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Mundus Novus

Referat / Schulaufsatz, 2002, 20 Seiten
Autor: Ruben Schönenberger
Fach: Latein

Details

Tags: Mundus, Novus
Kategorie: Referat / Schulaufsatz
Jahr: 2002
Seiten: 20
Sprache: Deutsch

Archivnummer: V105745
ISBN (E-Book): 978-3-640-04029-2

Dateigröße: 192 KB
Anmerkungen :
In der Schule haben wir im Lateinunterricht Mundus Novus übersetzt. Da ich nirgends im Internet eine Übersetzung o.ä. gefunden habe, werde ich unsere Übersetzungen hier veröffentlichen. Ich denke, dass vielen damit ein Dienst getan wird. Ihr findet in diesem Dossier die komplette Übersetzung, Interpretationen einzelner Textpassagen, Dispositionen kleinerer Abschnitte und Wörterlisten nach Roma B1...



Volltext (computergeneriert)

Mundus Novus

Das Sendeschreiben von A. Vespucci

(Übersetzung Zeilen 1-16)

Amerigo Vespucci grüsst Laurentius Petri de Medici herzlichst.
In den vergangenen Tagen habe ich dir genug ausführlich von meiner Rückkehr aus jenen neuen Regionen geschrieben, welche wir sowohl durch die Flotte, als auch auf Kosten und im Auftrag dieses huldreichsten Königs von Portugal gesucht und gefunden haben.
Und es ist erlaubt sie ,,Neue Welt" zu nennen, weil bei unseren Vorfahren niemand von ihnen Kenntnis hatte1 und allen Hörenden dies eine neueste Sache ist. Diese nämlich entgeht dem Wissen unserer Vorfahren2, da der grössere Teil jener sagte, dass jenseits des Äquators und in Richtung Süden kein Kontinent, sondern nur das Meer, das sie Atlantik nannten, liegt3. Und wenn irgendwelche bekräftigten, dass dort ein Kontinent liegt4, verneinten sie mit vielen Beweisen5, dass dieser bewohnbares Land sei. Aber, dass diese Meinung derer falsch und der Wahrheit gänzlich entgegengesetzt ist, hat (diese) meine letzte Schiffsreise bewiesen, weil ich in jenen südlichen Teilen einen Kontinent entdeckt habe, der zahlreicher an Völkern und Tieren bewohnt ist als unser Europa oder Asien oder Afrika, und darüber hinaus <ist> das Klima6 gemässigter und lieblicher als in jeder uns bekannten Region. Wie du weiter unten im Text einsehen wirst, wo wir kurz nur die Hauptpunkte und nur die würdigeren Sachen der Erwähnung und des Gedankens aufschreiben werden, die von mir in dieser neuen Welt entweder gesehen oder gehört wurden, wie weiter unten sichtbar wird.

Stichwortartige Zusammenfassung (Zeilen 1-16):

- Grussformel: Absender: A Vespucci

- Adressat: Lorenzo die Pierfrancesco de Medici

- 1. Abschnitt: Hinweis auf vorausgegangene Briefe über die Rückkehr aus der neuen Welt (im Auftrag des portugiesischen Königs)

- 2. Abschnitt:

=> Entdeckung neuer Regionen, die den Vorfahren unbekannt (= Mundus Novus) # SENSATION
=> Vorfahren (Antike) dachten keine weiteren Kontinente vorhanden, falls doch # unbewohnbar7
=> Letzte Schifffahrt Vespuccis bewies das Gegenteil
=> Neuer Kontinent # schön, liebliches Klima, stark bevölkert etc.
=> Hinweis auf weiteren Text

Vorbemerkung: Die Route

- Start: Lissabon
- Kanarische Inseln
- entlang der Westküste Afrikas
- Kap Verde
- Ausgangspunkt für Überquerung Richtung SSW

Übersetzung (Zeilen 17-47):

Wir sind mit guter Fahrtrichtung am 14. Mai 1501 von Lissabon - geschickt vom oben erwähnten König - mit drei Schiffen nach Süden losgefahren um neue Regionen zu erforschen. Und während zehn Monaten sind wir ununterbrochen nach Süden gefahren. Die Route dieser Schiffsreise ist folgende: Unsere Schiffsreise ging in Richtung Glücksinseln, wie wir sie einst nannten8; Nun aber werden sie die Inseln Gran Canaria genannt, welche in der 3. Zone und an der Grenze des bewohnten Abendlands sind.
Dann sind wir entlang der ganzen Küste Afrikas und einem Teil Äthiopiens über den Ozean bis zum Vorgebirge Äthiopiens, so von Ptolomäus genannt, gefahren; Welches nun von uns Kap Verde und von den Äthiopiern Beseghicc genannt wird. Und jenes Mandingha genannte Gebiet, welches von schwarzen Menschen und Völkern bewohnt ist, liegt unter dem 14. Breitengrad innerhalb der heissen Zone vom Äquator in Richtung Norden.
Nachdem unsere Kräfte und die nötigen Dinge für unsere Schiffsreise erneuert worden waren, lichteten wir die Anker und stellten die Segel in den Wind. Und unsern Weg durch den sehr weiten Ozean gegen den Südpol lenkend bogen wir ein wenig gegen Osten ab wegen des Windes, der Vulturnus genannt wird; Von dem Tag an, an welchen wir vom erwähnten Vorgebirge losgefahren sind, segelten wir während einem Zeitraum von 2 Monaten und 3 Tagen, bevor uns irgendein Land erschien.
Was wir aber auf diesem weiten Meer erlitten haben, welche Gefahren des Schiffbruchs und welche körperlichen Beschwerden wir aushielten und unter welchen seelischen Ängsten wir litten, überlasse ich dem Urteil dieser, die durch Erfahrung in vielen Dingen am Besten wissen, was es bedeutet9 Unbekanntes zu suchen und ausfindig zu machen, nicht wissend, was es ist und ob es überhaupt ist. Und da ich mit einem Wort alles zusammenfasse, wirst du wissen, dass wir während den 67 Tagen, während denen wir mit dem Schiff segelten, 44 ununterbrochen mit Regen, Blitzen und Donner hatten - so dunkel, dass wir weder Sonne am Tag noch einen klaren Sternenhimmel in der Nacht je sahen. Dadurch geschah es, dass in uns eine so grosse Angst aufstieg, dass wir schon fast jede Hoffnung auf Überleben über Bord geworfen hatten. Es gefiel Gott in diesen [so] vielen und so grossen Stürmen des Meeres und des Himmels vor uns einen Kontinent, neue Gegenden und eine unbekannte Welt zu zeigen. Nachdem wir diese gesehen hatten, wurden wir von so grosser Freude überströmt, wie sie denen zuzustossen pflegt, wie kaum einer glauben kann, die aus verschiedenen Unglücken und wichtigen Schicksalen gerettet wurden10. Am 7. August des Jahres 1501 aber ankerten wir an den Küsten der Gegenden selbst, unserem Gott dankend mit einem Dankgebet und dem Singen einer Messe unter grosser Beteiligung.

Warum fuhr der Mensch zuerst gegen Osten?

# qualitative Bedeutung der Himmelsrichtungen:
Osten: ORIENT (<sol> oriens: aufgehende <Sonne>)
Westen: Okzident (<sol> occidens: untergehende <Sonne>)

Ausnahme: Kelten (Wikinger)

Übersetzung (47-61):

Dort erkannten wir, dass dieses Land keine Insel, sondern ein Kontinent ist, weil er sowohl mit sehr langen Küsten, die ihn nicht umlaufen11, versehen ist als auch mit unzähligen Bewohnern gefüllt ist. Denn auf diesem haben wir unzählige Stämme, Völker und alle Waldtierarten gefunden, welche in unseren Regionen gefunden werden. Und viel anderes12 von uns niemals Gesehenes, von dem einzeln zu berichten zu lange dauern würde. Grosse Gnade Gottes schützte13 uns, als wir an jenen Regionen landeten. Denn Feuerholz und <genauso> das Wasser waren ausgegangen. Nur noch wenige Tage hätten wir auf dem Meer überleben können14; <Möge> die Ehre, der Dank und die Danksagung ihm selbst sein.
Wir fassten den Plan nach Osten zu segeln, entlang der Küste dieses Kontinentes und niemals den Blick von jener zu lassen15. Und bald fuhren wir so lange Zeit an jener entlang, dass wir an der Ecke ankamen, wo die Küste eine Wende nach Süden machte. Und von diesem Ort, wo wir das erste Mal das Land berührt hatten16 bis zu dieser Ecke waren es ca. 300 Leuken.
Während dem Zeitraum dieser Schiffsreise gingen17 wir mehrmals an Land und hatten freundlichen Umgang mit diesen Menschen, wie du weiter unten hören wirst.

Übung: Textverständnis (Z.33ff)

Fragen:

1. Nenne drei lateinische Ausdrücke (+Übersetzung), welche den emotionalen Zustand der Mannschaft während der Überfahrt beschreiben
2. Nenne fünf lateinische Ausdrücke (+Übersetzung), welche die Umstände der Überfahrt schildern.
3. Wer ist für die glückliche Überfahrt verantwortlich; Wie zeigt sich dies?
4. Wie reagiert die Mannschaft auf den Erfolg der Überfahrt?
5. Die ersten Eindrücke von Mundus Novus?
6. Wer leitet die Expedition bzw. wie drückt sich Vespucci diesbezüglich aus?

Antworten:

1. anxietates animi - seelische Ängste/tantus timor - so grosse Furcht/vitae spem abicere - Hoffnung auf Überleben von Bord werfen
2. Nam ligna defecerant et aqua - Denn Feuerholz und <genauso> das Wasser waren ausgegangen/Naufragii pericula - Gefahren des Schiffbruchs/corporis incommoda - körperliche Beschwerden/pluvia - Regen/tonitruis - Donner
3. Gott! Wille Gottes, dass das Land erscheint; Gott liefert das nötige Wasser und Holz (quasi genau berechnet)
4. Freude, Messe feiern, Dankgebete
5. gutes Klima, nette Leute, Artenvielfalt # beinahe Paradies
6. Vespucci schreibt immer von ,,wir"; richtiger Kapitän unbekannt

Übersetzung (62-79):

Ich hatte vergessen, dir zu schreiben, dass es vom Vorgebirge des Kap Verdes bis zum Anfang jenes Kontinentes ca. 700 Leuken sind, obwohl ich glaube, dass wir mehr als 1800 <Leuken> gesegelt sind, teils aus Unkenntnis der Orte und <der Unwissenheit> des Kapitäns, teils wegen den Unwettern und Winden, die unseren geraden Weg verhinderten und uns zu zahlreichen Wendungen antrieben18.
Obwohl mir, dem die Astronomie bekannt ist, meine Gefährten kein Vertrauen geschenkt hatten, war keiner der Kapitän oder der Führer unserer Schiffsreise, der auf 500 Leuken erkennen würde, wo wir waren. Wir waren nämlich Umherschweifende und Irrende; Und nur die Instrumente zur Bestimmung der Höhe der Himmelskörper zeigten uns die genaue Wahrheit; Und diese waren Quadrant und Astrolab, wie alle wissen19. Deshalb versahen mich alle nacheinander mit viel Ehren. Ich habe ihnen nämlich gezeigt, dass ich, ohne im Besitz einer Meereskarte zu sein, die Lehre der Schifffahrt besser verstehe als alle Kapitäne der ganzen Welt. Denn diese haben keine Kenntnis ausser von den Orten20, die sie oft <an>gesegelt haben.
Als uns aber die genannte Ecke des Landes die Wendung der Küste nach Süden zeigte, einigten wir uns jener Küste entlang zu segeln und zu erforschen, was in jenen Regionen ist. Wir segeln aber der Küste entlang ca. 600 Leuken und gehen oftmals an Land. Wir unterhielten uns und verkehrten mit den Siedlern dieser Regionen21. Und von diesen wurden wir freundlich, liebenswert und gastfreundlich empfangen, sooft wir bei ihnen 15 oder 20 Tage ununterbrochen verweilten, wie du weiter unten einsehen wirst.

Kurzübersetzung (80-89):

Der Teil dieses neuen Kontinentes ist in der heissen Zone jenseits des Äquators gegen den Südpol hin, denn sein Beginn beginnt beim 8. Grad jenseits des Äquators selbst.
Wir segelten solange der Küste entlang, nachdem wir den Wendekreis des Steinbockes (=südl. Wendekreis) überschritten hatten, dass wir den Südpol um 50° höher sahen als den Horizont der südlichen Halbkugel. Und wir waren in der Nähe des südlichen Poles bis zum 17,5. Grad. Und ich werde im unmittelbaren Anschluss erzählen, was ich über die Natur und über ihre Sitten und ihre Umgänglichkeit, über die Fruchtbarkeit der Erde, über die Gesamtheit des Klimas, über die Himmelsordnung und über die Himmelskörper und besonders die Fixsterne der 8. Sphäre, welche von unseren Vorfahren behandelt worden sind, gesehen und erfahren habe.

Disposition des Briefes bis Z.89:

1. Begrüssung und Einleitung
2. ,,Neue Welt" (im Vgl. mit antiker Kenntnis) entdeckt
3. Seereise =>

a) Lissabon # Kap Verde
b) Die schreckliche Überfahrt
c) Glückliche Ankunft (mit der Hilfe Gottes)

4. Erste Beschreibung von Land und Leuten
5. Amerigo Vespucci als ,,Starnavigator" (Nachtrag: Distanz Europa # Amerika)
6. Seereise =>: Entlang der Küste Brasiliens bis weit in den Süden

Übersetzung (90-100):

Zuerst also was die Menschen betrifft. Wir fanden in jenen Regionen eine so grosse Menschenmenge wie sie niemand hätte zählen können22 (wie man in der Offenbarung liest23) - ein Volk, sag ich, mild und umgänglich. Alle von beiden Geschlechtern laufen nackt24 umher, keinen Teil des Körpers bedeckend; und wie sie aus dem Bauch der Mutter hervorkommen, so laufen sie bis zum Tode <umher>. Sie haben nämlich grosse und untersetze Körper, die gut angeordnet und proportioniert sind und eine zur Röte neigende Hautfarbe haben25. Ich glaube, dass dieses ihnen zustösst, weil nackt Einhergehende von der Sonne gefärbt werden.

Gruppenarbeit (Anna, Alexandra): Übersetzung (101-140):

Sie haben schwarzes langes26 Haar. Sie sind im Gang und im Spiel27 frei und beweglich und haben ein schönes Gesicht28. Dennoch verunstalteten sie sich dieses höchstpersönlich. Sie durchbohren sich nämlich die Wangen, die Lippen, die Nase29 und die Ohren. Und glaub30 nicht, dass jene Löcher klein wären oder, dass sie nur ein einziges haben. Ich sah nämlich, dass einige einzig im Gesicht 7 Löcher haben31. Jedes beliebige von diesen war gross genug für eine Pflaume32. Sie verstopfen sich diese Löcher mit blauen Steinen, Marmor, Kristallen und den schönsten33 Alabastern34 und mit den weissesten Knochen und anderen kunstvoll hergestellten Dinge gemäss ihrem Brauch.
Wenn du eine so ungewohnte und einem Monster ähnliche Sache sehen würdest, wärest du nicht ohne Verwunderung, nämlich einen Menschen, der allein in den Wangen und in den Lippen 7 Steine hatte35, von welchen einige eine halbe Handbreite lang sind. Oft nämlich betrachtete ich <sie> und stellte fest, dass sieben solche Steine ein Gewicht von 16 Unzen hatten, abgesehen davon dass sie an den einzelnen Ohren mit je drei Löcher durchbohrt, andere Steine, die an Ringen hängen, haben36. Und dies ist allein die Sitte der Männer. Denn die Frauen durchbohren sich nicht das Gesicht, sondern nur die Ohren.
Eine andere Sitte ist bei diesen genug ungewöhnlich und weit entfernt von jeder menschlicher Glaubhaftigkeit. Denn ihre Frauen machen, wenn sie wollüstig sind, dass die Geschlechtsteile ihrer Ehemänner so37 anschwellen, so dass diese ungewöhnlich und hässlich scheinen; und <sie (die Frauen) machen> das mit einem bestimmten eigenen Trick und einem Biss gewisser giftiger Tiere. Viele von ihnen verlieren wegen dieser Sache ihre Geschlechtsteile, die wegen mangelnder Pflege abfallen, und sie bleiben Eunuchen. Sie haben weder wollene noch leinene, noch seidene Tücher, weil sie diese auch nicht brauchen. Sie haben auch kein <festes> Eigentum38, sondern alle Dinge39 gehören allen gemeinsam. Sie leben zugleich ohne König und ohne Herrschaft. Jeder einzelne ist sein eigener Herr (und Meister). Sie heiraten so viele Frauen, wie sie wollen. Und der Sohn schläft mit der Mutter und der Bruder mit der Schwester; und der Erste mit der Ersten; und der Entgegenkommende mit der Entgegenkommenden. Sobald sie wollen, scheiden sie die Ehen und in diesen haben sie keine Regeln40; Ferner haben sie keinen Tempel und halten sich an kein Gesetz und sind auch nicht Götzendiener. Was soll ich weiter sagen? Sie leben gemäss der Natur und können eher Epikuräer als Stoiker genannt werden. (# siehe Interpretation)
Unter ihnen gibt es weder Kaufleute noch ein Warenaustausch41. Die Völker führen untereinander Kriege ohne Kunst <und> ohne Regel. Die Älteren bewegen die Jungen mit ihren <gewissen> Reden zu dem, was sie wollen, und feuern sie zu Kriegen an, in welchen sie sich gegenseitig brutal umbringen. Und <diejenigen>, die sie als Gefangene aus dem Krieg <weg>führen, behalten sie nicht um das Leben von diesen <zu bewahren>, sondern um sie wegen ihres Nahrungsbedarfs zu töten; denn die einen essen die andern und die Sieger die Besiegten; und neben den anderen Fleischsorten ist das menschliche für sie üblich in den Speisen.
Du kannst dir dieser Sache umso sicherer sein, weil es schon gesehen wurde, dass ein Vater seine Söhne und seine Ehefrau gegessen hat; Und ich kenne einen Mann, den ich auch gesprochen habe, von dem gesagt wurde, dass er mehr als aus 300 menschlichen Körpern gegessen habe. Und ferner blieb ich 27 Tage in einer bestimmten Stadt, wo ich zwischen den Häusern am Gebälk42 aufgehängtes gesalzenes Menschenfleisch sah, wie es bei uns Sitte ist Speck und Schweinefleisch aufzuhängen. Es kommt noch besser: Sie selbst wundern sich, warum wir unsere Feinde nicht essen und deren Fleisch nicht als Speisen verwenden, welches <wie> sie sagen, am schmackhaftesten sei.

Gruppenarbeit (Anna, Alexandra): Disposition (101-140):

1. ungewöhnlicher Körperschmuck vgl. Piercing
2. keine richtigen Ehen
3. keine Herrschaft/ keine Regeln/ keine Religion
4. Kannibalismus
5. Krankheiten mit schwerwiegenden Folgen

Gruppenarbeit (Anna, Alexandra): Interpretationen (101-140):

1. Was ist ein Epikureer?

Genussmensch

2. Was ist ein Stoiker?

Mensch von unerschütterlicher Ruhe, Gleichmut und Gelassenheit

3. Sitten und Eigenschaften des Volkes/Ansichten Vespuccis:

Der Körperschmuck dieses Volkes ist sehr ungewöhnlich. Sie durchbohren sich das Gesicht und weiten diese Löcher mit Steinen aus. Es ist wirklich eine aussergewöhnliche Sitte, die aber von Vespucci zur Sensation aufgespielt wird.

Dieses von Vespucci beschriebene Volk teilt alles, hat keine Regierung und keine Religion. Heute wäre ein solches Leben unmöglich.

Die am Gebälk aufgehängten Menschenkörper wurden von Vespucci vielleicht auch falsch interpretiert. Er beschuldigte diese Menschen Kannibalismus zu betreiben. Es hätte ja aber auch eine weitere spezielle Sitte dieses Volkes sein können, ihre Toten aufzuhängen.

Vespuccis Beschreibung, dass jeder dieses Volkes mit jedem schläft, könnte eine Übertreibung sein mit der er Leute nach Amerika locken will.

Gruppenarbeit (Anna, Alexandra): Wörterliste nach Roma B=> (101-140):

admiratio, -onis, f die Bewunderung
alius, alia, aliud ein anderer
amittere, amitto, amisi, amissum verlieren
amplus, a, um weit, geräumig, bedeutend
animal, -is, n das Tier
apud ( mit Akk.) bei (bei Personen)
ars, artis, f die Kunst, Fertigkeit
atque und (dazu)
auris, -is, f das Ohr
aut oder
causa, ae, f die Ursache, der Grund, Prozess
corpus, -oris, m der Körper
credere, credo, credidi, creditum glauben, anvertrauen
crudelis, -e roh, grausam
cum (mit Abl.) mit
cum (mit Konj.) da, weil, als, nachdem
cura, ae, f die Sorge, Sorgfalt
dicere, dico, dixi, dictum sagen, sprechen, nennen
dies, diei, m der Tag, Termin
domus, -us, f das Haus
ducere, duco, duxi, ductum führen, halten für
e, ex (mit Abl.) aus, von ... aus
enim nämlich
facere, facio, feci, factum machen, tun
flectere, flecto, flexi, flexum biegen, beugen
gerere, gero, gessi, gestum tragen, (aus)führen
habere, habeo, habui, habitum haben
hic, haec, hoc dieser, diese, dieses
imperium, -i, n das Reich, die Herrschaft
incedere, incedo, incessi, incessum einherschreiten
incendere, incendo, incendi, incensum anzünden, entflammen
inimicus, a, um feindlich
inter (mit Akk.) zwischen, während
interficere, interficio, interfeci, interfectum niedermachen, töten
iuvenis, -is, m der junge Mann
lex, legis, f das Gesetz
maritus, -i, m der Ehemann
mercator, -oris, m der Kaufmann
mos, moris, m die Sitte, der Brauch
mulier, -eris, f die Frau
multi, ae, a viele
nam denn
neque und nicht, auch nicht
neque......neque weder......noch
nonnulli, ae, a einige
occidere, occido, occidi, occisum niederschlagen, töten
omnis, -e jeder, ganz, Pl. alle
ordo, ordinis, m die Reihe, Ordnung, der Stand
os, ossis, n der Knochen
parvus, a, um klein, gering
pendere, pendeo, pependi, - hängen, schweben
posse, possum, potui, - können
praeterea ausserdem
pulcher, pulchra, pulchrum schön
quia weil
res, rei, f die Sache, Angelegenheit, das Ding
restare, resto, restiti, - übrig bleiben
rex, regis, m der König
saepe oft
satis genug
secundum gemäss
servare, servo, servavi, servatum bewahren, retten
similis, -e ähnlich
sine (mit Abl.) ohne
singuli, ae, a je einer
solus, a, um allein, einsam
talis, -e so beschaffen, solch
tam so
tamen dennoch
tantum nur, bloss
tantus, a, um so gross
tenere, teneo, tenui, tentum halten
turpis, -e schimpflich, hässlich, schändlich
urbs, urbis, f die Stadt
usus, -us, m der Gebrauch, Nutzen, die Übung
uxor, -oris, f die Ehefrau, Gattin
victor, -oris, m der Sieger
videre, video, vidi, visum sehen
vita, ae, f das Leben
vivere, vivo, vixi, victurus leben

Gruppenarbeit (Evelin, Lida, Ramona): Übersetzung (141-178):

Die Waffen von diesen sind Bogen und Pfeile; und wenn sie in Kriege eilen, bedecken sie keinen Teil ihres Körpers, um sich zu schützen: so sehr sind sie auch in diesem den Tieren ähnlich.
Wir versuchten, so sehr wir konnten, sie von diesen falschen Sitten abzuhalten43 und abzubringen; sie versprachen uns, dass auch sie diese aufgeben werden.
Die Frauen (wie gesagt), auch wenn sie nackt umherlaufen und sehr wollüstig sind, haben dennoch genug schöne und saubere Körper. Auch sind sie nicht so hässlich, wie vielleicht jeder beliebige meinen könnte, weil ihre Geschlechtsteile weniger sichtbar werden, weil sie ja etwas beleibt sind; diese sind nämlich zum grösseren Teil von der guten Beschaffenheit des Körpers bedeckt. Es schien uns erstaunlich, dass unter ihnen keine gesehen wurde, die herabhängende Brüste hatte; und <diejenigen>, welche geboren hatten, unterschieden sich in der Form und Festigkeit des Bauches keineswegs von den Jungfrauen und die übrigen Körperteile44 schienen ähnlich <wie die der Jungfrauen>, was ich aus Anstand absichtlich übergehe. Wenn sie sich mit Christen vereinigen konnten, gaben sie angetrieben von ihrer allzu grossen Wollust jedwede Scham auf und preis.
Sie leben während 150 Jahren und sind selten krank. Und wenn sie irgendeine Krankheit haben45, heilen sie sich selbst mit bestimmten Wurzeln von Kräutern. Das sind <die Dinge>, die ich bei jenen als erwähnenswerter kennen gelernt habe.
Das Klima dort ist sehr mild und günstig; und, wie ich aus einer Erzählung von jenen erfahren konnte, <waren> dort nie Seuchen oder irgendeine Krankheit, welche von verdorbener Luft hervorgegangen wäre46. Und, wenn sie nicht durch einengewaltsamen Tod sterben sollten, lebten sie ein langes Leben47. Ich glaube, weil dort immer südliche Winde durchwehen und vor allem <der>, den wir Eurus nennen; der ist bei jenen48 so beschaffen wie bei uns der Nordwind.
Sie sind eifrig auf Fischfang bedacht. Und jenes Meer ist voller Fische49 und reich an allen Arten50 von Fischen. Sie sind keine Jäger. Ich glaube,<es> ist so>, weil es dort viele Arten von Waldtieren gibt - und vor allem von Löwen und Bären und unzähligen Schlangen und anderen schrecklichen und unförmigen Tieren - und auch weil sich die Wälder dort weit und breit ausdehnen und die Bäume von gewaltiger Grösse <sind>, und weil sie nicht wagen, sich nackt und ohne Schutz und Waffen den so grossen Gefahren auszusetzen.
Das Land jener Regionen ist sehr fruchtbar, lieblich und im Überfluss versehen mit vielen Hügeln, Bergen, unbegrenzten Tälern und sehr grossen Flüssen; es <ist> mit heilsamen Quellen bewässert und reichlich ausgestattet mit sehr breiten, dichten und kaum durchdringbaren Wäldern,<die> voll an allen Arten des Wildes <sind>. Die grössten Bäume wachsen dort ohne Förster. Viele von diesen tragen51 Früchte mit erfreulichem Geschmack52, <welche> für die menschlichen Körper nützlich <sind>, einige aber im Gegenteil; und keine Früchte sind dort diesen unserigen ähnlich. Auch wachsen dort unzählige Arten von Kräutern und Wurzeln, aus welchen sie Brot und ausgezeichnete Beilagen machen. Auch haben sie viele Samen, <welche> diesen unserigen ganz unähnlich <sind>.
Sie haben dort keine Arten von Metall ausser die des Goldes; von diesem haben jene Regionen Überfluss, wenn auch wir nichts von diesem mit uns auf dieser unseren ersten Schifffahrt mitgebracht haben. Dies machten uns die Ureinwohner bekannt, die bekräftigten, dass eine grosse Menge Goldes im Binnenland existiere und keineswegs von ihnen geschätzt oder für Wert gehalten werde. Sie sind reich an Perlen, wie ich an einer anderen Stelle geschrieben habe.

Gruppenarbeit (Evelin, Lida, Ramona): Disposition (141-178):

1. Waffen der Landbewohner sind Bogen und Pfeile; sie bedecken ihre Körper nicht
2. Vespucci hat den Landbewohnern geraten, sich von ihren schlechten Sitten zu entfernen (namentlich Kannibalismus)
3. Frauen laufen nackt herum und sind sehr wollüstig, dennoch haben sie schöne, saubere Körper
4. erreichen ein hohes Alter und wenn sie krank sind, heilen sie sich mit Kräutern
5. Klima ist sehr günstig, nie wurden Seuchen durch verdorbene Luft hervorgerufen
6. es gibt viele Arten von Tieren, Menschen sind aber keine Jäger; Wälder dehnen sich weit und breit aus => bergen Gefahren für die Menschen
7. Land ist fruchtbar, Bäume tragen Früchte, die wir nicht kennen
8. kein Metall ausser Gold, wird aber nicht für wertvoll gehalten; sind reich an Perlen

Gruppenarbeit (Evelin, Lida, Ramona): Interpretationen (141-178):

1. Wie sieht Vespucci die Frauen?

Wechselnde Meinung Vespuccis:

1. Menschen werden mit Tieren verglichen, da sie sich nicht bedecken (-)
2. er schreibt, die Frauen seien schön (+)
3. sie seien wolllüstig (-)
4. sie werden sehr alt (+)
Ausserdem werden sie als Lustobjekte angesehen, ihr Körper wird detailliert beschrieben; sie hätten keine hängenden Brüste und auch diejenigen, welche keine Jungfrauen mehr seien, hätten straffe Bäuche. Sie seien eher beleibt und hätten schöne, saubere Körper.

Die Frauen in der Neuen Welt seien alle splitternackt und wolllüstig.

=> Die nackten Frauen sind Motivation für die Entdecker

2. Wirkung des Goldes:

Vespucci schreibt, dass die Einwohner dem Gold keinen grossen Wert zumessen. Erst die Europäer machten ihnen den Wert und die grosse Nachfrage in Europa klar.
Vespucci vertraut auf die Erzählungen der Einwohner, dass im Landesinnern noch mehr Gold vorhanden sei.

=> Motivation für Europäer

3. Beschreibung des Landes:

Vespucci schreibt, dass in der Neuen Welt viele Hügel, Täler, Berge, Flüsse, Quellen und dichte Wälder mit einer reichen Artenvielfalt vorzufinden seien. Weiter berichtet er, die Erde sei fruchtbar und man finde viele neue, in Europa unbekannte Samen und Früchte.
=>=>=>das Land wird als Paradies beschrieben =>=>Motivation

Gruppenarbeit (Evelin, Lida, Ramona): Wörterliste nach Roma B=> (141-178):

Verben
abundare reich sein, überfliessen
affirmare bekräftigen, bestätigen
apparere appareo apparui erscheinen, sich zeigen
cognoscere cognosco cognovi cognitum erfahren, erkennen
conficere conficio confeci confectum vollenden, anfertigen
credere credo credidi creditum glauben, vertrauen
dicere dico dixi dictum sagen, sprechen, nennen
dimittere dimitto dimisi dimissum entlassen, aufgeben
exponere expono exposui expositum aussetzen, darlegen
facere facio feci factum machen, tun
gignere gigno genui genitum zeugen, hervorbringen
incedere incedo incessi incessum einherschreiten
operire operio operui opertum bedecken
patere pateo patui offenstehen
pervenire pervenio perveni perventum (ans Ziel) gelangen
posse possum potui können, vermögen
praeterire praetereo praeterii praeteritum vorbeigehen
promittere promitto promisi promissum versprechen
scribere scribo scripsi scriptum schreiben
videre video vidi visum sehen
vivere vivo vixi victurus leben

Nomen
animal, alis, n. Lebewesen, Tier
arbor, oris, f. Baum
corpus, oris, n. Leib, Köper
flumen, inis, n. Fluss, Strömung
fons, fontis, m. Quelle
genus, eris, n. Geschlecht, Gattung, Art
mons, montis, m. Berg
mors, mortis, f. Tod
mos, moris, m. Sitte, Brauch
mulier, eris, f. Frau
pars, partis, f. Teil, Seite
valetudo, inis, f. Befinden, Gesundheit
vallis, is, f. Tal
virgo, inis, f. Mädchen

Adjektive
adversus, a, um widrig, ungünstig
alius, a, ud ein anderer
latus, a, um breit, ausgedehnt
maximus, a, um der grösste, sehr gross
mirus, a, um wunderbar, sonderbar
nonnulli, ae, a einige
notus, a, um bekannt
nullus, a, um kein
optimus, a, um der beste, sehr gut
plenus, a, um voll
primus, a, um der erste
qualis, e wie beschaffen, was für ein, welch
reliquus, a, um übrig, restlich
similis, e ähnlich
talis, e so beschaffen, solch
tantus, a, um so gross
turpis, e schimpflich, hässlich, schändlich

Gruppenarbeit (Patricia, Nicole, Dominic): Übersetzung (178-214):

Wenn ich alle einzelnen <Dingen>, die dort sind erwähnen und von den zahlreichen Tiergattungen und deren Menge schreiben wollte, wäre dies eine ganz und gar lange und Teil der Gattung der Papageien und der übrigen Vögel und erst recht nicht der Tiere erwähnt hat, die in denselben Regionen mit so grosser unendliche Sache. Und ich glaube mit Sicherheit, dass unser Plinius nicht <einmal> einen 1000sten Verschiedenheit der Gestalten und der Farben existi, so dass der Meister der vollendeten Malkunst Policletus scheitern würde, jene zu malen. dass sie dem Heil der menschlichen Körper dienten. Und mit Sicherheit, wenn das irdische Paradies in irgendeinem Teil
Alle Bäume dort sind duftend; und einzelne lassen aus sich Gummi53 oder Öl oder irgendetwas Flüssiges auslaufen. Wenn uns die Eigenschaften dieser <Stoffe> bekannt wären, zweifle ich nicht, der Erde existieren sollte, schätze ich, dass es nicht weit von jenen Regionen entfernt ist.
Die Lage jener <Regionen> ist im Süden (wie gesagt) bei einer so guten Mischung der Luft, dass sie dort weder eisige Winter noch glühende Sommer jemals haben54. Der Himmel und die Atmosphäre sind den grössten Teil des Jahres heiter und sind frei von dichtem Nebel55. Der Regen dort fällt fein herab56 und er dauert eine Drittel- oder Viertelstunde und dazu hört er wie Nebel auf.
Der Himmel ist mit grossartigsten Zeichen und Figuren geschmückt. In diesem habe ich ungefähr 20 Sterne von so grosser Helligkeit bemerkt, wie wir zuweilen Venus und Jupiter sehen57. Ich habe sowohl die Bewegung dieser <Sterne> als auch ihre Laufbahn betrachtet und ihre Umfänge und Durchmesser durch geometrische Methoden ausgemessen. Und ich habe erkannt, dass sie grösser sind58.
Ich habe in diesem Himmel drei Sterne erster Grösse gesehen und zwar zwei helle <und> einen dritten dunklen. Der Südpol59 ist nicht mit der grossen und kleinen Bärin geschmückt, wie dieser unser Nordpol gesehen wird; und auch nicht in der Nähe von ihm wurde irgendein heller Stern erblickt; und von diesen, die um ihn herum in geringerem Abstand sich bewegen, haben60 drei eine Figur des rechtwinkligen Dreiecks. Ich habe viele andere sehr schöne Sterne entdeckt, deren Bewegungen ich sorgfältig aufgeschrieben und sehr schön in einem bestimmten meiner Notizbücher während dieser meiner Schifffahrt zeichnerisch beschrieben habe. Dieses hat aber gegenwärtig dieser huldreichste König, <und> ich hoffe, dass er es mir zurückgeben wird.
Ich habe in jener Hälfte der Welt Dinge gesehen, die mit den Theorien der Philosophen61 nicht übereinstimmen62. Der weisse Regenbogen wurde ungefähr in der Mitte der Nacht zweimal gesehen, nicht nur von mir, sondern auch von allen Seeleuten. Wir haben desgleichen mehrmals den Neumond an dem Tag gesehen, an welchem er auf derselben Seite wie die Sonne stand. In einzelnen Nächten laufen in jenem Teil des Himmels unzählige Feuerschweife und brennende Fackeln auseinander.
Kurz vorher sagte ich ,,in jener Hälfte der Welt": sie ist <es> dennoch nicht, im eigentlichen Sinne gesprochen, im Vergleich mit einer vollen Welthälfte wie der unsrigen; weil sie dennoch von der Form her ähnlich ist, war es erlaubt, dass jene so benannt wird.
Daher, wie ich sagte, segelten wir von Lissabon, woher wir aufbrachen, über die Äquatoriallinie hinaus um 50 Breitengrade - dieses ist von der Äquatoriallinie 391/2 Grade entfernt-, die zusammengezählt ungefähr 90 Grade ergeben; weil diese Summe den 4. Teil eines gesamten Kreises bildet gemäss der wahren Lehre der Geometrie <,die> von den Alten überliefert <wurde> , ist es offensichtlich, dass wir einen Viertel63 der Erde besegelt haben.

Gruppenarbeit (Patricia, Nicole, Dominic): Disposition (178-214):

1. Grosse Vielfalt an unbekannten Tieren, vor allem Vögel (Papageien)
2. Neuartige Bäume (Öl, Kautschuk) ^ erinnert an Paradies auf Erden
3. Klima ist gerade richtig; teilweise feiner Niederschlag; selten Nebel
4. Himmelkonstellationen: Vergleich mit der europäischen ^keine Gemeinsamkeiten
5. Astronomie der schönsten Sterne sind in einem Notizbuch beschrieben ^hat gegenwärtig König Portugals
6. Himmelserscheinungen: weisser Regenbogen, Neumond, Feuerschweife,...
7. sie haben ¼ der Erde besegelt

Gruppenarbeit (Patricia, Nicole, Dominic): Interpretationen (178-214):

1. Was bedeutet der "Weisse Regenbogen"?

Wir deuten den Weissen Regenbogen, der von Vespucci genannt wurde als ,,Nebelbogen", der bei Nebel oder sogenannten Nebelnässen entsteht. Man kann ihn z.B. am Vormittag beobachten, wenn Sonneneinstrahlungen zur Erwärmung des Bodens und damit Auflösung von Bodennebel führt.

2. Bemerkung zu Plinius:

Plinius hat eine ,,naturalis Historia" verfasst, eine Enzyklopädie von 37 Bänden

3. Wieso zweifelt Vespucci, dass die Regionen südlich des Äquators eine zweite (südliche) Welthälfte bilden?

Er schreibt zwar, sie sei ähnlich, doch wir vermuten, dass Vespucci noch Schwierigkeiten mit der Umstellung des Weltbildes von einer Scheibe zur Kugel hatte. Ein weiterer Faktor für diese Meinung ist, dass er die zurückgelegte Distanz falsch oder ungenau gemessen hatte.

4. Naturerscheinungen, "Phänomene":

Vespucci schreibt von Phänomenen, die sie von Europa her nicht kennen. Er erwähnt die Vielfalt der Papageien (nach Grzimeks -Tierlexikon 326 Arten). Die Flüssigkeiten, die aus den Bäumen auslaufen, empfindet er als ungewöhnlich. Das ganze Bild der neuen Welt erscheint ihm als Paradies mit vielen wunderbaren Naturerscheinungen

5. Leidenschaft Vespuccis:

Die Sterne scheinen es Vespucci besonders angetan zu haben. Er hat sie studiert und ihre Eigenschaften aufgeschrieben. Er bemerkt, dass die Sternbilder nicht mit der Astronomie Europas übereinstimmen.

Gruppenarbeit (Patricia, Nicole, Dominic): Wörterliste nach Roma B => (178-214):

videre,-eo, vidi, visum sehen
res, rei f. Sache, Ding, Angelegenheit philosophia,-ae f. Philosophie
ratio,-onis f. Vernunft, Berechnung, Grund consentire,-o, -sensi, -sensum übereinstimmen
albus, a, um weiss
medius, a, um der Mittlere, mitten
nox, noctis f. Nacht
non solum...sed etiam nicht nur...sondern auch
omnis, omne jeder, ganz; pl.: alle
nauta,-ae m. Schiffer, Seemann
similis,-e ähnlich
novus, a, um neu, neuartig
dies, diei m. Tag, Termin
sol, solis m. Sonne
cealum,-i n. Himmel, Klima
pars, partis f. Teil, Seite
ardere,-eo, arsi, arsurus brennen, glühen
dicere,-o, dixi, dictum sagen, sprechen, nennen
paulum ein wenig
tamen dennoch
plenus, a, um voll
accedere,-o, accessi, accessurus heranrücken, hinzutreten
sic so, auf diese Weise
appellare ansprechen, nennen
(licere), licet, licuit, - es ist erlaubt
igitur also
unde woher
navigare zu Schiff fahren, segeln
summa,-ae f. Summe, Gesamtheit
secundus, a, um der Zweite, günstig
antiquus, a, um alt, altertümlich
mundus,-i m. Welt
ibi dort
animal,-alis n. Tier, Lebewesen
genus, generis n. Geschlecht, Art, Gattung
multitudo,- inis Menge
scribere,-o, scripsi, scriptum schreiben
certus, a, um sicher, gewiss
credere,-o, credidi, creditum glauben, anvertrauen
regio,-onis f. Region, Gegend
tantus, a, um so gross
atque und dazu
arbor,-oris f. Baum
notus, a, um bekannt, vertraut
vel oder
dubitare,-o, dubitari, dubitatum zweifeln, zögern
corpus, corporis n. Körper
salus,-utis f. Wohlergehen, Heil, Rettung
terra,-ae f. Land
ad zu, an, bei
neque und nicht, auch nicht
habere,-eo, habui, habitum haben
signum,-i n. (Feld-) Zeichen, Bildnis
figura,-ae f. Figur, Gestalt
ornare ausstatten, schmücken
quantus, a, um wie gross
motus,-us m. Bewegung, Erregung
maiores,-um m. Vorfahren
clarus, a, um hell, klar
obscurus, a, um dunkel
conspicere,-io, conspexi, conspectum erblicken, ansehen
brevis, e kurz (in Kürze, bald)
multi, ae, a viele
alius, a, ud ein anderer
pulcher, chra, chrum schön
cognoscere,-o, cognovi, cognitum erkennen, erfahren
diligere,-o, dilexi, dilectum schätzen, lieben
tenere halten
sperare hoffen, erwarten

Gruppenarbeit (Olivier, Claudio, Ruben): Übersetzung (215-250):

Und nach dieser Berechnung liegen64 wir - in Lissabon auf dem 39 einhalbten Grad in nördlicher Breite diesseits des Äquators wohnend - im Winkel65 von 90 Grad auf dem Längengrad zu jenen, die auf dem 50. Grad in südlicher Breite unterhalb derselben Linie wohnen. Und damit du <das> klarer verstehst: Das Lot, welches, wenn wir aufrecht stehen, vom Himmelspunkt, der über unserem Scheitel schwebt66, auf unser Haupt herabhängt, hängt jenen auf die Flanken oder die Rippen hinab. Dadurch geschieht es, dass wir auf der senkrechten, jene selbst aber auf der horizontalen Linie sind und die Figur eines rechtwinkligen Dreiecks entsteht; wir haben die Kathete dieses Dreiecks inne, jene selbst hingegen die Grundlinie; und die Hypotenuse erstreckt sich von unserem zum Scheitel jener, wie in der Figur offenkundig ist. Und diese über Kosmographie besprochenen Dinge sollen genügen.
Diese waren die erwähnenswerteren Dinge67, dich ich auf dieser, meiner letzten Schiffsreise gesehen habe, die ich <meine> dritte nenne. Denn es waren zwei andere Schiffsreisen, die ich im Auftrag des huldreichsten spanischen Königs in Richtung Westen gemacht habe; auf diesen habe ich die Wunder, welche von jenem erhabenen Schöpfer aller Dinge, unserem Gott, vollendet wurden68, vermerkt. Ich habe ein Tagebuch der erwähnenswerteren Sachen gemacht, dass, wenn mir irgendwann Freizeit gegeben werden wird, ich alle diese einzigartigen und wunderbaren Dinge69 zusammenfassen und entweder ein Buch der Geographie oder der Kosmographie verfassen kann, dass die Erinnerung an mich bis zur Nachwelt weiterlebt und dass das so unermessliche Kunstwerk des allmächtigen Gottes erkannt wird, teils den Alten unbekannt, uns aber bekannt.
Ich bitte deshalb den mildesten Gott, dass er mir die Lebenstage verlängere, dass ich mit seiner grossen Gnade und meinem Seelenheil die beste Planung dieses meinen Willens vollenden kann.
Die anderen zwei Schiffsreisen bewahre ich in meinen Geheimarchiven auf. Und wenn mir dieser huldreichste König die dritte Schiffsreise zurückerstattet, werde ich versuchen, Vaterland und Ruhe wiederzuerlangen, wo ich mich sowohl mit Fachleuten beraten und von Freunden bei der Weiterführung dieses Werkes bestärkt und unterstützt werden könnte.70
Ich verlange Verzeihung von dir, wenn ich dir diese, meine letzte Schiffsreise nicht übermittelt habe, wie ich dir in meinem letzten Brief versprochen hatte. Du kennst den Grund: weil ich ja das Original von diesem huldreichsten König noch nicht <zurück>haben konnte. Ich denke bei mir, noch eine vierte Schiffsreise zu machen und dies verfolge ich und mir ist bereits das Versprechen zweier Schiffe mit ihrer Ausrüstung gemacht worden, so dass ich mich vorbereite, um neue Gegenden zu erforschen Richtung Süden <und> auf die Ostseite mit Hilfe des Windes71, der Afrikus genannt wird. Auf dieser Schiffsreise denke ich viel für das Lob des Gottes, für den Nutzen dieses Königreiches und für die Ehre meines Alters zu bewirken; und ich erwarte nichts anderes ausser der Zustimmung dieses huldreichsten Königs. Gott möge dies ermöglichen, was besser ist; was geschehen wird, wirst du erfahren.

Aus dem Italienischen übersetzte der Übersetzer Iocundus diesen Brief in die lateinische Sprache, so dass alle Lateiner verstehen, wie viele Wunder Tag für Tag zum Vorschein gebracht werden und damit der Hochmut derer eingeschränkt wird, die die Grossartigkeit des Himmels erforschen und mehr wissen wollen, als zu wissen erlaubt ist, zumal seit so viel Zeit72, als die Welt begonnen hat, die unermessliche Grösse der Erde unbekannt ist und <die Dinge>, die sich in dieser befinden <unbekannt sind>.

Lob <sei> Gott

Gruppenarbeit (Olivier, Claudio, Ruben): Disposition (215-250):

1. Angabe der in Richtung Süden erreichten Weite im Bezug auf Lissabon
2. Kurzer Bericht der zwei vorherigen Schiffsreisen und Absicht mit den Daten (aus dem Tagebuch) ein wissenschaftliches Buch zu schreiben.
3. Lob des Gottes als Schöpfer von allem und Bitte an ihn den Lebenstag zu verlängern um weiterforschen zu können.
4. Bitte um Verzeihung, falls der Bericht der 3. Schiffsreise nicht angekommen ist, da er ihn vom König noch nicht zurückerhalten hat.
5. Absicht eine 4. Schiffsreise zu machen und wieder Bitte an Gott, dies zu ermöglichen.
6. Abschluss des Briefes mit Informationen zur Übersetzung aus dem Italienischen ins Lateinische durch Iocundus und Mahnung an die Hochmütigen.
7. Abschluss wieder mit einem Lob an Gott

Gruppenarbeit (Olivier, Claudio, Ruben): Interpretationen (215-250):

1. Vespucci und seine Meinung über sich selbst:

Vespucci stuft sich selbst als ziemlich gut ein. Seine Taten sieht er als unübertreffbar an. Vermehrt betont er, dass nur er eine Ahnung von den Künsten wie Geographie, Kosmographie etc. hat.

2. Warum ist Vespucci gewillt noch eine vierte Schiffsreise nach Indien zu starten, obwohl schon Vasco da Gama (1498) den Seeweg nach Indien entdeckt hatte?

Vielleicht sah er ein, dass in Amerika doch nicht das gewaltige Vorkommen an Schätzen und Gold zu finden war, wie allgemein angenommen wurde und hoffte, in Indien wirklich Gold zu finden. Er macht somit eine Art Eingeständnis, dass in Amerika doch nicht so viel zu holen ist, wie er früher immer betont hatte.

3. Der letzte Abschnitt etwas genauer betrachtet:

Es wird nicht klar, ob der letzte Abschnitt von Vespucci oder vom Übersetzter Iocundus geschrieben wurde, da es in jener Zeit für die Übersetzter (und auch für viele Künstler) üblich war, sich selbst in der dritten Person zu erwähnen. Auf alle Fälle macht sich der Schreiber lustig über die Intellektuellen, die zwar Latein können, aber eine völlig falsche Vorstellung von der Geographie der ganzen Erde haben bzw. hatten. Einmal mehr wird auch aufgezeigt, dass sich Vespucci ziemlich gut fand, da er es war, der die geographischen Kenntnisse, die bis dahin galten, umgestürzt hatte.

 

Gruppenarbeit (Olivier, Claudio, Ruben): Wörterliste nach Roma B=> (215-250):

hic, haec, hoc dieser, diese, dieses
ratio, -onis f. die Berechnung, Vernunft, Art und Weise, der Grund
ille, illa, illud jener, jene, jenes
qui, quae, quod welcher, welche, welches
idem, eadem, idem derselbe, der nämliche
intellegere, intellego, intellexi, intellectum einsehen, verstehen
dum während, solange (als/bis)
rectus, -a, -um gerade, recht, richtig, aufrecht, senkrecht
caelum, -i n. der Himmel, das Klima
vertex, -icis m. der Wirbel, Scheitel, Gipfel
imminere, immineo, imminui, ---- bevorstehen, drohen
caput, -itis n. Haupt(-sache/-stadt)
ipse, ipsa, ipsum persönlich, selbst
species, -ei f. die Figur, Gestalt, der Schein das Aussehen
alius, alia, aliud ein anderer, (der eine ... der andere)
occidere, occido, occidi, ---- niederfallen, untergehen
perficere, perficio, perfeci, perfectum vollenden, durchsetzen
otium, -i n. die Musse, freie Zeit, Ruhe
atque (ac) und (dazu)
vivere, vivo, vixi, victum leben
cognoscere, cognosco, cognovi, cognitum erkennen, erfahren
pars, partis f. der Teil, die Zeit
anima, -ae f. der Atem, die Seele; das Leben
salus, -utis f. das Wohlergehen, Heil, die Rettung
voluntas, -atis f. der Wille, die Absicht
repetere, repeto, repetivi, repetitum zurückfordern, wiederholen
opus, -eris n. das Werk, die Arbeit, Befestigungsanlage
facere, faceo, feci, factum machen, tun
laus, laudis f. das Lob, der Ruhm
permittere, permitto, permisi, permissum überlassen, erlauben
reperire, reperio, repperi, repertum finden
audacia, -ae f. der Wagemut, die Kühnheit


1 lt. passiv

2 wörtl.: Alten

3 wörtl.: ist

4 wörtl.: ist

5 wörtl.: Meinungen

6 lt. Akkusativ zu invenerim

7 Vorstellung der intellektuellen Antike: Erde = Kugel, aufgeteilt in Wüstengürtel (Äquator), gemässigte Zonen und Eiskappen (Pole)

8 lt. Passiv: so einst gennant

9 wörtl.: ist

10 wörtl.: Rettung erlangen

11 lt. Part. Präs. Akt.

12 lt. n.Pl.

13 lt. mit Dativ

14 lt. Indikativ

15 lt. Part. Fut. Aktiv

16 lt. Perfekt

17 wörtl.: stiegen hinab

18 lt. 2x Part. Pr. Akt.

19 wörtl.: alle erkannt haben

20 lt. Genitiv (keine Kenntnis der Orte, ausser die...

21 wörtl. sowohl ... als auch ...

22 wörtl. wie niemand zählen konnte

23 lt. Präs. Passiv

24 lt. prädikativ

25 lt. Partizip. Präs. Akt.

26 wörtl. "sowohl ... als auch"

27 lt. Plural

28 lt. Ablativ: "und von schönem Gesicht"

29 lt. Plural

30 lt.: 2. P. Sg. Konj. Pr.

31 lt. Partizip Präsens Aktiv

32 lt. Genitiv

33 ,,Marmor, Kristalle und den schönsten..." eigentlich Adjektive zu "Steine" (petris)

34 lt. aus Alabaster

35 lt. Partizip Präsens Aktiv

36 lt. Partizip Präsens Aktiv

37 wörtl. "zu einer so grossen Dicke"

38 wörtl. "eigene Güter"

39 wörtl. sind

40 lt. Singular

41

42

43 wörtl. abraten

44 lt. Ablativ: "an den übrigen Körperteilen"

45 wörtl. incurrere - anrennen, hineinlaufen

46 lt. Präsens Konjunktiv

47 lt. Ablativ der Zeit

48 lt. blosser Dativ

49 lt. Adjektiv: "fischreich"

50 lt. Singular

51 wörtl. machen

52 wörtl. dem Geschmack erfreulich

53 wörtl. Kautschuk

54 lt. passiv

55 lt. Plural

56

57 lt. Perfekt

58 wörtl. ,,von grösserer Grösse (Gen.) sind"

59 wörtl. der antarktische Pol

60 wörtl. ,,sind drei die Figur... habend"

61 vgl. Schulausgabe

62 lt. Partizip Präsens Aktiv

63 wörtl. einen vierten Teil

64 wörtl. sind

65 lt. adjektivisch gebraucht: ,,winkligermassen"

66 lt. Part. Präsens Akt.

67 lt. neutrum Plural

68 lt. nur PPP

69 lt. neutrum Plural

70 lt. passiv

71 wörtl. durch den Wind

72 wörtl. so grosse Zeit


Kommentare

jule die
26.03.2003 16:47:16
danke danke danke...ihr habt mich vor meinem lateinlehrer gerettet...hatte nämlich schon ma ne übersetzung ausm net, nur is er da draufgekommen, weils zu gut und zu interpretiert übersetzt war...aber das hier is echt super!! ihr seid die besten!! *knutsch*
Ceasar
12.06.2002 14:03:11
Super Sache, muss man sagen. Du hilfst unzähligen Leuten da draussen ............ DANKE
rockjumper
08.09.2002 14:49:54
nie wieder latein übersetzen *lol* gruß rockjumper
Anna
10.09.2002 15:10:33
Ich konnte die Übersetzung von der Lektion 64 nicht genau finden.....
*ich*
16.02.2004 16:49:47
Hey super lieben Dank für die Übersetzung!! Unser ganzer Kurs profitiert davon!!
hamma
26.11.2008 16:01:42
das ist hamma einfach klasse danke
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