hinzu. In das dritte Glas füllt man nur 25 ml Wasser. Anschließend werden die Suspensionen umgerührt und 2 Stunden stehengelassen.
Vor dem Messen ist eine Eichung der Glaselektrode erforderlich. Das geschieht durch Eintauchen in Pufferlösungen (bei sauren Böden Pufferlösungen pH 7 und pH 4, bei alkalischen Böden pH 7 und pH 9) und Einstellen der Raumtemperatur. Beim Messen taucht man die Elektrode mit Bewegungen in die Bodensuspension ein, um den Boden aufzuwirbeln.
• Ergebnisse
pH-Werte in CaCl 2 : 4,90
in KCl : 4,62 in H 2 O : 5,33
• Interpretation
Der pH-Wert von 4,90 in CaCl 2 wird nach AG BODEN (1994) als stark sauer eingestuft.
Der pH-Wert in CaCl 2 ist aufgrund des Austauschs der sorbierten Al 3+ - und H + -Ionen um ca.0,4 niedriger als in H 2 O.
Noch niedriger ist der pH-Wert in KCl. Ursache hierfür ist die 100 mal höhere Konzentration der KCl-Lösung.
Im Hinblick auf die Nutzung als Brache läßt sich die stark saure Bodenreaktion nach GISI (1990) durch stark erhöhten Streuanfall und CO 2 -Produktion, verlangsamte Mineralisation und höheren Gehalt an unterirdischer Pflanzenmasse erklären.
• Theorie
Anorganische Carbonatverbindungen kommen im Boden v.a. als Calcit und Dolomit vor. Der Carbonat-Gehalt beträgt häufig 0,2-1,5%. Die Bedeutung von Carbonat an sich ist die Fähigkeit als Puffer zu fungieren, wodurch Säureeinträge bis zu einem gewissen Grad neutralisiert werden. Da Carbonat vorzugsweise als Calciumcarbonat vorliegt, bezieht man die Eigenschaften des Carbonats auf die des Calciumcarbonats. Zu ihnen zählen Gefüge- und Aggregatstabilisierung, Ionenbrückenausbildung in Tonmineralen und Ton-Humus-Komplexen sowie günstige Beeinflussung der Porengrößenverteilung sowie Pflanzenernährung.
Die Analytik kann mit mit dem Calcimeter nach Scheibler erfolgen.
Durch Zugabe von Salzsäure werden die Carbonate zu CO 2 umgesetzt. Das CO 2 entweicht in eine Dreihalsflasche und füllt eine Gummiblase, wodurch eine äquivalente Luftmenge verdrängt wird. Die Flasche ist mit einem wassergefüllten Glasrohr verbunden, so daß die Luft einen Teil der Flüssigkeit in eine zweite Flasche drückt. Parallel zu dem Glasrohr befindet
sich ein Niveaurohr. Zum Ablesen der verdrängten Wassermenge muß das Wasserniveau beider Rohre auf gleiche Höhe eingestellt werden. Das abgelesene Volumen entspricht dem CO 2 -Volumen.
• Methode
Zuerst erfolgt eine Vorprobe, um die günstigste Probenmenge festzustellen. Hierzu wird etwas Boden mit 10%-iger HCl betropft. Bei schwachem, kurzem Brausen liegt der CaCO 3 -Gehalt unter 2%, die ideale Menge ist 10 g. Deutliches, anhaltendes Brausen deutet auf einen CaCO 3 -Gehalt von 3-4%, als Probenmenge sind 5 g einzuwiegen. Starkes Brausen tritt bei CaCO 3 -Gehalten von über 5% auf, die Menge beträgt 1-2 g.
Die ermittelte Menge wird in das Reaktionsgefäß gefüllt. Im Anschluß wird der Belüftungshahn an der Dreihalsflasche und der Hahn für Sperrflüssigkeit. Nun füllt man die Rohre mit der Sperrflüssigkeit (2% KCl). Durch Schließen und Öffnen der Hähne stellt man in beiden Rohren Niveaugleichheit her. Dann gibt man 20 ml HCl in den Kippeinsatz, setzt es auf das Reaktionsgefäß und schließt den Belüftungshahn.
Durch Kippen fließt die HCl auf die Bodenprobe. Es beginnt die CO 2 -Entwicklung. Mit Hilfe des Hahns für Sperrflüssigkeit wird Flüssigkeit aus dem Niveaurohr abgelassen, um den erhöhten Druck auszugleichen (verfälscht Ergebnis). Dabei müssen beide Menisken auf gleicher Höhe bleiben. Bleibt der Meniskus 5 min lang unverändert, wird exakte Niveaugleichheit eingestellt und abgelesen. Den ermittelten Wert rechnet man unter Berücksichtigung des atmosphärischen Drucks und der Temperatur in %CaCO 3 um.
• Ergebnisse
abgelesener Wert: 2,6 ml
% CaCO 3 = 2,6 cm 3 • 750 Torr • 160,5 = 0,11
(273 + 22 °C) • 10000 mg
• Interpretation
Der Boden ist als nach AG BODEN (1994) als sehr carbonatarm einzustufen, da der Carbonatgehalt unter 0,5% liegt.
• Theorie
Phosphor und Kalium stellen sehr wichtige Pflanzennährstoffe dar.
Phosphor weist i.A. Gehalte von 20-80 mg pro 100 g Boden auf. Zu 25-65% liegt es in orga- nischer Form vor, v.a. als Phytate, Nukleotide und Phospholipide. Anorganisches Phosphat
kommt als lithogenes Apatit und als Neubildungen vor. Die Neubildungen sind schwerlösliche Ca-, Al,- und Fe-Orthophosphate. In sauren Böden herrschen Al- und Fe-Phosphate vor, in alkalischen Böden Ca-Phosphate. Ein hoher Anteil der Phosphate ist an Tonminerale und Al-, Fe-Oxide/Hydroxide sorbiert. Pflanzen können nur gelöste Phosphationen aufnehmen, weshalb eine Nachlieferung durch Mineralisierung organischen Phosphors, durch Desorption sowie Auflösung von Phosphaten notwendig ist.
Die Kalium-Gehalte betragen meist 0,2-3,3%. Kalium tritt vorwiegend in Form von Alkalifeldspat, Glimmern und Illiten auf. In organischer Spezies kommt es kaum vor. Pflanzen nehmen nur gelöstes Kalium auf. Die Versorgung ist durch ein Gleichgewicht zwischen gelöstem, austauschbarem und nicht austauschbarem Kalium sichergestellt: bei Abnahme der K-Konzentration in der Bodenlösung geht zunächst austauschbares Kalium in die Lösung über. Der Verlust an austauschbarem Kalium wird durch Nachlieferung von nicht austauschbarem Kalium aus Zwischenschichträumen ausgeglichen. Zu 98% liegt nicht austauschbares Kalium vor. Entscheidend ist die Transportrate und der Gehalt an austauschbarem und leicht verfügbarem nicht austauschbarem Kalium.
Mit der CAL-Methode bestimmt man die K- und P-Versorgung durch Nachahmung der Phos-phor- und Kaliumaufnahme von Wurzeln. Es werden daher die pflanzenverfügbaren Ionen in die Lösung freigesetzt. Mit Hilfe einer mit Essigsäure angesäuerten Lactat-Acetat-Lösung (pH 3,5) werden Kalium- und Phosphationen aus den Austauschern freigesetzt. Das geschieht bei Kalium durch Austausch mit H + oder Ca 2+ -Ionen und beim Phosphat durch Austausch mit Lactationen oder H + .
Durch den Puffercharakter der Lösung bleibt der pH-Wert unabhängig der H + und Ca 2+ -Konzentration des Bodens erhalten. Der gemäßigt saure pH-Bereich garantiert eine realistische Ionenfreisetzung, da bei niedrigerem pH-Wert auch nicht planzenverfügbare Ionen in Lösung gehen. Bei höherem pH-Wert besteht die Möglichkeit, daß Carbonat die Säure zu sehr abschwächt. Freigesetzte Eisenionen werden durch Lactat komplexiert um eine Bildung schwerlöslicher Eisenphosphate zu verhindern. Die Ca- und H-Ionen sorgen für einen geflockten Zustand der Huminstoffe.
Die Konzentration der gelösten Ionen mißt man bei Kalium mit dem AAS, bei Phosphat mit dem Photometer.
Das Prinzip der AAS beruht auf der Tatsache, daß freie Atome Wellenlängen, die ihren Spektrallinien entsprechen, absorbieren. Dadurch kommt es zu einer Schwächung der eingestrahlten Energie. Da die Extinktion von der Zahl der freien Atome abhängig ist, kann man an Hand der gemessenen Extinktion die Konzentration eines Elements berechnen.
Die zu untersuchende Analysenlösung wird mit einem Zerstäuber zusammen mit einem Brenngas (Acetylen/Luft) in ein Aerosol überführt, welches in einer Flamme verbrannt wird. Die Probenatome werden dabei atomisiert. Die Flamme wird mit einer Lampe, der HKL, durchstrahlt, die ein elementspezifisches Spektrum liefert. Die freien Probenatome in der Flamme absorbieren einen Teil des durchgestrahlten Lichts. Vor und hinter dem Absorptionsraum befindliche Photokathoden messen die Lichtintensität vor und nach der Absorption, an-hand dessen die Extinktion errechnet wird.
Zur Berechnung der Elementkonzentation ist eine Kalibrierung erforderlich. Hierzu werden Eichlösungen bekannter Konzentration analysiert. Aus den Ergebnissen wird eine Eichgerade erstellt, aus der man mit dem Extinktionswert die Konzentration berechnen kann.
Die Photometrie ist ein Verfahren zur Farbintensitätsmessung (Kolorimetrie). Die Farbintensität kommt durch die Absorption des Lichts zustande und hängt daher auch von der Konzentration des Absorbents ab. Der zu untersuchende Stoff liegt als Farbstoff in wäßriger Lösung vor (in der Küvette). Der Stoff ist entweder an sich farbig oder wird angefärbt. Die Probe wird mit einem monochromatischen Licht durchstrahlt, wobei ein Teil des Lichts in Abhängigkeit von der Konzentration und Schichtdicke absorbiert wird. Die Extinktion wird anhand von Photozellen ermittelt, die die Lichtenergie vor und nach der Absorption messen. Mit Hilfe einer Kalibrierung aus angefärbten Lösungen bekannter Konzentrationen läßt sich die Probenkonzentration berechnen.
• Methode
Zunächst wird die Extraktionslösung hergestellt. 77 g Calciumlactat und 39,5 g Calciumacetat werden in etwas heißem destilliertem Wasser gelöst. Hinzu kommen 89,5 ml Eisessig. Schließlich füllt man auf 1 l auf. Vor Gebrauch verdünnt man nochmals auf 1:5.
Für die Phosphor-Bestimmung wird eine Anfärbelösung benötigt. Sie wird aus 5N Schwefelsäure, 4%-iger Ammoniumheptamolybdatlösung, Kaliumantimonyltatratlösung und 0,1M Ascorbinsäure im Verhältnis 10:3:1:6 hergestellt.
Für die Extraktion werden 5 g luftrockener Feinboden in Polyflaschen eingewogen und 100 ml der Lactatlösung hinzugegeben. Anschließend läßt man es zwei Stunden am Schüttelrad schütteln. Danach wird abfiltriert.
Als Nächstes ist eine Eichung vorzunehmen. Hierzu wird eine 10 ppm Phosphorlösung (1 g Kaliumdihydrogenphosphat auf 1 l, anschließend 1 ml auf 100 ml) angefertigt. Durch Zugabe von 4, 6, 8 und 10 ml der Phosphorlösung zu 100 ml Wasser erhält man 0,4, 0,6, 0,8 und 1 ppm Phosphorlösungen. Zusätzlich stellt man eine Lösung mit 0 ppm her. Dazu kommen jeweils 10 ml Extraktionslösung und 20 ml Anfärbelösung. Die Lösungen werden auf 100 ml aufgefüllt und geschüttelt, bevor sie am Photometer gemessen werden. Aus den bekannten Konzentrationen und den gemessenen Extinktionswerten erstellt man durch Regression die Eichgerade.
Danach beginnt die eigentliche Probenanalyse. 1 ml des Filtrats werden mit 7 ml H 2 O und 2 ml Anfärbelösung (Verdünnung 1:10) versetzt und mit dem Photometer gemessen.
Bei der Kaliumanalyse am AAS ist ebenfalls eine Kalibrierung notwendig. Aus einer 1000 ppm Kalium-Standartlösung werden 5, 10, 15 und 20 ppm Lösungen hergestellt, daneben eine 0 ppm Lösung, und mit der Extraktionslösung auf 100 ml aufgefüllt. Die einzelnen Lösungen werden am AAS gemessen. Durch Regression erhält man die Eichgerade. Im Anschluß erfolgt die Probenmessung.
• Ergebnisse
Phosphor
Regression: E = 0,13586 . C + 0,01424 Eichreihe: ppm E
mg P 2 O 5 /100 g Boden = 0,013 ppm . 1 ml . 100 ml . 100 . 10 . 2,29 = 0,60 1000 . 5 g
Kalium
mg K 2 O/100 g Boden = 2,64 ppm . 100 ml . 100 . 1 . 1,2 = 6,3
1000 . 5 g
• Interpretation
Der sehr niedrige Phosphat-Gehalt von nur 0,60 mg/100 g ist nicht realistisch. Daher liegt wohl ein Meßfehler vor. Die Analyse der gleichen Probe durch eine andere Gruppe ergab einen Gehalt von 55 mg/100 g. Dieser Wert ist allerdings zumindest zweifelhaft. Nach SCHALLER (1993) ist er extrem hoch und nach KUNTZE et al (1988) besonders hoch. Der Kalium-Gehalt ist nach KUNTZE et al (1988) als niedrig einzustufen.
• Theorie
Stickstoff ist der bedeutenste Pflanzennährstoff. Die geogenen Gehalte sind allerdings sehr gering. Wichtigste Stickstoff-Quelle ist die Atmosphäre: Mikroorganismen fixieren den atmosphärischem Stickstoff in organischer Bindung. Zu 95% liegt es in dieser Bindungsform vor
+
(Aminosäuren, Aminozucker,...). Pflanzenverfügbar ist nur NO
3
- lichenNO 3 , da die Nitrifikation wesentlich schneller abläuft als die Ammonifizierung). Die Nachlieferung stellt ein Kreislauf sicher: Durch Mineralisierung des organischen Stickstoffs entsteht zunächst NH 4 + (Ammonifizierung). Weitere mikrobielle Umsetzungen bilden NO 2 - undschließlich NO 3 - (Nitrifikation).
Kohlenstoff ist ein essentieller Baustein des Lebens. Sämtliche organische Substanz im Boden enthält Kohlenstoff.
Die Analytik erfolgt mit dem Leco CHN-100. Die getrockneten Bodenproben werden bei 1000°C im Sauerstoffstrom unter Einwirkung von Katalysatoren (Zinn, Wolframtrioxid) verbrannt. Dabei werden Kohlenstoff, Wasserstoff und Stickstoff zu CO 2 , H 2 O, N 2 und NO x oxidiert. Die freigewordenen Gase werden in einen Tank gesammelt und nachdem sie homogenisiert sind, zu zwei Infrarotzellen geleitet. Dort werden die Konzentrationen von CO 2 und H 2 O gemessen. Die IR-Zellen bestehen aus einem Glühdraht, der IR-Energie emittiert. Die beiden Gase absorbierten die Energie in einem bestimmten Wellenlängenbereich. Ein Detektor mißt die spezifische Extinktion der Strahlung, woraus die Konzentrationen berechnet werden. Im nächsten Schritt wird NO x an 700°C heißem Kupfer zu N 2 reduziert und anschließend CO 2 und H 2 O durch Absorption entfernt. Zusammen mit dem primären N 2 läuft dann die Analyse mit einem Wärmeleitfähigkeitsdetektor ab.
• Methode
Zuerst ist eine Kalibrierung des Geräts mit Hilfe von 10-15 Leerläufen und im Anschluß 5 EDTA-Durchgängen durchzuführen.
Danach kann die Probenmessung erfolgen. Hierzu werden mehrmals 40-250 mg Boden in Zinnfolie eingewickelt und in ein Plazierkästchen gestellt. Die Gewichte der einzelnen Zinnkapsels werden dabei notiert. Das Kästchen kommt nun in das Analysegerät. Nach der Analyse wählt man die besten Werte aus (anhand der Standardabweichung) und druckt sie aus.
• Ergebnisse
C-Gehalt = 3,19 %
→ organische Substanz = 3,19 · 1,72 = 5,5 %
• Interpretation
Der Gehalt an org. Substanz deutet nach AG BODEN (1994) auf einen stark humosen Boden hin.
• Theorie
Unter der kritischen Koagulation versteht man diejenige Salzkonzentration, bei der eine Tondispersion ausflockt. Tonpartikel flocken aus, wenn die Anziehungskräfte (van-der-Waals-Kräfte) die Abstoßungskräfte (negative Ladung) überwinden. Dies ist ab einer bestimmten Näherung der Teilchen der Fall. Die Näherung ist von der Größe der diffusen Doppelschicht der Partikel abhängig: im Falle von großen diffusen Doppelschichten ist eine Näherung erschwert. Die Größe der diffusen Doppelschichten wird durch die Faktoren Salzkonzentration und Wertigkeit der sorbierten Kationen bestimmt. Kleine Doppelschichten bilden sich bei hoher Salzkonzentration und/oder Belegung mit mehrwertigen Kationen wie Ca 2+ und Al 3+ . Bei der Ausflockung (Koagulation) kommt es zu einer Überlappung der diffusen Doppelschichten; die Partikel vereinigen sich zu größeren Aggregaten, den Flocken.
Durch Zugabe von Salzlösungen in steigender Menge zu einer Tondispersion versucht man durch Beobachtung die Konzentration herauszufinden, bei der die Dispersion koaguliert (als kritische Koagulationskonzentration c K bezeichnet).
• Methode
Zunächst stellt man eine Salzlösung mit 0,001 mol/l NaCl und 0,0001 mol/l MgCl 2 her. In vier Reagenzgläser füllt man jeweils ca. 10 ml Tondispersion (Bentonit). Dann werden 200, 400, 600 und 800 ml der Salzlösung hinzugegeben. Nach kräftigem Schütteln sowie zweistündigem Stehenlassen erfolgt die optische Auswertung.
Diese grobe Einteilung ist eine erste Orientierung für die gesuchte Konzentration. Um den exakten c K -Wert zu ermitteln, werden nun kleinere Mengenschritte der Salzlösung verwendet. Das Reagenzglas mit der deutlichsten Koagulation weist die c K auf. Sie läßt sich anhand der eingesetzten Menge an Salzlösung berechnen.
• Ergebnisse
Es liegen keine vor. Der Versuch mißlang, da es zu keiner sichtbaren Ausflockung der Tonminerale kam.
• Theorie
Der Humifizierungsgrad gibt an, wieviel % der organischen Substanz humifiziert sind, also als Huminstoff vorliegt.
Mit einer alkalischen Oxalatlösung werden die Huminstoffe aus dem Boden extrahiert und mit dem Photometer analysiert. Der alkalische pH-Wert garantiert eine Lösung aller Humussäuren.
• Methode
4 g Feinboden wird in einen Erlenmeyerkolben gefüllt und mit 50 ml einer 0,5%-igen NaOH-Natriumoxalat-Lösung versetzt. Nach längerem Stehenlassen wird das Unlösliche abfiltriert. Das gelbe bis braune Filtrat (abh. vom Gehalt an Huminstoffen) wird bei 400 und 250 nm am Photometer gemessen.
Vorher ist eine Eichung erforderlich. Hierzu wird ein Huminsäure-Standartpräparat bei verschiedenen Wellenlängen am Photometer untersucht.
Aus der Eichkurve entnimmt man die Huminstoffkonzentration der entsprechenden Extinktion in mg/ml. Nach Umrechnung in mg/g bezieht man es auf die organische Substanz in %. Der Wert ist die Humifizierungszahl. Je höher der Wert liegt, um so weiter ist die Humifizierung fortgeschitten.
• Ergebnisse
Messung bei 400 nm: 1,85
600 nm: 0,28
E Q4/6 = 1,85 = 6,61
0,28
• Interpretation
Da der E Q4/6 größer als 5 ist, handelt es sich bei den Huminstoffen um Fulvosäuren. Daraus kann man schließen, daß ein saurer, nährstoffarmer Boden mit geringer biologischer Aktivität vorliegt.
• Theorie
Bei der Probennahme ist darauf zu achten, daß die Proben sofort mit Kühlakkus gekühlt und schnellstmöglichst ins Labor gebracht werden, damit keine mikrobielle Bildung von Nitrat durch Nitrifikation stattfindet. Falls die Analyse nicht am gleichen Tag erfolgt, sind die Proben tiefzufrieren.
Das Nitrat wird mit einer CaCl 2 -Lösung gelöst (durch Austausch von Nitrat durch Chlorid) und mit dem Photometer gemessen.
• Methode
10 g Trockensubstanz Boden werden in Plastikflaschen eingewogen. Da der Boden als Feuchtsubstanz vorliegt, ermittelt man mit einer kleinen Menge den Wassergehalt durch Wiegen vor und nach dem Trocknen. Unsere Probe ergab einen Wassergehalt von 28,1 %. Die zu verwendende Probenmenge ist daher 13,9 g.
Als Nächstes wird eine 0,01M CaCl 2 -Lösung angesetzt, wovon 50 ml auf die Probe gegeben werden. Danach ist ein einstündiges Schütteln am Schüttelrad erforderlich. Anschließend wird filtriert. Im klaren Filtrat befinden sich die Nitrat-Ionen.
Für die Photometer-Analyse ist zunächst eine Eichreihe durchzuführen. Man benötigt dafür eine 0,01M CaCl 2 -Lösung mit 1000 ppm Nitrat. Sie wird hergestellt, indem man 1 g Kaliumnitrat zu 1 l 0,01M CaCl 2 -Lösung gibt. Durch Mischen der 1000 ppm Nitratlösung mit der 0,01M CaCl 2 -Lösung stellt man Eichlösungen von 5, 10, 20, 30 und 40 ppm Nitrat in 100 ml her, sowie eine Lösung mit 0 ppm.
Die Eichlösungen werden am Photometer bei 218 und 228 nm gemessen. Die Differenz der Extinktion der beiden Wellenlängen trägt man gegen die Konzentration als Eichgerade auf. Aus den Werten wird eine Regressionsgleichung erstellt.
Nun kann das Filtrat analysiert werden. Anhand der Regressionsgleichung läßt sich die Konzentration berechnen.
• Ergebnisse
Regression: E = 0,071 . C + 0,0181 Eichreihe: ppm E
mg NO 3 - /100 g = 6,30 ppm . 50 ml . 100 g = 3,15 1000 ml . 10 g
• Interpretation
Nach SCHLICHTING et al. (1995) ist der Nitrat-Gehalt als hoch einzustufen.
• Theorie
Eisen kommt in Böden häufig in Gehalten von 0,2 bis 5% vor. In areoben Böden liegt es als Fe(OH) 3 , Fe 2+ , Oxide (Goethit, Hämatit) sowie in organischer und silikatischer Bindung vor. Die Pflanzen sind nur in der Lage Fe 2+ aufzunehmen. Dessen Konzentration in der Bodenlösung ist aber äußerst gering. Durch Reduktion von löslichen organischen Fe-Komplexen an der Wurzel zu Fe 2+ wird eine Versorgung sichergestellt. Die Nachlieferung erfolgt durch schlecht kristalline Oxide und organische Verbindungen. In anaeroben Böden sind hohe Fe 2+ -Konzentrationen möglich.
Durch Sauerstoffzugabe bei Gegenwart von Wasser läßt sich Fe(II) zu Fe(III) oxidieren. Dabei spielt sich folgende Reaktion ab: 4Fe 2+ + O 2 + 10H 2 O → 4Fe(OH) 3 + 8H +
• Methode
Zu einer FeCl 2 -Lösung wird sauerstoffangereichertes Wasser gegeben. Es kommt zur Ausflo- ckung von schwerlöslichem braunem Fe(OH) 3 .
Literaturverzeichnis
AG BODEN (1994): Bodenkundliche Kartieranleitung, 4.Aufl..- Hannover GISI (1990): Bodenökologie.- Stuttgart
KUNTZE/ROESCHMANN/SCHWERDTFEGER (1988): Bodenkunde, 4.Aufl..- Stuttgart SCHLICHTING/BLUME/STAHR (1995): Bodenkundliches Praktikum, 2.Aufl..- Berlin, Wien
SCHALLER (1993): Praktikum zur Bodenkunde und Pflanzenernährung, 7.Aufl..- Geisenheim
SCHEFFER/SCHACHTSCHABEL (1998): Lehrbuch der Bodenkunde, 14.Aufl..- Stuttgart
Arbeit zitieren:
Arne Heidel, 2001, Bodenchemisches Praktikum, München, GRIN Verlag GmbH
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Doreen
Humifizierungsgrad.
Ich wollte mal wissen welche Standardlösung du beim Bestimmen des Humifizierungsgrades benutzt hast. War sie selbst hergestellt oder schon fertig? Könntest du mir bitte entweder das "Rezept" oder den Hersteller zuschicken?
Danke
am Wednesday, August 28, 2002-