Wenngleich diese Erkenntnisse nur einen kleinen Teil des Themen-
komplexes der diophantischen Gleichungen repräsentieren, so sind sie doch
als Grundlage für weitergehende Vertiefungen hilfreich. Die hier nicht vor-
kommenden quadratischen diophantischen Gleichungen, deren wohl be-
kanntester Vertreter das pythagoreische Tripel
a
2
b
2=
c
2 ist, sind dabei
eine Möglichkeit. Abseits aller theoretischen Interessen kann die Bedeutung
des Auffindens von Lösungen nur aus den natürlichen oder ganzen Zahlen
38 Bundschuh, Peter: Einführung in die Zahlentheorie S. 33-35.
39 Niven, I.; Zuckermann, H. S.: Einführung in die Zahlentheorie S. 137-139.
- 16 -
auch daran gemessen werden, dass Zahlen aus diesen Mengen die wahr-
scheinlich am häufigsten im alltäglichen Leben anzutreffende Position
einnehmen und die Mathematik aus der Beschreibung von Mengen in eben
diesen alltäglichen Zusammenhängen entstanden ist.
Literaturverzeichnis
Bücher, Monographien
Bundschuh, Peter: Einführung in die Zahlentheorie.
5. Auflage. Berlin (u.a.): Springer 2002. Springer-Lehrbuch.
Frey, Gerhard: Elementare Zahlentheorie.
1. Auflage. Braunschweig/Wiesbaden: Friedr. Vieweg&Sohn 1984
Vieweg-Studium: Grundkurs Mathematik Nr. 56.
Gelfond, Aleksandr Osiporie: Die Auflösung von Gleichungen in ganzen
Zahlen (Diophantische Gleichungen).
4. Auflage. Berlin: Dt. Verlag der Wissenschaft 1968.
Mankiewicz, Richard: Zeitreise der Mathematik. Vom Ursprung der Zahlen
zur Chaostheorie. 1. Auflage. Köln: VGS 2000.
Niven, Ivan; Zuckermann, Herbert S.: Einführung in die Zahlentheorie.
3. Auflage. Mannheim: Bibliographisches Institut 1976.
B.I. Hochschultaschenbuch.
Rose, Harvey Ernest: A Course in Number Theory.
1. Auflage. Oxford: Clarendon Press 1988. Oxford Science publications.
Schreiber, Peter: Euklid.
1. Auflage. Leipzig: BSB Teubner 1987.
Biographien hervorragender Naturwissenschaftler, Techniker und Mediziner.
Internetquellen
Schreiber, Alfred (1996): Einführung in die Mathematik, Kapitel 4
,,Teilbarkeit" (PDF-Datei, erstellt am 29.03.2004). Internet: http://www.uni-
flensburg.de/mathe/zero/veranst/arithalgebra/schreiber/einfmath1996/4_teil
barkeit.pdf (Zugriff: 18.02.2006, 14:24)
Wiesenbauer, Johann (2005): AKDIS Zahlentheorie und Anwendungen
(PDF-Datei, erstellt am 4.04.2005).
Internet: http://www.algebra.tuwien.ac.at/institut/zthanw/ZthAnw1_1.pdf
(Zugriff: 7.03.2006, 18:38)
- 17 -
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