

Supply Chain Management in der Automobilindustrie
GLIEDERUNG
1. Einleitung 3
1.1 Der Begriff des Supply Chain Management im Allgemeinen 3
1.2 Aufgaben des Supply Chain Management 4
2. Supply Chain Management in der Automobilindustrie 6
2.1 Aufgaben des Supply Chain Managements im Kontext der 6
Automobilindustrie
2.2 Supply Chain Management als Lösung 7
2.3 Automotive Supply Chains 7
2.4 Simulationsgestütztes Supply Chain Management 8
3. SSCM an einem praktischen Beispiel 11
3.1 SSCM bei der AUDI AG Ingolstadt 11
3.2 Beispiel Supply Chain A3 13
3.3 Zusammenfassung und Ausblick 14
4. Abschluss 15
5. Literaturverzeichnis 16
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Supply Chain Management in der Automobilindustrie
1. Einleitung
Mit der wachsenden Globalisierung in der heutigen Zeit, und der damit verbundenen Komplexität der Marktbedingungen gibt es innerhalb einzelner Unternehmen und in der Wertschöpfungskette immer mehr
Informationsschnittstellen. Die Abläufe werden dadurch oft intransparent und 1 schwerfällig. Eine weitere Forderung sind die verkürzten
Produktinnovationszeiten („Time to Market“). Diese Entwicklung erfordert eine Intensivierung der unternehmerischen Zusammenarbeit mit den Co -Herstellern - und zwar über alle Stufen des Logistiknetzwerks. Daher der 2 Ausdruck „Supply Chain Management“.
1.1. Der Begriff des Supply Chain Management im Allgemeinen Beim Supply Chain Management (SCM) geht es darum, den gesamten Material- und Dienstleistungsfluss zu planen, zu steuern und zu kontrollieren. Dieser Prozess spielt sich im Rahmen eines Netzwerkes von Unternehmen und deren Bereichen ab, welche einen Teil der 3 Wertschöpfungskette darstellen. Beispiel einer unternehmensübergreifenden Logistik: Ein Kunde bestellt über das Internet einen Computer. Auf der entsprechenden Website des Herstellers werden ihm alle möglichen Optionen angezeigt. Er konfiguriert sich mit dieser Unterstützung seinen Computer entsprechend seinen Vorstellungen und seines Budgets selbst. Er sieht in seinem Warenkorb sofort den Preis und nach der Auftragserstellung zusätzlich das Lieferdatum mit der Auftragsnummer. Die Information der Bestellung wird im Unternehmen sofort an die erforderlichen Stellen weitergereicht, wie Produktion, Einkauf und Marketing.
1 Horst Wildemann, Supply Chain Management mit E-Technologien, Seite 1
2 Paul Schoensleben, Integrales Logistikmanagement, Seite 52
3 Horst Wildemann, Supply Chain Management mit E-Technologien, Seite 1
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Supply Chain Management in der Automobilindustrie
Erweitert man dieses Beispiel um einen Schritt entlang der Supply Chain, so erhält man beispielsweise folgendes Szenario: Die resultierenden Materialbedarfe werden direkt an die Systeme der Teilelieferanten und die Lieferdaten direkt an die Systeme der Händler übertragen. Kosten- und 4 zeitintensive Zwischenschritte entfallen. Ein einfaches Beispiel eines Supply Chain Kreislaufs:
1.2. Aufgaben des Supply Chain Managements
Das Supply Chain Management hilft dabei, planerische und koordinierende 6 Tätigkeiten zu bewältigen.
Es hat weiter die Aufgabe, die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens zu steigern, d. h. in Bereichen wie Qualität, Kosten, Lieferung und Flexibilität. 7 Auf die genannten Bereiche wird im Folgenden genauer eingegangen:
verbessert.
4 H. - Chr. Pfohl, Logistik 2000plus, Seite 114
5 http://www.qpronline.com/supplychainmanagement/supplychain_intro.html
6 H. - Chr. Pfohl, Logistik 2000plus, Seite 112
7 Paul Schoensleben, Integrales Logistikmanagement, Seite 53
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Supply Chain Management in der Automobilindustrie
2. Supply Chain Management in der Automobilindustrie
2.1. Aufgaben des Supply Chain Managements im Kontext der
Automobilindustrie
In der heutigen Zeit erwarten die Käufer von Automobilen auf der einen Seite stark individualisierte Autos (made - to - order), ärgern sich allerdings andererseits über mehrmonatige Lieferzeiten. Diese
Entwicklung hat zur Folge, dass alle Unternehmen, welche am Produktions- und Vertriebsprozess beteiligt sind, schneller reagieren, enger zusammenarbeiten müssen, um der angestiegenen Variantenvielfalt gerecht werden zu können. Das Ziel ist, eine drastische Lieferverkürzung bei komplexerem Produktspektrum sowohl für Hersteller als auch für Zulieferer.
Leider ist die Einführung von SCM bei vielen Automobilherstellern bisher noch zu kurz gekommen. Diese Entwicklung hat mehrere Gründe:
•
Die Unternehmen sind aufgrund der steigenden Globalisierung noch
2.2. Supply Chain Management als Lösung
Das Supply Chain Management kann in vielerlei Hinsicht die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens steigern.
8 http://de.country.csc.com/COUNTRIESDOCS/de/de/mcs/mcs143/uploads/917_6.pdf
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Supply Chain Management in der Automobilindustrie
•
SCM verbessert die Kundenbeziehungen:
2.3. Automotive Supply Chains
Die Automobilindustrie ist beim Einsatz des Supply Chain Managements (SCM) eine der führenden Branchen. Neben dem Informationsaustausch mit dem Kunden und der Vernetzung der IT - Systeme muss in der Zukunft bereits in der Planungsphase Supply Chain geeignete Methoden eingesetzt werden.
Der zukünftige Unternehmenserfolg braucht ein branchenspezifisches SCM. Für den OEM (Original Equipment Manufacturer) in der Automobilindustrie und seine Zulieferer ist es daher erforderlich, spezielle auf die Automobilindustrie zugeschnittene Supply Chains zu kreieren und laufend weiterzuentwickeln. Ziel ist die Integration aller 10 Wertschöpfungsketten.
9 http://de.country.csc.com/COUNTRIESDOCS/de/de/mcs/mcs143/uploads/917_6.pdf
10 VDI Berichte 1576, Supply Chain Management und e - Industrial Business, Seite 42
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Supply Chain Management in der Automobilindustrie
2.4. Simulationsgestütztes Supply Chain Management (SSCM)
Der Einsatz neuer Technologien ist u. a. ein Grund für die schnelle Entwicklung des SCM. Die Planungsphase einer Supply Chain spielt hierbei eine erfolgsentscheidende Rolle.
Eine immer wichtig werdende Planungsmethode ist die Simulation der gesamten Wertschöpfungskette von der Beschaffung bis hin zur Auslieferung des Produkts. Sinn ist, die Daten-, Material- und Geldflüsse entlang der gesamten Logistikkette in einem Modell darzustellen. Ziel ist die optimale Planung und Steuerung der Geschäftsprozesse mit Hilfe von 11 Simulationsmodellen.
11 VDI Berichte 1576, Supply Chain Management und e - Industrial Business, Seite 42
12 VDI Berichte 1576, Supply Chain Management und e - Industrial Business, Seite 43
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Supply Chain Management in der Automobilindustrie
Einsatzgebiet der Simulation ist bspw. der Bereich der virtuellen Prototypen. Dieser Produktentstehungsprozess liefert bereits wichtige Daten für eine spätere simulationsgestützte Betrachtung von Supply 13 Chains.
Ziele beim Einsatz der Simulation im Supply Chain Management:
•
Simulation nicht nur zur einmaligen Absicherung von
Die Durchgängigkeit von Material-, Informations- und Geldeinflüssen wird durch die Abbildung der Unternehmensprozesse im Simulationsmodell möglich.
13 VDI Berichte 1576, Supply Chain Management und e - Industrial Business, Seite 43
14 VDI Berichte 1576, Supply Chain Management und e - Industrial Business, Seite 44
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Supply Chain Management in der Automobilindustrie
Beim Supply Chain Management geht es um eine ganzheitliche Optimierung der Produkte. Moderne Simulationssysteme fördern die 15 Strukturähnlichkeit zwischen Realität und Modell. Ein Beispiel eines simulationsgestütztes Supply Chain Managements wird in der folgenden Abbildung dargestellt.
In einem Simulationsmodell wird die Supply Chain durch Vereinfachungen abgebildet.
Die Zusammensetzung des Simulationsmodells erfolgt schrittweise. Im Anschluss an den Simulationslauf stehen die Leistungsdaten der Betrachtungszeiträume bereit. Durch die Auswertung und Interpretation der Ergebnisse werden die Parameter der Supply Chain verändert, wie z. 16 B. die Kapazitäten der Wertschöpfungskette. Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen der Supply Chain Parameter und dem Simulationsergebnis zu verstehen. Dieses Ergebnis wird auf die auf die realen Material- und Informationsflüsse übertragen.
15 VDI Berichte 1576, Supply Chain Management und e - Industrial Business, Seite 44
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Supply Chain Management in der Automobilindustrie
Um Fehler während des Simulationsprozesses zu vermeiden, wird der Planungszyklus durch einen Validierungs- und Verifikationsprozess begleitet. Die Validierung hilft, Fehler im Konzeptmodell zu erkennen bzw. zu beseitigen. Die Verifikation unterstützt die Fehlervermeidung zwischen dem Konzept- und Simulationsmodell. Wurden alle Fehler erkannt bzw. beseitigt, beginnt die Reorganisation der Supply Chain auf der Grundlage der Simulationsergebnisse.
3. SSCM an einem praktischen Beispiel
3.1. SSCM bei der AUDI AG Ingolstadt
Die Audi AG Ingolstadt setzt beim Aufbau eines SCM in allen Fertigungsbereichen mehrere Simulationsaktivitäten ein. Diese sichern die Prozessplanung wie auch die laufende Produktion. Folgende Simulationstypen werden unterschieden:
• Simulation der Herstellbarkeit (Ein-, Ausbausimulation, usw. )
• Prozess - Simulationen (Roboter- / Ergonomiesimulationen usw. ) 17 • Ablaufsimulationen (Material- / Auftragsfluss - Simulationen usw. ) Der Vorteil eines SSCM ist die Integration der einzelnen Simulationsmodelle sowohl der Fertigungs- als auch der Logistikketten vom Lieferanten bis zum Kunden. Das Gesamtmodell der Fabrik wurde mit den entsprechenden Simulationsstufen in einem so genannten Mastermodell zusammengeführt. Ziel ist die Ergänzung des Modells durch die Teillogistik, um Zusammenhänge zwischen der Logistik und Karossenbzw. Auftragsfluss abzubilden.
16 VDI Berichte 1576, Supply Chain Management und e - Industrial Business, Seite 45
17 VDI Berichte 1576, Supply Chain Management und e - Industrial Business, Seite 46
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Supply Chain Management in der Automobilindustrie
Das Master Modell hat die Aufgabe, den Logistik- und Fertigungsfluss im 18 Sinne eines SCM übergeordnet zu betrachten.
Die Vorgehensweise einer integrierten hierarchischen Verknüpfung der Simulationsmodelle bei Audi unterstützt das Supply Chain Management in folgender Hinsicht:
• Hierdurch wird es möglich neben der Abstraktionsebene der Supply
veranlassen
•
In den Client Modellen können spezifische Fragestellungen wie etwa Steuerungsstrategien für bestimmte Material- und Informationsflüsse
• Geringerer Datenerfassungsaufwand durch gemeinsam genutzte Informationen und Daten
• Nicht nur isolierte Betrachtung der Teilmodelle, sondern Integration in 19 einem übergreifenden Modell
18 VDI Berichte 1576, Supply Chain Management und e - Industrial Business, Seite 47
19 VDI Berichte 1576, Supply Chain Management und e - Industrial Business, Seite 48
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Supply Chain Management in der Automobilindustrie
3.2. Beispiel Supply Chain A3
Folgende Zielsetzungen des SSCM für das Fahrzeugmodell wurden definiert: 20
• Treffen einer Machbarkeitsaussage zum geplanten Materialfluss
• Ermittlung der erforderliche logistischen Ressourcen
• Durchführung von Experimenten zur Verbesserung des Materialflusssystems
• Untersuchung des Logistikkonzepts für die Montagelinie A3
• Kopplung der Simulation Montage A3 und A4 mit dem Matermodell Das Simulationsmodell, welches einen Teilabschnitt des Fabrikmodells 21 definiert, beinhaltet folgende logistische Modellelemente:
• 200 Montageplätze
• 2 Bereitstellungsflächen pro Montageplatz mit entsprechender Logik zur Bedarfsauslösung (Pufferverwaltung)
• ca. 2000 Teilenummern mit Massen, Gewichten und behälterspezifischen Angaben
•
Lagerorte unterteilt in Klassen für die Einzelteile mit Strategien zur Behälterzusammenstellung, zum Handling und zur Bedarfsauslösung
• Kommissionierplätze (Bereitstellung Lagerort, Zusammenstellung der Behälter, Handlingsvorgaenge, Transport zum Einbauort / -takt)
• Anbindung der im Hallengeschoss befindlichen Vormontagen
• Bereitstellungsprinzipien konventionell, Ein- und Zweibehälterprinzip,
• Flurförderzeuge (Stapler, Zugmaschinen, GLT- und KLT - Wagen) mit entsprechenden Umladevorgängen und Batterieladezeiten
20 VDI Berichte 1576, Supply Chain Management und e - Industrial Business, Seite 48
21 VDI Berichte 1576, Supply Chain Management und e - Industrial Business, Seite 49
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Supply Chain Management in der Automobilindustrie
• Getrennte Transportkreisläufe für die Bereitstellungsprinzipien unter Beachtung des Leergutstransports
• Montagefremden Verkehr
• Transportregeln (Be- und Entladezeiten, Wartezeiten, Behinderungen, Prioritäten)
In diesem Fall wurde nur der Bedarf an Flurförderzeuge pro Bereich betrachtet. Durch die zeitlichen Auslastungen von kritischen Punkten konnten genaue Aussagen zwischen unterschiedlicher Konzepte und dem 22 hierfür nötigen Ressourceneinsatz gemacht werden.
3.3. Zusammenfassung und Ausblick
Mit Hilfe der Simulation kann man einem Grossteil der Anforderungen des SCM gerecht werden. Dies macht es möglich komplexe Material- und Informationsflüsse im Unternehmen abzubilden. Der Master - Client ermöglicht es, die Supply Chain zu variieren und zu optimieren. Die Audi AG Ingolstadt hat dadurch einen ersten Schritt gemacht, eine vollständige Abbildung aller Wertschöpfungsprozesse in Unternehmen zu erstellen. Entscheidend für das Supply Chain Management wird sein, wie 23 qualitativ wertvoll die Modelldaten in Zukunft sein werden.
22 VDI Berichte 1576, Supply Chain Management und e - Industrial Business, Seite 49
23 VDI Berichte 1576, Supply Chain Management und e - Industrial Business, Seite 50
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Supply Chain Management in der Automobilindustrie
4. Abschluss
Das Supply Chain Management ist in der heutigen Zeit der Globalisierung ein unentbehrliches Werkzeug geworden, um Liefertreue, und damit auch die Kundenbeziehungen aufzubauen, und zu verbessern. Ob es sich allerdings jedes Unternehmen leisten kann, dieses einzuführen, ist fraglich. Grund dafür ist, unter anderem, dass es hierzu genauer Kommunikationswege entlang der gesamten Wertschöpfungskette bedarf, die negativ sehr auf die Kostenseite schlagen.
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5. Literaturverzeichnis
• Horst Wildemann Supply Chain Management mit E-Technologien
Universität Klagenfurt, Institut für Wirtschaftswissenschaften, 2001
• Paul Schoensleben Integrales Logistikmanagement Springer Verlag, 1998
• H. - Chr. Pfohl Logistik 2000plus Erich Schmidt Verlag, 1999
• http://www.qpronline.com/supplychainmanagement/supplychain_intro.html
• http://de.country.csc.com/COUNTRIESDOCS/de/de/mcs/mcs143/uploads/917 _6.pdf
• Dr. Florian Klug
Supply Chain Management und e - Industrial Business VDI Berichte 1576, 2000
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Arbeit zitieren:
Angelo Papiccio, 2002, Supply Chain Management in der Automobilindustrie, München, GRIN Verlag GmbH
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