1. Was erwarte ich von meinem Praktikum?
Meine Wahl des Praktikums hat nichts mit meinem späteren Berufswunsch zu tun. Da ich noch nicht weiß, was ich einmal werden will, habe ich mir einen Betrieb ausgesucht, der mir für ein Praktikum als interessant erschien. Das heißt, ich habe mir den Betrieb danach ausgesucht, dass ich nicht nur “in der Ecke rumsitze”, sondern vielleicht selber im Betrieb ein wenig mithelfen darf.
Mein Praktikum in einem Kindergarten zu machen, ist eigentlich nicht meine 1. Wahl. Ich wollte auf jeden Fall in einen Betrieb, in dem man viel mit Menschen, am liebsten mit Kindern, zu tun hat. So wollte ich eigentlich mein Betriebspraktikum bei einer Kinderlogopädin machen. Jedoch habe ich dort keinen Platz mehr bekommen und habe mir deswegen überlegt, in einen Kindergarten zu gehen. Auf diesen Kindergarten bin ich gekommen, weil ich dort selbst war, und es mir früher sehr gut gefallen hat. Jetzt habe ich durch das Praktikum die Möglichkeit den Kindergarten einmal von der “anderen Seite” kennenzulernen. So hoffe ich unter anderem einen Einblick in die Organisation zu bekommen. Da ich mein Praktikum in einem kleinen Kindergarten mache, kann ich nicht soviel erwarten, wie wenn ich bei einer großen Firma mein Praktikum gemacht hätte. Ich bin mir ziemlich sicher, gut in das Kollegium aufgenommen zu werden. Da ich bereits einen Nachmittag in dem Kindergarten hospitieren durfte, habe ich die Kindergärtnerinnen schon kennengerlernt. Teilweise kenne ich sie auch noch von früher, was mich und sie sehr gefreut hat, das ich mein Betriebspraktikum dort machen kann. Auf Grund dieses Nachmittages weiß ich auch, dass ich, so weit es möglich ist, den Tagesablauf mitgestalten kann.
Mir wurde bestätigt, auch einige Gruppen im Spielkreis zu besuchen. Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn ich an Veranstaltungen des Kindergartens (Ausflüge, Übernachtungen, oder ähnliches) teilnehmen dürfte, sofern welche in meiner Praktikumzeit vorgesehen sind.
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2. Der evangelische Kindergarten Oyten
2.1. Darstellung der Einrichtung
Der evangelische Kindergarten, am Kirchweg 1, wurde direkt gegenüber der ev.-luth. St. Petri Kirche 1972 in Oyten gebaut. Auf dem rund 2535m 2 großen Gelände arbeiten insgesamt 14 Personen: eine Leiterin, 9 Erzieherinnen, eine Praktikantin, 2 Putzfrauen und ein Hausmeister.
Der Hausmeister ist während seiner Arbeitszeit von 5 Stunden pro Woche für Haus und Garten zuständig.
Die Reinigungskräfte sind jeweils von 17.00 Uhr bis ca.19.00 Uhr im Kindergarten. Die Leiterin des Kindergartens, Frau Brahms, ist mit 26,5 Stunden angestellt und von der Gruppenarbeit freigestellt.
Einige Erzieherinnen haben eine Teilzeitstelle von 24-33 Wochenstunden. Andere arbeiten voll, dass heißt, sie müssen anstatt eine, 2 Gruppen leiten. Eine der Erzieherinnen ist gleichzeitig stellvertretende Leiterin und hat neben der Gruppenarbeit auch noch 2 Stunden für Leitungsaufgaben.
Zusätzlich gibt es jeden zweiten Dienstag eine Teambesprechung, in der über Probleme oder Ideen gesprochen wird.
Für Vertretungen (im Falle von Krankheit, Sitzungen oder Fortbildungen) gibt es Springkräfte. Einige Erzieherinnen haben dafür vertraglich geregelte Stundenzuweisungen über die Gruppenarbeit hinaus. Manchmal werden jedoch auch Vertretungskräfte aus anderen Kindergärten eingesetzt.
Die Praktikantin ist für eine Jahr in dem Kindergarten. Sie ist Montags im Vormittag und im Nachmittag, Dienstags und Mittwochs nur im Vormittag da. Der evangelische Kindergarten verfügt über 3 Gruppenräume mit angeschlossenem Waschraum und Garderobe, einer Halle zum toben für die Kinder und für größere Veranstaltungen wie zum Beispiel einem Elternabend, ein Malraum, ein Werkraum, einen Ruheraum für die Kinder (das “Sternenzimmer”), eine Küche, ein Büro, einen Raum für die Mitarbeiter sowie eine Toilette, einen Heizungsraum und einer Abstellkammer. Auf dem Außengelände stehen Holzhütten für Spielzeug wie zum Beispiel Roller, Schaufeln und Bagger.
Zur Zeit gibt es in dem Kindergarten drei Vormittags und zwei Nachmittagsgruppen. Das liegt daran, dass die meisten Eltern sich für ihre Kinder ein Vormittagsplatz wünschen. Aufgrund dessen sind im Vormittag die Gruppen auch größer. So sind im Vormittag ca. 25 Kinder in einer Gruppe, im Nachmittag höchstens 18. Die Gruppen bestehen aus gleich vielen Mädchen wie Jungen und sind aus 3- bis 6-jährigen Kindern zusammengesetzt. Die Vormittagsgruppen sind eine Stunde länger als die Nachmittagsgruppen. Die Gruppen werden von zwei Erzieherinnen gleichberechtigt geleitet.
Dienstags und Donnerstags gibt es noch eine besondere Nachmittagsgruppe, ausschließlich für 3-jährige - den Spielkreis. Diese Gruppe besteht aus ungefähr 15 Kindern und wird in der Regel nur ein Jahr lang besucht. Insgesamt sind etwa 120 Kinder in dem Kindergarten.
Zusätzlich gibt es noch den Frühdienst und die Mittagsbetreuung, in der, dafür angemeldete Kinder, Mittag essen können. Ein Essen kostet pro Kind ca. 3 bis 4 DM. Bei jedem Essen sind
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1 bis 3 Erzieherinnen dabei und essen auch mit. Sie bezahlen einen Pauschalbetrag von 15 DM im Monat. Bei dem Essen wird den Kindern beigebracht mit Manieren zu essen und auch Sachen zu probieren. So müssen auch die Erzieherinnen einen “Pädagogischen Happen” essen. Das heißt, wenn sie etwas nicht mögen oder keinen Hunger haben, müssen sie trotzdem ein bisschen mit essen.
Die Öffnungszeiten
Gruppenzeiten: Vormittags 8.00 - 12.00 Uhr Nachmittags 14.00 - 17.00 Uhr Spielkreis (nur Di. Und Do.) 14.30 - 17.00 Uhr Zusätzliche Öffnungszeiten: Frühdienst 7.30 - 8.00 Uhr Mittagsbetreuung: 12.00 - 12.30 Uhr
12.00 - 13.30 Uhr 12.00 - 14.00 Uhr ab 12.30 - 14.00 Uhr 4
2.2. Geschichte des Kindergartens
Der evangelische Kindergarten wurde im Winter 1972 erbaut. Er ist der erste Kindergarten, der in Oyten gebaut wurde. Von Anfang an wurde er unter der Trägerschaft der ev.-luth. St. Petri Kirchengemeinde betrieben.
Auf dem Grundstück hätten ursprünglich zusätzliche Gräber angelegt werden sollen, denn es war Friedhofserweiterungsgelände. Anfang der siebziger wurde jedoch dringend ein Kindergarten in Oyten gebraucht. So stellte die Kirchengemeinde das Gelände zur Verfügung. Die politische Gemeinde verpflichtete sich darauf, auf diesem Grundstück einen Kindergarten zu bauen und ihn dann der Kirchengemeinde zu übertragen. Das musste gemacht werden, da die politische Gemeinde keinen Kindergarten führen durfte, aufgrund politischen Beeinflussungen wie im 2. Weltkrieg.
Da die mindestens 60 Kinder, die immer gleichzeitig im Haus waren, Platz zum spielen und toben brauchten, wurde 1980 die Mehrzweckhalle angebaut.
Da sich viele Eltern für ihre Kinder Vormittagsplätze wünschen, sind die Nachmittagsgruppen seit einigen Jahren nicht mehr voll ausgelastet. Dafür sind jedoch die Vormittagsgruppen teilweise viel zu voll. Daher denkt der Kindergarten darüber nach, einen weiteren Gruppenraum anzubauen, um mehr Möglichkeiten zu haben, die Kinder unterzubringen. Das hat jedoch zur Folge, das im Nachmittag nur noch eine Gruppe zu Stande kommen könnte.
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2.3. Ausbildung zur Erzieherin
Um eine Ausbildung zur Erzieherin zu machen braucht man mindestens einen Realschulabschluß. Studiert man, kann man zur Leiterin eines Kindergartens aufsteigen. Die Ausbildung zur Erzieherin ist sehr verschieden. Das liegt daran, dass sich die Dauer der Ausbildung sehr oft ändert. Aufgrund neuer Erziehungsmethoden oder anderen neuen Einsichten und Erkenntnissen wird die Ausbildungszeit länger bzw. kürzer. Außerdem ist in den verschiedenen Bundesländern die Ausbildung anders.
Eins ist jedoch bei allen gleich. Zuerst wird man zur Sozialassistentin ausgebildet und erst dann zur Erzieherin. Als Sozialassistentin hat man nur wenige Möglichkeiten. Man kann zum Beispiel im Kindergarten keine eigene Gruppe leiten. Viele Kindergärten haben eine Erzieherin und eine Sozialassistentin in einer Gruppe, wobei die Erzieherin dann die Leitung in der Gruppe übernimmt. Da in diesem Kindergarten die Gruppenleitung beiden gleichberechtigt zugeteilt wird, werden nur Erzieherinnen eingestellt.
In den vier bis fünf Ausbildungsjahren verdienen die Auszubildenden kein Geld. Sie müssen sich dann durch einen Nebenjob oder ähnliches finanzieren. Zwei Beispiele der Ausbildung: ð Daniela (Niedersachsen):
Die Ausbildung dauerte vier Jahre. Das erste Jahr hat sie ein Praktikum gemacht, dass von anfänglichen 3 Monaten auf 1 Jahr verlängert wurde. Im zweiten und dritten Jahr musste sie die Schule besuchen. In dieser Schule hat man unter anderem die Fächer Pädagogik und Psychologie, aber auch Hauswirtschaft oder Deutsch und Mathe. In Niedersachsen war ein Anerkennungsjahr notwendig, was allerdings vor ein paar Jahren (unsinnigerweise, wie die Leiterin des Kindergartens meint) abgeschafft wurde. Sie hat es noch machen müssen. ð Maya (Bremen):
Die Ausbildung dauerte fünf Jahre. Da sie erst 17 war, musste sie ein Überbrückungsjahr machen. Das heißt sie musste ein einjähriges Praktikum machen. Danach ging sie vier Jahre zur Schule. Da sie ein Praktikumsjahr gemacht hatte und dazu auch noch in dem Kindergarten in dem sie später auch arbeiten wollte, brauchte sie, obwohl sie ihre Ausbildung in Bremen gemacht hatte, kein Anerkennungsjahr.
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3. Mein Arbeitsplatz
Ich hatte keinen direkt festen Arbeitsplatz. Mein Arbeitsplatz war der ganze Kindergarten. Bei der Mittagsbetreuung war ich in der blauen Gruppe, beim Mittagessen in der gelben und danach beim Küchendienst in der Küche. Mein Hauptarbeitsplatz war aber in der roten Nachmittagsgruppe. Da war ich pro Tag die meiste Zeit und hatte am meisten Spaß. Bei der Mittagsbetreuung treffen sich die Kinder aus allen Gruppen in der blauen Gruppe. Dort habe ich dann bis zum Mittagessen mit ihnen gespielt. In der gelben Gruppe wurde immer gegessen. Da in der gelben Gruppe außer dienstags und donnerstags niemand am Nachmittag ist, ist es nicht schlimm, wenn es dort nach Essen riecht.
Nach dem Essen war mein Arbeitsplatz entweder wieder in der blauen Gruppe, oder in der Küche. Beim Küchendienst hat man den Teewagen ab- bzw. aufgeräumt, die Spülmaschine ein- und ausgeräumt oder das Essen warm gemacht.
Bei der Arbeit in der roten Nachmittagsgruppe war es meine Aufgabe auf die Kinder aufzupassen. Wenn sie Hilfe brauchten oder es Streit unter den Kindern gab, konnten sie zu mir kommen. Ich musste mich einmischen, wenn Kinder die Regeln brachen oder wenn etwas nicht so lief wie wir uns das gedacht hatten. Außerdem musste ich den Kindern beim anziehen oder ausziehen helfen, wenn wir nach draußen wollten. Manchmal konnte ich auch Aushänge für die Eltern schreiben.
Im Großen und Ganzen habe ich eigentlich genau die gleiche Arbeit getan, wie die Erzieherinnen auch.
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4. Ein Tag im Kindergarten
4.1. Ein typischer Tagesablauf
Mein Tag im Kindergarten fängt um ca. 12.00 Uhr an.
Zuerst bin ich mit zwei Erzieherinnen in der blauen Gruppe, wo sich alle Kinder aus den ganzen Gruppen sammeln. Dort lese ich ihnen dann etwas vor, spiele oder male mit ihnen. Um 12.30 Uhr gibt es essen. Zum Essen gehen wir in die gelbe Gruppe. Während eine Erzieherin den Teewagen mit dem Essen holt, achten wir darauf, dass sich alle Kinder die Hände gewaschen haben und sich ordentlich an den Tisch setzen.
Beim Essen wird sehr auf Ordentlichkeit und Ruhe geachtet. Die Kinder sollen lernen, beim Essen nicht rumzualbern. Außerdem lernen sie richtig zu Essen. Das heißt zum Beispiel, wie man das Besteck richtig benutzt oder wie man was zu Trinken in ein Glas einschenkt. Gibt es etwas zu Essen was ein Kind nicht mag, soll es wenigstens probiert werden. Nach dem Essen mach ich entweder den Küchendienst (Spülmaschine ein- bzw. ausräumen, Tische abwischen etc.), oder ich gehe mit in die blaue Gruppe. Dort bringen die Kinder ihre Spiele zuende, räumen auf und wir beschäftigen sie noch ein bisschen, bis sie abgeholt werden. Von ca. 13.30 Uhr bis 14.00 Uhr bin ich dann mit ein oder zwei Kindern in der Gruppe allein, da die anderen Pause machen.
Zwischen 14.00 Uhr und 14.30 Uhr kommen dann alle Kinder der roten Nachmittagsgruppe. Sie treffen sich zunächst in dem Gruppenraum und werden von uns begrüßt. Um 14.30 Uhr beginnen alle Gruppen ungefähr gleichzeitig mit dem “Anfangskreis” in dem ein Stuhlkreis gemacht wird und an dem alle Kinder teilnehmen. Im Anfangskreis wird als erstes ein Anfangslied gesungen. Danach wird festgestellt, wer da ist und wer nicht in den Kindergarten kommen konnte. Die Kinder zählen alle Anwesenden. Dann wird ein Spiel gespielt, was sich ein Kind aussuchen darf. Manchmal werden noch Dinge besprochen die die ganze Gruppe angehen. Am Ende des Anfangskreises können die Kinder dann entscheiden, wo sie zunächst spielen möchten.
Die “freie Spielzeit” beginnt dann nach dem Anfangskreis um ca. 14.45 Uhr. In dieser Zeit können die Kinder basteln, malen, bauen, in der Puppenecke spielen, oder einfach anderen Kindern nur zuschauen. Mit Erlaubnis von den Erzieherinnen können sie auch in die Turnhalle oder ins “Sternenzimmer”. So bin ich während der freien Spielzeit nicht nur in der Gruppe, sondern im ganzen Haus, um nach den Kindern zu sehen.
Nach etwa einer Stunde wird dann in der Gruppe gegessen. Jedes Kind hat seinen eigenen Proviant mit. Zwei Kinder sind für eine Woche für den Teewagen eingeteilt. Mit diesen beiden Kindern geht dann eine der Erzieherinnen in die Küche und macht den Teewagen fertig, während der Rest der Gruppe aufräumt. Jedes Kind sucht sich dann einen Platz, wo es möchte. Es sind keine Plätze zugewiesen. Beim Essen gibt es abgesprochene Regeln für den Gebrauch von Geschirr, das Abfall sortieren u.s.w. Während dann die Kinder Essen, suchen sich die Erzieherinnen einen Platz, so dass an jedem Tisch eine Erzieherin sitzt. Wir helfen dann den Kindern beim einschenken oder die Brotdosen auf zu machen.
Je nach Wetter gehen wir dann nach draußen oder in die Halle. Wenn fast alle Kinder mit dem Essen fertig sind, dürfen die ersten schon nach draußen gehen und sich umziehen. Auch dabei hilft ihnen eine Erzieherin. Die andere Erzieherin macht dann zum Beispiel den Küchendienst (Teewagen wegbringen) und ich bin draußen oder in die Halle, um auf die Kinder aufzupassen, die schon vorgegangen sind. Mit Küchendienst, Aufsicht und Hilfe beim anziehen wechseln wir uns ab.
Zwischen 16.30 Uhr und 16.45 Uhr räumen dann alle Kinder wieder auf.
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Danach beginnt der “Schlußkreis”, zu dem sich alle Kinder wieder in einem Stuhlkreis in der Gruppe treffen.
Hier wird dann über den Tag in der Gruppe geredet, Spiele gespielt und ein Schlußlied gesungen.
Um 17.00 Uhr ist dann die Kindergartenzeit zu Ende. Wir passen dann darauf auf, dass alle Kinder abgeholt werden.
Wenn dann der Kindergarten leer ist, räumen wir noch die restlichen Sachen weg, die noch liegen geblieben sind und stellen die Stühle hoch. Um ungefähr 17.15 Uhr ist dann auch mein Tag im Kindergarten zu Ende.
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4.2. Die Gruppe feiert Geburtstag
Wenn ein Kind Geburtstag hat gelten für es die gleichen Regeln und Grenzen, wie für jedes andere Kind auch. Es wird also nicht bevorzugt behandelt. Jedoch dreht sich der ganze Anfangskreis und Schlußkreis um das Kind. Vor dem Anfangskreis sucht sich das Geburtstagskind zwei Freunde aus und geht mit ihnen in das “Sternenzimmer”.
Während das Kind im “Sternenzimmer” ist, schmücken alle Kinder die Gruppe. Es wird ein Stuhlkreis gemacht. Die bunten Vorhänge werden zu gezogen, damit es gemütlicher ist, über den Stuhl des Geburtstagskindes kommt ein roter Samtüberzug und vor dem Stuhl steht ein kleines Tischchen. Auf den Tisch werden dann Blumen und, entsprechend dem Alter des Kindes, Kerzen gestellt. Eine der Erzieherinnen, die bei diesem Anfangskreis die Leitung übernimmt, holt eine Handpuppe - “Rudi, die Maus”. Rudi kommt zu allen feierlichen Anlässen, wie zum Beispiel zum Geburtstag. Gemeinsam mit Rudi rufen die Kinder die drei aus dem “Sternenzimmer” in die Gruppe.
Alle zusammen gratulieren dem Kind mit einem Geburtstagslied. Danach redet Rudi mit dem Geburtstagskind über die Geburtstagsfeier zu Hause und fragt, wie alt es denn geworden sei. Dann darf das Kind mit Rudi mitkommen und sich ein kleines Geschenk (Spielzeugauto oder ähnliches) aussuchen.
Nach der kleinen Feier kann sich das Kind noch ein Spiel wünschen. Nach dem Anfangskreis läuft dann alles so weiter, wie an jedem anderen Tag auch. Beim Schlußkreis dann, wird das Kind gefragt, wie ihm sein Geburtstag gefallen hat und es darf sich noch einmal ein Spiel und ein Schlußlied wünschen.
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4.3. Veranstaltungen (Der Weltkindertag)
Die Vorbereitungen für den Weltkindertag haben schon Wochen vorher begonnen. Die Erzieherinnen haben neue Lieder gelernt, kleine Aufführungen einstudiert und sich überlegt, wie sie den Tag mit den Kindern feiern wollen.
Zwei Tage vor dem Weltkindertag wurde in allen Gruppen die Geschichte von Josef erzählt oder vorgelesen. In der roten Nachmittagsgruppe haben wir versucht die Geschichte ein bisschen auswendig zu lernen. Im Anfangs- und Schlußkreis haben wir dann an den beiden Tagen den Kindern die Geschichte erzählt. So waren sie schon ein bisschen auf die Feier in der Kirche vorbereitet. Am letzten Tag haben sich alle Gruppen in der Halle getroffen, um ein Lied zu lernen. Alle Kinder sollten es am nächsten Tag in der Kirche mitsingen können. Den Kindern war freigestellt, ob sie am 20.09.2001 morgens um 11.00 Uhr in die Kirche kommen. Fast alle Kinder des Kindergartens waren da. In der Kirche haben wir dann den Weltkindertag gefeiert, haben Lieder gesungen und die Aufführungen der Erzieherinnen gesehen. Zum Schluss haben wir die Geschichte von Josef gehört und das neu gelernte Lied gesungen. Um ca. 12.00 Uhr war die Feier zu ende und der ganz normale Kindergartenalltag ging weiter.
Nachmittags in der Gruppe haben wir im Anfangskreis noch mal über den Weltkindertag gesprochen und gefragt ob den Kindern die Feier gefallen hat.
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5. Auswertung
5.1. Will ich Erzieherin werden?
Ich denke, ich kann nach dem Praktikum sagen, dass ich keine Erzieherin werden will. Obwohl es mir so gut gefallen hat und die Arbeit mit den Kindern sehr viel Spaß gemacht hat, möchte ich den Beruf nicht erlernen.
Ich habe pro Tag ungefähr fünf bis fünf einhalb Stunden gearbeitet und hatte noch nicht einmal die volle Verantwortung, und trotzdem war ich jeden Abend sehr müde und kaputt. Ich denke als Nebenjob oder als Aushilfe würde es mir viel Spaß machen als Erzieherin zu arbeiten, aber nicht Hauptberuflich.
Dann kommt auch noch die Ausbildung hinzu. Während der Ausbildung bekommt man kein Geld. Man muss sich durch Nebenjobs finanzieren, und ich denke dass das sehr anstrengend ist. Außerdem verdient man als ausgebildete Erzieherin nur wenig Geld. Man kann sich nicht hocharbeiten um mehr Geld zu verdienen. Weiter als bis zur Leiterin eines Kindergartens kommt man nicht, und selbst dann verdient man nur relativ wenig.
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5.2. Rückblick auf die zwei Wochen
Die zwei Wochen im evangelischen Kindergarten Oyten haben mir sehr gut gefallen! Ich habe einen großen Einblick in die Berufswelt bekommen, vor allem aber einen Einblick in die Welt der Kindererziehung. Durch das Praktikum hatte ich die Chance einmal den Kindergarten von der “anderen Seite” zu sehen, wie ich es schon in meinen Erwartungen geschrieben habe.
Meine gesamten Erwartungen sind im Großen und Ganzen in Erfüllung gegangen. Ich wurde sehr freundlich in das Kollegium aufgenommen, was mich sehr gefreut hat. Wir hatten alle viel Spaß zusammen, was natürlich eine gute Zusammenarbeit ermöglicht. Auch die Kinder haben mich alle nach einer sehr kurzen Eingewöhnungszeit sehr gemocht, worüber ich auch sehr glücklich war. Viele der Kinder haben mir Bilder geschenkt oder etwas gebastelt, wie im Anhang zu sehen ist.
Den Tagesablauf durfte ich weitestgehend mit gestalten. Ich durfte Anfangs- und Schlußkreise leiten und konnte mich so um die Kinder kümmern, wie die Erzieherinnen auch. Dadurch hatte ich das Gefühl, das sie mir vertrauten und mir die Aufgabe sich um die Kinder zu kümmern zutrauten. Am Freitag in der ersten Woche war ich sogar allein mit einer Erzieherin in einer Gruppe, was eigentlich unüblich ist, da immer zwei Erzieherinnen in einer Gruppe sein sollten. Auch das hat mich sehr gefreut.
In die Organisation hatte ich nur einen kleinen Einblick, da die ganzen organisatorischen Dinge morgens oder am späten Nachmittag abliefen.
In den Spielkreis bin ich von mir aus nicht gegangen. Ich hätte einen Nachmittag dort verbringen können, jedoch hätte ich dann nicht in die rote Nachmittagsgruppe gekonnt, und die wollte ich auf keine Fall verpassen, da es mir mit der Gruppe so einen Spaß gemacht hat! Während meiner Praktikumszeit gab es nur eine Veranstaltung, den Weltkindertag. An ihm konnte ich leider nicht aktiv teilnehmen, da er schon Wochen vorher geplant wurde. Mein Abschied wurde im Schlußkreis gefeiert. Ich habe zum Abschied von der roten Nachmittagsgruppe noch ein kleines Geschenk bekommen. Die Kinder haben mir eine Mappe gebastelt, in der eigene Bilder oder Handabdrücke mit ihrem Namen drin sind. Auch ich habe den Kindern ein Abschiedsgeschenk gemacht, worüber auch sie sich gefreut haben. Als Abschluss kann ich sagen, dass mir mein Praktikum sehr gut gefallen hat und ich es Schade fand, als es zu ende war!
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Arbeit zitieren:
Sandra Busch, 2001, Praktikumsbericht/Kindergarten, München, GRIN Verlag GmbH
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